Berlin erhöht die Schlagzahl im Kampf gegen seine Unternehmer

Mit einer „Ausbildungsplatzabgabe“ werden in Berlin künftig Unternehmen für fehlende Ausbildungsplätze bestraft. Die Botschaft der Politik ist klar: Unternehmer gelten als Schuldige an der heraufziehenden Beschäftigungskrise, ihr vermeintlicher Egoismus wird als Ursache sozialer Verwerfungen ausgemacht.

picture alliance/dpa | Britta Pedersen

Deutschland ist wahrlich kein gutes Pflaster für Unternehmer und Gründer. Und Berlin schon mal gar nicht. Ambitionierte Individuen, die den Anspruch an sich stellen, außerhalb der staatlichen Subventionswelt Karriere zu machen und sich eine eigene Existenz aufzubauen, stoßen in dieser seltsamsten der europäischen Hauptstädte auf ein Klima der Verachtung und puren Feindseligkeit.

Berliner Politik, und da spielt es wahrlich keine Rolle, wer gerade am Ruder sitzt, pflegt eine Kultur gesellschaftlicher Spaltung. Die Parteien scheuen keine Mühe, um die gemeinsam verursachten ökonomischen und sozialen Verwerfungen in der Stadt mit einer nie endenden Medienkomödie zu kaschieren.

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Die Arbeitslosigkeit steigt – schuld sind selbstverständlich die Unternehmer. Die Mieten sind unerschwinglich – das hat selbstverständlich nichts mit den offenen Grenzen und der Massenzuwanderung zu tun. Verantwortlich ist die Gier der Vermieter, die Ausbeutung zu ihrem grundlegenden Handlungsprinzip erhoben haben. In Berlin fehlen jetzt Ausbildungsplätze. Selbstverständlich tragen auch in diesem Falle die Unternehmer die Schuld. Es kann niemals daran liegen, dass die Politik mit ihrem grünen ideologischen Furor möglicherweise die Wirtschaft schon vor Jahren entgleisen ließ.

Um noch einmal zu unterstreichen, dass man in Berlin angesichts der heraufziehenden Krise keineswegs bereit ist, Verantwortung für das sichtbare Desaster zu übernehmen und stattdessen lieber die Unternehmer an den Pranger stellt, beschloss der Berliner Senat ein entsprechendes Gesetz. Unternehmen, die nicht ausreichend Ausbildungsplätze bereitstellen, werden in der Zukunft finanziell zur Ader gelassen.

Unter dem aparten Titel „Ausbildungsförderungsfondsgesetz“ (AusbFFG) regelt künftig die allwissende Berliner Bürokratie – Sie wissen schon, das sind jene, die ein halbes Jahr Zeit benötigen, um Ihnen einen neuen Pass auszustellen – wie hoch die Zahl der Ausbildungsplätze in den jeweiligen Unternehmen auszufallen hat.

Das Gesetz wurde am 26. März beschlossen und soll am ersten Januar 2028 in Kraft treten. Bis dahin wollen die Berliner Top-Ökonomen und Sozialstaatsingenieure des Roten Rathauses die Detailarbeit abgeschlossen haben, die zur exakten Berechnung des Azubi-Schlüssels noch offen geblieben ist. Als Maß zur Berechnung dient die jeweilige Bruttolohnsumme der Betriebe.

Da es sich bei der Wirtschaft in den Augen der typischen Berliner Sozialisten, und damit sind die Vertreter sämtlicher Parteien angesprochen, abgesehen von der AfD, um einen monokausalen, lediglich von Gier und Abzocke beseelten Monolithen handelt, lässt sich die Regel auch undifferenziert auf sämtliche Unternehmen branchenübergreifend anwenden.

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Naiv, kindlich, maximal feindselig: Die Politik sucht den Konflikt mit Unternehmern und Investoren, weil sie weiß, dass Ressentiment in unserer Gesellschaft stets irgendwo eine glimmende Restglut hinterlässt, die medial schnell zu einem größeren Brand entfacht werden kann. In Berlin ist man sich zudem sehr bewusst, dass das Land auf Massenarbeitslosigkeit zusteuert und für den Fall aufkommender Kritik und sozialer Unruhe den passenden Blitzableiter stets bereit haben muss. Medientaktisch clever: Über Erbschaftssteuerdebatten, das Mietenelend und den Ausbildungsmarkt wird die Erzählung vom gierigen Versagerunternehmer frühzeitig in den Köpfen der Menschen verankert.

Das ist schäbig, gesellschaftlich destabilisierend, aber kaum überraschend: sozialistischer Moder eben. Dieser unreflektierte Hass, die Hetze gegen Mittelschicht und Leistungsträger, bildet die typische Kraftquelle des Sozialismus – Ressentiment, billiger Neid auf die Leistung anderer. Wenn dieses Verhalten institutionell in der Politik auftritt, ist es ein sicherer Indikator für weit fortgeschrittenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verfall.

