Bayern will Impfstatus ukrainischer Flüchtlinge diskutieren

Der Corona-Impfstatus der zu erwartenden Flüchtlinge aus der Ukraine soll auf Antrag von Bayern bei der nächsten Gesundheitsministerkonferenz am Freitag diskutiert werden. Kein Witz.

IMAGO / CTK Photo
Ukrainische Kriegsflüchtlinge in Karlovy Vary, Tschechische Republik, 2. März 2022

Nein, es ist keine Überschrift aus einem Satire-Magazin und auch kein sarkastischer Tweet eines Kritikers der deutschen Corona-Politik: „Bayern will Impfstatus ukrainischer Flüchtlinge diskutieren“, meldet die dpa laut Presseberichten aus der bayrischen Landesregierung. Als ob deutsche Gesundheitspolitiker in diesen historischen Tagen des Krieges in Osteuropa unbedingt demonstrieren wollten, dass es sie und ihren Kampf gegen das Virus auch noch gibt.

Am Freitag also bei der Konferenz der Gesundheitsminister will man dann ernsthaft problematisieren, dass die aus der Ukraine kommenden Flüchtlinge wohl nur zu rund 35 Prozent mit einem in der EU zugelassenen Mittel gegen Corona geimpft sind – zumindest ist das die Impfquote dieses Landes, dessen Bürger nun wahrlich andere Sorgen haben.

Erstaunlich ist die Sorge der bayrischen Landesregierung auch, weil entsprechende Bedenken für Einwanderungswillige aus anderen Weltgegenden – die pauschal als „Flüchtlinge“ zu bezeichnen vielleicht angesichts der Flüchtlinge aus dem russisch-ukrainischen Krieg auch immer fragwürdiger wird – bislang von deutschen Gesundheitspolitikern nicht öffentlich problematisiert wurden.

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Kommentare ( 41 )

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Anne W
2 Monate her

Wie unsensibel und überflüssig! Kein Mitgefühl!
Kein mal kurzes Innehalten!

Diese meist Frauen und Kinder bangen um das Überleben ihrer Ehemänner. Väter und Verwandten …und der Impfschutz wird und sollte denen gerade vollkommen egal sein.

Mögen sich die Meisten ein anderes Asylland suchen, bevor die Unbarmherzigkeit des deutschen Impf-Fachismus über sie herfällt.

Last edited 2 Monate her by Anne W
Innere Unruhe
2 Monate her
Antworten an  Anne W

Hier stoßen wir an die Grenzen des Rechtsstaats – auch für Migranten sollen die gleichen Sicherheitsmaßnahmen hinsichtlich Corona gelten. Eigentlich noch mehr, denn was wissen wir von den Krankheiten,die mitgebracht werden können.
Wir sehen, dass die Härte den eigenen Bürgern gegenüber nicht in Bezug auf Ausländer in Not angewendet wird. Das ist das Rezept der Spaltung.
Anstatt nach SIEBEN Jahren ungeregelter Migration Quarantäne und Aufnahmezentren zu etablieren, welche nur jene verlassen dürfen, die tatsächlich bleiben dürfen, haben wir das Chaos wie bisher.
Der Deutsche Staat ist nur zu den eigenen Bürgern streng.

Anne W
2 Monate her
Antworten an  Innere Unruhe

Der Grossteil der Migranten, gerade Muslime, werden ermahnt, gebeten, aber nicht so bedrängt, erdrückt wie deutsche Ureinwohner.
Das stimmt.
Man lässt sie in vieler Hinsicht mit geschlossenen Augen gewähren.

Die gewollte und gelungene Spaltung mit Covid, wurde jedoch bewusst nur unter den Urdeutschen betrieben.
Weil das immer noch die grösste Bevökerungsgruppe ist!

Und nicht zwischen Deutschen, Migranten und Asylanten!!
Das traut sich dieses Regime dann doch nicht!

Last edited 2 Monate her by Anne W
Innere Unruhe
2 Monate her

Bei den eigenen Schulkindern und Bürgern Gruppendruck auszuüben, während man für die anderen Verständnis in der Not zeigt, ist zwar realistisch, widerspricht aber dem Gleichbehandlungsgrundsatz.
Es ist ein Dilema. Da wir ein Rechtsstaat sind, auf deren Gebiet Menschen hinsichtlich des Impfstatus gleich zu behandeln sind, muss das Thema diskutiert werden.
Entweder wendet man gleiche Moral auf eigene Bürger oder übt den gleichen Druck auf die Flüchtlinge aus.
Besser wäre, auch eigenen Bürgern gleiche Selbstbestimmung zu erlauben, wie man sie den Migraten und Flüchtlingen zugesteht.

Robert Tiel
2 Monate her

Was unterscheidet einen Migranten, Flüchtling coronamäßig vom deutschen Bürger..?!
Nichts. Darum gleiches Recht für alle und Abschaffung aller Corona-Maßnahmen.

