Umfrage: Mehrheit zeigt sich unzufrieden mit der Integration von Zugewanderten

Kaum jemand in Deutschland ist derzeit mit der Integration von Zuwanderern wirklich zufrieden. Über 34 Prozent meinen sogar, sie seien gar nicht zufrieden.

© Getty Images

„Europa ist für Millionen Menschen weltweit ein Traumziel“, meinte Bundeskanzler Olaf Scholz kürzlich im Interview mit der „Welt“: „Darauf können wir stolz sein, denn es beweist ja, dass wir vieles richtig gemacht haben und die europäischen Werte attraktiv sind. Eines steht fest: Wir brauchen Zuwanderung. Das sehen wir gerade jetzt überall dort, wo Fachkräfte fehlen: vor allem auf den Flughäfen, in Krankenhäusern und Werkstätten.“

Warum es überhaupt einen derart gravierenden Facharbeitermangel trotz der Asylzuwanderung von über zwei Millionen Menschen seit 2015 gibt, erläuterte der Regierungschef nicht. Dabei sind die Gründe bekannt: Gut zwei Drittel der Asylzuwanderer kommen nicht in die Erwerbsarbeit, sondern in Transfersysteme. Abgelehnte Bewerber werden kaum abgeschoben. Eine Arbeitsaufnahme gerade im Niedriglohnbereich ist wegen der Steuern und Abgaben oft weniger attraktiv als der Bezug von Sozialleistungen.

Das Online-Umfrageinstitut Civey fragte bis zum 7. Oktober konkret: „Wie zufrieden sind Sie mit der Integration von Einwanderern in Ihrem Bundesland?“ Nur eine sehr kleine Minderheit von 3,3 Prozent zeigte sich „sehr zufrieden“. Als „eher zufrieden“ erklärten sich 11,4 Prozent. Eine Mehrheit erklärte sich dagegen unzufrieden mit dem konkreten Stand der Integration: 15,6 Prozent meinten, sie seien weniger, 34,4 Prozent, sie seien gar nicht zufrieden. Unschlüssig zeigten sich in der Umfrage 9,3 Prozent.

Dabei kann sich die Unzufriedenheit auf alles beziehen: Von bürokratischen Hemmnissen bei der Arbeitsaufnahme von arbeitswilligen Zuwanderern über mangelnde Sprachkenntnis bis zur unterbliebenen Abschiebung selbst von straffälligen Bewerbern.

Fazit: Kaum jemand in Deutschland ist derzeit mit der Integration von Zuwanderern wirklich zufrieden.

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Kommentare ( 32 )

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RauerMan
1 Monat her

Die 3,3 % Zufriedenen, wer verbirgt sich dahinter…,
sind es mehrheitlich Zugewanderte welche inzwischen die dt.Staatsangehörigkeit aneignen konnten ?

Manfred_Hbg
1 Monat her

Zitat: “ @olaf Scholz: Wir brauchen Zuwanderung. Das sehen wir gerade jetzt überall dort, wo Fachkräfte fehlen: vor allem auf den Flughäfen, in Krankenhäusern und Werkstätten.“ > Jou, ist schon klar: „vor allem auf den Flughäfen“! DESHALB müssen nun ja auch noch 2000 weitere Türken für den Gepäckbereich ins Land geholt werden weil sich unter den 2 Mio. ins Land und in die Sozialsysteme gefluteten -vor allem muslimischen und afrikanischen- „Fachkräfte“ niemand finden läßt der z.Bsp. einen Koffer vom Gepäckwagen aufs Transportband umlegen kann. Warum -auch- hier ein „WELT-Qualitätsjournalist“ dann nicht mal bzgl der 2 Mio ins Land gefluteten und… Mehr

Innere Unruhe
1 Monat her
Antworten an  Manfred_Hbg

Jetzt,wo wir wissen, dass Frauen und Männer gleich sind und Ukrainerinnen arbeiten dürfen….
Wären sie nicht prädesteniert dafür, die Koffer zu wuchten?
In der traditionellen Welt, wo Männer und Frauen andere Stärken haben, wäre das absurd, aber in einer Welt ohne Unterschiede – voller Gleichstellung und Gleichberechtigung – ist es ein NoGo, nur Männer für eine solche Aufgabe rekrutieren zu wollen.

