Corona-Spaziergänge halten an: Immer mehr wird auch Inflation und Preisexplosion Thema

Auch am Karsamstag demonstrierten Zehntausende bundesweit im Rahmen der "Spaziergänge". Nicht einmal die Ladesinnenministerien gehen von einem Ende der Proteste aus. Die Bewegung ist skeptisch, wie nachhaltig die "Lockerungen" sein werden - und findet neue Themen.

Seit mehr als 4 Monaten finden im gesamten Bundesgebiet „Spaziergänge“ gegen die Corona-Zwangsmaßnahmen statt. An ein Ende der Proteste ist nicht zu denken. Davon geht auch das sächsische Innenministerium aus. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst plädiert noch immer für die Einführung einer allgemeinen „Impfpflicht“ und Karl Lauterbach kündigte für den Herbst wieder große Einschränkungen an. Noch immer gilt die einrichtungsbezogene „Impfpflicht“.
Zudem fordern die Demonstrationsteilnehmer eine Aufarbeitung der Corona-Politik. Der Protest weitet sich auch zunehmend auf andere Themenfelder aus. Vor allem die Inflation spielt beim Demonstrationsgeschehen eine immer größere Rolle.

Aus diesen Gründen geht auch das sächsische Innenministerium von keinem Auslaufen der Corona-Demonstrationen aus. Vergangenen Montag versammelten sich im Freistaat nach Polizeiangaben 16.000 Personen. Das ist zwar ein gutes Stück vom Spitzenwert (rund 50.000 Teilnehmer) entfernt, jedoch noch immer eine enorme Zahl. Auch diesen Samstag waren im gesamten Bundesgebiet Zehntausende auf den Straßen.

Zu den Teilnehmerzahlen in Düsseldorf liegen ebenfalls noch keine Angaben vor. In den vergangenen Wochen stellte sich die Polizei stets auf 1.500 Demonstranten ein. Der gestrige Protest dürfte sich in einer ähnlichen Größenordnung bewegen. „Es reicht: Nein zum Impfzwang“ war bei dem Protest zu lesen außerdem waren viele Trommeln zu hören.

Auch durch Frankfurt am Main ziehen Woche für Woche Corona-„Spaziergänger“ durch die Stadt. Nach polizeilichen Angaben fanden sich 700 Teilnehmer zusammen, Teilnehmer sprechen allerdings von deutlich höheren Zahlen, auch die Bilder sehen nach weitaus mehr Teilnehmern aus. Der Protest in Frankfurt läuft regelmäßig unter dem Motto: „techno for freedom“. Passend dazu tanzten wieder Dutzende zu elektronischer Musik. Der Slogan „my body, my choice, my rights“ war zu sehen. Ansonsten waren zahlreiche Friedens-, Deutschland und auch Irland-Flaggen zu sehen. Die Demonstranten skandierten: „Für die Freiheit – auf die Straße“.

Der Protestzug am Mittwoch durch die Münchener Innenstadt war erneut gut besucht. Auch hier liegen keine Polizeiangaben vor, die Teilnehmerzahl dürfte aber deutlich im vierstelligen Bereich gelegen haben. Vor zwei Wochen versammelten sich in München 4.000 Bürger. Die Demonstranten forderten „Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung“.

In der bayrischen Landeshauptstadt wurde in der Vergangenheit besonders hart gegen Corona-Demonstranten vorgegangen. Regelmäßig wurden die Versammlungen durch umstrittene kommunale Allgemeinverfügungen verboten. Fanden die Proteste dennoch statt, wurden die Demonstrationen oft aufgelöst, die Teilnehmer erkennungsdienstlich behandelt und mit hohen Bußgeldern belegt. Auf Bild-Anfrage teilte das Münchner Kreisverwaltungsreferat nun folgendes mit: „Bislang sind 771 Personen diesbezüglich angezeigt worden. Mehr als 1200 weitere Anzeigen hat die Polizei noch zur Weiterleitung an die Bußgeldstelle angekündigt“. Und weiter: „Bis dato wurden 462 Bußgeldbescheide erlassen. In 75 Verfahren ist bereits Rechtskraft eingetreten“. Allein mit den rechtskräftigen Verfahren hat die Stadt 25.000€ eingenommen – inklusive Gebühren und Auslagen. In der Regel wurden Bußgelder in Höhe von 300€ festgesetzt. Doch selbst Bußgeldbescheide in Höhe von 3.000€ wurden ausgestellt.

