Ausgerechnet Mercedes-Benz, die deutsche Premiummarke, trennt sich Stück für Stück von den eigenen Schaufenstern im Heimatmarkt. Betroffen sind fünf Autohäuser in Berlin und zwei in Brandenburg mit mehr als 1.100 Beschäftigten.
Schock bei den Mercedes-Autohäusern. Der Konzern mit dem Stern trennt sich von traditionsreichen Autohäusern in Berlin und Brandenburg. Laut Konzernsprecher werde die konzerneigene Niederlassung Berlin-Brandenburg von der im Vereinigten Königreich sitzenden Global Auto Holdings (GAHL) übernommen. Betroffen sind fünf Autohäuser in Berlin und zwei in Brandenburg mit mehr als 1.100 Beschäftigten. Der Vollzug soll Ende 2026 erfolgen, wenn das Kartellamt zustimmt.
Mercedes verkauft damit nicht irgendein Nebengeschäft, sondern seine eigenen Schaufenster: die Häuser, in denen der Stern jahrzehntelang mit Werksglanz verkauft wurde. Auch die große Mercedes-Welt am Berliner Salzufer gehört dazu. Für viele Mitarbeiter kam die Nachricht offenbar per Mail – ein nüchterner Abgang für eine Marke, die sonst vom Premium-Erlebnis lebt. Ausgerechnet Mercedes-Benz, die deutsche Premiummarke schlechthin, trennt sich Stück für Stück von den eigenen Schaufenstern im Heimatmarkt.
Bereits seit 2024 läuft der umfassende Ausstieg aus dem konzerneigenen Vertrieb. Damals wurde bekannt, dass Mercedes den Verkauf von 20 Niederlassungen mit rund 80 Betrieben und etwa 8000 Beschäftigten prüft. Schließungen seien nicht Ziel des Verfahrens, Käufer sollten automobile Handelsexpertise mitbringen und Beschäftigungszusagen übernehmen. Der aktuelle Käufer GAHL führe bereits, so Mercedes, seit Jahren Betriebe von Mercedes-Benz in Großbritannien und in den USA.
Für Mercedes ist das Teil eines größeren Umbaus. Der Konzern will offenbar weniger Kapital im eigenen Handelsnetz binden und den operativen Vertrieb spezialisierten Händlergruppen überlassen. Mitte 2025 wurde mit Neu-Ulm die erste Niederlassung verkauft; danach folgten oder wurden vereinbart: Koblenz, Mainz, Dortmund, Lübeck, Aachen, Kassel, Würzburg, Wuppertal, Reutlingen und Hannover. Berlin-Brandenburg ist nun der politisch und symbolisch schwerste Brocken: Dazu gehört auch die Mercedes-Welt am Salzufer, eines der bekanntesten Häuser der Marke.
Für die Beschäftigten ist die Lage heikel. Die IG Metall hatte bereits 2024 vor dem Ausverkauf der bundesweit 20 Mercedes-Benz-Niederlassungen mit rund 80 Betrieben gewarnt und sprach von rund 8.000 tariflich abgesicherten Arbeitsplätzen, davon etwa 1.500 in Berlin. Deren Sorge: Aus Mercedes-Mitarbeitern mit Konzernbedingungen werden Beschäftigte eines Handelskonzerns, bei dem sich Tarifbindung, Arbeitszeiten, Entgeltstrukturen und Mitbestimmung auf Dauer verschieben könnten.
Nach monatelangen Protesten wurde 2024 zwar eine Absicherung ausgehandelt. Laut IG Metall verpflichtet sich Mercedes, nur an Käufer zu verkaufen, die Tarifbindung einhalten. Außerdem soll eine Zukunftssicherung übernommen werden; bis Ende 2029 sollen keine Arbeitsverhältnisse gekündigt werden. Zusätzlich wurde eine Einmalzahlung vereinbart, im Durchschnitt 85.000 Euro pro Beschäftigten beim Übergang zum Erwerber.
