Vieles spricht dafür, dass hoch dekorierte kritische Geister Suhrkamp verlassen, die alles andere wollen, als in einem Verlag zu publizieren, der seine Autoren auf diese Weise maßregeln will.
@ John MacDougall/AFP/Getty Images
Hat Suhrkamp zu hoch gepokert, als der Verlag seinem Bestseller-Autor Uwe Tellkamp mit einem Maulkorb drohte, wenn dieser nicht stringenter irgendeiner imaginären politischen Linie des Verlages folgt?
Mai schreibt an Suhrkamp: „Linkes Denken mag sich darin ausdrücken, liberales hingegen nicht, denn dieses Denken findet sich in dem Voltaire zugeschriebenen Apercu: ich bin zwar nicht Ihrer Meinung, aber ich werde alles tun, damit sie Ihre Meinung frei äußern (und publizieren) können. Sie haben sich gegen die Vielfalt und für die politische Einfalt entschieden.“
Interessant könnte hier auch noch werden, wie Suhrkamp die Twitter-Meldung gegen Tellkamp erklärt. Denn im Grunde genommen hatte man ja lediglich darauf verwiesen, dass der Verlag nicht zwingend die Meinung der Autoren teilt. Indes ist die Lesart eindeutig, wenn man hier einen Hashtag #tellkamp anfügt und sich also im zeitlichen Kontext einwandfrei auf den öffentlichen Auftritt seines Autors im Dresdner Kulturpalast bezieht. Das ungeschehen zu machen, ohne sich zu entschuldigen, dürfte schwer fallen bzw. den nächsten Shitstorm gegen den Verlag begründen.



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