Demoskopische Signale: CDU und SPD weiter abwärts

Von CDU über SPD bis FDP sind die ganz alten Parteien der Bundesrepublik auf dem absteigenden Ast, ohne dass erkennbar wäre, dass dort jemand dagegen ernsthaft etwas unternehmen wollte.

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Bei TE pflegen die meisten Autoren bei Umfragen darauf hinzuweisen, dass diese ungeachtet ihrer Qualität im Einzelfall – im Selbstverständnis der seriösen Demoskopie selbst – immer nur Momentaufnahmen von Stimmungen sein können. Erst im Vergleich, den der Zeitverlauf bietet, lassen sich Entwicklungen erkennen, Trends. Wer seit geraumer Zeit die Momentaufnahmen auf www.wahlrecht.de verfolgt, kann sich vom Trend selbst überzeugen.

Die CDU ist dabei, unter die psychologisch wichtige 30-Prozent-Marke zu fallen (viele haben schon vergessen, dass diese Entwicklung dem seinerzeitigen Prozess des unter die 40-Prozent-Marke-Fallens folgt). Die SPD hat den Weg unter 30 längst hinter sich und ist dabei, nicht mehr über 20 zu kommen.

Allensbach zeigt die SPD noch bei 20, INSA bei 17. Die Reihenfolge CDU, AfD, SPD, Grüne, Linke, FDP zeichnet sich mehr und mehr ab.

Diese Reihenfolge – CDU, AfD, SPD, Grüne, Linke, FDP – spiegelt sich auch bei Allensbach für die EU-Wahl, wobei dort die SPD noch vor der AfD kommt – aber mit umgekehrten Vorzeichen bei den Veränderungen gegenüber dem letzten mal.

Für jemanden, der die Entwicklung der deutschen Parteien so lange beobachtet wie ich, ist es schon mehr als bemerkenswert zu sehen, dass Berufspolitker ihre negativen Eigenschaften nicht nur weitergeben, sondern dass jede neue Generation dieser Zunft diese negativen Eigenschaften noch verstärkt.

Ich denke nicht, dass Berufspolitiker generell nicht fähig wären, die Gründe für den Niedergang ihrer Partei zu erkennen. Sondern dass nur noch Berufspolitiker wird, wem das Mitnehmen seiner materiellen Vorteile so allein entscheidend ist, dass Eintreten für politische Korrekturen in der Politik ihrer Parteien für sie nicht infrage kommt. Mutig bescheiden stehen sie zurück nach dem Motto, irgendwer wird das schon tun und dann schließt sich die Masse dem tapfer an unter dem Bekunden, das sei schon immer ihre Meinung gewesen.

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Kommentare ( 171 )

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Wie sehr die „Altparteien“ mit Blindheit geschlagen sind, bringt dieser Artikel überdeutlich zum Ausdruck: https://www.publicomag.com/2018/07/spaetwochenrueckblick-der-untergang-der-spd-ein-tragoediensurrogat/ . Von dort ist nichts mehr von Belang zu erwarten

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Man kann es ganz simpel ausdrücken: Eklatanter Fachkräftemangel, exemplarisch aufgezeigt an der Substanz der Altparteien.

Geradezu zynisch ist es, dass die Politiker der Altparteien uns die überwiegend unqualifizierten „Schutzsuchenden“ als die neuen Fachkräfte schmackhaft machen wollten, Retter der Sozialsysteme …

Unfähige preisen also die Bildungsfernen als Bereicherung an.

„Sondern dass nur noch Berufspolitiker wird, wem das Mitnehmen seiner materiellen Vorteile so allein entscheidend ist, dass Eintreten für politische Korrekturen in der Politik ihrer Parteien für sie nicht infrage kommt.“

Ist doch prima, wenn sich die etablierten Parteien, insbesondere die vormaligen sogenannten Volksparteien aufgrund eines fortlaufenden Verfalls der Qualität ihres Personals und der daraus folgenden inhaltlichen Profillosigkeit und Entfremdung von den Bürgern sukzessive selbst abschaffen. Es dürfte nur gerne noch etwas schneller gehen.

Eine sehr treffende, auf dem Punkt bringende Schlussfolgerung. Sie schreiben Herr
Georgen:: „.. dass nur noch Berufspolitiker wird, wem das Mitnehmen seiner materiellen Vorteile so allein entscheidend ist, das Eintreten für politische Korrekturen in der Politik ihrer Parteien für sie nicht infrage kommt.“ Und wir, die Bürger bekommen das täglich präsentiert, vor die Augen geführt, so plastisch, so plakativ, wie wohl noch nie und sie denken, wir durschauen das Schmierentheater nicht..

Für die Mehrzahl unserer Politiker kommt eine normale Berufstätigkeit schon deshalb nicht in Frage, weil sie keinerlei produktiv verwendbare Fähigkeiten besitzen. Und für diese Leute ist dann ein warmes Plätzchen im Parteienstaat attraktiv genug, dass sie nicht auf dumme Gedanken (Reform!) kommen.

Alles schon lange gesagt, nur ändern tut sich nichts: https://www.welt.de/politik/deutschland/article13218624/Helmut-Schmidt-laestert-ueber-Politiker-ohne-Beruf.html „“Jemand, der in die Politik geht, ohne einen Beruf zu haben, kann mir gestohlen bleiben. Ich kenne leider mehr als genug von denen!“, sagte Schmidt, der auch Herausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“ ist, dem „Zeitmagazin“. Nur wenn Politiker gegebenenfalls wieder in ihren alten Beruf zurückkehren könnten, sei ihre Unabhägigkeit gewährleistet. Schmidt selbst ist Volkswirt und war vor seinem Wechsel in die Politik Amtsleiter in Hamburg. Anzeige Den Bundestagsabgeordneten stellt Schmidt insgesamt ein durchwachsenes Zeugnis aus. „Fleißig sind sie. Aber ihre Kenntnisse der Geschichte sind nicht ganz ausreichend“, sagte er. Zudem… Mehr

Ihr Kommentar…Leute die keinen Beruf erlernt haben und Betriebswirte leben nach dem Piepie Langstrupfprinzip : Ich mach die Welt wie sie mir gefällt.
Leute wie de Maizire, Kramp-Karrenbauer, und vor allen Dingen v.d. Leyen sind doch von der AfD eingeschmuggelt worden, damit die CDU unwählbar wird .
Daher bleibe ich bei meiner Forderung: Privatisierung der Bundesregierung sofort !