Gerald Grosz: „Ab nach Hause“

Gerald Grosz hat wieder zugeschlagen. Österreichs populärster Polit-Kolumnist legt ein neues Buch vor. Es ist ein doppelter Espresso zum Lesen, gewohnt spitz und eine brillante Argumentationshilfe gegen all die linken Anti-Patrioten.

IMAGO - Collage: TE
Die Systeme sind gekippt!

Bildungssystem, Justizsystem, Gesundheitssystem, Sozialsystem – alle kippen, alle implodieren uns unter den Händen weg. Und werden in der politischen Debatte in Frage gestellt. Jene politischen Kräfte, die durch Vorsatz und Fahrlässigkeit „mithalfen“, die solidarischen Gesundheits- und Sozialsysteme zu überlasten, weil man die Nachfahren aller Armutshäuser der Welt versorgen wollte, schreien nun laut nach längerer Arbeitszeit, Selbstbehalten im Gesundheitsbereich und weiteren Belastungen. Jene, die eine Politik der offenen Grenzen vertraten und das Bildungssystem überforderten, beklagen nun das Ergebnis und setzen wegen Platzmangels in den Schulen auf Containerklassen und eine qualitative Herunternivellierung des Lehrstoffes zulasten künftiger Generationen. Jene, die in ihrem Zuwanderungswahn alle Warnungen vor Schläfern und Kriminellen vom Tisch wischten, schlagen nun das Fußfesselsystem für Kriminelle vor, weil die Justizanstalten völlig überfüllt sind. Es war doch klar absehbar.

Das Buch der Stunde
Für eine Wende in der Migrationspolitik: Fakten auf den Tisch!
Nehmen wir das Gesundheitssystem. Seit 25 Jahren haben wir in unseren Spitälern und Gesundheitseinrichtungen gleichbleibende Personalstände, in manchen Fällen durch die Überalterung des medizinischen Personals sogar rückläufige. Mediziner fehlen uns, Pflegekräfte fehlen uns, erstere sind überarbeitet, letztere unterbezahlt. Verfügte Österreich im Jahr 2000 über ca. 8.200 Kassenärzte, sind es 25 Jahre später 8.236. Der Personalstand blieb in Wahrheit in der kassenärztlichen Versorgung vor Ort trotz Anstiegs der Wohnbevölkerung nahezu gleich. Die Wahlärzte hingegen haben sich in demselben Zeitraum nahezu verdreifacht. Letztere machen aber nicht die öffentliche Gesundheitsversorgung eines Großteils der Menschen aus, weil sich eben eine Mehrheit der Menschen keine private Versicherung leisten kann, um einen Wahlarzt in Anspruch zu nehmen. Die Aufblähung der Wohnbevölkerung durch gezielte Asyl- und Sozialmigration trifft also wieder jene Schichten der Gesellschaft, die es ohnedies schwer genug haben. Jene Privilegierten, die sich eine Zusatzversicherung leisten können, also finanziell bessergestellt sind, setzen auf private Gesundheitsversorgung und kommen mit dem gesellschaftlichen Umbau zumindest in den Ordinationen kaum in Kontakt.

Auch in Deutschland sieht es ähnlich aus. Der niedergelassene Bereich, also jene Praxen, die bisher die Erstversorgung von Patienten hauptsächlich zu bewältigen haben, ist rückläufig. Der Zuwachs von Wahlarztordinationen bleibt hingegen das beherrschende Thema. 1990 waren in Deutschland insgesamt 237.000 berufstätige Ärzte beschäftigt, im Jahr 2025 sind es sogar 437.000. Doch wo sind diese tätig? Ebenso ist da wie dort eine Ausdünnung des niedergelassenen Bereiches festzustellen, eine Flucht in Wahlarztordinationen nachweisbar. Dazu kommt die Überalterung der Ärzteschaft, deren berufliche Abgänge aus dem System durch Neuauszubildende nicht auffangbar sind. Das Gesundheitssystem kollabiert. Selbst mit dem Anstieg der Ärztezahl in den letzten 25 Jahren ist jene Situation nicht zu bewältigen, dass die Anzahl jener Menschen, die in unsere Länder geströmt sind und die teils keinen Beitrag zum solidarischen Gesundheitswesen leisten, einfach zu groß und damit logistisch und finanziell kaum zu stemmen ist. Sozialisten und Linke wie Progressive, die sich auf ihre Fahnen schreiben, das solidarische Gesundheitssystem quasi im Alleingang als größte Errungenschaft der Sozialpolitik des vorangegangenen Jahrhunderts „erfunden“ zu haben, sehen in dieser Entwicklung kein Problem, es wird einfach negiert, nicht angesprochen. Sozialdemokraten heften sich auf die Fahnen, das solidarische Gesundheitssystem quasi im Alleingang entwickelt und durchgesetzt zu haben. Jetzt stehen sie in erster Reihe der Zerstörer der eigenen Errungenschaft, da immer mehr niedergelassene Ärzte in die Wahlarztordinationen fliehen, weil sie sich den Druck einer immer „bunter“ werdenden Patientenschar nicht antun wollen. Ich habe einige Ärzte in meinem Bekanntenkreis, die allesamt in den letzten Jahren den Weg in die Wahlarztordination gegangen sind. Natürlich auch aus ökonomischen Gründen, da durch das finanzielle Ungleichgewicht in den Kassen eine existenzsichernde Tarifgestaltung für Ärzte fast unmöglich geworden ist. […]

