Bei der Briefwahl erzielt die AfD weniger als die Hälfte der Stimmen im Vergleich zur Urnenwahl. Bei allen anderen Parteien ist die Abweichung kleiner und umgekehrt: Sie haben alle mehr Stimmen durch Briefwahl bekommen. Kann man von Manipulation ausgehen? Alexander Wallasch sprach darüber mit Rechtsanwalt Dirk Schmitz.
picture alliance/dpa | Jan Woitas
Briefwahl ist gegenüber der Urnenwahl schon ab Antragstellung maximal manipulierbar. Die Briefwahlauswertung in den 2.661 Wahlbezirken in Sachsen-Anhalt zeigt bei der AfD statistisch auffällige Abweichungen zur Urnenwahl, teilweise bis zu 63 Prozentpunkten. Das belegt noch keine Wahlfälschung. Nach Rechtsanwalt Dirk Schmitz müsste jedoch eine Strafanzeige erfolgen und ein Antrag bei der Landeswahlkommission auf Überprüfung sämtlicher Briefwahlauszählungen.
Alexander Wallasch: Sie haben eine Schnellanalyse gemacht und Ungereimtheiten bei der Briefwahl festgestellt. Ein politischer Gegner der AfD könnte sagen: Das war erwartbar.
Dirk Schmitz: Erwartbar war der Protest. Die AfD selbst hat im Moment relativ wenig Grund selbst zu meckern. Mit 44,1 Prozent hat sie ein deutlich besseres Ergebnis erzielt, als auch viele AfD-nahe Stimmen prognostiziert haben.
Die Zahlen springen ins Auge: 51,20 Prozent hatte die AfD bei der Urnenwahl – aber nur 24,27 Prozent bei der Briefwahl. Ein Absturz um fast 27 Prozentpunkte. In einzelnen Orten ist die Kluft noch dramatischer: In Mertendorf stehen 63,2 Prozent AfD an der Urne nur 24,5 Prozent bei der Briefwahl gegenüber – eine Differenz von fast 39 Prozentpunkten. In Hedersleben sind es 62,9 zu 26,4 Prozent.
Die Zahlen zu Brief- und Urnenwahl lagen schon am frühen Morgen vor. Spricht das nicht zuerst für saubere und transparente Abläufe?
Sachsen-Anhalt ist ein kleines Bundesland, die Ergebnisse sind aus meiner Sicht sehr gut und sehr schnell veröffentlicht worden. Mit KI habe ich alle Wahlkreise durchlaufen lassen: sämtliche Urnenwahlergebnisse verglichen mit sämtlichen Briefwahlergebnissen. Eine komplette Auswertung. Das sind 2.661 Wahlbezirke.
Sieht man sich einzelne extreme Briefwahlbezirke an, liegen die Unterschiede bei bis zu 63 Prozentpunkten zwischen Brief- und Urnenwahl. Bei den großen Städten kann man das noch ein Stück weit erklären: In Magdeburg und Halle ist das linksgrün-woke Milieu stärker, und die haben deutlich häufiger Briefwahl beantragt.
Insoweit ist das, was ich festgestellt habe, keine gesicherte Wahlfälschung. Statistisch ist es aber so auffällig, dass eigentlich eine Strafanzeige erfolgen müsste und gleichzeitig ein Antrag bei der Landeswahlkommission auf Überprüfung sämtlicher Briefwahlauszählungen. Auch eine wissenschaftliche Überprüfung des Briefwahlergebnisses im Vergleich zur Urnenwahl – runtergebrochen auf den einzelnen Wahlkreis – ist erforderlich.
MdB Stephan Brandner (AfD) hat vor der Wahl gesagt, es werde einen Unterschied geben, weil die AfD ausdrücklich von der Briefwahl abgeraten habe.
Das mag so sein. Die Unterschiede sind im Vergleich trotzdem dramatisch. In Sachsen-Anhalt: 51,2 zu 24,27 Prozent. In Baden-Württemberg 2021 lag die AfD bei der Urnenwahl bei 22 Prozent, bei der Briefwahl bei 12,5 Prozent. In Nordrhein-Westfalen 2022: 6,9 zu 3,7 Prozent. Solche Vergleiche kann man fortsetzen. Dort liegen die Differenzen bei etwa acht bis elf Prozentpunkten. In Sachsen-Anhalt beträgt die Abweichung 26,93 Prozentpunkte.