Doch der Vorgang zeigt die neue Realität der Autoindustrie. Mercedes will Premium bleiben, aber teure Flächen, Werkstätten, Verkäufer, Verwaltung und den direkten Kundenkontakt offenbar nicht mehr im bisherigen Umfang selbst tragen. Der Stern bleibt auf dem Dach, aber der Eigentümer dahinter wechselt. Was jahrzehntelang zur Markenwelt gehörte, der direkte Mercedes-Betrieb in den großen Städten, wird jetzt in internationale Handelsstrukturen eingegliedert.
Für Kunden dürfte sich zunächst wenig ändern. Fahrzeuge, Service und Marke bleiben Mercedes. Für die Belegschaft ist der Einschnitt größer. Sie erlebt, dass selbst ein profitabler Premiumkonzern traditionelle Strukturen abstößt, wenn Kapitalbindung, Digitalisierung, Elektrowende und Renditedruck zu groß werden. Der Vorgang ist deshalb so dramatisch: Mercedes verkauft nicht nur Immobilien und Werkstätten. Mercedes verkauft ein Stück seiner eigenen Präsenz, seines Ich in Deutschland.



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Auch die Industriebeamten vom Stern bekommen jetzt zu spüren, was sie selbst über Jahrzehnte herbeigewählt haben. Nach dem grandiosen Scheitern des großen Plans zum Pkw-Austausch vom Verbrenner zum E-Mobil mittels politischem Zwang muss der Konzern nun sparen. Wen wundert’s? Schauen sie sich zudem die Produkte selber am Beispiel eines aktuellen E200 einmal an. Die Materialien, die dort im Interieur verbaut werden, brauchen aus meiner Sicht alles, aber sicher keine großen Glaspaläste, in denen sie präsentiert werden. Billigstes Plastik mit scharfen Kanten, Knistern und Knarzen, Sitze vom Gartencenter und Benzinmotoren mit rappelnder Diesel-Akustik werden durch hippe Verkaufstempel nicht wettgemacht. Der Niedergang… Mehr
Finde ich gut. Das nennt man konsequentes Degrowth, oder auf deutsch: Konsequentes Schrumpfen. Nur weiter so.
Wo will Daimler eigentlich noch Geld verdienen? In China?
Die Motoren werden ja künftig dort entwickelt und gebaut. Offensichtlich will man die in China produzierten Produkte dann aber nicht einmal mehr in Deutschland verkaufen.
Kein Mitleid mehr mit diesen Menschen…..die Belegschaft (und das gilt für alle Industrie- und Handeslbetriebe) hat freiwillig am Bratwurst-Experiment mitgemacht, in der Hoffnung dass durch ihre Unterwürfigkeit auch Ihre Firma überlebt…..nun bekommen Sie die Quitting (Herzkrankheiten, Turbokrebs, Jobverlust). Den Konzernchef interessiert nur der Profit und seine Aktionäre….DIE Konzernchefs und Politker, welche zum großen Teil mutmasslich Placebo oder nen gefälschtren Impfass bekommen hatten, interessieren sich nen Sche*ss für „normalen“ Angestellten.
Kein Mitleid,wenn ich mir anschaue was Toyota und Mitsubishi für Garantien auf ihre Fahrzeuge geben,dann kaufe ich eben Japaner.
Die Autohäuser von Toyota haben noch nie Toyota gehört.
Die Gewährleistung bei Mercedes für Neuwagen und Bestandskunden beträgt 5 Jahre. Da dies der offiziellen Aussage zur Gewährleistung widerspricht, erhält der Kunde die gesetzlichen 2 Jahre und für die übrigen 3 Jahre bezahlt er einen symbolischen Preis.
Irgendwie kommt es anders als man denkt… Mercedes verkauft alle deutschen Autohäuser und entlässt über 8000 Mitarbeiter….
Wie kommen Sie darauf das da jemand entlassen wird. Die kanadischen Investoren bezahlen nicht Milliarden um dann ohne Mitarbeiter nicht weiter zu machen.
Der in dem vorliegenden Artikel genannte Sachverhalt ist das Ergebnis, wenn Ausländer (der Finne Ola Källenius als Vorstandsvorsitzender, der Chinese Li Shufu sowie der chinesische Autokonzern BAIC Group als Aktionäre) das deutsche Vorzeigeunternehmen Mercedes-Benz führen, da sie logischerweise keinen Bezug zu diesem haben!