Nachdem aber unsere Geburtenraten, wie schon erwähnt, im Keller der Lendenschwäche heimischer Männer gelandet sind, findet auch der in Zukunft errechnete Zuwachs nur wieder über Zuwanderung, Migration und Asyl statt. In Deutschland lag die Zahl der Einwohner, nicht der Staatsbürger, im Jahr 2014 bei 81,2 Millionen. Heute, Anfang 2026, sind es 83,5 Millionen. Auch die Deutschen haben im Anstieg ihres Bevölkerungsvolumens nicht die Geburtenstationen bemüht, sondern das deutsche Politestablishment glaubt, den Erhalt der Gesellschaft, der Volkswirtschaft, der Infrastruktur durch 2,3 Millionen zusätzliche „künftige Bundesbürger“ aus anderen Kontinenten zu stemmen. Ein fataler Irrtum, vor allem, wenn man dabei bedenkt, dass sich Deutschlands wohlstandserhaltende Systeme in Relation zum Bevölkerungszuwachs wie in Österreich kaum weiter entwickelt haben. Das Geschrei ist ebenso groß wie das Chaos: Das Gesundheitssystem funktioniert nicht mehr, die Gefängnisse sind überlastet, die Schulen kaputt. Das Wort Migration dabei in die öffentliche Debatte zu werfen, gilt in der deutschsprachigen Debattenkultur als einzigartiges Sakrileg. Wie kann man nur? Immer nur die Ausländer? „Habt Ihr keine anderen Sorgen?“, schallt es einem von den Lordsiegelbewahrern dieser Politik entgegen. Darüber darf nicht diskutiert werden! Das ist Rassismus! Das hilft nur der AfD oder der FPÖ. Ich schrieb in Merkels Werk bereits über die fatale Realitätsverweigerung der Vertreter des politischen Establish­ments aus niederen parteitaktischen Gründen. Das ist tödlich! Ebenso ist es schlicht verboten, die unter Druck geratenen Sozialsysteme mit der Zuwanderung in Verbindung zu bringen. Das gilt als Gotteslästerung in den Augen jener, die zugunsten einer neuen, modernen, woken und schlussendlich umgebauten, wenngleich auch identitätslosen Gesellschaft selbst den Bruch gelten der Regeln in Kauf nehmen. […]

Ohne Sicherheit keine Freiheit
Der Staat hat kein Recht auf Schwäche, er hat die Pflicht zur Stärke
Knapp 65 Prozent der Bürgergeldbezieher in Deutschland haben Migrationshintergrund. 60 Prozent der österreichischen Mindestsicherungsbezieher haben Migrationshintergrund, 44 Prozent sind Asylberechtigte oder Schutzberechtigte. In der Bundeshauptstadt Wien sind 71 Prozent der nicht-österreichischen Bezieher von Sozialhilfe Asylberechtigte oder subsidiär Schutzberechtigte. Mehr als 200.000 Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte waren 2024 im Jahresdurchschnitt in der Mindestsicherung bzw. in den Sozialhilfesystemen der Länder. Es ist kein Akt des Rassismus, sondern eher der Vernunft festzustellen, dass die Sozialtöpfe unserer Staaten dem ursprünglichen Zweck, jenen Menschen in schwierigen Verhältnissen zu helfen, die temporär nicht können, nicht mehr entspricht. Der Sozialbereich wurde in Masse zu einem Migrationsgeld, zu einem Lockmittel, zu einem Pullfaktor für die Migrationsbewegung. Diese Strategie kann man zumindest mathematisch legitim verfolgen, wenn genügend Migranten vorab in diese Systeme eingezahlt haben und genügend Migranten den Willen haben, am Arbeitsmarkt und nicht nur am Sozialsystem teilzuhaben.

