Die aktuelle Reise des Bundeskanzlers und der Wirtschaftsministerin dürfte die deutschen Steuerzahler wieder einiges kosten: Friedrich Merz und Katherina Reiche sind Sonntagmorgen mit einem Sonderzug in Kiew eingetroffen - sie ignorieren damit die Warnungen Moskaus.
picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Kurz nach sechs Uhr am Sonntagmorgen kam der Sonderzug in Kiew an: An Bord waren Bundeskanzler Friedrich Merz, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmer aus Rüstung und Energie, darunter Christian Bruch von Siemens Energy, Sven Kruck von Quantum Systems und Gundbert Scherf von Helsing. Die Fahrt hatte laut n-tv am späten Samstagabend in Przemyśl begonnen, ein polnisches Sondereinsatzkommando war in den Waggons mit dabei.
„Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns“, sagte Friedrich Merz bei seiner Ankunft am Bahnsteig in Kiew. Er sei gekommen, weil die Ukraine in den kommenden Wochen dringend Unterstützung brauche: Bald beginne der fünfte Kriegswinter – und Russland bombardiere Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke. Wolodymyr Selenskyj werde er sagen, dass er weiter auf deutsche Hilfe zählen könne.
Aus Regierungskreisen heißt es, Merz wolle die baldige Lieferung Tausender Abfangdrohnen zusagen, gebaut bei Quantum. Diese Abfangdrohnen sollen gegen russische Kampfdrohnen mit Düsenantrieb eingesetzt werden. Parallel soll die Produktion weitreichender Waffen vorangetrieben werden, mit denen die Ukraine auch russische Nachschublinien hinter der Front angreifen kann.
Weitere 1,35 Milliarden Euro von Deutschland für die Ukraine
Für diese Vorhaben soll eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln freigegeben werden, weitere 350 Millionen Euro werden für die Reparatur und den Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke überwiesen. Dazu sollen Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit in Wirtschaft und Rüstung unterschrieben werden.
Nur wenige Stunden vor dem Besuch des deutschen Kanzlers hatte eine Attacke die Nördliche Brücke in Kiew getroffen. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von zwei Verletzten, die Fahrbahn und Oberleitungen seien beschädigt.
Friedrich Merz Merz steig trotzdem in den Sonderzug nach Kiew – es ist sein zweiter Besuch seit der Vereidigung und der vierte eines Bundeskanzlers seit der Invasion im Februar 2022. Olaf Scholz war zweimal dort. Merz kam im Mai 2025, vier Tage nach der Wahl zum Kanzler, mit Emmanuel Macron, Keir Starmer und Donald Tusk. Die vier forderten damals einen bedingungslosen Waffenstillstand.
Vor wenigen Tagen traf Deutschlands Außenminister Johann Wadephul Sergej Lawrow in New York, das erste bilaterale Treffen seit Jahren. Lawrow sagte danach, der Termin habe nichts Neues gebracht.



Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Mit der EU, der NATO, den europäischen und amerikanischen Partnern abgesprochen?
Merz will – um seine Kanzlerschaft zu retten – den Krieg mit Russland.
Skrupelloser gehts nicht mehr.