Trump korrigiert die Falken in Europa: „Putin plant keinen Angriff auf das Nato-Gebiet“

Während bereits viele Menschen in Mitteleuropa die Kriegsrhetorik in Berlin beunruhigt, kommt nun ein Deeskalationsversuch aus Washington: US-Präsident Donald Trump meint, "wir haben eine Idee für den Frieden" - er schickt erneut ein Verhandlerteam nach Moskau.

IMAGO / ZUMA Press Wire

Donald Trump meinte am Freitag auf die Frage eines Journalisten, ob eine Sprengstoffdrohne auf Nato-Boden bereits ein Angriff auf die Nato sei: „Wir sprechen miteinander, ich kenne ihn sehr gut. Putin plant keinen Angriff auf das Nato-Gebiet.“ Mehr wollte der Präsident im Weißen Haus dazu nicht sagen, Details zur Drohnen-Causa nannte Trump auch nicht. Alllerdings kündigte Donald Trump an: Jared Kushner und Steve Witkoff reisen mit einem Vorschlag „zur Beendigung des Kriegs“ zuerst nach Moskau, dann nach Kiew. „Wir haben eine Idee für den Frieden“, sagte Trump. Es gebe „möglicherweise eine gute Chance“.

Nur drei Tage zuvor hatte die deutsche Bundesregierung die entdeckten Drohnen Russland zugerechnet. Am 4. August lag im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle eine präparierte Drohne zwischen ukrainischen Frachtmaschinen. Der Zünder versagte, laut offizieller Darstellung hätte dann ein Flughafenbus-Lenker die schwebende Drohne mit einem Karate-Kick zu Boden gebracht.

Innenminister Alexander Dobrindt sprach von einem hybriden Angriff nach bekanntem Muster, Außenminister Johann Wadephul kündigte Konsequenzen an: Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn, Ende des Abkommens für das Russische Haus in Berlin. Putin nannte die Beweise „platziert“. Die Nato-Führung stellte sich hinter Deutschland, die EU-Kommission sprach von einer neuen Eskalation auf Unionsterritorium.

Washington und Berlin gewichten denselben Vorfall offenbar verschieden, der US-Präsident hat die deutsche Darstellung nun öffentlich relativiert: Trump hält einen Krieg Russlands gegen die Nato für ausgeschlossen, während Deutschlands Bundesregierung in der Drohnen-Causa in Leipzig den Beweis sieht, dass Russland bereits auf dem Nato-Bündnisgebiet zuschlägt – hybrid und kalkuliert.

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Kommentare ( 104 )

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giesemann
15 Tage her

Russland hat in seiner Oblast Kaliningrad Raketen stehen, die schneller in Waschau, Berlin und anderen NATO-Städten sind als in Moskau. Die sollen sich mal nicht so haben, von wegen sie seien bedroht. Diese Psychopathen mit ihrer Herrschsucht. Unangenehme Zeitgenossen da im Kreml, leider.
Der Russe an sich ist ganz gemütlich.

giesemann
16 Tage her

Russland weiß genau, dass Europa, die NATO, nur eines von ihm will: Rückkehr in den NATO-Russlandrat. Putin dementiert zwar, dass er eine allgemeine Mobilmachung plant, aber er wird es dennoch tun: Nicht wegen der UA, sondern wegen China im Osten, seinem wostok. Die Geplänkel in der UA dienen nur dazu, die Chinesen davon abzulenken. Russland tut gut daran, im Westen Ruhe zu haben, denn China braucht Land, die Russen haben es – geraubt von China, schon zur Zarenzeit. Der unglaublich freche Name „Wladiwostok“* bezeugt dies – will heißen „beherrsche den Osten“. Könnte bald vorbei sein damit. Schaumermal. Die Russen sollen… Mehr

Kassandra
16 Tage her
Antworten an  giesemann

China nimmt ihm doch die Energie ab – die er in den Westen wegen Sanktionen nicht mehr liefern kann – obwohl sie dafür zahlen müssen.
Und statt dessen zusätzlich Energie teuer einkaufen müssen.
Die take&pay Verträge gelten noch bis 2030. Sanktionen hin oder her.

