Die CSU-Landesgruppe im Bundestag drängt auf eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik: Mit dem Wissen über die Realität des Krieges in der Ukraine fordert sie, dass die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee Europas aufgerüstet wird - auch mit Hyperschallraketen.
picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
Auf der Klausurtagung der CSU im oberbayerischen Kloster Seeon soll eine umfassende sicherheitspolitische Agenda beschlossen werden, berichtet dazu die WELT. Das Papier trägt den Arbeitstitel „Seeon26″ und sieht eine weitreichende militärische Aufrüstung vor. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann betont darin den Führungsanspruch Deutschlands: Das Land müsse Verantwortung übernehmen, um gemeinsam mit den Bündnispartnern verteidigungsbereit und abschreckungsfähig zu sein.
Bundeswehr soll 100.000 Drohnen erhalten
Konkret fordert die CSU die Beschaffung und Entwicklung eines breiten Arsenals moderner Waffensysteme, trotz der bekannten Budgetprobleme Berlins: So sollen unter anderem weitreichende Marschflugkörper, bewaffnete Drohnen mit großer Reichweite sowie günstige, präzisionsgelenkte Lenkflugkörper beschafft werden. Auch die Entwicklung eigener Hyperschallwaffen wird gefordert. Ziel sei der Aufbau eines europäischen Bestandes konventioneller Präzisionswaffen, mit denen ein potenzieller Gegner auch tief im Hinterland getroffen werden könne.
Eine zentrale Rolle spielen dabei unbemannte Systeme. Aus den Lehren des Krieges in der Ukraine folgert die CSU, die Bundeswehr müsse zu einer „echten Drohnenarmee“ werden. Vorgesehen ist die Ausstattung mit mindestens 100.000 Drohnen. Deren Wirksamkeit soll durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz, vernetzte Führungsstrukturen sowie weltraumgestützte Aufklärung weiter erhöht werden.
Parallel dazu sollen Aufklärungs- und Abwehrfähigkeiten deutlich ausgebaut werden. Zum Schutz des deutschen Luftraums plant die CSU ein mehrschichtiges Raketenabwehrsystem nach dem Vorbild des israelischen „Iron Dome“ – mit mindestens 2.000 Abfangraketen.
Auch der maritime Raum rückt in den Fokus. Die Ostsee soll künftig durch Echtzeit-Überwachung nahezu lückenlos kontrollierbar sein. Vorgesehen sind großflächige Einsätze kostengünstiger, unbemannter Unterwasserdrohnen, die entlang kritischer Infrastrukturen patrouillieren und Sensornetze aufbauen, um Sabotageakte frühzeitig zu erkennen.
Einsatzbereitschaft der Bundeswehr eingeschränkt
Trotz des 2022 beschlossenen Sondervermögens von 100 Milliarden Euro sind viele Kernprobleme weiterhin ungelöst. Große Teile der Ausrüstung gelten als veraltet oder nur eingeschränkt einsatzbereit: Kampfpanzer, Hubschrauber, Flugzeuge und Schiffe fallen regelmäßig wegen Wartungsstaus oder fehlender Ersatzteile aus. Munition und Ersatzbestände reichen nach Einschätzung von Fachleuten vielfach nicht aus, um einen längeren, hochintensiven Konflikt durchzustehen.
Auch personell steht die Bundeswehr unter Druck. Die Truppenstärke stagniert seit Jahren bei 180.000 Soldaten und liegt damit unter den eigenen Zielvorgaben. Gleichzeitig altert das Personal, während Nachwuchsgewinnung und Bindung zunehmend schwieriger werden. Hinzu kommen bürokratische Hürden und langsame Beschaffungsprozesse, die selbst dringend benötigte Projekte über Jahre verzögern.
Zwar sind mit dem Sondervermögen wichtige Vorhaben angestoßen worden – etwa der Kauf moderner Kampfflugzeuge, neuer Funktechnik und schwerer Transporthubschrauber. Doch viele dieser Systeme werden erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts oder noch später voll einsatzfähig sein. Bis dahin bleibt die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr in mehreren Bereichen eingeschränkt.
Was die CSU bei ihren Forderungen nicht erwähnt: Das System der Abschreckung funktioniert bisher auch ohne zusätzlicher milliardenteurer Aufrüstung seit Jahrzehnten – Großbritannien und Frankreich könnten mehr als 515 Nuklearwaffen bei einem russischen Angriff auf Westeuropa zum Schutz der NATO-Grenzen einsetzen.

Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Ich weiß nicht, was die Bundeswehr damit soll. Es hätte schon viel gebracht, wenn sie mit ihren eigenen Fregatten umgehen könnten und verhindert hätten, dass, wer auch immer, die Pipelines gesprengt hat.
Die Beschaffung von Hyperschallraketen wäre eine konsequente Reaktion auf die weltpolitische Lage. Wir brauchen eine Abschreckung gegenüber Russland, um einen Angriff auf unser Land unmöglich zu machen. Der Ukrainekrieg hat gezeigt, dass nur Atomwaffen einen Angriff verhindert hätten. Diese hatte die Ukraine aber bei Auflösung der Sowjetunion (später GUS) an Russland zurückgegeben. Die atomare Abschreckung funktioniert ebenfalls für Israel und Nord-Korea. Wir haben zwar (noch) den atomaren Schutz der Nato, aber die Frage ist, ob die USA da noch mitziehen. Auf Frankreich können wir uns nicht verlassen und England könnte als einzig verbleibende Atommacht kneifen. Die Beschaffung von Atomwaffen wäre… Mehr
Endlich einen, wie auch immer gearteten, Frieden zu schließen wäre die beste Entscheidung und alles andere ist billigste Kriegstreiberei und Propaganda obendrein.
Zur CSU schreibe ich lieber nichts, außer dass ich mich als Oberbayer für diese Kindergarten-Truppe abgrundtief schäme und entschuldigen möchte.
Das passt ja mit den Sprengungen der AKWs nun gar nicht zusammen.
Bei den Bundesjugendspielen gibt es angeblich keine Verlierer mehr. Und diese Generation soll wehrhaft genug sein, sich gegen Russland und andere Regime durchzusetzen.
Wenn Putin die Handymasten lahmlegt, dann sind die doch völlig hilflos.
Kein Problem, einfach ein neues Sondervermögen herzaubern!
Über dieses oder jenes Waffensystem kann man nicht aus dem Ärmel geschüttelt diskutieren. Sicher ist, dass Deutschland das in jeder Beziehung größte europäische Nato-Mitglied ist und bleibt, die größte Volkswirtschaft ist und bleibt, und mit seiner industriellen Kompetenz auch für den notwendigen Ausbau der europäischen Verteidigungsindustrie eine Führungsrolle, die keineswegs Dominanz heißen muß, einnehmen sollte. Eine viel eigenständigere europäische Verteidigungsbereitschaft / Machtprojektion zur Abschreckung kann nur mit einem viel größeren Anteil an europäischem Material / Waffensystemen erfolgen. Prof. Sinn hat kürzlich beim Wirtschaftsbeirat der CSU einen interessanten Denkansatz für die Organisation einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft vorgetragen, der vertieft werden sollte.
Sie werden weitere Steuern erfinden um das alles zu finanzieren und zwar so lange, bis sich ein Volk mit souveränen Interessen meldet und diesen Haufen aus dem Bundestag wirft. Ob das Einheimische sein werden bin ich mir nicht sicher….
Im Land des Söder wird bald eine neue Steuer auf Leitungswasser und auf Abwasser eingetrieben.
Im erfinden von neuen „Abgaben“ sind die wirklich gut.
weshalb der Krieg in der Ukraine andauern muss: die Subventionen müssen weiter sprudeln.
Im Zwei plus Vier-Vertrag ist die Stärke der Bundeswehr geregelt und begrenzt auf maximal 370 000 Mann, ohne Atomwaffen und im Osten Deutschlands dürfen keine Natotruppen stationiert werden und nun solllen sie doch mal erzählen, wie sie mit dieser vertraglichen Vereinbarung wachsen wollen um zur stärksten Armee Europas zu werden, was sich ja auch über die logische Bewaffnung ergibt, denn maßgeblich sind am Ende die Hyperschallraketen mit Atomköpfen und die sind uns verwehrt. Demzufolge ist es lediglich ein Versuch der alten Großmannssucht, was die anderen bestimmt nicht gut heißen, denn ein starkes Deutschland könnte sich gegen alle richten und nicht… Mehr
bald ist Wahl in Bayern…..
Was nützen Hyperschallraketen wenn man sie nicht mit Kernwaffen bestücken kann?
Wir werden diese Superknallraketen mit unseren Politikern bestücken.
Da wird niemand mehr was riskieren! Die kriegen alles kaputt!