E-Auto-Prämien wurden massenhaft für Exportgeschäfte missbraucht

Die Bundesregierung hat mit ihren Prämien für den Erwerb von E-Autos die Elektromobilität im Ausland gefördert: Viele Tausend geförderte Autos wurden direkt nach der kurzen Mindesthaltedauer gewinnbringend ins Ausland verkauft. Erst eine Studie bringt das Wirtschaftsministerium zur Korrektur.

Die Förderung der Elektro-Mobilität durch die Bundesregierung hat offenbar ein weit verbreitetes Muster des Missbrauchs angeregt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat das nun zugegeben und gleichzeitig angekündigt, dagegen vorzugehen. Offenbar wurden viele mit einer staatlichen Prämie (bis zu 9000 Euro) in Deutschland gekaufte E-Autos unmittelbar nach der vorgeschriebenen Mindesthaltedauer von sechs Monaten im Ausland weiterverkauft. „Es ist nicht Sinn der Förderung, dass geförderte Autos nach Ablauf der Mindesthaltedauer regelmäßig ins europäische Ausland weiterverkauft werden und dies zu einem Geschäftsmodell für Händler und Käufer wird“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium nun gegenüber der WirtschaftsWoche. Nun arbeite das Ministerium an einer Anpassung der Förderung ab 2023. Die WirtschaftsWoche habe aus Kreisen des Ministeriums erfahren, dass die Mindesthaltedauer von sechs auf zwölf Monate verdoppelt werden soll. Wer vorher verkauft, muss die Prämie an den Staat zurückerstatten.

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Wie umfangreich die E-Mobilitäts-Subvention für solche verdeckten Exportgeschäfte ausgenutzt wurde, hat das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach untersucht. Die Forscher untersuchten dazu, wie viele neue E-Autos in Deutschland erstmals angemeldet wurden (Neuzulassungen) und wie viele E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sind (Fahrzeugbestand) – und dabei eine erhebliche Diskrepanz festgestellt: Während zwischen Januar und September 236.695 reine Elektrofahrzeuge neu zugelassen worden seien, habe sich die Elektroflotte in Deutschland nur um 207.435 Fahrzeuge erhöht. Fazit: „Entsprechend fehlen rund 29.260 Elektro-Pkw im Bestand.“ Diese wurden vermutlich zum großen Teil nach Ablaufen der Mindesthaltedauer ins Ausland verkauft.

Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass „der deutsche Staat die Elektromobilität im Ausland fördert“. Demnach „dürften allein im Jahr 2021 bis zu 240 Millionen Euro an staatliche Fördergelder für reine Elektrofahrzeuge nicht zweckgemäß verwendet“ worden sein.

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Kommentare ( 40 )

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Old-Man
3 Monate her

Nun sitzt einer als Minister in diesem Amt, der mit Deutschland nichts an zu fangen weis, wie er freimütig vor der Wahl umher posaunte.
Was soll sich da ändern?, höchstens, das die „Euronen“ direkt ins Ausland fließen können, um mal Fischer zu bemühen: „jeder Euro der nach draußen geht ist gut angelegt, Hauptsache die Deutschen haben ihn nicht mehr“ zumindest Sinngemäß.
Werde Ich mir irgend wann so ein „E-Ding“ kaufen?, nein, da hilft auch nicht das „Geldgeschenk“ , wenn, dann zahle Ich selber, und bestimme selber wieviel „Chemo-thermisch“ erzeugte PS Ich über den Asphalt „jage“!!.

Endlich Frei
3 Monate her

„Die Bundesregierung hat mit ihren Prämien für den Erwerb von E-Autos die Elektromobilität im Ausland gefördert: Viele Tausend geförderte Autos wurden direkt nach der kurzen Mindesthaltedauer gewinnbringend ins Ausland verkauft.“
Das ist doch nicht wirklich neu ? Es ist die gutmenschliche Naivität, die ständig solchen Irrsinn fördert. Gier und Tricksertum kennt die Regierung nicht.

RauerMan
3 Monate her

Die Förderung von E-Autos ist grundsätzlich oftmals mißbräuchlich, weil ungerecht.
Wer kauft hauptsächlich E-Autos? -Leute die es sich auch ohne Förderung leisten könnten, oder würden.,z.B. auch viele Zweit-oder Drittwagenbesitzer.
Normalvediener mit täglich höheren Kilometerleistungen scheiden aus.
Wo ist hier Gerechtigkeit für die Allgemeinheit und vor allem die so viel beschworenen „täglich hart arbeitenden Menschen“?
Staatliche Vorgaben oder Wünsche sind u.U. nicht kompatibel mit „Gerechtigkeit“.

Sabine Ehrke
3 Monate her

So geht Sozialismus.

Peter Klaus
3 Monate her

Ja ist doch voll toll, wenn auch Autofahrer in den Nachbarländern mithelfen, das Klima zu retten! Oder haben wir doch eine eigene Atmosphäre?

Endlich Frei
3 Monate her
Antworten an  Peter Klaus

„Oder haben wir doch eine eigene Atmosphäre?“
Ja klar. Für die Ampel ist Klima eine lokale Angelegenheit. Doch die deutschen Billionen für ein nicht messbares Ergebnis bei der Temperatur kann sich jeder Staat gutschreiben – und gerade deswegen so weitermachen wie bisher.

