Gerald Grosz hat wieder zugeschlagen. Österreichs populärster Polit-Kolumnist legt ein neues Buch vor. Es ist ein doppelter Espresso zum Lesen, gewohnt spitz und eine brillante Argumentationshilfe gegen all die linken Anti-Patrioten.
IMAGO - Collage: TE
Die Systeme sind gekippt!
Bildungssystem, Justizsystem, Gesundheitssystem, Sozialsystem – alle kippen, alle implodieren uns unter den Händen weg. Und werden in der politischen Debatte in Frage gestellt. Jene politischen Kräfte, die durch Vorsatz und Fahrlässigkeit „mithalfen“, die solidarischen Gesundheits- und Sozialsysteme zu überlasten, weil man die Nachfahren aller Armutshäuser der Welt versorgen wollte, schreien nun laut nach längerer Arbeitszeit, Selbstbehalten im Gesundheitsbereich und weiteren Belastungen. Jene, die eine Politik der offenen Grenzen vertraten und das Bildungssystem überforderten, beklagen nun das Ergebnis und setzen wegen Platzmangels in den Schulen auf Containerklassen und eine qualitative Herunternivellierung des Lehrstoffes zulasten künftiger Generationen. Jene, die in ihrem Zuwanderungswahn alle Warnungen vor Schläfern und Kriminellen vom Tisch wischten, schlagen nun das Fußfesselsystem für Kriminelle vor, weil die Justizanstalten völlig überfüllt sind. Es war doch klar absehbar.
Auch in Deutschland sieht es ähnlich aus. Der niedergelassene Bereich, also jene Praxen, die bisher die Erstversorgung von Patienten hauptsächlich zu bewältigen haben, ist rückläufig. Der Zuwachs von Wahlarztordinationen bleibt hingegen das beherrschende Thema. 1990 waren in Deutschland insgesamt 237.000 berufstätige Ärzte beschäftigt, im Jahr 2025 sind es sogar 437.000. Doch wo sind diese tätig? Ebenso ist da wie dort eine Ausdünnung des niedergelassenen Bereiches festzustellen, eine Flucht in Wahlarztordinationen nachweisbar. Dazu kommt die Überalterung der Ärzteschaft, deren berufliche Abgänge aus dem System durch Neuauszubildende nicht auffangbar sind. Das Gesundheitssystem kollabiert. Selbst mit dem Anstieg der Ärztezahl in den letzten 25 Jahren ist jene Situation nicht zu bewältigen, dass die Anzahl jener Menschen, die in unsere Länder geströmt sind und die teils keinen Beitrag zum solidarischen Gesundheitswesen leisten, einfach zu groß und damit logistisch und finanziell kaum zu stemmen ist. Sozialisten und Linke wie Progressive, die sich auf ihre Fahnen schreiben, das solidarische Gesundheitssystem quasi im Alleingang als größte Errungenschaft der Sozialpolitik des vorangegangenen Jahrhunderts „erfunden“ zu haben, sehen in dieser Entwicklung kein Problem, es wird einfach negiert, nicht angesprochen. Sozialdemokraten heften sich auf die Fahnen, das solidarische Gesundheitssystem quasi im Alleingang entwickelt und durchgesetzt zu haben. Jetzt stehen sie in erster Reihe der Zerstörer der eigenen Errungenschaft, da immer mehr niedergelassene Ärzte in die Wahlarztordinationen fliehen, weil sie sich den Druck einer immer „bunter“ werdenden Patientenschar nicht antun wollen. Ich habe einige Ärzte in meinem Bekanntenkreis, die allesamt in den letzten Jahren den Weg in die Wahlarztordination gegangen sind. Natürlich auch aus ökonomischen Gründen, da durch das finanzielle Ungleichgewicht in den Kassen eine existenzsichernde Tarifgestaltung für Ärzte fast unmöglich geworden ist. […]
Nachdem aber unsere Geburtenraten, wie schon erwähnt, im Keller der Lendenschwäche heimischer Männer gelandet sind, findet auch der in Zukunft errechnete Zuwachs nur wieder über Zuwanderung, Migration und Asyl statt. In Deutschland lag die Zahl der Einwohner, nicht der Staatsbürger, im Jahr 2014 bei 81,2 Millionen. Heute, Anfang 2026, sind es 83,5 Millionen. Auch die Deutschen haben im Anstieg ihres Bevölkerungsvolumens nicht die Geburtenstationen bemüht, sondern das deutsche Politestablishment glaubt, den Erhalt der Gesellschaft, der Volkswirtschaft, der Infrastruktur durch 2,3 Millionen zusätzliche „künftige Bundesbürger“ aus anderen Kontinenten zu stemmen. Ein fataler Irrtum, vor allem, wenn man dabei bedenkt, dass sich Deutschlands wohlstandserhaltende Systeme in Relation zum Bevölkerungszuwachs wie in Österreich kaum weiter entwickelt haben. Das Geschrei ist ebenso groß wie das Chaos: Das Gesundheitssystem funktioniert nicht mehr, die Gefängnisse sind überlastet, die Schulen kaputt. Das Wort Migration dabei in die öffentliche Debatte zu werfen, gilt in der deutschsprachigen Debattenkultur als einzigartiges Sakrileg. Wie kann man nur? Immer nur die Ausländer? „Habt Ihr keine anderen Sorgen?