giesemann
16 Tage her
Antworten an  Kassandra

Wir werden sehen, China denkt da wohl langfristiger. Russland täte gut daran, den Westen nicht weiter zu verärgern, indem es Geld nimmt gegen Nix. Es ist an der Zeit, dass Russland als eindeutig europäisches Land endlich seine wahnhafte Westophobie sein ließe, das bringt denen nur Probleme. Vielleicht kann ihnen das Kiew beibiegen, schaumermal. Es gibt keine gute Zukunft für ganz Europa ohne Russland – und umgekehrt. Wer steckt das mal dem Kreml?

Simplex
17 Tage her

Was wäre, wenn ein Bundeskanzler mit seinem Aussenminister zu der Erkenntnis käme, dass Deutschland nicht 80% der Ukraineverteidigung auf Dauer stemmen kann. Beide würden sich den Kriegsverlauf der letzten 12 Monate ansehen und kämen zum Schluss, das auch der Ukraine nicht mit der Rolle des Dauerbombardierten geholfen sein kann. Und dann erinnern sie sich, dass Russland – dieser riesige Kontinent im Osten – unser Nachbar ist und bleibt. Der Kanzler denkt an das Energiedesaster, das Habeck-Graichen angerichtet haben, dass der Sozialstaat nur durch den Industriestandort aufrechterhalten werden kann, ebenso auch die Wiederherstellung der Landesverteidigung und der NATO-Verteidigung. Der Kanzler blickt… Mehr

Last edited 17 Tage her by Simplex
Kassandra
16 Tage her
Antworten an  Simplex

Die sollten sich lieber mal besinnen, weshalb sie das überhaupt stemmen wollen – denn weder über die NATO noch über die EU gibt es einen Bündnisfall – und mein Gedanke, dass dort für die Umma Land gewonnen werden soll und sich deutsche Kanzler deshalb zu solchem Handeln gezwungen sehen wird noch nicht angenommen.
Ansonsten verbietet es sich für Deutschland rundweg, in irgend einer Art und Weise gegen die Russen vorgehen zu wollen – bedenkt man der Deutschen Vergangenheit. Zum Schämen, was da vor sich geht. Aber auf allen Ebenen.

Logiker
17 Tage her

Die russische Sicht – der russische Botschafter in Deutschland im Gespräch mit Benjamin Berndt – eine notwendige Geschichtslektion für die (West-)Deutschen:

https://youtu.be/Tlj7LbR_c6g

und die hinterfotzigen Gedanken von Merz zur Schließung des letzten Russischen Konsulats in Deutschland:

https://www.youtube.com/watch?v=h6QiWiF-ZVA

Die deutschen „Demokraten“ und Retter des Weltfriedens in der Ukraine leben einzig davon, dass es Informationen nur von einer Seite für den Michel gibt.

Last edited 17 Tage her by Logiker
Maja Schneider
17 Tage her

Der Eindruck verfestigt sich immer mehr, dass Selenski alles daran setzt, die NATO mit in den Krieg zu ziehen, dessen rasches Ende im April 2022 durch den Westen verhindert (an vorderster Front Boris Johnson) wurde und dadurch weitere Hunderttausende junger Soldaten auf beiden Seite geopfert wurden und viele Zivilisten auch ihr Leben verloren. Aber unser Bundeskanzler vertritt unbeirrt die Auffassung, für die Ukraine müsste möglichst noch mehr geopfert werden und erklärt Russland zum Feind Nr. 1, den es zu bekämpfen gibt, dabei ist jedes Mittel recht und vage Vermutungen werden kurzerhand zur Wahrheit erklärt. Das allerdings wird sich allerdings mit… Mehr

giesemann
16 Tage her
Antworten an  Maja Schneider

Der Russenschlächter im Kreml allein kann die Schlächterei beenden – so wie er sie allein begonnen hat. Weil die UA nicht mehr mit den Moskaurussen spielen will, schlechte Erfahrungen, gucksdu Golodomor/wiki. Zu Zeiten der SU war es schlicht verboten, daran auch nur zu erinnern, heute wird dieses Völkermords jährlich im November gedacht – in der Ukraine, versteht sich. So sieht die Sicht der Moskaurussen aus, bis heute, leider. Die Kiewrussen wissen das natürlich und wehren sich daher mit Händen und Füßen gegen diese „Sicht“.
Verweise auf meinen Kommentar weiter oben.