Mausi
3 Monate her

Eine Klage würde schon helfen. Hat bei Cum Ex dem moralischen Missbrauch ja auch ein Ende bereitet.

Aber dann bricht die tolle Verkaufs-Quote weg, nach der D ja schon voll aufs E-Auto umsteigt.

Als nächstes kommt ein Gesetz, dass Strom, der nicht „klimaneutraler“ ist, nicht mehr „verbreitet“ werden darf. https://m.focus.de/immobilien/bauen/noch-ein-verzicht-heizen-mit-holz-vor-dem-aus-das-wuerde-deutsches-heizungschaos-perfekt-machen_id_54065217.html

Was hätte D für all das verschwendete Geld schon an modernerer umweltfreundlicherer Spitzentechnik über unsere Steuern ins Ausland abgeben können, um ältere Technik zu ersetzen.

Last edited 3 Monate her by Mausi
alter weisser Mann
3 Monate her
Antworten an  Mausi

„Strom, der nicht „klimaneutraler“ ist“
Ja, der viele viele Ökostrom, den es gar nicht gibt. https://www.agrarheute.com/energie/stromversorger-schummeln-beim-oekostrom-mogelpackung-588448

Endlich Frei
3 Monate her
Antworten an  alter weisser Mann

Bei uns entscheidet beim Strom alleine der Preis.
Wir sind doch nicht wahnsinnig und fördern mit der irreführenden Metapher „grüner Strom“ die Zerstörung unserer Landschaften.

Ruhrler
3 Monate her

Und? Die ganze Energiewende beruht doch darauf das nicht überlebensfähige Industrien mit Millarden gepampert werden. Ohne die „Förderung“ würden sich doch nur Hardcore-Ökos Solaranlagen auf´s Dach pappen oder Windräder auf die Wiese stellen. Und ohne Förderung wäre (und ist) Öko-Hausbau praktisch unbezahlbar. Ausser natürlich für Leute die eh schon genug Geld haben und sich damit zusätzlich ein gutes Gewissen kaufen, bezahlt von denen deren Geld leider schon vor dem Monat zu Ende ist. Und die können sich auch mit 9000 € Staatskohle kein E-Auto leisten, schon gar nicht als Zweitwagen neben dem SUV.

Old-Man
3 Monate her
Antworten an  Ruhrler

Sie sprechen da etwas an, was absolut korrekt ist, „die“ lassen sich ihr „gutes??“ Gewissen wirklich von „Otto- Normalverbraucher“ bezahlen, denn jeder Cent aus irgend einem Fördertopf ist dem Steuerzahler abgeknöpft!.
Nun stelle man sich einmal die Frage, was der, der sich noch nicht einmal ein „normales“ Auto leisten kann, mit 9000Euro tun würde, sollte er/sie der Gerechtigkeit halber auch einmal etwas vom „Staat“, also von uns allen geschenkt bekommen!!.

EinBuerger
3 Monate her

dass „der deutsche Staat die Elektromobilität im Ausland fördert““:
Spielt das irgendeine Rolle, wo er sie fördert. Wenn sie gut ist, ist es doch gut, wenn sie überall gefördert wird?

egal1966
3 Monate her
Antworten an  EinBuerger

Ja richtig, besonders wenn der deutsche Steuerzahler dieses auch noch bezahlt.

Wie hieß es noch einmal: „Wir retten die Welt“ und „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“, auch wenn es den eigenen Untergang bedeutet….

powerage
3 Monate her

Bei der Menge an Mitarbeitern, sollte man meinen, dass da auch welche dabei sind, die die Auswirkung von Gesetzen kontrollieren und Fehlanreize schnell korrigieren aber das scheint denen egal zu sein. Es gibt viele Fehlentwicklungen, wie die explodierenden Kindergeldzahlungen ins Ausland, Finanzierung der Zweit- und Drittfrau in Berlin samt zahlreichem Nachwuchs durch die Angabe, Vater unbekannt, mit Hartz 4 und Wohnung, Anerkenung von weitergereisten anerkannter Asylforderer aus anderen EU-Ländern, aufstocken mit Hartz 4 durch den Gewerbetrick von EU-Armutszuwanderern, die Liste ließe sich endlos fortsetzen, aber wenn eben nur Ungelernte und ideologisch Verblendete an den Schalthebeln der Macht sitzen, dann muss… Mehr

Emsfranke
3 Monate her
Antworten an  powerage

Wenn an der Spitze der Organisationen nur noch das Mittelmaß sitzt, dann dürfen die, die die Spitze besetzen, sich keine Leute auf Versorgungsposten halten, die bauernschlauer sind, als sie selbst. An diesen Schaltstellen wird ein Kontrollapparat gebraucht, der regelmäßig Pech beim Nachdenken hat. Nur so ist es möglich, den von Ideologisten angeführten deutschen Staat mit großer Sicherheit vor die Wand zu fahren.

Last edited 3 Monate her by Emsfranke
Karl Schmidt
3 Monate her

Überraschung! Die grünen Nassauer haben keine Skrupel, ihre „Mitbürger“ auszuplündern. So zeigen sie, was sie unter Solidarität wirklich verstehen: den schamlosen Eigennutz.