“, schallt es einem von den Lordsiegelbewahrern dieser Politik entgegen. Darüber darf nicht diskutiert werden! Das ist Rassismus! Das hilft nur der AfD oder der FPÖ. Ich schrieb in Merkels Werk bereits über die fatale Realitätsverweigerung der Vertreter des politischen Establishments aus niederen parteitaktischen Gründen. Das ist tödlich! Ebenso ist es schlicht verboten, die unter Druck geratenen Sozialsysteme mit der Zuwanderung in Verbindung zu bringen. Das gilt als Gotteslästerung in den Augen jener, die zugunsten einer neuen, modernen, woken und schlussendlich umgebauten, wenngleich auch identitätslosen Gesellschaft selbst den Bruch gelten der Regeln in Kauf nehmen. […]
Haben sie aber in großer Masse nicht. Denn die Erwerbsquote ist bei Zuwanderern aus Drittstaaten eben massiv geringer als bei sogenannten Einheimischen, als die man Menschen mit Staatsbürgerschaft unabhängig ihrer Herkunft bezeichnen kann. Das führt zu einer dauerhaften Belastung der sogenannten Umverteilungssysteme, von den Starken hin zu den Schwachen. Nun gilt von den Starken hin auch zu jenen, die es nur wollen, aber nicht brauchen. Und die, die es brauchen, bleiben größtenteils auf der Strecke. Das ist fatal, weil es jegliches Vertrauen in diese gewachsenen, durchwegs guten, wenngleich auch immer fehleranfälligen Systeme raubt. Politiker neigen dazu, nicht das System zu reparieren, sondern die Aufregung ob der anfallenden Schäden zu kalmieren. […]
Ich möchte nur kurz in Erinnerung rufen, was die Politik der zügellosen Migration der letzten elf Jahre bedeutet hat. Menschen trauern nach wie vor um Ann-Marie, um Yannis, um Philippos, um Mia, um Maria, um Leonie, um die Opfer vom Breitscheidplatz, von Solingen, von Magdeburg, von Aschaffenburg, um Rouven aus Mannheim, um den jungen Burschen aus Villach, um die Terroropfer von Wien, jene von Nizza, von Paris, von Madrid. Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere Hundert Menschen grausam umgebracht, Opfer von Mord und Totschlag. Nicht jeder Asylant oder Zuwanderer ist ein Mörder und nicht jeder der Täter hat Migrationshintergrund. Nein, beileibe nicht. Aber viele davon sind es und jeder Einzelne ist einer zu viel, wenn man bedenkt, dass konsequente, strenge Zuwanderungspolitik den tödlichen Ausgang des Experiments verhindern hätte können. Denn im Bereich der Migrantenkriminalität gilt der Zusammenhang zwischen der Politik der offenen Grenzen und dem persönlichen Schicksal von Opfern, das man verhindern hätte können.
Ich rufe diesbezüglich und der Vollständigkeit halber nochmals die grundlegenden Zahlen der Flucht nach Deutschland in Erinnerung, weil sie sich auch im Lagebild der Zuwandererkriminalität der deutschen Sicherheitsbehörden prominent wiederfinden. Was für die deutsche Polizei gilt, gilt für mich als Autor hoffentlich auch, ohne als rechtsextrem diffamiert zu werden. Im Jahr 2015 hielten sich bereits 969.000 Flüchtlinge in Deutschland auf. Im Jahr 2024 waren es 3.061.000. Die Hauptfluchtländer der transkontinentalen, der außerkontinentalen Flucht waren Syrien, Afghanistan, Irak und die Türkei. Die vielzitierten „unbegleiteten Minderjährigen“ sind statistisch nicht die stärkste Kraft, obwohl unsere Medien uns ja gerne anderes weismachen wollen. Das Hauptfluchtalter lag zwischen 30 und 40 und die Migranten waren hauptsächlich, wie zu erwarten, männlich.