Donostia
17 Tage her

Einfach mal logisch denken. Was will Putin in Deutschland erobern?

die untergehende Automobilindustrie?die Umsetzung des Klimawahns lernen?die marode Infrastruktur erobern?Gendern lernen?72 Geschlechter kennen lernen?Den Rückbau von KKWs bestaunen?nicht integrierbare Kulturen in sein Reich integrieren?die Ergebnisse der PISA-Studie studieren?Inklusion lernen?Wie man seine Bodenschätze unwiederbringlich flutet?
Was zum Teufel könnte den Russen am Westen interessieren? Nennt mir bitte ein paar Punkte. Mir fallen keine ein.

Last edited 17 Tage her by Donostia
giesemann
16 Tage her
Antworten an  Donostia

Was zum Teufel könnte die Moskowiter an der UA interessieren? Überlegen Sie mal.

Kassandra
16 Tage her
Antworten an  giesemann

Die im Donbass sind Russen – und da stehen sie auch und verteidigen sie gegen UA.

giesemann
16 Tage her
Antworten an  Kassandra

Die in Kiew sind auch Russen – sagt Putin ständig. Was machen sie draus? Klar, Russen sind Russen, nicht gerade das Subtilste auf Erden. Wenn sie sich erledigt haben kann ich auch nichts machen. Hauptsache, sie gehen nicht gemeinsam auf uns los, wie früher. Dass die Deutschen mit ihrer Politik vom „Volk ohne Raum“ sowohl Ukrainer als auch Weißrussen vor den Kopf gestoßen haben ist Geschichte – ob das derzeit korrigiert wird? Wir beobachten das.

HS_1938
17 Tage her

Ein Geheimdienstler hat seinen Mund nicht um zu sprechen, sondern um den anderen mit Lügen zu manipulieren. Da hätte der grosse Donald bloss mal in sein eigenes CIA Ausbildungsprogramm schauen müssen um die Vertrauenswürdigkeit seines Gegenübers korrekter einzuschätzen.

BellaCiao
17 Tage her

Im EU-Parlament und ebenso in der deutschen Öffentlichkeit wird Trump nicht gehört. Vielmehr sieht man Trump dort doch in der Mehrheit geradezu als Verbündeten von Putin, was natürlich völlig absurd ist.

Nüchtern betrachtet müsste man verstehen, dass die US-Geheimdienste längst Anzeichen über etwaige Angriffspläne Russlands entdeckt hätten, sollten diese tatsächlich bestehen.

Stattdessen aber verfolgt die EU – unter deutscher Führung – die eigene Agenda stur weiter und verliert sich in ihren Großmachtsfantasien.

Last edited 17 Tage her by BellaCiao
Berlindiesel
17 Tage her

Soll hier wirklich wieder die Schallplatte der unschuldigen russischen Friedensengel gesungen werden? Macht Euch doch nicht lächerlich. Gerade WENN die Russen so wären, für was die vereinten germanischen Russizisten sie so lieben, werden sie keine sein.   Rußland ist nach über vier Jahren Krieg militärisch ausgemergelt. Zu größeren militärischen Operationen zu Land ist seine Armee nicht mehr in der Lage, dazu waren die Verluste zu hoch. Einen entscheidenden Durchbruch wie im Sommer 1944 am oberen Djnepr bekäme Russland heute und schon seit 2023 nicht mehr hin. Dafür spricht auch sein Rückfall auf einen eher terroristisch geführten Raketenkrieg gegen ukrainische Städte,… Mehr

Gerd55
17 Tage her

Sehr ungeehrter Herr Merz,
einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Ihnen und Trump ist: Trump redet auch mit seinen Gegnern.