Durch umstrittene Bußgeldbescheide erregte bereits das südwestliche Reutlingen Aufmerksamkeit. Die Stadt hat rund 500 Bußgeldbescheide, zumeist in Höhe von 150€, aufgrund der Teilnahme an einer nicht-angezeigten Demonstration ausgestellt. Rund 300 Personen legten Beschwerde ein. Wegen mangelnder Deutschkenntnisse wurde einem Afghanen die Strafe erlassen. Er könnte tatsächlich nicht gewusst haben, was in der Stadt vorging. Eine 18-jährige war dem Gericht zufolge lediglich Beobachterin des Protests. Dennoch muss sie ein Ordnungsgeld in Höhe von 50€ entrichten. Sie habe sich von der Versammlung nicht entfernt und damit das Demonstrationsgeschehen unterstützt. Zahlreiche weitere Verfahren wurden von dem zuständigen Amtsgericht vertagt. Es fehlte wichtiges Videomaterial und wichtige Zeugen wurden nicht vorgeladen. Vor allem aber erkannten die als Zeugen geladenen Beamten durchweg keinen der Angeklagten.

Trotz dieses rabiaten polizeilichen Vorgehens dürften sich auch diesen Samstag in Reutlingen wieder weit über 1.000 Personen versammelt haben. Behördliche Angaben liegen jedoch auch hier nicht vor. Die Demonstranten versammelten sich hinter einem Plakat auf dem „wir sind die rote Linie“ stand. „An alle Überlebenden frohe Ostern“ schrieben Teilnehmer auf ein Plakat und spielten damit auf die Aussage von Jens Spahn und Karl Lauternach an, dass am Ende des Winters die Nicht-Geimpften „geimpft, genesen oder gestorben“ seien. Die Mit-Organisatorin Michaela Brandner erklärte bereits die Proteste auch künftig weiterführen zu wollen. „ich habe so ein Bauchgefühl, dass die Spielchen im Herbst von vorne losgehen“. Die gelernte Pflegerin kann wegen der einrichtungsbezogenen „Impfplicht“ ihren Beruf seit Mitte März nicht mehr ausüben. „Freiheit“ skandierten die Demonstranten.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 33 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

33 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Aboriginal
1 Monat her

München wandelt sich wieder zu einer lebensfeindlichen Hauptstadt der Bewegung mit Bußgeldern für harmlos spazieren gehende Bürger und einer moralinsauren Haltung zum Feiern und Lustig sein. Da kannst Du nur hoffen, dass bei einer möglichen Wies’nabsage der Bürger aufwacht und nächstes Mal einen OB und eine Stadtregierung wählt die den Niedergang aufhalten.

elly
1 Monat her

Virologen einig: Lauterbachs Warnung vor dem „Killervirus“ entbehrt jeder Grundlage
Vor einer „Killervariante“ des Coronavirus warnt Karl Lauterbach – „hochansteckend“ und „so tödlich wie Delta“. Dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Grundlage. Im Gegenteil halten Virologen diese Entwicklung schon länger für „sehr unwahrscheinlich“.“ https://www.focus.de/gesundheit/news/so-toedlich-wie-delta-lauterbach-mahnt-doch-virologen-halten-killervarianten-szenario-fuer-unwahrscheinlich_id_85732997.html
beginnt langsam die Demontage Lauterbachs? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Andreas aus E.
1 Monat her

Ich freue mich schon auf Spaziergang heute in Elmshorn. 18.30 Uhr am Rathaus, frisch und munter.

josefine
1 Monat her
Antworten an  Andreas aus E.