Nriedrich Fietzsche
1 Monat her

„Fazit: Kaum jemand in Deutschland ist derzeit mit der Integration von Zuwanderern wirklich zufrieden.“ Eine treffendere Formulierung: Die Mehrheit der Deutschen ist derzeit mit der Integrationswilligkeit von Migranten unzufrieden. Gut, dafür hätte man auch die eigentliche Frage dementsprechend gestalten müssen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Nach der Ansicht vieler Genossen, hat schließlich Deutschland dafür Sorge zu tragen, dass sich diese Menschen hier wohlfühlen und der Grund für die fehlende Integration ist dementsprechend beim Gastgeberland und seiner unzureichenden Bemühungen zu finden. Derweil frage ich mich, warum werden seit 2015 immer wieder die Parteien gewählt, die das zu verantworten haben und… Mehr

Jerry
1 Monat her
Antworten an  Nriedrich Fietzsche

Der letzte Absatz ist gut, das werden wir jetzt in Niedersachsen beobachten können. Wetten? Rot gelb grün glänzen derzeit auf Bundesebene durch Untätigkeit und völlig realitätsferne Pläne, liegen in den Umfragen aber angeblich weit vorn. Kann man glauben, muß man aber nicht. Ich bin, was „Wahlergebnisse“ angeht, mittlerweile sehr skeptisch.

Philokteta
1 Monat her

Was bezeichnet man denn nun genau als „Integration“?
Ich denke, Integration umfaßt mehr als nur einer Arbeit nachzugehen. Aber nicht einmal das ist gelungen.

Wilhelm Rommel
1 Monat her
Antworten an  Philokteta

„Integriert“ (aber sowas von!) sind natürlich die Hauptdarsteller folgender Szenerie: Niedersächsische Kleinstadt, darin ein orientalisches „Spezialitäten-Restaurant“ in Spitzenlage und mit irre teurem Interieur. Eine „dort schon länger lebende“ alte Schulfreundin – neugierig und vorurteilsfrei – betrat vor einiger Zeit die Lokalität mit ihrem „Schatz“. Sichtbar: Gähnende Leere, Sämtliche Tische „reserviert“ und im Hintergrund eine größere Gruppe augenrollender junger Männer des bekannten Phänotyps. Auf die Frage, ob man etwas zu essen bekommen könne, die barsche Antwort: „Sehen doch, alles rreserviert – kein Essen!!!“ Alle paar Abende dann die vorfahrenden schwarzen Luxuslimousinen, deren Insassen mit ihren Aktenköfferchen auf „Kurzbesuch“ vorbeischauen. Das sind… Mehr

Innere Unruhe
1 Monat her

Wieso bezeichnen Sie Asylanten und illegal gekommene ohne jegliche Papiere als Zuwanderer? Ein Zuwanderer wandert mit offenem Visir ein – mit dem Visum, dem Pass und klarer Absicht, sich in DE als Einwanderer niederzulassen. Die Migranten sind keine Zuwanderer. Keine, die ein Visum, Identität und einen Grund hatten, hier aufgenommen zu werden. Der einzige Grund dafür, dass sie hier sind, ist unsere Arroganz und die Annahme, Türken, Ungarn und Bosnier seien nicht in der Lage, Humanität zu zeigen. Ich erkenne keinen Grund, diese Leute als Zuwanderer zu bezeichnen und sie mit den echten Zuwanderern gleich zu setzen. Ebensowenig sehe ich… Mehr

giesemann
1 Monat her

Sehr gut gelungen: Die stärksten Gruppen innerhalb der Weißen sind US-Amerikaner mit deutschem Hintergrund. Das ist vielen hierzulande unbekannt und die Deutschen haben sich in den USA auch immer recht schnell angepasst. Die deutschsprachigen Einwanderer kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern wie Österreich, der Schweiz, Luxemburg, dem Elsaß und Südtirol. Es kamen ferner auch deutschsprachige Volksgruppen aus Böhmen, dem Balkan und Russland in die USA. Aus allen Provinzen und Regionen Deutschlands wanderten Menschen in das neue Land ein. Sie strömten aus viele Regionen wie etwa aus Bayern, Schwaben, Baden, Hessen, Pommern oder der Eifel in der… Mehr

