Der Ex-Chefredakteur der BILD geißelte die angeblich fremdenfeindliche Berichterstattung über eine migrantische Jugendgang in Potsdam. Dann holten ihn die eigenen Worte ein.
Screenprints via X - Collage: TE
Im Sommer 2015 erfand der damalige BILD-Chefredakteur Kai Diekmann zusammen mit Julian Reichelt die Parole und den dazugehörigen Ansteck-Button „Refugees Welcome“. Politiker wie der damalige SPD-Vorsitzende und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel trugen ihn am Revers, Medienleute und sonstige Prominente (Normalbürger eher nicht).
Im Sommer und Herbst 2026 überfiel eine vielköpfige Migranten-Gang in Potsdam private Feiern, prügelte drauflos und verletzten zahlreiche Menschen. CDU-Politikerin Saskia Ludwig benannte das sich ausgewachsene Gewaltproblem im TE-Interview mit Roland Tichy und Klaus-Rüdiger Mai:
Im Anschluss daran erschienen zahlreiche Artikel von Welt über Bild bis Focus etc., woraufhin sich Potsdams parteilose, Grünen-nahe Oberbürgermeisterin Noosha Aubel genötigt sah, diese Gewaltausbrüche anzusprechen, die Polizei bildete eine Sonderkommission.
Wie hängen diese Ereignisse zusammen? Durch eben jenen Kai Diekmann, inzwischen Berater, Medien-Irgendwas und Autor in eigener Sache („Ich war BILD“). Der ehemalige Chefredakteur geißelte auf X die angeblich voreingenommene und rassistische Berichterstattung über die Gewalt der Potsdamer Migranten-Gang
„Warum reden im Zusammenhang mit den Jugendbanden hier eigentlich alle von „Migranten“, „Refugees“, „Muslimen“ etc? In den
Verlautbarungen der Polizei, der Bürgermeisterin und anderen Behörden findet sich kein einziger Hinweis dazu“, schrieb der empörte Diekmann.
Damit postete er aus mehreren Gründen Unsinn: von „Refugees“ sprach im Zusammenhang mit dieser Bande niemand – denn der Begriff setzte sich trotz der BILD-Aktion nie im Sprachgebrauch durch. Zweitens gibt es massive Hinweise darauf, dass sich die gewalttätigen aus überwiegend arabischstämmigen jungen Männern rekrutieren. Das bestätigen übereinstimmend Opfer und Zeugen in ihren Aussagen. Auch die Polizei geht von nichtdeutschen Tätern aus. Und übrigens ein gewisser Kai Diekmann. Denn kein anderer als er postete ebenfalls auf X einen Hinweis auf einen entsprechenden Tagesspiegel-Artikel:
„MUST READ! „Am Wochenende kommt es zu einem kaum beachteten Gewaltakt in einer Berliner Villengegend. Eine migrantische Jugendbande aus Potsdam könnte für die Tat verantwortlich sein.
Anwohner haben Angst.“
— Kai Diekmann (@KaiDiekmann) October 2, 2026
Als ihm ein Nutzer vorhielt, dass er selbst eben noch von einer „migrantischen Jugendbande“ geschrieben hatte, erwiderte Diekmann:
„Habe ich mich wohl vertan….“
Er entschuldigt sich also beinahe, bezeichnet es aber mindestens als Fehler von ihm, etwas Korrektes geschrieben zu haben, das allerdings beim besten Willen nicht in sein naiv-törichtes Refugees-Welcome-Narrativ passt. Der Ex-BILD-Chef wusste schon 2015 – oder konnte es zumindest wissen – dass die Mehrzahl der Migranten damals nicht aus dem syrischen Bürgerkrieg kamen – sondern vom Westbalkan und aus Nordafrika. Sie flohen also nicht vor Bürgerkrieg und politischer Verfolgung, sondern reisten schlicht unter Berufung auf den Asylartikel, der aber nie für Einwanderung gedacht war, in die Bundesrepublik ein. Fast einhundert Prozent kamen damals auch nicht als „Schutzsuchende“. Denn sie hatten auf ihrem Weg zur faktisch aufgegebenen deutschen Grenze schon mehrere sichere Länder durchquert.
Ohne die moralgesättigte BILD-Kampagne, die einfach alle Asyleinwanderer unterschiedslos zu „Refugees“, also „Flüchtlingen“ erklärte, und alle Skeptiker zu „Fremdenfeinden“, hätte Angela Merkel die unkontrollierte Masseneinwanderung wahrscheinlich nicht oder nur sehr viel schwerer durchsetzen können. Die „Refugees“-Anstecker-Kampagne der größten deutschen Tageszeitung wirkte zusammen mit der Versicherung Merkels, die Personen aus Syrien würden nach dem Ende des dortigen Bürgerkriegs größtenteils wieder zurückgehen, mit der Behauptung des DIW-Chefs Marcel Fratzscher: „die Flüchtlinge werden die Renten der Boomer bezahlen“, mit der Versicherung aller möglichen von Medien als Experten präsentierten Figuren, die behaupteten, Asylmigranten wären nicht krimineller als Deutsche, und schließlich mit der Behauptung des damaligen Daimler-Chefs Dieter Zetsche, die Neuankömmlinge würden ein „zweites Wirtschaftswunder“ auslösen.
Sämtliche Prognosen erwiesen sich als falsch.
In seinem neuen Buch „Der Asylkomplex – wenn Steuergelder zur Beute werden“ beziffert der Autor Björn Harms allein die Unterbringungs- , Betreuungs- und Folgekosten der Masseneinwanderung von 2015 bis heute auf 400 Milliarden Euro.
Dass Asylzuwanderer bei Gewalttaten weit überrepräsentiert sind, lässt sich der Statistik des Bundesinnenministeriums entnehmen. Über die Sicherheit im öffentlichen Raum und das Sicherheitsgefühl belehren die Poller rund um Volksfeste und Weihnachtsmärkte jeden Bürger, der hinsehen will. Übrigens wurde gerade der lokale Karnevalsumzug in Köln-Zollstock abgesagt – weil die Veranstalter die Sicherheitsauflagen nicht mehr stemmen können.
Die Verantwortlichen für diese Zustände laufen heute vor ihren eigenen Parolen davon. Aber keiner dürfte sich in aller Öffentlichkeit so gründlich selbst demontiert haben wie Kai Diekmann.




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