24 zu 51 wirkt rechnerisch wie 4 zu 8. Warum soll das hier anders sein?
Weil das statistisch verräterisch ist. Je größer eine Grundgesamtheit, desto schwieriger ist eine solche Abweichung zwischen Urnen- und Briefwahl noch als „statistisches Grundrauschen“ erklärbar – anders als bei zwei, drei oder vier Prozentpunkten Ausgangsbasis.
Bei größeren Grundgesamtheiten müssten Abweichungen zwischen Brief- und Urnenwahl kleiner ausfallen. Ähnliches kennt man aus der Wahlstatistik: Hat eine Partei 4 Prozent, kann sie schnell bei 6 Prozent liegen. Die Abweichung beträgt nur zwei Punkte, wäre für das Ergebnis prozentual aber dramatisch mehr. Umgekehrt: Die AfD wurde zwischen 40 und 42 Prozent erwartet und hat rund 44 Prozent erzielt. Das ist eine relativ kleine prozentuale Abweichung. Beim BSW war die Abweichung zwischen Urnen- und Briefwahl mit 5,97 gegenüber 5,00 Prozent merkwürdigerweise wesentlich geringer.
Zwischen Prognose und Wahlergebnis der AfD lag nur eine kleine Lücke – von 41/42 auf 44 Prozent. Spricht das nicht gegen eine Fälschung?
Nur scheinbar. Noch einmal: Rechnerisch wären bei reinen Urnenwahlen 51,2 Prozent herausgekommen, nicht 44. Ich unterstelle, dass das Briefwahlergebnis strukturell immer etwas schlechter für die AfD ausfällt, weil ein bestimmtes Milieu zur Briefwahl geht. Dann wäre nicht die volle Differenz auf die gerechneten 51 Prozent der Maßstab, sondern eine niedrigere, erwartbare Abweichung, meiner Meinung nach von etwa vier bis fünf Prozentpunkten. Die wäre in Ordnung. Wir haben aber eine Abweichung, die dramatisch größer, meines Erachtens nicht befriedigend erklärbar ist.
Ziel der etablierten Parteien und ihres Vorfelds war es, eine absolute Mehrheit der AfD zu verhindern. Das hat funktioniert.
Es scheint punktgenau funktioniert zu haben. Ich will nicht hineininterpretieren, dass das ein Plan war – meiner Meinung nach das Ergebnis vieler kleiner Aktivitäten. Ich behaupte auch keine bewiesene Straftat. Statistisch deutet vieles auf Manipulationen hin. Jetzt müssen alle Wahlkreise ernsthaft überprüft werden, durchaus auch mit Unterstützung wahlstatistischer Forschungsinstitute.
Noch einmal: kein Beweis?
Ein Staatsanwalt würde von einem hinreichenden Tatverdacht sprechen, nicht vom Beweis der vollzogenen Manipulation. Diesen Verdacht sehe ich.
Wie soll man sich eine Manipulation in der Gesamtheit vorstellen? Eher als Schwarm – eine Art hilfreiche Hand gegen eine befürchtete AfD-Herrschaft?
Ich bin eher Anhänger der dunklen Schwarmintelligenz, nicht zentral gesteuerter Manipulation. Eine zentrale Steuerung hieße: nicht einer oder zwei Beteiligte, die sich kennen, sondern Hunderte oder sogar Tausende. Das halte ich in unserer immer noch relativ offenen Gesellschaft für unwahrscheinlich. Das käme heraus. Deshalb dunkle Schwarmintelligenz.
Wo wird die Briefwahl ausgezählt? Wie ist das organisiert?
Verkürzt, ohne die ganze Geografie von Sachsen-Anhalt vor Augen zu haben: Es gibt normale Urnenwahlbezirke. Daneben gibt es weniger Briefwahlbezirke. In Sachsen-Anhalt sind es 511 zu 2661 insgesamt. Mehrere Urnenwahlbezirke werden zu einem Briefwahlbezirk zusammengefasst. Eine kluge Auswertung müsste die jeweiligen Urnenwahlbezirke direkt mit dem zugehörigen Briefwahlbezirk – dem Konkurrenten oder Teilkonkurrenten – vergleichen. Dann wären genauere Aussagen möglich.