Haben sie aber in großer Masse nicht. Denn die Erwerbsquote ist bei Zuwanderern aus Drittstaaten eben massiv geringer als bei sogenannten Einheimischen, als die man Menschen mit Staatsbürgerschaft unabhängig ihrer Herkunft bezeichnen kann. Das führt zu einer dauerhaften Belastung der sogenannten Umverteilungssysteme, von den Starken hin zu den Schwachen. Nun gilt von den Starken hin auch zu jenen, die es nur wollen, aber nicht brauchen. Und die, die es brauchen, bleiben größtenteils auf der Strecke. Das ist fatal, weil es jegliches Vertrauen in diese gewachsenen, durchwegs guten, wenngleich auch immer fehleranfälligen Systeme raubt. Politiker neigen dazu, nicht das System zu reparieren, sondern die Aufregung ob der anfallenden Schäden zu kalmieren. […]

Ich möchte nur kurz in Erinnerung rufen, was die Politik der zügellosen Migration der letzten elf Jahre bedeutet hat. Menschen trauern nach wie vor um Ann-Marie, um Yannis, um Philippos, um Mia, um Maria, um Leonie, um die Opfer vom Breitscheidplatz, von Solingen, von Magdeburg, von Aschaffenburg, um Rouven aus Mannheim, um den jungen Burschen aus Villach, um die Terroropfer von Wien, jene von Nizza, von Paris, von Madrid. Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere Hundert Menschen grausam umgebracht, Opfer von Mord und Totschlag. Nicht jeder Asylant oder Zuwanderer ist ein Mörder und nicht jeder der Täter hat Migrationshintergrund. Nein, beileibe nicht. Aber viele davon sind es und jeder Einzelne ist einer zu viel, wenn man bedenkt, dass konsequente, strenge Zuwanderungspolitik den tödlichen Ausgang des Experiments verhindern hätte können. Denn im Bereich der Migrantenkriminalität gilt der Zusammenhang zwischen der Politik der offenen Grenzen und dem persönlichen Schicksal von Opfern, das man verhindern hätte können.

Ich rufe diesbezüglich und der Vollständigkeit halber nochmals die grundlegenden Zahlen der Flucht nach Deutschland in Erinnerung, weil sie sich auch im Lagebild der Zuwandererkriminalität der deutschen Sicherheitsbehörden prominent wiederfinden. Was für die deutsche Polizei gilt, gilt für mich als Autor hoffentlich auch, ohne als rechtsextrem diffamiert zu werden. Im Jahr 2015 hielten sich bereits 969.000 Flüchtlinge in Deutschland auf. Im Jahr 2024 waren es 3.061.000. Die Hauptfluchtländer der transkontinentalen, der außerkontinentalen Flucht waren Syrien, Afghanistan, Irak und die Türkei. Die vielzitierten „unbegleiteten Minderjährigen“ sind statistisch nicht die stärkste Kraft, obwohl unsere Medien uns ja gerne anderes weismachen wollen. Das Hauptfluchtalter lag zwischen 30 und 40 und die Migranten waren hauptsächlich, wie zu erwarten, männlich.

Die Handlanger des politischen Islam
„Unterwanderung“: Wie der politische Islam Politik und Gesellschaft infiltriert
Knapp 900.000 Tatverdächtige von insgesamt 1,9 Millionen Tatverdächtigen waren Ausländer. Das ergibt eine Quote von annähernd 50 Prozent. Der Anteil von ausländischen Strafgefangenen lag im Jahr 2014 bei 24,4 Prozent und im Jahr 2024 schon bei 37,4 Prozent. 2025 berichteten die Landesjustizminister Deutschlands, dass die Belastungsgrenze der deutschen Justizvollzugsanstalten erreicht sei. Man erreiche eine Gesamtauslastung von 86 Prozent. In nackten Zahlen bedeutet dies ca. 60.000 Häftlinge in Deutschland, davon sind 22.440 Ausländer. Die Haft kostet für einen Häftling im Monat im Durchschnitt 6.200 Euro. Damit sind wir gleich bei 1,6 Milliarden Euro, die Deutschlands Steuerzahler zu löhnen hat, damit die Schattenseiten der zügellosen Migrationspolitik finanziert werden. Rechnet man diese Zahlen in die offiziellen Kosten der Migrationspolitik? Nein, natürlich nicht. Statt die ausländischen Straftäter in ihren Herkunftsländern die Strafe absitzen zu lassen, kommt der deutsche Steuerzahler für Zigtausende ausländische Straftäter in den All-inclusive-Anstalten der heimischen Justizverwaltung auch noch auf und wird über das wahre Ausmaß seiner Beteiligung, um die er nie gefragt wurde, hinters Licht geführt. Die Migrationskosten betragen jetzt schon weit mehr als die von „Experten“ prognostizierten 50 Milliarden Euro im Jahr. […]