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Berlin ist längst pleite. Und die in weiten Teilen des Stadtgebietes manifestierte Verwahrlosung ist zu einem sichtbaren Charakteristikum der Unbelehrbarkeit der deutschen Sozialisten geworden. Weit über die Landesgrenzen hinaus lässt sich der gesellschaftliche Verfall Deutschlands an seiner Hauptstadt studieren. Ein Opfer des postmodernen Kulturrisses in Europa, den wir überall dort beobachten können, wo die Politik der offenen Grenzen das traditionelle Kulturferment zerreibt, wo die Staatsbürokratie wuchert als letzte Verteidigungslinie eines ohnmächtigen Staatsapparates, der eben diejenigen fürchtet, die aufgrund ihres sozialen Ranges berechtigte Kritik an der sichtbaren Verwesung des Gemeinwesens üben könnten.

Sicherlich: Man braucht die Unternehmerschaft, die Selbstständigen, die Investoren, um ihnen die finanziellen Mittel abzupressen und das sozialistische Experiment in die Zukunft fortzuschreiben. Dass ausgerechnet Auszubildende als Vehikel dieses Raubzugs und medienpolitischer Hebel auserkoren werden, war zu erwarten.

Der Angriff der Politik auf die Unternehmer wird nun auf sämtlichen möglichen Ebenen vorgetragen. Je enger es fiskalisch wird, desto aggressiver schlägt die Politik um sich. Und die Logik ist simpel: Wer nicht nach den vorgeschriebenen Rezepten und Regeln der Politik produziert, sei es im Bereich der Ausbildung oder der Emissionen, wird sanktioniert. Die Komplexität der Ökonomie, die Unterschiede der Wirtschaftssektoren, des Standorts oder der einzelnen Betriebe werden ignoriert.

Die Bruttolohnsumme wird so zur moralischen Maßzahl, der Unternehmer zum Gefangenen einer politischen Formel, die in einer der zahllosen Arbeitsgruppen des Parteienstaates akribisch zurechtgestutzt wurde.

Nirgendwo ist dieser Verfall der deutschen Gesellschaft so sichtbar wie in seiner parasitären Hauptstadt, die am Tropf des Umlandes hängt. Die, nennen wir sie Berliner Politelite, erhebt längst nicht mehr den Anspruch, eine gesellschaftliche Kraftzelle von Modernisierung und Inspiration zu vertreten. Besäße man die Traute, sich als Stabilisator meritokratischer Werte von Leistung und Seriosität zu verstehen, erntete man wohl nichts als bissigen Spott. Berlin bleibt Berlin, und seine fundamentale Herrschaftsregel lautet ganz cäsarisch: divida et impera – teile und herrsche, suche Feindbilder, die man politisch und medial ausschlachten kann, um vom eigenen Versagen abzulenken.

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Kommentare ( 23 )

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Aegnor
1 Stunde her

Das Grundproblem von Berlin ist seit vielen Jahrzehnten die Subventionierung von Außen. Auf sich selbst gestellt, wäre Berlin schon lange nur noch eine unbewohnte Müllkippe – oder im Bestens Fall ein Ghetto mit einer großen Mauer ringherum. Da aber der Rest Deutschlands diesen Moloch immer weiter finanziert, kann der Berliner Sozialismus immer weiter wuchern – und die verantwortlichen Politiker und ihre Anhänger sich weiter einreden, dass es immer so weiter ginge.

Hieronymus Bosch
1 Stunde her

In Frankfurt wird gerade das Treppengeländer einer Grundschule für wöchentlich 13.700 Euro von einem Sicherheitsdienst bewacht, weil es 7 cm zu klein geraten ist! Die Possenspiele in Deutschland nehmen einfach kein Ende!

Berlindiesel
1 Stunde her

Herr Kolbe, nicht alles ist falsch, nur weil es ein Linker sagt. Selbstverständlich ist es schon lange bekannt, dass viele Firmen am Ausbildungsmarkt schmarotzen, obwohl sie selbst auszubilden in der Lage wären. Nun gibt es Gründe, warum viele Betriebe nicht mehr ausbilden, obwohl man so für zwei, drei Jahre einen billigen jungen Mitarbeiter bekommt und, übernimmt man ihn, sogar einen passgenau ausgebildeten. Der Zwang zu zertifizierten Ausbildern und die irre Bürokratie hindern oft kleine gerade Betriebe im Handwerk am Ausbilden, obwohl sie hinterher schamlos das Hohelied des „Fachkräftemangels“ mitsingen. In Ostdeutschland wurde das traditionelle deutsche Modell der betrieblichen Ausbildung von… Mehr

rainer erich
1 Stunde her

Die Tatsache, dass es sie schon mal gab, unter anderen Bedingungen und Vorzeichen, macht es nicht besser. Diese “ Abgabe“ würde allenfalls und nur befristet Sinn machen, wenn die Unternehmen könnten, aber nicht wollen und selbst dann liegen die Risiken und Nebenwirkungen auf der Hand. Von der Frage, was mit der “ Abgabe“ angestellt wird ganz abgesehen. Bei einer Räuberbande namens Staat eine sehr grundsätzliche Frage. Zumal er , dieser Staat, die privaten Ausbildungsgeber nicht ersetzen wird und soll. Sowenig wie die privaten Arbeitgeber und Vermieter. Es sei denn, man verfolgt ein bekanntes , bislang wenig erfolgreiches Konzept.

