Autobahnausbau: Die Grünen demonstrieren gegen ihr eigenes Vorhaben

In gravierenden Rodungsarbeiten für neue Windräder in den Wäldern der Mittelgebirge werden autobahnbreite Schneisen geschlagen, um Platz für Bauplätze für Windräder und Trassen für schwere LKW-Tieflader zu schaffen.

imago images / Hartenfelser

Heftige Proteste gegen den Ausbau der Autobahn A 49 von Kassel nach Gießen. Die Polizei schützt mit mindestens 50 Mannschaftswagen Rodungsarbeiten in einem kleinen Waldstück bei Homberg vor Demonstranten, im Dannenröder Forst tummeln sich »Besetzer«. In Bäume sollen Metallstifte getrieben worden sein, um ein Fällen zu erschweren. Dass damit Bäume beschädigt und ggf. auch zerstört werden, stört nicht.

In Berlin wollen die üblichen Verdächtigen heute einen »Trauerzug der toten Bäume« veranstalten. Lauthals verkündete Bündnis90/die Grünen: »Der Weiterbau der A49 ist verkehrspolitisch, umweltpolitisch und klimapolitisch falsch. Wir haben uns immer dagegen gestellt. Aber CDU, SPD und FDP haben die Autobahn über Jahrzehnte vorangetrieben.«

Wie sehr sich schon immer die Grünen gegen den Weiterbau der A49 gestellt haben, zeigt beeindruckend ein formvollendeter Antrag aus dem Hessischen Landtag, in dem von den Fraktionen der CDU und der Grünen deutlich zum Ausbau der A 49 aufgerufen wird: »Der Landtag ist sich der regionalen und überregionalen Bedeutung des Verkehrsprojektes A 49 bewusst und hält an einem Weiterbau unter der Voraussetzung, dass die finanziellen Möglichkeiten gegeben sind, fest«, heißt es staatstragend.

»Der Landtag hält fest, dass der derzeit sich im Bau befindliche Abschnitt Neuental/Bischhausen – Schwalmstadt auch vor dem Hintergrund der bereits errichteten Bauwerke zeitnah fertiggestellt wird. Danach ist für einen Weiterbau der A 49 erforderlich, dass die Teilabschnitte Schwalmstadt – Stadtallendorf und Stadtallendorf – A 5 bei Gemünden (Felda) rechtsverbindlich Plan festgestellt sind und die Finanzierung vollständig gesichert ist.«

Eine ausgebaute A 49 entlastet deutlich die geplagten Anwohner der Orte, durch die sich derzeit der Verkehr auf der Querverbindung Kassel nach Gießen windet. Deshalb heißt es auch in dem Antrag: »Bis die Rechtssicherheit gegeben und die Finanzierungszusage erfolgt ist, bittet der Landtag die Landesregierung des Weiteren, sich im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten für Maßnahmen zur Reduzierung bzw. Verhinderung von Schwerlastausweichverkehr auf den anliegenden Bundesstraßen einzusetzen.«

Eine Begründung sollte mündlich erfolgen. Dieser Antrag stammt aus dem Jahre 2014. Unterschrieben haben für die Fraktion der CDU der Fraktionsvorsitzende Boddenberg und – für die Fraktion der Grünen deren Fraktionsvorsitzender Wagner.
Mittlerweile haben die Grünen ihren Tweet wieder gelöscht.

Trefflich im Sinne einer gewissen Ernsthaftigkeit wären ähnliche Proteste gegen die gravierenden Rodungsarbeiten für neue Windräder in den Wäldern der Mittelgebirge. In die werden autobahnbreite Schneisen geschlagen, um Platz für Bauplätze für Windräder und Trassen für schwere LKW-Tieflader zu schaffen.

Es gibt also gute Bäume und schlechte Bäume. Ganz schlecht kommen Formeln »Wir haben schon immer …«, wenn man heute nicht mehr weiß, was man gestern gesagt hat.

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Kommentare ( 42 )

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42 Comments
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Ralph Baehr
11 Tage her

Nicht weit davon ist der Reinhardswald, dort planen und bauen die gleichen grünen Banditen Windräder ohne Ende und im Bundestag beschliessen sie die Windkraft sei von dringender nationaler Bedeutung. Was sind das anderes als Lügner, Heuchler, Betrüger und eine schamlose Selbstbedienungsbande.

Corvus
18 Tage her

Egal, was die „Grünen“ / Bündnis 90 2014 mit beantragten, heute geht es um Wählerstimmen für die BTW 2021. So einfach ist das!
Egal, welche Partei es ist. Verlogen sind sie alle und haben nur den Blick, auf ihren eigenen Geldbeutel und den eigenen Machterhalt.

FZW
18 Tage her

Ein Kommentar von mir, der genau auf diese Verlogenheit gezielt war, wurde von dem Znsurator der WELT leider blockiert 😉

RW
18 Tage her
Antworten an  FZW

das Problem kenne ich. Die Zensur dort ist mittlerweile extremst.

