Bauernaufstand wegen Kürzungen: Mit Traktoren gegen die Regierung

Es brodelte die vergangenen Monate immer weiter – jetzt steht der Kessel kurz vor der Explosion. Die deutschen Bauern rufen zur Mega-Demo in Berlin. Grund der Aufregung: die geplante Streichung der Agrardiesel-Subvention und der Kfz-Steuerbefreiung für die Landwirtschaft.

IMAGO / Müller-Stauffenberg
Bilder vom Bauernprotest in Berlin, Januar 2021

„Zu viel ist zu viel! Jetzt ist Schluss!“ Die Bauern machen jetzt mobil, werden am kommenden Montag vor dem Brandenburger Tor ein Zeichen setzen. Die Pläne der Bundesregierung, den Agrardiesel und die KFZ-Steuerbefreiung für die Land- und Forstwirtschaft zu streichen, sind es, die das Fass für sie endgültig zum Überlaufen bringen.

Teuerung bedeutet auch höhere Preise für die Verbraucher

Es erinnert an den Sommer 2022, als Bauern-Aufstände in ganz Europa zum Flächenbrand zu werden drohten. Seit dem hat sich die Situation für alle, die so hart tagtäglich für unser Brot arbeiten, nicht verbessert. Die deutsche Bundesregierung plant nun eben sogar weitere Kürzungen bei Subventionen und Steuerentlastungen. CDU-Politikerin Gitta Connemann sieht in den Plänen sogar einen Rücktrittsgrund für Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne).

Insgesamt sollen auf einen Liter Agrardiesel 81,89 Cent Abgaben gezahlt werden. Zusätzlich werden die Steuern auf Transporte (Mautgebühren) auf 16,9 Cent je Kilometer und die CO2-Steuer auf 45 Euro je Tonne Mineralöl erhoben, fasst die deutsche Seite Nius den Plan der Ampel-Regierung zusammen. Klar ist dabei freilich auch – geht es den Bauern schlecht, geht es uns allen schlecht. Dass diese nämlich die enorme Verteuerung auf die Kunden weitergeben werden müssen, ist angesichts der ohnehin schon knappen Kalkulation selbstverständlich.

Dieser Beitrag ist zuerst bei exxpress.at erschienen.

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Kommentare ( 114 )

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Paprikakartoffel
2 Monate her

Özdemirs Inkompetenz in Sachen Landwirtschaft hat mit seiner Herkunft wenig zu tun. Wie weit der sich übrigens vom Islamistenkuschler am Bosporus entfernt hat, hat er mit seiner Stellungnahme zum 7. Oktober 2023 bewiesen. Das, was Özdemir dazu sagte, hätte ich von den anderen auch erwartet (da kam aber mehr Gerumgeeiere).

swengoessouth
2 Monate her

Ich hoffe die Bauern haben viel Gülle dabei. Damit läßt sich viel anfangen.
Die Regierung wird wie schon bei den Corona Demos ihr Schläger vermutlich wieder von der Leine lassen und den Bauern einen herzlichen Empfang bereiten. Mal schauen ob wie in Holland letztes Jahr auch scharf geschossen wird.
Ich hoffe für die Bauern das die Polizei friedlich bleibt denn die Bauern sind ja keine staatlich geschützten Klimakleber.

Apfelmann
2 Monate her
Antworten an  swengoessouth

Ob Bauer oder Klimakleber, alle sollen gleich bestraft werden. Wer irgendwohin Gülle ablässt soll sich vor Gericht verantworten! Demonstrieren ist ok aber Straßen absichtlich blockieren oder verschmutzen ist kriminell!!!

Last edited 2 Monate her by Apfelmann
Waldschrat
2 Monate her
Antworten an  Apfelmann

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Mittel. Punkt.

AnSi
2 Monate her

Ja, liebe Leute, also auf, auf und mitgemacht! Wenn sich noch ein paar Tausend „Normalos“ den Bauern anschließen, könnte es doch gelingen, die Bundesdeppen zu entmachten! Die Bauern haben ihre Trecker und hoffentlich gefüllte Güllebomber dabei und damit können sie sich gut wehren und dem Volk „Deckung“ geben.
Haltet zusammen und holt euch euer Land endlich zurück!!!

Linus Pauling
2 Monate her

Diese Zahlen sollte man auch kennen:
Durchschnittliche Hofgrösse: 64ha
EU Flächenprämie 280€ pro ha
Gesamtsubvention: 17.360€
Dieselverbrauch: 200l pro ha im Jahr
bei 64ha sind das 12.800l
Agrardieselsubvention: 0,22€/l
ergeben Mehrkosten von 2.688€ pro Jahr, dadurch reduziert sich die Gesamtsubvention auf 14.672€ pro Jahr
Zur Erinnerung: aktuell liegt der durchschnittliche Milchpreis bei 0.58€. Die Bauern forderten vor Jahren ein Mindestpreis von 0,40€.