Was alle europäischen Staaten eint, ist die Ausrufung der Bildungskrise. Und keiner traut sich, die Gründe zu benennen. Was das Ende dieser künstlich erzeugten Explosion unseres Bildungssystems ist, ist auch klar:
Mangelnde Bildung und mangelnde Bildungsabschlüsse münden in prekären Arbeitsverhältnissen, in mangelnder ökonomischer Freiheit und im schlimmsten Fall in derKriminalität. Der Grundstein dafür wurde gelegt, doch niemand ist bereit, diesen Unzustand zu sanieren. Die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch mangelnde Bildung in den nächsten Jahrzehnten zu tragen sein werden, sind ein eigenes Kapitel. Dies wird sich als Mühlstein eines einst mehr oder weniger funktionierenden Staatshaushaltes erweisen. Und wir sehen das Ansteigen der Defizitstände einzelner europäischer Länder auf sogenanntem Griechenland-Niveau in Lichtgeschwindigkeit. Alles, was in der Bildung nicht funktioniert, muss am Ende die gesamte Gesellschaft schultern. Denn was bedeutet es, wenn künftige Generationen über mangelhafte Bildung verfügen? Sie werden niemals einen freien und selbstständigen Platz in größtmöglicher ökonomischer Freiheit inmitten unserer Gesellschaft finden. Sie werden niemals in dem Ausmaß über die Qualifikation verfügen, dass sie einen wesentlichen Anteil am Funktionieren der
Gesellschaft problemlos beitragen können. Und ein Teil wird mangels Bildung im Sozialsystem verharren. Ein vergleichsweise geringer Posten im Verhältnis zum gesamten Ausmaß sind die Integrationskurse, die allerorts angeboten werden müssen. […]
Heute hat sich das Blatt gewendet. Denken wir beispielsweise an die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie prosperieren, das Wirtschaftswachstum geht durch die Decke. Studien haben sich damit beschäftigt, wie hoch die Nettokosten pro Person im Lebenszyklus durch Zuwanderung sind. Am geringsten sind sie durch Zuwanderung aus der westlichen Hemisphäre. Am teuersten, nämlich dreimal so teuer für unsere Volkswirtschaft, sind sie durch die Zuwanderung im Wege der Asyl- und Sozialmigration aus Afrika und dem Nahen Osten. Die Gründe sind hierfür vielfältig: eine andere Mentalität, eine andere Sozialisierung, eine andere Erziehung und eine andere Bildung. All dies ist schwer mit jenen Werten, die Europa ausmachen, kompatibel. Auch die These, wonach Zuwanderung zu einer Verjüngung der Gesellschaft führt, ist falsch. Zuwanderer werden selbst alt, der durchschnittliche Zuwanderer arbeitet größtenteils im Niedriglohnbereich, zahlt daher weniger Beiträge und Steuern, nutzt aber die Infrastruktur in demselben Ausmaß wie jener, der mehr in das System einzahlt, und bekommt am Ende auch eine Rente bzw. Pension. Um dieses Zuwanderungspyramidenspiel mit größtenteils unqualifizierten Migranten, also das fiskalpolitische Gleichgewicht, aufrecht zu erhalten, müssten in der nächsten Generation noch mehr Zuwanderer kommen, immer mit dem Makel, dass ein großer Teil der Zuwanderer für unsere Wirtschaftssysteme nicht geeignet ist und direkt in den Sozialsystemen landet. […]
Das reine Diskutieren dieser Ergebnisse der falschen Migrationspolitik ist zu wenig. Die Menschen wollen zur Befriedung ihrer Wünsche und zur Besänftigung ihrer Ängste konkrete Taten sehen. Sie wollen ihre Heimat zurückbekommen und wünschen all jenen, die sich nicht integriert haben, die das Wesen unseres Zusammenlebens zerstören, die die vielfältigen Systeme durch ihre ungebetene Anwesenheit ans Ende führen, schlicht: „Ab nach Hause.“
Gerald Grosz. Ab nach Hause. Leopold Stocker Verlag, Hardcover, 190 Seiten, Preis 22,00 €





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