Ist der Kapitalismus der Weg in den Abgrund – oder Motor für Wohlstand und Fortschritt? Wolfgang Herles stellt mit Kohei Saitos „Am Ende des Fortschritts“ und Rainer Zitelmanns „Zero Sum Mindset“ zwei Bücher gegenüber, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Zwei Weltbilder prallen aufeinander: Planwirtschaft und Wachstumsverzicht gegen Marktwirtschaft und Wohlstand.
Kohei Saito, der an der Humboldt-Universität zu Berlin promovierte und Mitherausgeber der Marx-Engels-Gesamtausgabe ist, zeichnet eine düstere Zukunft. In seinem neuen Bestseller „Am Ende des Fortschritts“ sieht der bekennende Marxist den Kapitalismus als zentralen Treiber kommender Krisen: Klimawandel, Ressourcenknappheit und gesellschaftliche Verteilungskämpfe drohten die Welt in eine Ära permanenter Notlagen zu führen. Seine Antwort: weniger Wachstum und eine neu gedachte Planwirtschaft.
Unterschiedlicher könnte Rainer Zitelmanns Buch „Zero Sum Mindset“ kaum sein. Darin widerspricht Zitelmann klar der These, dass reiche Menschen an allem schuld seien. Viele Menschen glauben an die Vorstellung eines „Nullsummenspiels“: Wenn eine Person gewinnt, müsse einer anderen zwangsläufig etwas weggenommen worden sein. Zitelmann widerspricht diesem Denken und sieht im Kapitalismus die Lösung.
Zwei Bücher, zwei grundsätzlich verschiedene Weltbilder.
Kohei Saito:
„Am Ende des Fortschritts: Überleben in den Ruinen des Kapitalismus“
Rainer Zitelmann:
„Zero Sum Mindset – Die Nullsummenfalle: Warum wir alle mehr gewinnen, wenn wir anders denken“






Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Von den jeweiligen Definitionen nicht nur dieser Begriffe abgesehen, von diversen Mischformen und dem Umstand, dass es auch im Kommunismus „Kapital“ gibt, bezweifle ich, dass uns diese Form der ( teilweise) vermeintlichen Gegensätze und Absolutsetzungen weiterbringen. Ähnlich wie die äusserst unscharfe und teilweise sogar falsche links/ rechts- Einteilung. Davon abgesehen halte ich wenig bis nichts von Ideologien oder besser Ideologisierungen. Das gilt für alle “ ismen“ und so auch für den Kapitalismus. Ich bezweifle auch, dass ein Wirtschaftssystem, das soll es ja wohl sein, Nation und Gesellschaft “ bestimmen“ , dass sich die Politik aus diesem System ableiten soll. Da… Mehr
Jetzt fällt er nicht mehr nur auf, jetzt schlägt er schon zu! Ein Teufelskerl!
Wieso sind die Bücher gegensätzlich?
Kapitalismus weiss, dass er die Wirtschaft nicht lenken kann. Dies geht aber nur wenn man Krisen akzeptiert. Versagen wird zu einer individuellen Schuld. Er bringt zwar einer Gesellschaft mehr Wohlstand , der aber ungerecht verteilt ist. Krisen sorgen dafür, dass die Firmen sich weiter optimieren müssen (Schumpeter´s Schöpferische Zerstörung)
Kommunismus will die Wirtschaft lenken und die Krisen vermeiden. Dies geht auf Kosten des Wohlstandes. Das man dafür jemanden (Reiche, Klassenfeind) die Schuld geben muss, ist doch menschlich
Die Realität liegt dazwischen. Es gibt Strukturen, die die Entwicklung des vollen Potentials in beiden Fällen verhindern.
Ich gehöre auch nicht grad zu den Hauptpreisgewinnern im Kapitalismus. Aber er ist mir weiß Gott zehnmal lieber als die Vorstellung, dass Pfeifen wie Klingbeil, Habeck, Reichinnek und Bas die ganze Wirtschaft führen und irgendwelche Kommissare und andere Systemschranzen mich direkt befehligen. Lieber in Freiheit kämpfen als im Zwinger gefüttert werden – mal pathetisch gesagt.