Andreas aus E.
2 Monate her

Dem Bauernpack muß endlich mal gezeigt werden, was Staatsmacht bedeutet! Fas niemand mehr erwirbt Lebensmittel beim Bauern. Man kauft im Supermarkt ein, hygienisch verpackt, und holt sich den Kram nicht mehr von Gummistiefelurschel, die durch den Schlamm zum Hühnerpferch latscht. Besonders widerlich ist mir so ein Altbauer hier in der Gegend. Der fährt eine Dieselschleuder, fast so alt wie ich,und hat noch die Frechheit zu behaupten, nachhaltige Nutzung eines nachhaltigen Produkts sei nachhaltiger als jährliche Neuanschaffung ökozertifizierter Ware nach neuester EU-Richtlinie auf Vorschlag der „Grünen“. Dem kaufte ich dieses Jahr zum letzten Mal Weihnachtsgans ab! Der diskriminiert ja nicht nur… Mehr

Hieronymus Bosch
2 Monate her
Antworten an  Andreas aus E.

Selten solch einen Schwachsinn gelesen! Ich kann mich nur an den Kopf fassen! Klar, wir kaufen lieber Obst und Gemüse, das tausende von Kilometern hergeschifft werden muss und das Unmengen an Wasser verbraucht! Und das Fleisch: Haltungsform 2, billig vom Discounter, Massentierhaltung ist ja kein Problem! Frei laufende Hühner und Schweine schädigen ja die Umwelt;Tiere artgereicht zu halten, könnte ja zu viel kosten! Wir schließen hier alle landwirtschaftlichen Betriebe und bauen darauf Solaranlagen, damit unsere E-Autos in Zukunft genug Strom haben und die Wärmepumpen funktionieren! Und nicht vergessen: Grün wählen, damit Özdemir weiterhin Landwirtschaftsminister bleibt!

Andreas aus E.
2 Monate her
Antworten an  Hieronymus Bosch

„Obst und Gemüse, das tausende von Kilometern hergeschifft werden muss“, ginge ja noch. Aber das kommt ja per Flugzeug aus Ländern, die hunderttausende Kilometer entfernt sind.
Jüngst las ich irgendwo, daß in den Gemüsetransportflugzeugen auch Schweine mitfliegen. Das Grunzvieh schnabbelt das Grünzeug unterwegs dann auf und das Flugzeug kehrt dann samt 360°-Wende heim, aber die Kobolde haben dann das frisch gemolkene Schweinespeck in erneuerbaren Wasserstoffnetzen gespeichert, dessen ist sich die Wissenschaft zu 111% sicher.

Schönen weiteren Advent! 😉

Paprikakartoffel
2 Monate her
Antworten an  Hieronymus Bosch

Ich glaube, das war ironisch gemeint…

Postmeister
2 Monate her
Antworten an  Andreas aus E.

Ich weiß ja nicht ob das Satire ist oder ernst gemeint. Aber ich kann nur sagen, das wir es lieben frische und gesunde Lebensmittel vom Hofladen beim Bauern zu holen. Aber auch der Bäckermeister wie auch der Metzger sind beim Einkauf erste Wahl. Nur die Dienge, die ich dort nicht bekommen, werden im Supermarkt gekauft.

Perlentaucher10
2 Monate her

Wieso Bauernaufstand? Der Verbraucher ist doch auch betroffen und nimmt das wie immer hin?

Turnvater
2 Monate her
Antworten an  Perlentaucher10

Ja, genau das wird der Verbraucher tun.

Der-Michel
2 Monate her

Auf der einen Seite bekämpfen die Woken Unkrautvernichter und auf der anderen Seite verteuern sie den Diesel um das durch den fehlenden Unkrautvernichter notwendige Umpflügen, sehr Dieselaufwendig, zu hintertreiben.

Armin Reichert
2 Monate her

Man wird ihnen wieder ihre Dieselsubventionen geben und dann geht’s weiter wie gehabt. Auf die Bauern ist kein Verlass, was einen Politikwechsel angeht, die interessiert nur der eigene Vorteil.

Paprikakartoffel
2 Monate her
Antworten an  Armin Reichert

Mag sein, aber wenn das alle mal so konsequent durchzögen, wäre längst Sense mit dem Geld-an-importierte-Nichtstuer-und-korrupte-Bananenstaaten-Verschleudern.

Jens Frisch
2 Monate her

„Kämpft mit uns!“
Das sind doch die gleichen Bauern, die mit den „Corona Leugnern“ nicht gesehen werden wollten…

Burkhard Minack
2 Monate her
Antworten an  Jens Frisch

Danke. Bei aller Zustimmung zur jetzigen wichtigen Bauern Rebellion, sollte das nicht vergessen werden!
Das Prinzip „Teile und herrsche“ müßte durchbrochen werden, sonst ändert sich nichts.
Mein Optimismus (65 Jahre Leben) hält sich jedoch in Grenzen.

Evero
2 Monate her

Ich frage: was haben Konsorten, die nur für fremde Interessen arbeiten, eigentlich noch hier verloren? Ach ja, nur die Geldströme umleiten in fremde Taschen. Ja, das machen die Globalsozialisten aus Deutschland gerne, damit es nur nicht den Deutschen nützt! Frage: Was machen die ehrlosen Globalsozialisten, wenn 2 Wochen keine Flieger fliegen können, z. B. wegen Vulkanstaub? Ja, dann kommen die Millionen Discountmarktkunden von den deutschen Weltmetropolen auch wieder einmal hinaus aufs Land mit Wölfen verseucht und nehmen sich, was ihnen nicht gehört. Bauer zu sein oder „Landarbeiter“ ist heute mehr denn je ein undankbares Geschäft. Warum nicht auch globalsozialistisches Bürgergeld… Mehr