Rekord an Unzufriedenen: Bundesregierung startet denkbar schlecht in das neue Jahr

Die Stimmung ist im Keller: Die Bundesregierung startet mit einer Vertrauenskrise in das neue Jahr - das politische Stimmungsbild in Deutschland fällt für die Koalition so düster aus wie selten zuvor.

picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Die aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa zeichnet ein deutliches Bild wachsender Unzufriedenheit: Mehr als zwei Drittel der Bürger zeigen sich enttäuscht von der Arbeit der schwarz-roten Koalition, für die Regierung ist dies ein extrem schlechter Start in das neue Jahr.

Laut der Erhebung, die im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführt wurde, bewerten 71 Prozent der Befragten die Arbeit der Bundesregierung negativ. Damit erreicht die Unzufriedenheit einen neuen Höchststand – ein Anstieg um zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Umfrage kurz vor Weihnachten. Lediglich 22 Prozent äußern sich zufrieden. Diese Zahlen spiegeln eine tiefe Vertrauenskrise wider, die sich quer durch große Teile der Wählerschaft zieht.

Zum Vergleich: Bei der am 9. Mai des Vorjahres veröffentlichten INSA-Studie über die Zufriedenheit mit der Koalition waren 46 % der Befragten unzufrieden – die schwarz-rote Regierung schaffte also beim Thema Unzufriedenheit in nur neun Monaten ein Plus von 25 Prozentpunkten.

Besonders kritisch fällt das Urteil über Bundeskanzler Friedrich Merz aus. 67 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit unzufrieden, nur knapp ein Viertel zeigt sich zufrieden. Für den CDU-Politiker ist dies ein alarmierendes Signal, denn Kanzlerbewertungen gelten traditionell als Gradmesser für die Stabilität einer Bundesregierung. Auch Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil steht im Fokus der Kritik an der Koalition.

Die parteipolitischen Umfragewerte verschärfen die Lage zusätzlich. Im aktuellen Sonntagstrend bleibt die AfD mit 26 Prozent stärkste Kraft und behauptet ihre Position unverändert. Die CDU/CSU verliert einen Punkt und kommen auf 24 Prozent. Die SPD stagniert bei 14 Prozent und bleibt damit auf einem sehr niedrigen Niveau.

Auch im langfristigen Vergleich sind diese Werte für die Sozialdemokraten ein Warnsignal: Im jüngsten ARD-„Deutschlandtrend“ rutschte die SPD sogar auf 13 Prozent ab – den schlechtesten Wert seit sechs Jahren. Vergleichbar schwach war die Partei zuletzt während der Führungskrise nach dem Rücktritt von Andrea Nahles Anfang 2020. Nur im Sommer 2019 schnitt sie mit zeitweise zwölf Prozent noch schlechter ab.

2026 Wahlen in mehreren Bundesländern

Die Grünen verbessern sich leicht auf zwölf Prozent, die Die Linke liegt stabil bei elf Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verliert einen Punkt und kommt auf drei Prozent, während die FDP bei vier Prozent stagniert. Sonstige Parteien erreichen zusammen sechs Prozent.

Brisant ist diese politische Großwetterlage vor allem mit Blick auf das Wahljahr 2026. In mehreren Bundesländern – darunter Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin – stehen Landtagswahlen an. Die aktuellen Umfragewerte deuten darauf hin, dass die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung erhebliche Auswirkungen auf diese Wahlen haben könnte.

Für die Insa-Umfrage wurden zwischen dem 5. und 9. Januar insgesamt 1.205 Wahlberechtigte bundesweit befragt.

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Kommentare ( 30 )

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Michaelis
8 Stunden her

71 Prozent seien unzufrieden? Seltsam, im ÖRR herrscht durchgehend Bestlaune, alles scheint super zu laufen im besten Deutschland aller Zeiten!!

jopa
5 Stunden her
Antworten an  Michaelis

Und bei den Wahlhochrechnungen ist von dieser Unzufriedenheit nichts zu sehen.

abel
9 Stunden her

Die ihr Heil in ganz Links und Rot suchen, fragen die sich wirklich nicht woher das Geld kommt wenn die Industrie weiter und weiter abstürzt.

rainer erich
9 Stunden her

In einer funktionierenden Demokratie mit einem deutlich weniger neurotischen Demos, der zudem wie ein Demos handeln kann, könnte man aus einigen Zahlen politisch etwas ableiten. Im Falle Schland gilt das nicht und daran wird sich auch nichts ändern, zumal die internen Machthaber neben dem überaus wirksamen “ rechts“- Stigma inzwischen sogar 2 Schuldige von ausserhalb wirksam verkaufen, je nach Micheltyp und dessen Sozialisation. Für die einen ist es immer noch Putin, aber erkennbar ist, auch bei den Kommentaren auf TE, dass Trump gerade massiv “ aufholt“. War es früher Putin, ist es nun, egal um was es in Schland geht,… Mehr

S.Bauch
10 Stunden her

Malu Dreyer ging, als sich 2021 die Flutwelle im Ahrtal ankündigte, zu Bette, Henriette Reker riet den Frauen nach der Silvesternacht, die von Gruppen arabischer Männer missbraucht wurden, zu „einer Armlänge Abstand“ und der Berliner Bürgermeister spielt während einer Kältekatastrophe in seiner Stadt mit seiner Liebsten Tennis. Wer wählt so ein Personal?