Ein deutscher Mitarbeiter dieser Nobelmarken hat auch keinen Bezug zu einem Deutschen, dem nicht die Gnade gewährt wurde, dort seine Erfüllung zu finden. Diese ganze Mentalität „das soll uns erst mal einer nachmachen“ kann weg.
Mir erscheint dieses Vorgehen von „Mercedes“ wirtschaftlich logisch und nachvollziehbar.
Vor allen Dingen wird ja kein Mitarbeiter entlassen. Er unterschreibt den neuen Vertrag beim Pächter, der höchstwahrscheinlich der bisherige Niederlassungsleiter ist.
Ein richtiger Schritt. Wenn sich die Gehaltsstrukturen nicht ändern lassen, dann stößt man Bereiche ab die zu teuer sind. Ohnehin leben die großen Konzerne auf Kosten ihrer effizienten Zulieferer, die sie auspressen wie eine Zitrone, um ihren Aktionären hohe Dividenden und ihren Mitarbeiter üppige Bezahlungen und Bonis zukommen zu lassen. Das kann man machen solange es läuft. Doch durch ihre Woke Strategie gehen Sie jetzt halt broke. Gewinne brechen ein und folglich muss gespart werden. Sie hätten gegen die E-Mobilität vorgehen müssen, bzw. Gleichbehandlung unabhängig irgendwelcher Ideologien durchdrücken müssen. Wer elektrisch fahren will soll das tun, jedoch nicht auf Kosten… Mehr
Dazu ist Mercedes seit Jahrzehnten nicht mehr die Qualität von der die Produkte der Firma bekannt worden sind. Ich schaue mich das seit fast 30 Jahren mit Bewunderung – wozu diesen teuren Schritt kaufen, wenn andere die bessere Produkte aber billiger verkaufen? Typisch deutsch in 21. Jahrhundert: teuer, kompliziert, unbequem und manchmal funktioniert das Zeug noch nicht richtig. Das kann echt weg. Ich frage mich nur, was passiert, wenn diese Industrie komplett weg ist, was dann danach kommt? Wenn das ganze Land schon unter Solaranlagen und Windparks steht – wovon werden die Leute hier leben? Ich meine Landwirtschaft selbst wenn… Mehr
Tatsächlich besitze ich u.a. einen 30 Jahre alten Mercedes Benz und kann Ihnen versichern, dass dieses Fahrzeug großartig ist und die chinesischen E-Karren ein Albtraum sind.
Die Aussage ist zu pauschal.
Denn, auch deutsche Autohersteller bauen tolle – aber auch beschissene Autos. Schon mal in nem Trotz gesessen? (T-Roc von VW). Das ist gruselig.
Mercedes hat auch abgebaut. Seit dem 211 (E-Klasse) geht es qualitiativ bergab. Immer mehr Bling Bling, immer weniger Qualität.
Auch chinesische Hersteller sind so: es gibt gute Fahrzeuge und Hersteller. Und es gibt schlechte. Nur unterm Strich sind ALLE hier in Europa angebotenen Modelle qualitativ mindestens auf Trotz Niveau (also VW T-Roc). Nur zahlt man für diese Autos 40% weniger.
Sie werden nichts haben und glücklich sein. Schafsdummland und seine mähenden Bewohner haben sich das auch gründlich verdient.
Da sind gute Feststellung mit Ideologien vermischt. Es ist richtig, dass Mercedes (und deutsche Autokonzerne im allgemeinen) die Zulieferer auspressen und ihnen zu viele Nachteile mit aufdrücken. Man konnte das sehr gut beobachten, als zwischen Covid und Evergiven die Autoproduktion fast zum Erliegen gekommen ist. Da haben Zulieferer für deutsche Autohersteller reihenweise staatliche Hilfe beantragen müssen. Und selbst ein popeliger Golf hatte eine „nicht garantierte“ Lieferzeit von 12 bis 15 Monaten. Bei Toyota aber lief es lange Zeit weiter gut: Bauteile waren vorhanden, die Zulieferer konnten genau das: zuliefern. Warum? Weil sofort bei Anzeichen einer Krise Toyota ihre Manager zu… Mehr
“ Mich hat es auch immer gewundert, wie es sein kann, dass ein kaum deutsch sprechender Mitarbeiter am Montageband mehr verdient hat, als ein gut ausgebildeter Ingenieur bei einem Zulieferer. „
Die von Ihnen beschriebene Unwucht ist ja kein Phänomen das sich auf die AUAmobilindustrie beschränkt. Bezeichnend ist jedoch, das Mercedes derart unvermögend ist, den eigenen Vertrieb – jedenfalls in diesem Bereich – nicht aufrecht erhalten zu können. Meines Wissens erhalten die großen Händler 35 % Rabatt auf den UVP, wenn freie Händler damit besser klarkommen als der Hersteller, ist etwas faul im Staate Preussen.
