Auf X rückte Katharina Schmieder mit ihrem Account "Critical Cat" in den Fokus, wie der öffentlich-rechtliche Kinderkanal schon die Kleinsten rassistisch indoktriniert – gegen ethnische Deutsche. Nun nahm der Sender das Format „Moooment!“ aus dem Netz. X nimmt wieder einmal die Kontrollfunktion wahr, die eigentlich Redaktionen und Rundfunkräten obliegt.
Screenprint: KiKA / Moooment!
Kurz vor dem Launch einer europäischen Social-Media-Plattform hat X einmal mehr bewiesen, wie wichtig das Medium ist, dessen Nutzer auch gegenüber etablierten Medien Kontrollfunktionen wahrnehmen, seit Rundfunkräte sich dieser Aufgabe verweigern und Redaktionen systematisch ihre Sorgfaltspflichten verletzen.
Ausgehend von Katharina Schmieder, die mit dem Account Critical Cat handwerkliche Fehler des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufdeckt, und dem ÖRR Blog, der in ähnlicher Weise Fehlberichterstattung, Irreführung und Desinformation offenlegt, rückte jüngst das öffentlich-rechtliche Kinderfernsehen in den Fokus.
Zuerst wies Critical Cat auf die rassistischen Inhalte der im Kinderkanal (KiKA) ausgestrahlten Sendung Moooment! hin: In einem fiktiven Computerspiel namens „Almaniac“ wird eine „deutsche Oma“ als Gegner inszeniert, gegen die sich ein Kind mit augenscheinlichem Migrationshintergrund wehren soll. Nachdem sie besiegt ist, stürzt sie in einen Fluss, der braunes Wasser führt.
Die Sendung vermittelt Kindern, dass Fragen nach ihrer Herkunft, der Hinweis darauf, dass ausländische Namen schwierig auszusprechen oder zu merken seien, oder auch einfach „typisch“ deutsches Essen wie Bratwurst rassistisch seien.
Agitation gegen ethnisch Deutsche
Nachdem Schmieder über diese Darstellung berichtet hatte – unter anderem für Tichys Einblick –, wurden immer mehr Videoausschnitte auf X veröffentlicht, die gegen Weiße bzw. ethnische Deutsche gerichtete Propaganda im Format Moooment! deutlich machten: Ein weißer Mann, der die lockigen Haare eines afrikanischstämmigen Mädchens bestaunt, wird mit einer Mücke gleichgesetzt, die es mit Spray zu verjagen oder zu erschlagen gilt; Menschen mit Migrationshintergrund würden in Alltagssituationen schlecht behandelt, während ethnische Deutsche sich Unverschämtheiten leisten können, und schließlich sollen Kinder nur aufgrund ihres Migrationshintergrundes schlechtere Noten erhalten.
Letzterer Punkt ist besonders absurd: Dass es anekdotisch zu solcher Benachteiligung kommen kann, sei unbenommen. Mittlerweile liegen aber Hinweise darauf vor, dass empirisch das Gegenteil der Fall ist und Kinder mit Migrationshintergrund bei der Notenvergabe eher bevorzugt werden.
Moooment! geht offline – aufgrund kritischer Kommentare
Der öffentliche Druck, der sich über X aufgebaut hat, blieb nicht folgenlos: Nur wenige Tage, nachdem Critical Cat auf das rassistische Computerspiel hingewiesen hatte, stellte sie am 5. Mai fest, dass die in der Mediathek des Kinderkanals bereitgestellten Folgen der Serie Moooment! nicht mehr abrufbar sind.
Auf Anfrage bestätigt KiKA gegenüber Tichys Einblick, dass die Kritik in den sozialen Medien ausschlaggebend für diesen Schritt gewesen sei: Seit mehreren Tagen beobachte man, „dass Nutzerinnen und Nutzer in sozialen Medien Beiträge zu der fiktionalen Serie ‚Moooment!‘ verbreiten und Videos aus unterschiedlichen Formaten teilen und kritisch kommentieren“. Vor diesem Hintergrund hätten sich „die Verantwortlichen dazu entschieden, diesen Beitrag zunächst offline zu stellen“.