Juergen P. Schneider
2 Monate her

So traurig wie es auch immer ist, richtig interessant wird es doch erst, wenn geflüchtete Ukrainer sich weigern sollten den deutschen Geßlerhut in Form der Spritze zu grüßen. Man wird den Geflüchteten sicherlich ein Angebot machen, das sie nicht ablehnen können. Auf die Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Fake-News-Sendern bin ich gespannt.

Stefferl
2 Monate her

Ich habe gestern einen Artikel gelesen, in dem sich Aktivisten darüber beschweren, dass an der ukrainischen Grenze die Menschen nach Hautfarbe durchgelassen werden sollen. Also purer Rassismus. Ja, man muß in einem solchen Krieg schon Prioritäten setzen und darf den Kampf gegen Rassisten nicht vernachlässigen.

Mausi
2 Monate her

Und niemand spricht über die WHO. Ich kann nur wiederholen: Die WHO-Definition Pandemie gehört auf den Prüfstand. Und die Vertragsvorbereitung zur „WHO-Impfung“ ebenfalls.

Und es stellt sich mir erneut die Frage, warum ich noch nicht gelesen habe, mit welchen Verträgen die „WHO-Pandemie“ D und andere Staaten bindet.

Olaf W1
2 Monate her

Ja, hier in Bayern gehen die Uhren eben anders! Darum sind die in der Wirtschaft hier so froh (und deshalb erfolgreich!) das „Zugereiste“ wie ich als Rheinländer hier die Defizite der heimischen Bevölkerung kompensieren. Diese Einheimischen verwirklichen sich jetzt eben in der Politik und das Ergebnis sieht man an jeder Ecke. Das ist leider alles auch keine Satire!

Stefferl
2 Monate her
Antworten an  Olaf W1

Nicht jeder Bayer findet das toll. Ganz im Gegenteil. Ich habe früher (bis einschließlich der Stoiber-Ära) mit Stolz und aus Überzeugung CSU gewählt. Die hat damals auch eine richtig gute Politik gemacht. Seit dem Putsch von Beckstein/Huber ist das nicht mehr der Fall. Und deswegen (und vor allem wegen Merkel) wähle ich seitdem nicht mehr die CSU. Nein, auch in Bayern stehen viel Einheimische nicht hinter diesem Schmarrn!

R.Baehr
2 Monate her

hm, die Ukrainer scheinen nicht recht informiert zu sein, denn in ein Land zu flüchten, wo beabsichtigt ist, das Recht auf körperliche Unversehrtheit auszuhebeln, ebenso wie in Österreich, und sie mittels Spritze Dingen auszusetzen, die man hier leider auch nicht mehr schreiben darf, kann doch eigentlich kein Zukunftsort für Ausgebombte sein oder doch?

Innere Unruhe
2 Monate her
Antworten an  R.Baehr

Bei den Arabern war es offenbar kein Problem, Ungeimpfte reinzulassen. Aber bei den Europäern….

R.Baehr
2 Monate her

so schlimm und tragisch das alles ist mit der Ukraine und Rußland für den Normalbürger ist, für die Verantwortlichen ist das scheinbar alles Nebensache wenn es um das Große und Ganze geht: eine Coronadiktatur ohne Wenn und Aber zu installieren und die Furcht vor dem Virus hoch halten. Oder wie kann es sonst sein, das der Wiener Bürgermeister 3 38-Tonner in die Ukraine schickt mit Masken und sonstigem Zubehör für die „C“ Hysterie?? Tot und Zerstörung sind scheinbar Nebensache wenn es um die größte P(l)andemie aller Zeiten geht und die damit verbundenen Ziele der Mächtigen der Welt.

Gisela Fimiani
2 Monate her

Hier handelt es sich wahrhaftig um Kriegsflüchtlinge. Ihnen gegenüber stehen eiskalte Polit-Technokraten, für die das Wort Menschlichkeit keine Bedeutung mehr hat, denn sie treten die Menschenwürde der eigenen Bürger seit Langem mit Füßen, weil sie ihre eigene Würde für Macht und Posten von sich geworfen haben. Gewissenlose, denen das Gewissen beim Durchregieren im Wege stünde.

Innere Unruhe
2 Monate her
Antworten an  Gisela Fimiani

Auch wenn Sie Recht haben, so manövriert sich die Regierung in ein Dilema, indem man den Bürgern mit der Impfpflicht droht und mit Einschränkungen dragsaliert, während bei den anderen Ausahmen gemacht werden. Oder sollen die Ukrainer eingesperrt werden, um den Hygienemaßhahmen zu genügen?
Dies Diskussion hätte eigentlich mit dem Beginn der ersten Corona-Maßnahmen geführt werden müssen.
Über den Impfstatus von Irakern aus Belaurs wissen wir bis heute nichts. Was unterscheidet sie von den Ukrainern?

Gisela Fimiani
2 Monate her
Antworten an  Innere Unruhe

Darauf zielte mein Kommentar. Hören wir irgendetwas davon, wie mit den „Flüchtlingen“ umgegangen wird, die großer Zahl ins Land kommen? Ich vermute, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Darüberhinaus ist der staatliche Impfterror mit Nichts zu rechtfertigen.