Der Westen muss sich wehren

Freiheit ist nichts Selbstverständliches.

Screenshot ARD Tagesschau

Die EM ist kaum eine Woche her, da kommt es in Nizza zu einem furchtbaren Anschlag, bei dem nach jetzigem Stand 84 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt wurden. Bei dem Täter soll es sich nach Angaben der hiesigen Medien um einen Franzosen tunesischer Herkunft handeln.

Wer einen Anschlag auf unschuldige Menschen begeht, die der Definition nach Landsleute sind – und das auch noch am französischen Nationalfeiertag, der ist nicht in Frankreich angekommen, nicht in Europa. Ein Terrorist, der nicht in der westlichen Wertegemeinschaft angekommen ist. Der nicht die geringste Ahnung von diesen Werten hat, der sie deshalb ablehnt. Der Individualismus, die daraus resultierende Selbstverantwortung, Toleranz und Freiheit an sich – all das scheinen in Anbetracht dessen Fremdworte, wurden nicht verinnerlicht.

Nein, Franzose sein, Deutscher, Spanier, Österreicher zu sein, hat in diesen Zeiten nichts mit der ursprünglichen Herkunft zu tun. Wer sich als Europäer definiert, wer hier lebt und vor allem nach europäischen Werten lebt, der ist auch Europäer. Wer dies nicht tut, bleibt hingegen, was er war, ungeachtet dessen welche Nationalität ein Pass ausweist.

Terror wächst im Schatten falscher Toleranz

All das, wofür diese Menschen stehen, ist zutiefst illiberal und hat mit westlichen Werten sehr wenig bis nichts gemein. Lange hat man Parallelgesellschaften geduldet, mitunter sogar gefördert, hat die Menschen ihr eigenes Süppchen kochen lassen. Der Mann aus Tunesien war kein bekannter Salafist, kein IS-Rückkehrer, kein Terrorverdächtiger. Er war einfach jemand, dessen Hass man im Deckmantel der Toleranz hat vor sich hingären lassen. Ein Hass auf den Westen, auf die „Kuffar“, die Juden, auf alle, die nicht an Allah glauben, den man tagtäglich auch hier auf den muslimischen Facebookseiten lesen kann. Der „zum guten Ton“ in vielen muslimischen Communities gehört und für den Maas und Co. keinen Sinn haben.

Dies gilt es zu erkennen. Die Möglichkeit der Integration in westliche Länder bei Muslimen bemisst sich am Grad ihrer Emanzipation von Religion und Kultur ihrer Herkunftsländer. Wer weiterhin Zufluchtsorte, Parallelgesellschaften unterstützt, statt Anpassung und vor allem Verinnerlichung der Werte des Landes, in dem man lebt, zu fordern, der setzt alle hier in Europa lebenden Menschen einer schwer zu kontrollierenden Gefahr aus. Der fundamentale Islam ist und bleibt die faschistische Ideologie des 21. Jahrhunderts. Sein politischer und kultureller Herrschaftsanspruch ist nicht durch die Religionsfreiheit gedeckt. Eine liberale Gesellschaft muss wehrhaft gegen Gegner der Freiheit und Toleranz sein, sonst verliert sie diese am Ende ebenso.

Der Anschlag am Nationalfeiertag der Franzosen, an einem Gedenktag an eine der bedeutendsten Revolutionen Europas, die einen der nachhaltigsten Wandel in der Geschichte dieses Kontinents einleitete, ist ein Angriff auf alles, wofür Europa steht. In ihm offenbart sich die tiefe Ablehnung einer Kultur und ihrer Menschen, mit denen man mitunter sein ganzes Leben Tür an Tür gelebt hat. Es offenbart, wie tief die Kluft zwischen Kulturen und Menschen ist.

Die Relativierer um die nächste Ecke

Relativierer werden dafür sorgen, dass man wieder keine ehrliche Diskussion über den fundamentalen Islam führen wird. Dass man auch Nizza zum Einzelfall von vielen erklären wird. Dass die Parallelgesellschaften unbeirrt weiter vor sich hingären können. Man wird weiter machen, mit dem Kampf gegen „Rechts“, gegen „Hetze und Hass“ im Netz, aber nur in eine Richtung, denn die Hetze und den Hass der Muslime möchten viele nach wie vor nicht sehen. Und so wird es weiterhin zumindest in Deutschland wahrscheinlicher sein, dass man für seine Islamkritik bespitzelt, auf Facebook gesperrt und verfolgt wird.

Nizza war eine erneute Kriegserklärung gegen die Freiheit, die Aufklärung und damit den Fortschritt. Wenn wir nicht langsam erkennen, dass Freiheit nichts Selbstverständliches ist, dass es das nie war und dass man sie gegen ihre Gegner verteidigen muss, dann steht zu befürchten, dass auch Nizza nur ein tragisches Ereignis bleibt, was wir mit der Zeit vergessen werden und das uns nichts gelehrt hat.

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