U.S.
19 Tage her

Vielen Dank an die TE Redaktion ! In meinem Politik Unterricht in der Schule erarbeite ich auch den „braindrain“ in Deutschland: Jahr für Jahr wandern ca. 175 – 200 Tausend deutsche hochqualifizierte Ärzte/ Dipl MINT / Facharbeiter / Handwerker aus: in die Schweiz, USA, Canada, Australien, Neu Seeland. Zwar kommen etwa 125 – 150 tausend Hochqualifizierte zurück – aber es bleibt ein beachtlicher Negativsaldo von 25 bis 50 Tausend (= brain drain). Für hochqualifizierte (!) Ausländer ist Deutschland schon lange nicht mehr die Nr. 1 im ranking der beliebtesten Immigrationsländer. Keine Sorge! RRG und GroKO importieren dafür Millionen Arme aus… Mehr

Gerhard Doering
19 Tage her

Templiner Gewässer für Jahre unerreichbar! Für (Interessierte) hier einmal ein Beispiel einer irren,mittellosen und phlegmatischen,sowie unterbesetzten Verwaltung mit überaus gutem Willen im Zusammenspiel mit anderen Ämtern. Nicht die Schildbürger meine ich,nein ich bin Wassersportler und es begibt sich täglich hier.Im Jahre 2016 begab sich ein Team des Wasserstraßenamtes Eberswalde mit Block und Stift, zwecks Schleusen Begehung zur Kannenburger Schleuse bei Zehdenick im Kreis Templin um deren technischen Zustand zu überprüfen.Es entging dem geschulten Team nicht das diese Schleuse(urplötzlich) baufällig ist und stellte den Betrieb umgehend ein,womit es gelang bis zum heutigen Tag die Stadt Templin,welche nun abgeschnitten war,vom Wassertourismus zu… Mehr

Manfred_Hbg
18 Tage her
Antworten an  Gerhard Doering

Zitat: „Im Jahre 2016 begab sich ein Team des Wasserstraßenamtes Eberswalde (………………………). Letzter Stand: Die Kannenberger Schleuse wurde zugeschüttet um erst…..“

> Ähm, wenn man bedenkt das wir schon hart auf 2021 zugehen, dann hat sich ja in den fünf Jahren seit 2016sehr viel an der Schleuse getan. (Sark off)

Wenn man auch von diesem Beispiel der „schnellen“ Behördenarbeit hört, dann wundert es auch so gar nicht mehr, wenn man sieht das z.B unsere Autobahnen jahrelang durch Baustellen versperrt und eingeengt werden

Lesermeinung
19 Tage her

Linksgrüne Lemminge maschieren immer gerne bei jeder Propaganda mit, der Wahrheitsgehalt tut da nichts zur Sache. Das sind die Kleingeister, die früher auch die Hakenkreuzfähnchen geschwungen hätten (wären sie damals schon geboren gewesen). Und wiederlegt man ihnen dieses Unsinn schwarz auf weiß, so läufg man Gefahr durch die Antifa wieder auf Kurs gebracht zu werden, gabs früher auch schon mal.

N. Schwalen
19 Tage her

Werter U.S., unsere GröKaZ hat alles vom Ende her durchdacht! Leider ist bislang nicht jedem bewusst geworden, dass mit „Ende“ das Ende Deutschlands gemeint war.

Satiriker Rueckert
19 Tage her

Merkt euch: wer Grün wählt, ist übermorgen arbeitslos! Wollt ihr das eurer Familie erklären?

Hannibal Murkle
19 Tage her
Antworten an  Satiriker Rueckert

Wie denn arbeitslos – ein Tweet zeigt bebildert das Ergebnis der Grünen Politik, durchaus mit Arbeit:

https://twitter.com/ReneMunch/status/1313004494251323393

Es war eine der Reaktionen auf diesen Tweet von Ziemiak:

https://twitter.com/PaulZiemiak/status/1312989485211283457

„… Die lebensfremden Spinnereien von #Habeck, @ABaerbock und Co. bedeuten nichts anderes als das Abkoppeln der Menschen im ländlichen Raum. Wir brauchen Planungsbeschleunigung statt grüner Baustopps für Straßen und Autobahnen. #Grüne #dagegenpartei …“

November Man
18 Tage her
Antworten an  Satiriker Rueckert

Mir sind einige Grünen-Wähler bekannt die sind gerne ihre Arbeit los.
Die finden Arbeiten als Belästigung.

Ali
18 Tage her
Antworten an  Satiriker Rueckert

@Satiriker Rueckert Sie irren und das wissen Sie auch.

Beweis: Wann war denn jemals einer in einem Gulag „arbeitslos“?

Lizzard04
19 Tage her

Leider organisieren sich fast nur die Falschen im Lande: Leute, die sich so geil finden, wenn sie mit religiöser Inbrunst den eigenen Wohlstands gerade auch für zukünftige Generationen dieses Landes verhindern oder dessen Grundlagen zerstören (das tatsächlich einzig Nachhaltige an der Grünen Bewegung) . Die Grünen sind mittlerweile die dümmsten Eiferer seit dem Mittelalter, als sogenannte Hexen und Ketzer noch auf dem Scheiterhaufen landeten. Ich hoffe, dass diese Wirrköpfe und Heuchler (Stichwort guter Wald, schlechter Wald) die ersten sind, die um ihre Existenz bangen müssen!

Lara
19 Tage her

„In Bäume sollen Metallstifte getrieben worden sein, um ein Fällen zu erschweren.“
Wenn die Kette der Kettensäge reißt kann ein unschuldiger Waldarbeiter dabei schwerst verletzt werden.
Aber was sind schon Menschenleben, Haupsache den Insekten geht es gut.