Hannibal Murkle
1 Monat her
Antworten an  giesemann

Es kommen Zeiten wie die jetzige, wann übertriebene teutonische Anpassungswilligkeit sogar lebensgefährlich wird – manchmal braucht man etwas Widerstand. (War mal Thema eines TE-Artikels.) Möglichst gut austariert.

Last edited 1 Monat her by Hannibal Murkle
Donostia
1 Monat her
Antworten an  giesemann

Und haben Sie schon mal gehört, abgesehen von Einzelfällen, dass mit diesen Einwanderern ein Problem im Zielland entstand?
Also warum ist das dann nicht so bei den derzeitigen Migranten die nach Deutschland kommen? Kann es vielleicht sein, dass die eben nicht integrationswillig sind? Wie wollen sie jemanden in eine Gesellschaft integrieren der dies gar nicht will? Und wen er nicht will, ist er dann nicht automatisch ein Gegner dieser Gesellschaft?

Cethegus
1 Monat her

Alles komplett unerheblich, da hier nur Parteien ans Ruder kommen, die die Tore des Landes für das Prekariat der Welt sperrangelweit offen halten!
SO groß kann die Unzufriedenheit also nicht sein, da sie sich nicht aufs Wahlverhalten niederschlägt!

Ferengi
1 Monat her

Mit einem korrekten „Wording“ und dem passenden Frame dazu wird dann daraus eine gelungene Integration, was dann auch in den großen Nachrichtensendungen der Republik als Erfolg verkauft wird. Schade, dass es dazu keinen einzigen „Fakten Check“ gibt, der die Realität widerspiegelt.

Kassandra
1 Monat her

Wenn dieser Habeck uns die Energie kappt, wie von ihm und allen Grünen versprochen, brauchen wir nichts und niemanden mehr als „Fachkraft“ in dem Sinne, wie wir es bislang verstehen. Auch Krankenhäuser und Pflegeheime sind ohne Energiealternativen nicht betreibbar. Wenn der gelagerte Diesel für die Notstromaggregate nach 1 – 2 Tagen verbraucht ist, werden die Kranken nach Hause geschickt – und die, die nicht mehr gehen können, ihrem Schicksal überlassen. Deshalb sollte Scholz erklären, für was er diese besonderen „Fachkräfte“ aus aller Welt so dringend hier weiter einreisen und versorgen lassen will. Für die Niedersachsenwahl spricht Habeck zu den Niedersächsinnen… Mehr

Jerry
1 Monat her
Antworten an  Kassandra

Da habe ich auch was schönes: Ich war gestern im Telekomladen, eine Prepaid-Karte für mein Smartphone besorgen. Die für mich passende Variante beinhaltete 3Gb Datenvolumen, wobei der Verkäufer noch hinzufügte: „außer Sie sind Ukrainer, dann bekommen Sie 10Gb“. Weil ich das gar nicht glauben konnte, habe ich es zuhause nochmal gegoogelt: Stimmt tatsächlich. Nicht dass ich den Leuten das nicht gönnen würde, allerdings frage ich mich, was die Telekom meint wo bisher das ganze Geld hergekommen ist. Ich bin seit rund 40 Jahren Kunde der Telekom (bzw. deren Vorgänger) und meine Eltern vorher auch, da ist diese Ungleichbehandlung eine Frechheit… Mehr

Alfonso
1 Monat her

„Fazit: Kaum jemand in Deutschland ist derzeit mit der Integration von Zuwanderern wirklich zufrieden.“

Diese Feststellung ist völlig bedeutungslos.

Diese Umfrage ist nicht mehr als eine Umfragespielerei des Online-Umfrageinstitut Civey.