Peter Pascht
1 Stunde her

Hei ihr faulen Säcke ihr solt mehr arbeiten.
Wer viel arbeitet der Verdient auch viel. 😉 😉 😉 😉 😉
Nehmt euch mal ein Beispiel an „erfolgreichen Frauen“.
Deutsche Bahn:

Verlust in 2025 Betrag: 2300 MillionenVorstandgehälter: 17,3 MillionenBezüge Bahnchefin Evelly Palla – 1,17 MillionenQuelle:ÖRR-VTX
Aha, da könen sie mal sehen, wer viel arbeitet …
Soviel Geld habe ich noch nicht einmal in meinen Träumen gesehen.
Soviel habe ich fauler Sack in 30 Jahren verdient.
Aber immer schön das Märchen von „Ethik und Moral“ erzeählen.
„Vom arbeiten ist noch keiner reich geworden“ – sagte meine Oma

Last edited 1 Stunde her by Peter Pascht
Karl Heinz Nusser
1 Stunde her

Ich fordere bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen eine Vergabe von Punkten. Männlicher Azubi (Biodeutsch) = 0 Punkte weiblicher Azubi (Bio) = 1 Punkt weiblich mit Kopftuch = 2 Punkte der deutschen Sprache nicht mächtigen Azubi = 3 Punkte. Bei 0 Punkten = Ausbildungsplatzabgabe fällig. Die Berliner Obrigkeit wird jeden Betrieb (kann „Betrieb“ überhaupt definieren?) erfassen und ein Soll (Wunsch) Anzahl Azubi festlegen. Bei nächster Gelegenheit verkündet uns die Obrigkeit „wir müssen Bürokratie abschaffen“. Wann stirbt man in Berlin zuerst? Azubi-Erstickung oder Erstickung an Bürokratie? Egal, wichtig wäre mir das Berlin mit der Erstickung vorne weg marschiert. So gesehen hätte dieses… Mehr

MartinKienzle
1 Stunde her

Herr Kolbe, die BRD-Hauptstadt Berlin zeigt lediglich die Konsequenz auf, wenn das Proletariat das poltische Kommando übernimmt: Geistige Umnachtung zeitigen Niedergang auf sämtlichen Ebenen, sodass vor jenem Hintergrund die intellektuelle Elite unserer Heimat danach zwingend streben muss, abermals die poltische Führung unserer Nation zu übernehmen, um dadurch jene zu erretten!

Last edited 1 Stunde her by MartinKienzle
Sozia
1 Stunde her

Wenn der Staat nicht ausreichend für Bildung sorgt, sprich für ausreichend gebildete junge Menschen, die überhaupt ausbildungsfähig sind, dann kann er nicht erwarten, dass Unternehmer, die sowieso schon durch Bürokratie und Abgabenlast geschwächt sind, auch noch Babysitter für die Jugend spielen. Und Berlin sollte mal überlegen, welcher Anteil seiner Unternehmen aus Startups bestehen, die man in spätestens fünf Jahren nicht mehr vorfindet. Diese werden sich gesichert kein Azubis ans Bein binden.

bfwied
1 Stunde her

So allmählich sollten doch mindestens 80 % der Bürger merken, dass diese Linken in den Mainstreamparteien herumeiern, ohne auch nur im Entferntesten das Wohl der Bürger im Sinn zu haben. Man sollte doch langsam gemerkt haben, dass die uns ins Mittelalter zurückstoßen wollen, das sie als vermeintlich toll vermuten. Aber der Hauptgrund ist, dass sie uns alle büßen lassen wollen, dass es mal einen Hitler gab und dass man vor über 100 Jahren Kolonien „besaß“! Die sozialistischen Steinzeitideologen und/oder Ausbildungsversager in den Regierungen und Parlamenten – warum wohl haben die versagt! – erniedrigen immer mehr die Schulanforderungen und glauben tatsächlich,… Mehr

BKF
1 Stunde her

Also eine kurze Recherche liefert mir mal wieder ein geschichtliches Vorbild: „Ja, Unternehmen im Dritten Reich konnten bestraft werden, wenn sie keine Ausbildungsplätze anboten. Die NS-Führung forcierte die Ausbildung, um den Fachkräftebedarf für die Rüstungswirtschaft zu decken. Betriebe wurden durch Gesetze und Druck von Industrie- und Handwerkskammern zur Bereitstellung von Lehrstellen verpflichtet, was bei Zuwiderhandlung zu Geldstrafen oder anderen Sanktionen führen konnte. Zwang zur Ausbildung: Um den Arbeitskräftebedarf der Rüstungsindustrie zu decken, wurde die betriebliche Ausbildung stark ausgeweitet, besonders in der Eisen- und Metallverarbeitung.Druckmittel: Die Arbeitsämter und die Deutsche Arbeitsfront (DAF) überwachten die Ausbildungssituation und übten massiven Druck auf Unternehmen aus, die… Mehr

Last edited 1 Stunde her by BKF