Was alle europäischen Staaten eint, ist die Ausrufung der Bildungskrise. Und keiner traut sich, die Gründe zu benennen. Was das Ende dieser künstlich erzeugten Explosion unseres Bildungssystems ist, ist auch klar:
Mangelnde Bildung und mangelnde Bildungsabschlüsse münden in prekären Arbeitsverhältnissen, in mangelnder ökonomischer Freiheit und im schlimmsten Fall in derKriminalität. Der Grundstein dafür wurde gelegt, doch niemand ist bereit, diesen Unzustand zu sanieren. Die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch mangelnde Bildung in den nächsten Jahrzehnten zu tragen sein werden, sind ein eigenes Kapitel. Dies wird sich als Mühlstein eines einst mehr oder weniger funktionierenden Staatshaushaltes erweisen. Und wir sehen das Ansteigen der Defizitstände einzelner europäischer Länder auf sogenanntem Griechenland-Niveau in Lichtgeschwindigkeit. Alles, was in der Bildung nicht funktioniert, muss am Ende die gesamte Gesellschaft schultern. Denn was bedeutet es, wenn künftige Generationen über mangelhafte Bildung verfügen? Sie werden niemals einen freien und selbstständigen Platz in größtmöglicher ökonomischer Freiheit inmitten unserer Gesellschaft finden. Sie werden niemals in dem Ausmaß über die Qualifikation verfügen, dass sie einen wesentlichen Anteil am Funktionieren der
Gesellschaft problemlos beitragen können. Und ein Teil wird mangels Bildung im Sozialsystem verharren. Ein vergleichsweise geringer Posten im Verhältnis zum gesamten Ausmaß sind die Integrationskurse, die allerorts angeboten werden müssen. […]

Heute hat sich das Blatt gewendet. Denken wir beispielsweise an die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie prosperieren, das Wirtschaftswachstum geht durch die Decke. Studien haben sich damit beschäftigt, wie hoch die Nettokosten pro Person im Lebenszyklus durch Zuwanderung sind. Am geringsten sind sie durch Zuwanderung aus der westlichen Hemisphäre. Am teuersten, nämlich dreimal so teuer für unsere Volkswirtschaft, sind sie durch die Zuwanderung im Wege der Asyl- und Sozialmigration aus Afrika und dem Nahen Osten. Die Gründe sind hierfür vielfältig: eine andere Mentalität, eine andere Sozialisierung, eine andere Erziehung und eine andere Bildung. All dies ist schwer mit jenen Werten, die Europa ausmachen, kompatibel. Auch die These, wonach Zuwanderung zu einer Verjüngung der Gesellschaft führt, ist falsch. Zuwanderer werden selbst alt, der durchschnittliche Zuwanderer arbeitet größtenteils im Niedriglohnbereich, zahlt daher weniger Beiträge und Steuern, nutzt aber die Infrastruktur in demselben Ausmaß wie jener, der mehr in das System einzahlt, und bekommt am Ende auch eine Rente bzw. Pension. Um dieses Zuwanderungspyramidenspiel mit größtenteils unqualifizierten Migranten, also das fiskalpolitische Gleichgewicht, aufrecht zu erhalten, müssten in der nächsten Generation noch mehr Zuwanderer kommen, immer mit dem Makel, dass ein großer Teil der Zuwanderer für unsere Wirtschaftssysteme nicht geeignet ist und direkt in den Sozialsystemen landet. […]

Das reine Diskutieren dieser Ergebnisse der falschen Migrationspolitik ist zu wenig. Die Menschen wollen zur Befriedung ihrer Wünsche und zur Besänftigung ihrer Ängste konkrete Taten sehen. Sie wollen ihre Heimat zurückbekommen und wünschen all jenen, die sich nicht integriert haben, die das Wesen unseres Zusammenlebens zerstören, die die vielfältigen Systeme durch ihre ungebetene Anwesenheit ans Ende führen, schlicht: „Ab nach Hause.“

 

Gerald Grosz. Ab nach Hause. Leopold Stocker Verlag, Hardcover, 190 Seiten, Preis 22,00 €


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