Ein Osterspaziergang: Vom Eise befreit sind Strom und Bäche!

ketzerlehrling
1 Monat her

Thema, neben Corona, Preisexplosion, sollte die Regierung werden. Diese sollte abgewählt werden und zwar schnellstens.

Morioon
23 Tage her
Antworten an  ketzerlehrling

Diese Typen hätte man gar nicht wählen dürfen. Ich frage mich welche Geisterfahrer diese Typen gewählt haben,. aber es ist wie 1933: Hernach wollte es keiner gewesen sein.

Hannibal Murkle
1 Monat her

„ Vor allem die Inflation spielt beim Demonstrationsgeschehen eine immer größere Rolle.“

Immer noch zuwenig – die Obrigkeit denkt womöglich, es störe uns nicht und die können sich alles erlauben. Meine Frau erzählte mir über Schlangen in Supermärkten und verzweifelte Panikkäufe zum letzten Mal zum alten Preis. Das kümmert aber Linksgrüne nicht, wenn es medial unsichtbar bleibt.

andreas donath
1 Monat her

Wir machen auch weiter in unserer hessischen Kleinstadt und trauen dem „Frieden“ nicht, solange die Politiker in trautem Einklang mit der Pharma-Industrie Böses im Schilde führen. Viele von uns sagen: Wir hören erst auf, auf die Straße zu gehen, wenn die Schuldigen bestraft sind. Und gestern haben wir sogar einen ordnungsgemäß als solchen angemeldeten Ostermarsch veranstaltet, einen bürgerlichen Ostermarsch, keinen linken. Auf unseren Plakaten war u.a. zu lesen, dass wir Waffenlieferungen verurteilen, auch solche an die Ukraine. Mein Lieblingsplakat: Kein Krieg – auch nicht gegen die eigenen Bürger! Und am morgigen Ostermontag steigt der nächste Ostermarsch in unserem „Biotop“. Ich… Mehr

Last edited 1 Monat her by andreas donath
twsan
1 Monat her

Stichwort „Preisexplosion“:

Nur ein einziges Beispiel, Grundnahrungsmittel Hartweizennudeln (500g im Discounter)
2018: 0,29
2019: 0,39
2020: 0,49
2021: 0,65
2022: aktuell 0,79, das Jahr ist aber noch lange nicht zu Ende…

In fünf Jahren eine Steigerung um 272%.

Rhetorische Frage: Wie fielen die Einkommenszuwächse in dieser Zeit aus?

TE-2000
1 Monat her
Antworten an  twsan

Zum ersten Teil Ihres Beitrages: Einen grossen Anteil daran hat das Verbot, maennliche Kuecken nicht durch Gas zu toeten (Julia Kloeckler CDU in 2020/2021, seinerzeit Agraministerin). Das macht sowohl Eier als auch Legehennen etwa doppelt so teuer. Eine Ruecknahme dies Verbots ist m. E. nicht mehr moeglich, da das Bundesverwaltungsgericht entschieden hat, dass Tierschutz schwerer wiegt als wirtschaftliche Interessen. Eine weitere Konsequenz dieser Vorschrift ist, dass Eier nun aus dem Ausland importiert werden muessen, um sich am Markt noch behaupten zu koennen. Gleichzeitig wird die Produktion in Deutschland reduziert werden. Somit steigt der Anteil am Preis fuer Logistik/Transport. Die Verteuerung… Mehr

Last edited 1 Monat her by TE-2000
Alfonso
1 Monat her

Jetzt ist es passiert:

Heute an Ostersonntag, am Fest der Auferstehung Jesu, wurde Lauterbach von Gott dem Herrn mit göttlichen Fähigkeiten ausgestattet:

Lauterbach warnt vor ABSOLUTER KILLERVARIANTE.
Ansteckend wie Omikron, tödlich wie Delta.
(Quelle: BILD)

Jetzt ist Lauterbach tatsächlich nicht mehr bei uns, er ist heute mit Jesu aufgefahren und schwebt hoch oben über uns, ganz nahe bei Gott, dem Allmächtigen.

TE-2000
1 Monat her
Antworten an  Alfonso

… und denkt dabei: Sei nah bei deinen Freunden, sei naeher bei Deinen Feinden. (Lauterbach ist im April 2021 aus der Kirche ausgetreten)

Tacitus
1 Monat her
Antworten an  Alfonso

Nein! Karl ist nicht aufgefahren, er hat keine göttlichen Fähigkeiten und er kennt namentlich auch keine Varianten, Mutanten, Eskalanten, Hypokranten, Dominösen oder Hypochäsen. Nein, Karl hat schlichtweg keine Ahnung!
Insofern können wir völlig tiefenentspannt dem ‚ach so schrecklichen‘ Herbst entgegensehen.
Aber, und das meine ich, bei allem Augenzwinkern, zutiefst ernst: es ist für mich völlig inakzeptabel, einen Herrn Lauterbach, also den Deutschen Gesundheitsminister, persönlich zu gefährden, anzugreifen oder vermutlich zu entführen. Das darf nicht unser Maßstab sein, auch wenn wir uns/ihm sachlich ‚die Dinge um die Ohren hauen‘!!!

josefine
1 Monat her
Antworten an  Alfonso

Er kommt allerdings wieder. Auch eine Art von Auferstehung.

Ede Kowalski
1 Monat her
Antworten an  Alfonso

„Karl Lauterbach redet jetzt von „Killervarianten“ und „Staatsfeinden“ . Der Mann radikalisiert sich. Er gehört in kein Kabinett und auch in kein Interview mehr, sondern in Therapie.“
J. Reichelt ehem. Bild Chefredakteur

pcn
1 Monat her

Ja, sie gehen weiter, die Demonstrationen. Ich bin dabei und werde mich auch durch Bußgeldbescheide nicht davon abbringen lassen. Mir war von Anfang an klar, dass Corona nur dazu dient, den gesellschaftlichen Umbau gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen; so wie ihn die Globalisten seit den 90er Jahren geplant haben.  Und dieser Matrix folgen die politischen Akteure willig aus opportunistischen Gründen. Energiewende, Ukrainekrise, Mobilitätswende, Verzichtsideologie bis hin zur Verarmung breiter sozialer Schichten erfordern ein Höchstmaß an Gehorsam und Untertanengeist. Unabdingbar ist, jeden Versuch Dinge zu hinterfragen, also seinen Verstand zur analytischen Kritik zu gebrauchen, schon im Ansatz zu unterbinden. Nach… Mehr

andreas donath
1 Monat her
Antworten an  pcn

Korrekt, und genau deswegen machen wir weiter, in unserer Kleinstadt mit zwei Spaziergängen jede Woche. Wir haben diese Brüder (und Schwestern) durchschaut, sie sollen sich an uns die Zähne ausbeißen!

Last edited 1 Monat her by andreas donath
TE-2000
1 Monat her
Antworten an  pcn

Auf welche Rechtsgrundlage werden die Bussgeldbescheide erlassen? Der Maskenzwan kann es doch nicht mehr sein, oder?

Ho.mann
1 Monat her

Der Spaziergang war schon immer für Gesundheit und Wohlergehen hilfreich. Als Innbegriff der „FREIHEIT“ hat er sich als mächtige Waffe im Kampf gegen die Staatsraison, die sich über das Glück der Bürger stellt, etabliert.
Kapitalfaschisten, die uns mit Hilfe ihrer korrupten Handlanger in Politik und Medien, in ihre „schöne neue Welt“ überleiten wollen, um für uns eine „bessere Zukunft“ zu gestalten, werden die friedliche Macht des Spaziergangs zur Kenntnis nehmen müssen.