Klaus Kabel
10 Stunden her

71% der Befragten bewerten die Arbeit der Bundesregierung negativ.
26% für die AfD und 61% für die SED. Dann kann es ja nicht so schlimm sein
Ich stelle fest: Insgesamt ist der Deutsche mit der Politik zufrieden. Er dreht sich um und schläft weiter.
Vielle

Last edited 10 Stunden her by Klaus Kabel
Waldschrat
8 Stunden her
Antworten an  Klaus Kabel

Ich sehe das genauso, soo schlimm kann es nicht sein. Die AfD steht seit einer gefühlten Ewigkeit bei 26%, andere Insitute sehen die CDU 4% vor der AfD (muss man nicht glauben). Aber, wenn es so schlimm ist, wie die Leute das empfinden, warum ziehen sie die Reißleine nicht und ziehen die Konsequenz? Dann hätte die Union 15%, die SPD unter 10% und die AfD über 40%. Das wird wohl Utopie bleiben. Die Mehrheit lässt sich vom ÖRR einlullen.

Juergen P. Schneider
11 Stunden her

Diese neue Wasserstandsmeldung bestätigt doch nur die Debilität des Wahlvolks. Sie sind mit großer Mehrheit unzufrieden und würden im Falle einer neuen Bundestagswahl das links-grüne Kartell wieder in Amt und Würden bringen. Schwarz-rot nimmt dann die grüne Idiotensekte an Bord der Bankrottregierung und ruiniert weiter das Land. Wo soll da eine Besserung herkommen? Die verblödete Untertanenmehrheit will offenkundig den Niedergang des Landes und wird auch in Zukunft entsprechend wählen. Hier ist nichts mehr zu retten.

flo
11 Stunden her

„Laut der Erhebung, die im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführt wurde, bewerten 71 Prozent der Befragten die Arbeit der Bundesregierung negativ. Lediglich 22 Prozent äußern sich zufrieden. Diese Zahlen spiegeln eine tiefe Vertrauenskrise wider, die sich quer durch große Teile der Wählerschaft zieht.“ Trotzdem tut sich bei den Prozentwerten für die einzelnen Parteien seit Langem herzlich wenig. Das heißt, es muss sogar unter SPD- und Unions-Wählern viele Stammwähler geben, die ihrer Partei treu bleiben, selbst wenn sie deren Arbeit nicht toll finden. Das bestätigt auch der Lagebericht des jüngsten ARD-DeutschlandTrends. Da zeigen sich auch vier Fünftel der Befragten eher… Mehr

Zack
11 Stunden her

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kann man politisch gesehen im Augenblick noch vollkommen vergessen wenn man sich die Prognosen anschaut.
Manche scheinen nicht zu lernen dass die Autoindustrie gerade bei Ihnen ein wichtiger Wirtschaftszweig ist.
Aber wenn Papa erstmal viel Zeit für die Kinder hat, dann wird es vielleicht mal anders.

Und Parteien wie die SPD oder die Grünen werden wahrscheinlich immer um die 10% haben , denn das sind die Abhängigen und Speichellecker der Parteien , die ihre „Karrieren“ nur ihrem Parteibüchern verdanken und auf dem freien Markt Flaschen sammeln müssten.

Last edited 11 Stunden her by Zack
S.Bauch
10 Stunden her
Antworten an  Zack

Der Kampf gegen das Auto wirkt sich derzeit in Stuttgart ganz besonders aus. Während man in den letzten goldenen Autobauerjahren auf jährliche Steuereinnahmen von 1,6 Milliarden zurückgreifen konnte musste man für den Haushalt 2025 800 Millionen Euro Schulden aufnehmen. Fahrverbote, eine Dominaz der Deutschen Umwelthilfe,der CO2-Wahn und ein Grüner als MInisterpräsident haben Stuttgart in diese selbstverschuldete Misere gebracht.

abel
9 Stunden her
Antworten an  Zack

In beiden Bundesländern wird wohl die linke CDU den Ministerposten erhalten. Traurig aber wohl wahr.

Zack
11 Stunden her

Das mit Mähtz und liegt vielleicht daran dass er rechtmäßig eigentlich gar kein Kanzler ist. Musste sich zweimal wählen lassen um überhaupt den Job zu bekommen und fing dann gleich mit dem großen Gelüge an, plus natürlich, mal das alte Parlament zu aktivieren um eine Billion Schulden durchzukriegen. Danach ward er nicht mehr groß gesehen. ( Was mir persönlich natürlich recht ist, Es gibt so einige Politiker , vor allen Dingen in Großaufnahme , die ich gar nicht schnell genug wegscrollen kann!) Seither kümmert er sich hauptsächlich um seinen Job als Vizekanzler der Ukraine, jenem freiheitlich demokratischen Land , das… Mehr

lagosdecoyol
12 Stunden her

Ob sie das wirklich interessiert? Glaube ich nicht eher
„Ihr könnt scheiben und reden wie ihr wollt, wir machen einfach weiter so“