Dadurch ändert sich für Mercedes überhaupt nichts. Der Verkauf geht normal weiter!
Nur, dass es jetzt einen Pächter gibt, der diese Häuser führt.
Das kann auch der bisherige angestellte Niederlassungsleiter sein.
Daß die Niederlaessungen einfach so weiter geführt werden, glaube ich nicht.
Die Niederlasssungen werden als nicht lukrativ genug abgegeben.
Bei der Übernahme wird es ua. darum gehen wie man es macht, um nicht an bestehende Arbeitsverträge gebunden zu sein
Ich glaube es nicht, sondern ich weiß es weil in meiner Stadt schon vor 2 Jahren die bisherigen 2 Mercedes Benz Autohäuser plötzlich umfirmierten. Dort haben wir auch das neue Auto für meine Frau gekauft; während mein Auto noch unter dem Mercedes Benz Logo gekauft wurde.
Blöd nur, dass die Gewährleistung zwischen Endkunde und Autohaus besteht.
Wie ich geschrieben habe, es kommt drauf an, wie die Übernahme rechtlich genau erfolgt. Für Kunden oft nicht nachvollziehbar zu erkennen
Wie kommen Sie denn auf diese absonderliche Idee?
Der Autohändler ist nichts als der Vermittler und lebt von der Provision die er vom Hersteller erhält.
Dafür muss er den Kunden beraten und die Garantie abwickeln.
Bedeutet: bei Gewährleistungsfällen führt er diese durch und der Hersteller bezahlt ihm die Arbeit. Ölwechsel, Luftfilter etc. bezahlt der Kunde sowieso.
Man sollte nicht vergessen, dass nur noch 25% aller in Deutschland verkauften Mercedes-Neuwagen von Privatkunden gekauft werden.
Für diese riesige Verkaufspaläste vorzuhalten ist einfach unwirtschaftlich.
Das ist eine sehr späte Einsicht, nachdem man vor Jahrzehnten den Großteil der kleineren Autohäuser zur Aufgabe gezwungen oder aufgekauft hatte.
Für die 75% Unternehmenskunden hat man inzwischen kostengünstigere Vertriebswege etabliert. Die meisten Fahrzeuge werden über Leasing-Unternehmen (unabhängige oder die konzerneigene) verkauft, die Online-Konfiguratoren und spezielle Beratungsteams zur Verfügung stellen.
Die Werkstattdienstleistungen und das gesamte Fuhrparkmanagement werden dabei meist als Zusatzpakete mit verkauft.
Gefahren werden PKW immer von Privatpersonen! Steuerlich abgerechnet sinnvollerweise als Geschäftswagen als normale Betriebsausgabe!
Gute Beobachtung. Tatsächlich ist das so, dass Autos deutscher Hersteller überwiegend ins Firmenleasing gehen und teilweise kaum Privatkäufer finden. Denn: der Listenpreis für einen gewöhnlichen VW ist so hoch, dass es sich häufig für Privatleute lohnt, bei den Asiaten ihr Glück zu versuchen. Zudem sind die Garantieleistungen x-fach besser und länger. Gleichzeitig versuchen VW und Co. ihr überteuerten* Autos über günstige Firmenleasingraten in den Markt zu drücken. Das funktionierte auch bisher gut. Nur mittlerweile ziehen andere Hersteller nach und werden fürs Firmenleasing attraktiver. Und da die Unterhaltskosten (allen voran Reparaturen und Inspektionen) günstiger sind, kommen auch große Arbeitgeber immer mehr… Mehr