Gewalt in Stuttgart: Ministerpräsident Kretschmann tut nur überrascht

„Geschah spontan“, „konnte niemand ahnen“ – wirklich? Schon Anfang Juni marschierte in der Landeshauptstadt ein Mob vor dem Polizeigebäude auf. Die Beamten schauten zu. Es scheint einen taktischen Schulterschluss zwischen Linksextremen und gewaltbereiten Migranten zu geben.

imago Images/Arnulf Hettrich

Als Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zusammen mit Bundesinnenminister Horst Seehofer am Montag vor die Presse ging, um über die Ausschreitungen in Stuttgart zu sprechen, war der Landeschef sichtlich erregt.

Seine Regierung nehme „solche Dinge sehr sehr ernst“. Er sprach von „jungen Männern“, die „eigentlich aus keinem Anlass eine Gewaltorgie in Gang setzen“. Er, Kretschmann, werde „alles dafür tun, dass sich solche Bilder nie wiederholen.“ An die Polizeibeamten gerichtet, die hinter ihm standen, sagte der Ministerpräsident, er danke den Beamten für den Einsatz in der Krawall-Nacht, „denn es kam ja sehr spontan, dass niemand ahnen konnte, was da passiert.“ 

Tatsächlich?

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In Wirklichkeit handelte es sich bei der Gewaltnacht schon um eine Wiederholung. Die politisch Verantwortlichen konnten sehr wohl ahnen, welches Gewaltpotential sich in der Stadt aufgebaut hatte. Denn am 6. Juni kam es zu einer Art Probelauf für die Ausschreitungen am Sonntag – nur kleiner. 

Nach der „Silent Demo“ gegen Rassismus in Stuttgart am 6. Juni formierte sich gegen 16.45 eine Gruppe von mehreren hundert jungen Männern aus der linksextremen Szene, verstärkt durch erlebnishungrige Migranten, und zogen zum  Polizeirevier 1 an der Theodor-Heuss-Straße. „Die zentrale Demo in der Schlossgarten-Anlage hat damit nichts zu tun“, sagte Polizeisprecher Stefan Keilbach später auf Anfrage der Zeitung Tag24.

Bis zu 200 Personen besetzten die Treppe vor dem Haupteingang des Reviers, und trommelten an die Türen. Dazu skandierten sie: „Alle Polizisten sind Rassisten“ und „All Cops are Bastards (auf Deutsch: Alle Bullen sind Bastarde)“. Eine Person trat nach dem Außenspiegel eines Streifenwagens. Andere setzten sich auf die draußen geparkten Polizeiwagen.

Die Polizei griff nicht ein, sondern verschanzte sich in dem Gebäude. „Wir haben versucht, die Lage nicht noch weiter zu befeuern“, so der Polizeisprecher. Dazu, ob es eine entsprechende Weisung zur Zurückhaltung von höheren Stellen gegeben hatte, teilte er nichts mit. Weder wurden Personalien aufgenommen, noch Täter festgehalten oder Verstärkung von außen gerufen. Der Vorfall kam auch in der Pressemitteilung der Polizei zu der Demo in Stuttgart nicht vor. 

Mob ist Mob
Stuttgart ist ein Ergebnis der grünen Politik
In Stuttgart scheint es wie auch in anderen deutschen Städten – etwa bei den „antirassistischen“ Demonstrationen in Berlin – zu einem taktischen Schulterschluss zwischen Linksextremen und gewaltbereiten Migranten zu kommen. Beide Gruppen registrierten am 6. Juni jedenfalls, dass sich die Polizei im Zweifel zurückzieht. 

Die gewalttätige linksextremistische Szene ist in Stuttgart seit längerem hoch aktiv. Mitte Mai prügelten dort mehrere linksextreme Täter den 54-jährigen Andreas Z., Mitglied der Gewerkschaft „Zentrum Automobil“, nach einer Corona-Demonstration ins Koma, und verletzten ein anderes Mitglied der Gewerkschaft schwer. 

Ebenfalls am 6. Juni fanden mehrere Mitglieder der örtlichen Linkspartei von Landau Patronen und Drohbriefe im Briefkasten. Das Staatsschutz-Kommissariat fand den Täter relativ schnell: ein 63-jähriges angebliches Ex-Mitglied der Linkspartei aus Kandel. Er gestand und gab als Motiv an, er habe mit der fingierten Drohung von „Rechten“ der Linkspartei mediale Aufmerksamkeit verschaffen und vor allem von dem brutalen Überfall der Antifa auf die beiden Gewerkschafter ablenken wollen. 

Nur wenige lokale Medien berichteten ausführlich über die Landauer False-flag-Aktion – so wie auch nur die regionale Presse über den Überfall im Mai auf Andreas Z. und die Ausschreitungen vor dem Polizeirevier in Stuttgart Anfang Juni eingingen. 

Nur: dass niemand in der Stuttgarter Staatskanzlei etwas von den Gewaltexzessen und Ausschreitungen vor der eigenen Haustür mitbekommen haben sollte, ist kaum glaubwürdig. Überrascht konnte Kretschmann eigentlich nicht darüber sein, was sich in seiner Stadt zusammenbraute. 