Der Sender betont, dass es nicht darum gehe, pauschale Vorwürfe zu erheben. Man wolle „Empathie fördern, unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und Kinder dazu ermutigen, sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen“.
Während die Serie fiktional sei, beruhten die dargestellten „verdichteten Alltagssituationen“ sowohl auf „eigenen Erfahrungen des diversen Produktionsteams als auch auf gesellschaftlichen Diskursen und wissenschaftlich untersuchten Phänomenen wie Alltagsrassismus, unbewussten Zuschreibungen und Ungleichbehandlung in alltäglichen Kontexten“.
Dabei sei nicht das Ziel, empirisch belegte Situationen abzubilden, sondern „Muster verständlich zu erklären und Gesprächsanlässe zu schaffen“.
Anekdotisch und selektiv
Dass ein Comedy- oder Sketch-Format eher selten eine Aufbereitung empirischer Forschung darstellt, sondern anekdotisch arbeitet, ist selbstverständlich. Ebenso entspricht es der Realität, dass Menschen mit Migrationshintergrund derartige Situationen erleben.
Dennoch lässt sich schwerlich übersehen, dass die Episoden von Einseitigkeit geprägt sind und Rassismus durchgängig nur bei ethnisch Deutschen verorten – obwohl in der Erfahrungswelt von Kindern in Deutschland auch andere ethnische Konflikte vorkommen, die sich in rassistischem Verhalten äußern: etwa zwischen Angehörigen verschiedener Nationen des Balkan, oder auch aufgrund religiöser Vorbehalte von muslimischen Kindern gegen Juden, Christen oder Armenier.
Immer wieder wird auch von Demütigungen und gewalttätigen Übergriffen auf ethnisch deutsche Kinder berichtet. Dies aber wird nicht anekdotisch aufbereitet. Die Auswahl ist also zumindest selektiv.
KiKA steht nicht allein
Die gegen ethnische Deutsche gerichteten Inhalte des Formats Moooment! sind auch kein Ausrutscher, der lediglich den Kinderkanal beträfe. Bereits zuvor hatte Thorsten Alsleben auf einen grob irreführenden, teils faktisch falschen Beitrag im ZDF-Kindernachrichtenformat logo! hingewiesen. In der Sendung war der Islam unkritisch dargestellt, das Christentum hingegen direkt im Anschluss einseitig diskreditiert worden. Der ÖRR Blog griff dies auf.
— Thorsten Alsleben 🇩🇪🇮🇱🇺🇦 (@BerlinReporter) March 19, 2026
Kurz darauf wies wiederum Critical Cat auf einen Beitrag desselben Formats hin, in dem Kinder- bzw. Zwangsehen als kulturelles Phänomen in „Südasien und Teilen Afrikas, aber auch in Südamerika und Europa“ beschrieben wird – der islamische Kulturkreis, in dem das Problem besonders virulent ist, wird nicht einmal geographisch eindeutig benannt, schon gar nicht als Kulturraum.
Nachdem die öffentlich-rechtliche Berichterstattung bereits seit längerem in der Kritik steht, richtet die sozialmediale Öffentlichkeit ihr Augenmerk nun also zu recht auf einen Teil der Medienlandschaft, der offenbar bislang weitgehend unbeobachtet als Spielwiese für ideologische Indoktrination diente.
Es zeigt sich, dass dieses Engagement in den sozialen Medien nicht nur wahrgenommen wird, sondern tatsächlich etwas bewirkt. Die Rücknahme der kritisierten Inhalte aus der KiKA-Mediathek ist ein erster Schritt, wenn auch eine Entschuldigung oder gar eine programmatische Kurskorrektur noch aussteht.



Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein