Deutsche Bahn entschuldigt sich für schwarz-weiß-rote Anzeige

Eine Online-Anzeige der Deutschen Bahn sorgt für Empörung. Die Bahn entschuldigt sich sofort.

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Die Abstände und Zyklen der sozialmedialen Internetempörung werden immer kürzer. Oder liegt es einfach an der ganzen Welt, die sich einfach immer noch zu uneinsichtig, zu unsensibel, zu was auch immer zeigt und damit nunmehr jeden Tag gleich unerschöpflichen Anlass für immer mehr Empörungsstürme bietet.

Aktuell nimmt gerade die Deutsche Bahn eine Online-Werbeanzeige aus dem Programm und entschuldigt sich dafür ohne weitere Umwege unterwürfig mit den Worten: „Ganz klar: Hier ist uns ein Fehler passiert. Dass der Online-Banner so erstellt wurde, hätte nicht passieren dürfen. Die Ausspielung wurde unverzüglich gestoppt. Wir bedauern den Vorfall sehr und bitten um Entschuldigung.“

Der Vorfall offenbart nicht nur das geringe Zutrauen der Bahn in ihre eigene Corporate Identity, sondern auch das absurde Ausmaß der Hysterie der sozialmedialen Empörungsunkultur. Was hat es nun mit diesem Banner auf sich, das nicht hätte passieren dürfen? Die Anzeige hatte die Farbe rot als Hintergrund, in der Mitte eine kreisrunden weißen Ausschnitt. Und in dem stand in schwarzen Lettern die Werbe-Botschaft, in der auch „33 %“ vorkam.

Flaggenkundlich gebildete und offenbar höchst sensibilisierte Nutzer der Empörungsplattform Twitter nahmen dieses Anzeigendesign zum Anlass der Empörung. Nasir Ahmad beispielsweise twittert: „Die Deutsche Bahn – Nachfolger der Deutschen Reichsbahn, schaltet Werbung mit den Farben der Reichsflagge Schwarz-Weiß-Rot + „33 %“ (1933 war die Machtergreifung der Nazis)“. Ein anderer Twitterer schreibt nur: „Habe schon glücklichere Händchen im Grafikdesign erlebt, werte Reichsbahn.“

Anstatt nun aber die Empörten mit ihrer konstruierten Empörung allein zu lassen, oder ihnen mit dem Hinweis, dass die Anzeigengestaltung üblicherweise nicht flaggenkundlich motiviert ist, und Rot nunmal Unternehmensfarbe der Bahn (und Tausender anderer Firmen) ist, und Weiß aus nahliegenden Gründen der übliche Hintergrund der meisten Texte und Schwarz die übliche Farbe für gedruckte Lettern sei, reagierte die Bahn genauso, wie die Empörten sich das wohl erträumten.

Ob man nun im Marketing der Deutschen Bahn sämtliche Preise oder Ermäßigungen, die die Zahl 33 enthalten, korrigiert (Idee: erstere auf 34 anheben, letztere auf 32 absenken), ist nicht bekannt.

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