Unabhängig von der Aufregung direkt nach den Wahlen sollte etwas anderes bleiben: Früher war die Briefwahl das Modell für Menschen, die nicht in Deutschland waren oder so krank, dass sie sich nicht mehr zum Wahllokal bewegen konnten. Sie war eine zu begründende Ausnahme. Gemessen am Anteil der Briefwähler heute ist Briefwahl praktisch zu einer neuen Regelwahl geworden. Wir haben dazu bereits einiges veröffentlicht: Sie ist gegenüber der Urnenwahl schon ab Antragstellung maximal manipulierbar. Deshalb erscheint es sinnvoll, sie nicht abzuschaffen, aber auf das frühere übliche Maß zurückzuschrauben.
Müsste ein Briefwähler den Grund dann wieder angeben – mit Prüfung? Die Ausweitung geschah doch auch, weil die Wahlbeteiligung angeblich zurückgegangen war.
Die Gründe waren vielfältig. Einmal, um die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Schon damals war klar: Briefwahl ist anfechtbarer. Dass das keine Theorie von Rechtsanwalt Schmitz ist, sieht man daran, dass selbst das Bundesverfassungsgericht seit 1967 mehrfach ausdrücklich anerkannt hat, dass bei der Briefwahl Wahlfreiheit, Wahlgeheimnis und Öffentlichkeit der Wahl weniger stark institutionell abgesichert sind als bei der Urnenwahl. Die Briefwahl bleibe dennoch verfassungsgemäß, weil sie einem anderen Wahlgrundsatz dient: der Allgemeinheit der Wahl, also möglichst vielen Wahlberechtigten die Teilnahme zu ermöglichen. Das Gericht beschreibt dabei einen verfassungsrechtlichen Zielkonflikt: Auf der einen Seite steht die Allgemeinheit der Wahl – möglichst viele Menschen sollen wählen können. Auf der anderen Seite stehen Sicherstellung der Richtigkeit, Freiheit, Geheimheit und Öffentlichkeit der Wahl. Das Gericht sagt nicht, dass Brief- und Urnenwahl hinsichtlich ihrer Sicherungsmechanismen identisch wären. Bei der Briefwahl ist es den Wahlberechtigten weitgehend selbst überlassen, für die Beachtung von Wahlgeheimnis und Wahlfreiheit Sorge zu tragen – meinte das BVerfG. Und das steht nicht im Ruf von Schwurbeltheorien.
Das heißt für mich für eine verstärkte Legitimation von Wahlergebnissen: Rückbau der Briefwahl und massivere Sicherstellung des Briefwahlablaufes. Der Vorschlag der AfD Sachsen-Anhalt, „fliegende Wahllokale“ für Pflegeheime einzurichten, war ein erster sehr kluger Baustein.
Danke für das Gespräch!


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Die Frage ist doch, wie kann bei einer Nachprüfung Manipulation nachgewiesen werden ? oder bleibt es bei mulmigen Gefühle und Verdacht ? Das nützt aber nichts .
Der Vorschlag der AfD Sachsen-Anhalt, „fliegende Wahllokale“ einzurichten, war ein erster sehr kluger Baustein.Das gab es schon mal in der DDR
Kinners, das liegt daran, das AfD-Wähler klassischer Weise ins Wahllokal gehen, SPD- und CDU-Wähler machen stark von Briefwahl Gebrauch. Das ist bekannt und die Erklärung dafür. Wenn tatsächlich Wahlfälschung stattgefunden hätte, hätte die AfD keine 44% geholt. Einfach die Kirche mal im Dorf lassen.
Artikel 38 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG) legt unmißverständlich fest: „Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen & geheimen Wahlen gewählt.“ … Geheimhaltung ist bei Briefwahlen nicht gewährleistet. Deswegen sind Briefwahlen verfassungswidrig. Alles andere sind wieder irgendwelche juristische Scheininterpretationen.
Ich bleibe dabei: Die Briefwahl gehört verboten.
Wer es nicht ins Wahllokal schafft, hat größere Probleme!
Es gibt eine einzige (!) Auffälligkeit im Unterschied zw Brief- und Urnenwahl, die tatsächlich auf strukturelle Manipulation hindeutet. Und die betrifft die Grünen. Während nur 7,4 Prozent an der Urne für die Grünen stimmten, waren es mit 12,9 Prozent in der Briefwahl rund 75 Prozent mehr. Das ist unter Referenz auf alle wahrscheinlichkeitsmathematischen Methoden ein klarer Hinweis auf einen signifikanten Fehler. Diesen Fehler könnte ein struktureller Eingriff in die Abstimmungsarithmetik ausgelöst haben. Das ist der statische mathematisch-technische Aspekt. Wer aber zusätzlich die langfristigen Überzeugungen der klassischen Briefwählerschaft damit vergleicht, erkennt schnell, dass das Ergebnis geradezu im Gegensatz dazu steht. Ergo… Mehr
Wenn es Wahlfälschungen gegeben haben sollte, so wird dazu sicher nicht direkt von den Parteispitzen mit Rundmails oder Flyern aufgefordert worden sein.