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Kommentare ( 79 )

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hassoxyz
4 Monate her

Kretschmann gibt in der Öffentlichkeit gerne den Bürgerlichen und Gemäßigt Linken ab, der immer wieder Illegale aus Maghreb-Staaten als nicht asylberechtigt bezeichnet. In Wirklichkeit ist er ein knallharter linker MultiKulti-Fanatiker, der Illegale immer wieder in Schutz nimmt und Migrationskritiker (nicht nur aus der AfD) scharf angreift. Der kommunistische Wolf im bürgerlichen Schafspelz sozusagen. Wieviel Linksextremismus und 68er-Fanatismus steckt in diesem schon recht alten Mann ? Mehr als die meisten glauben. Da ist sein Parteifreund Palmer schon glaubwürdiger. Palmer hat im Gegensatz zu Kretschmann die Risiken der Massenmigration für die deutsche Demokratie inzwischen richtig erkannt und fordert, wenn auch vorsichtig, eine… Mehr

gratichy
4 Monate her

Ich bin ja sehr froh, daß es TE und andere sog. alternative Medien gibt, die über die Mißstände in diesem heruntergekommenen Land ausführlich berichten. Vielen Dank dafür. Auch dieser Artikel ist wichtig und zeigt wieder auf, wie wir systematisch belogen, betrogen getäuscht und hinters Licht geführt werden. Eins hat mich heute aber etwas irritiert. Gerade hat Roland Tichy das Thema „Newspeak nach Stuttgarter Krawallen“ treffend analysiert, da kommt doch in diesem Artikel in erklärender Weise die Aussage „…verstärkt durch erlebnishungrige Migranten“ zum Zuge. Das ist klassisches Newspeak, das in den MSM und ÖR zum Verschleiern, Differenzieren, Verharmlosen, Verschweigen und und… Mehr

GP
4 Monate her

Das Corona-Masken tragen hat für Politiker den Vorteil, es lügt sich leichter hinter einer Maske. Diese Maskerade wird wohl zum Normalzustand wenn Politiker zu umstrittenen Themen interviewt werden…

Contenance
4 Monate her

Das liest sich ja fast so, als ob die Polizei und die Landesregierung Beihilfe zur Vorbereitung einer Straftat durch Unterlassung geleistet hätte. Sachen gibt’s.

daldner
4 Monate her

Man könnte einfach verbieten, solche Handyvideos zu veröffentlichen und die Strafen dafür entsprechend höher ansetzen als für das Randalieren: Versprechen eingehalten – „dass solche Bilder sich nicht wiederholen“…

Moses2
4 Monate her

Ideologern wie der Minischterpräsident aus BW biegen die Realität nun einmal so, bis sie zur Ideologie passt. Das hat er halt bei Mao gelernt- oder war es Pol Pot?

Nibelung
4 Monate her

Das ist doch nur ein Ablenkungsmanöver und das Kasperltheater mit den Mundtüchern im Freien ist doch nur das weitere hinköcheln einer in die Wege geleitete falsche politische Abhandlung, weil es es so vorgegeben wurde und ein Irrtum ausgeschlossen ist. Die täglichen Wasserstandsmeldungen zu weiteren Ausbrüchen sind doch ein Witz, denn das gleiche hätte man bei der Influenza auch machen können und es gäbe auch noch andere Krankheiten mit hohem Gefährdungspotential über die täglich berichtet werden könnte, ob es was hilft ist eine andere Frage, aber es hält die Leute in Trapp und das ist ja auch so gewünscht. Was die… Mehr

November Man
5 Monate her

Der parteilose Abgeordnete Fichtner ist heute aus dem Stuttgarter Landtag geflogen – eher getragen worden – und für fünf Sitzungen ausgesperrt worden weil er die Wahrheit ausgesprochen hat.
Fiechtner hatte in Richtung von CDU, SPD, Grüne und FDP gerufen – „Sie wollten das deutsche Volk von Ausländern überrannt sehen.“
„Sie sollten in der Königstraße die Scherben ihrer Politik aufsammeln“ – „und nehmen Sie am besten Frau Aras gleich mit“.
Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) schloss Fiechtner daraufhin von der Sitzung aus. Zuvor hatte Fiechtner bereits mehrere Ordnungsrufe kassiert.
Der Mann hat doch Recht – Punkt.

November Man
5 Monate her

Der schwäbische Spruch stimmt wohl – Wir können alles außer Hochdeutsch. Jedenfalls ist auf den Videos nur großes martialisches Kampf-Geschrei mit starkem ausländischen Akzenten zu hören. Wie in den vielen Videos zu sehen und zu hören ist schrien die kriminellen Randalierer „Allahu Akbar“, Fuck the Police, A.C.A.P und und Fuck the System. Das hat aber laut den Grünen weder etwas mit unserem Rechtsstaat noch mit unserem politischen System zu tun, sondern war nur Party. Die Grünen haben einfach kein Rechtsverständnis. Unsere Ordnungskräfte werden zur Zeit zu den wahren Schutzsuchenden gemacht. Die müssen jetzt das ausbaden was die linksrotgrüne Politik, Parteien… Mehr

Bummi
5 Monate her

Die Grünen und ihr kriminelles Klientel gehen Hand in Hand. Der politische Arm hält seine schützende Hand über alles. In Chemnitz gab es nach dem Hasi Video Konzerte und sonst was. Was für eine verlogene Farce.