Frauen Union will Eizellspende legalisieren

Die Frauen Union lehnt Leihmutterschaft ab. Nun will sie sich für die Legalisierung der Eizellspende einsetzen, die häufig im Zuge von Leihmutterschaften durchgeführt wird. Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) fordert die Frauen Union auf, konsequent beim „Nein“ zu beiden Formen der Ausbeutung zu bleiben.

picture alliance / dts-Agentur | -

Die Frauen Union hat angekündigt, auf dem CDU-Parteitag im Februar einen „Paradigmenwechsel“ in der Haltung der Partei zur Reproduktionsmedizin einleiten zu wollen. So will die CDU-Frauenorganisation fordern, die sogenannte Eizellspende in Deutschland zu legalisieren.

Gesundheitsministerin Nina Warken, zugleich Vorsitzende der Frauen Union, sagte der Süddeutschen Zeitung, es gehe um Hilfe für „Frauen, die aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen können“. Nötig seien aber „klare Rahmenbedingungen“.

Kritik kommt indes von der Bundesvorsitzenden der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), Cornelia Kaminski (CDU):

„Die Frauen Union setzt mit ihrem klaren Nein zur Leihmutterschaft ein wichtiges Signal für den Schutz von Frauen und Kindern. Es wäre jedoch fatal, wenn ausgerechnet dieselbe Partei mit einer Öffnung der Eizellspende die Tür für neue Formen der Ausbeutung von Frauenkörpern (…) öffnen würde. Wer Leihmutterschaft aus guten Gründen ablehnt, muss auch die hochriskante und strukturell ausbeuterische Praxis der Eizellspende konsequent zurückweisen.“

Zwar will die Frauen Union Eizellspenden nur in einem engen Rahmen zulassen und kommerziellen Handel mit Eizellen verhindern. Die ALfA weist jedoch darauf hin, dass sich „in den bioethischen Debatten der vergangenen Jahrzehnte [gezeigt hat], dass ‚gut begründete, seltene Ausnahmen‘ schnell zum Einfallstor für eine schrittweise Ausweitung werden“.

Die Lebensrechtsorganisation verweist auf Erfahrungen aus anderen Ländern und die ausbeuterischen Strukturen, die mit der Legalisierung einhergehen:

„Überall dort, wo Eizellspende legalisiert wurde, entstand eine Praxis, die schließlich auf der gezielten Rekrutierung junger, fruchtbarer Frauen beruht, die meist mit finanziellen Anreizen und emotionalen Appellen angesprochen werden. Die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken (…) werden häufig verharmlost oder gar nicht transparent gemacht. Eine Öffnung der Eizellspende würde also genau jene Praxis normalisieren, die aus Gründen des Schutzes der Frauen bislang zu Recht verboten ist.“

Auch betrachten die Lebensrechtler es als widersprüchlich, „Leihmutterschaft mit Verweis auf die Schutzbedürftigkeit von Frauen und Kindern zu verbieten, zugleich aber eine Praxis zu öffnen, die dieselben Schutzgüter massiv gefährdet“.

Die ALfA fordert die Frauen Union dazu auf, die Haltung des Verbands nicht aufzuweichen, und Frauen auf ethisch unbedenkliche Weise zu helfen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Eine verantwortliche Politik müsse biologische Fakten über Fruchtbarkeit offen kommunizieren und durch die Beförderung familienfreundlicher Strukturen in Arbeitswelt und Gesellschaft bessere Rahmenbedingungen schaffen, etwa damit Paare früher mit der Familiengründung beginnen können.

Die ALfA ist die größte Lebensrechtsorganisation Deutschlands. Unter ihrer Ägide wird am 6. März 2026 in Berlin eine internationale Konferenz zum Thema Leihmutterschaft stattfinden. Als Referentin wird dort unter anderem Reem Alsalem erwartet, die UN-Sonderbotschafterin für Gewalt gegen Frauen.

Die Eizellspende ist für Leihmutterschaft zumeist eine Voraussetzung, da verhindert werden soll, dass das Kind genetisch von der Leihmutter abstammt. Handelt es sich bei den Kunden also um Männerpaare, alleinstehende Männer oder um Frauen, die ihre eigenen Eizellen nicht zur Verfügung stellen können oder wollen, wird je eine Frau als Eizellspenderin und eine andere als Leihmutter benutzt. Dies hat zum einen eine psychologische Komponente, da die Bindung zwischen Leihmutter und Kind so gering wie möglich gehalten werden soll, zum anderen rechtliche Implikationen.

Die Frauen Union will also zwar an der Ablehnung von Leihmutterschaft festhalten, zugleich aber einem Verfahren den Weg ebnen, das für den Prozess der Leihmutterschaft von großer Bedeutung ist.


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Kommentare ( 2 )

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flo
1 Stunde her

Die Frauen Union hat angekündigt, auf dem CDU-Parteitag im Februar einen „Paradigmenwechsel“ in der Haltung der Partei zur Reproduktionsmedizin einleiten zu wollen. Ich hoffe nur, man einigt sich nicht irgendwann auch noch auf den „Mein Bauch gehört mir“-Slogan und auf den Leitsatz, dass Ungeborene keine Menschenwürde haben …  Ich kenne mich mit der Reproduktionsmedizin wenig aus, aber es geht hier doch wohl darum, dass eine unfruchtbare Frau eine gespendete weibliche Keimzelle (oder mehrere?) eingesetzt bekommt, die mit dem Samen des Partners der das Kind austragenden Frau befruchtet wurde. Das kann man akzeptabel finden, ich befürchte nur, dann folgt irgendwann die… Mehr

Klaus D
1 Stunde her

Ganz wichtiges thema! Über wie viele frauen reden wir hier eigentlich? Und werden die krankenkassen die kosten tragen?