(Besonders auffallend ist das Ergebnis der Grünen. Und das BSW gerade über der Hürde gelandet.)
Es sind eher wie so oft diese kleinen übereifrigen, sich selbst ermächtigenden „Demokraten“, die das allein oder in kleinen Gruppen bei der Auszählung machen könnten.
Siehe den Fall der 92 Jährigen Dementen, die gewählt hatte.
Auffallend ist die große Diskrepanz zwischen persönlicher Wahl und Briefwahl sicher!
Ich traue den ganzen Handlangern der erodierenden Parteien fast alles zu.
Nun ja, dass es bei der Briefwahlauszählung zumindest Aufälligkeiten gegeben hat, dass scheint isich n den von mir weiter unten auch in meinen Kommentar mit beigefügten Link zu bestätigen. So wird in den Beitrag gezeigt, dass sich in einer Stadt bei zwei Wahllokalen die ausgezählten Stimmen haargenau übereinstimmen und am gleichen sind. Und das ist dann vielleicht nicht grad überrachend, aber zumindest doch ein büttel merkwüdig.
Zwar traue ich den AfD -Hassern alles zu. Allerdings denke ich, daß gerade AfD – Wähler aus bekannten Gründen die Briefwahl vermeiden. Während insbesondere die Wähler des Linksblocks sicher sein können, daß ihr Votum korrekt erfasst wird. Was die Heimbewohner anbelangt: sind es nicht gerade die Älteren, die ihr Kreuz eben da hinsetzen, wo sie es schon seit Jahrzehnten machen? Und bei Demenzkranken dürfte es ähnlich sein. Zudem, nicht jeder Heimbewohner ist ohne Angehörige; eigentlich sollte man annehmen, daß eher diese „behilflich“ beim Ausfüllen sind als die Pfleger.
Ja, die Briefwahl, die muss es reissen. Aber: Wer ein anderes Ergebnis bei der Briefwahl erwartet hat, muss nach der ersten Hochrechnungen zu tief ins Champagnerglas geschaut haben (AfD Wähler). Wer auf ein schlechteres Ergebnis gehofft hat, muss sich jetzt mit einer Flasche Fusel trösten (Brandmauer Wähler)!
Die Briefwahl gehört definitiv abgeschafft. Warum? Weil ehrliche Parteien wie die AFD niemals so bescheissen würden wie der linksgrünversüffte Parteienblock. Ich habe es bei der Merzwahl mit eigenen Augen gesehen. Den Wahlzettel für die beiden alten Herrschaften, unsere Nachbarn, hat die Pflegekraft ausgefüllt und ihnen gezeigt wo sie unterschrieben müssen. Die Frau, nur noch 10 % Sehkraft und der Mann, nach der dritten Coronaspritze hatte er seinen dritten Schlaganfall, so wie nach jeder C-Spritze und ist seither schwerstbehindert. Das Wahlalter sollte auf 75 beschränkt werden, auch wenn der eine oder andere noch fit ist.. naja, dann dürfte ich also noch… Mehr
statt die Briefwahl abzuschaffen sollte man ehre einen kleine Allgemeinheitstest zur Deutschenpolitik, Geschichte und Kultur vorrausetzen bevor jemand zur wahl zugelassen wird, das würden wedern die Linken noch rechten mögen
Na, dass diese Wahl nicht ohne Merkwürdigkeiten, Auffälligkeien und dümmsten Kommentaren wie z.Bsp auch bei den linken Hetzern der Taz ablaufen, darauf hätte man eigentlich wetten und Gift nehmen können.
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HIER dann auch mal eine -wie ich meine- gute Zusammenfassung von den Auffälligkeiten und dummen „Texten“ von seit nach der Wahl….:
https://www.youtube.com/watch?v=3jSWxWbcn8k
Sciencefiles schreibt zunächst so: https://sciencefiles.org/2026/09/07/statistische-indizien-fuer-wahlbetrug-in-sachsen-anhalt/