Merz mit 91,17 Prozent zum Vorsitzenden wiedergewählt

Nach einer Rede, in der er niemandem weh, einigen wohl getan und niemanden vom Stuhl gerissen hatte, wurde Friedrich Merz mit 91,17 Prozent der Stimmen zum dritten Mal als Bundesvorsitzender wiedergewählt.

picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Gelegentlich scherzt die unsichtbare Hand. Früher hätte man gesagt, der Herrgott. Doch das ist in der Partei mit dem C nicht mehr so angesagt. Das Versagen der Abstimmungs-Technik bei der Wahl des Generalsekretärs hatte eine größere Zeitverschiebung für die Wahl des Bundesvorsitzenden zur Folge. Als sollte der technische Rückstand des Landes symbolisiert werden. Bis dann nach alter Väter Sitte alles analog bewältigt war, verging natürlich mehr Zeit als virtuell. Um 18.39 Uhr war es dann soweit.

Nach einer Rede, in der er vorsichtshalber niemandem weh, einigen wohl getan und niemanden vom Stuhl gerissen hatte, wurde Friedrich Merz mit 91,17 Prozent der Stimmen zum dritten Mal als Bundesvorsitzender wiedergewählt.

Im Januar 2022 hat Friedrich Merz 94,6 Prozent der Delegiertenstimmen des CDU-Bundesparteitages bekommen nach einer Mitgliederbefragung, die er im ersten Wahlgang mit 62,1 Prozent gewonnen hatte. Im Mai 2024 wurde Merz mit 89,8 Prozent im Amt bestätigt.

Geschickt war die Parteitags-Regie, Merz vor seinem Wahlgang die Mitglieder des Bundesvorstands ehren zu lassen, die nicht wieder kandidieren – Reiner Haseloff allen voran, der sich in seinen 15 Jahren als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt immer wieder durch aufmüpfige Wortmeldungen bekannt und beliebt gemacht hat weit über sein Land hinaus.

Was fiel dem Beobachter auf bei diesem Parteitag der CDU? Die Farbe quer durch die Szenerie erinnert stark an die Türkis-Phase der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) des damaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz. Der anders als Friedrich Merz tatsächlich wirkliche Probleme anpackte.

Merz selbst versprach vor diesem Parteitag eine „sehr zuversichtliche Rede.“ Die Unzufriedenheit sei ihm bekannt, er habe aber viel geschafft und wolle die Partei motivieren. Wie das auf diesem CDU-Parteitag gelungen sein sollte, war bei Redaktionsschluss nicht bekannt.

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Kommentare ( 6 )

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Micky Maus
1 Stunde her

Es ist schon erstaunlich, dass das Verarschen eines ganzen Volkes durch einen Lügner von einer angeblichen “ Volkspartei“ wieder einfach vergessen und unter Beifall hingenommen wird, So war es in der DDR auch, nur hatten die „Genossen“ immer 99%.

Will Hunting
1 Stunde her

Man hat Merz wiedergewählt, weil es einen Verantwortlichen für die politische Insolvenz braucht.
Nicht einmal das bemerkt er.

Biskaborn
1 Stunde her

Sie haben ihn gewählt mit 91%, einen Versager im Amt des Bundeskanzlers, der das eigene Land vernachlässigt, die Ukraine aber hofiert und den wichtigsten Verbündeten einfältig düpiert, das Land an den Abgrund führt. Das sagt alles über den Zustand dieser komplett nach Links und Grün gerückten Partei die alle ihre Werte über Bord geworfen hat. Wer braucht diese Partei eigentlich noch? Dieses Land sicher nicht!

89-erlebt
1 Stunde her

Dieser Club der Unfähigen ist seit Merkel eine Neuauflage der SED 1988/89. Die verlogenen Apparatschiks klammern sich an ihre verlorene Macht und beklatschen sich selbst, derweil draußen das Land dem weiteren Absturz entgegen rutscht. Allein wie diese Heuchler ihre Abriss Birne euphorisch begrüßt haben, ähnelt Honeckers Abschied.
Egon Krenz wird wieder mit einem guten Rotwein anstoßen. Obsiegt !!

Haba Orwell
2 Stunden her

> Merz mit 91,17 Prozent zum Vorsitzenden wiedergewählt

Eine Nachricht wäre erst, wenn er mit 101,17% gewählt wäre. Was hat man von den Union-Apparatschicks erwartet?

verblichene Rose
2 Stunden her

Hätte der Zweitewahl-Kanzler eigentlich nicht schon genug um die Ohren?
Oder gibt es in dieser Partei tatsächlich keinen geeigneteren Vorsitzenden?