Hightech-Chips von Tesla, Mega-Windräder für Dresden

Während in den USA die Privatwirtschaft die notwendigen Investitionen für den Fortschritt der Gesellschaft vornimmt, nimmt in Deutschland die staatlich verordnete grüne Diät groteske Züge an. Dresden erhält ein neues Stadtpanorama. Gigantische Windräder werden die ikonische Silhouette der Stadt zerstören und den Niedergang Deutschlands emblematisch und ästhetisch illustrieren.

picture alliance / Jens Niering | Jens Niering

In der Dresdner Heide, nahe der S95 am Triebenberg im Schönfelder Hochland, könnte schon bald etwas entstehen, das man im Nachhinein als den ultimativen Kotau vor dem Klimakult bezeichnen wird. Inmitten der Wogen einer sich auftürmenden Energiekrise, des nicht endenden Konflikts in der Straße von Hormus, sich leerender Gasspeicher in Deutschland und explodierender Spritpreise wird der Planungsverband der Stadt Dresden am 23. März aller Voraussicht nach die Genehmigung zum Bau einer ganzen Reihe neuer, gigantischer Windräder beschließen.

Sie könnten in eine Höhe von bis zu 300 Metern emporragen. Auf diese Weise würde das Projekt die markante Silhouette der Stadt nicht nur verändern, sondern sie auf ikonische Weise auch ästhetisch brechen.

Der Planungsverband Oberes Elbtal/Osterzgebirge ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und zuständig für die Regionalplanung in der Region. Es handelt sich dabei um ein übergeordnetes Gremium, in dessen Verbandsversammlung Vertreter der Stadt Dresden sowie der Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zusammenkommen.

Er steht zugleich emblematisch für die politische Situation in Deutschland, in der ökonomische Fragen, Fragen der Infrastruktur sowie selbst Fragen von Kultur und Ästhetik maßgeblich von staatlichen Akteuren dominiert werden.

Es ist interessant zu beobachten, wie weit sich diese internen Entscheidungsprozesse inzwischen von der Realität der Welt gelöst haben – und mit welch verkrümmten Blickwinkeln, durch welch gebrochenes Glas politische Akteure in Dresden, in Berlin, in Brüssel oder in Paris auf das Weltgeschehen blicken.

Windkraft, also vor allem die öffentlich geförderte Flatterenergie, füttert dabei nicht nur die grüne Extraktionsmaschine. Sie entzieht zugleich dem privaten Kapitalmarkt wichtige Ressourcen. Andernorts hingegen – blicken wir kurz in die USA – bewegen Unternehmen und private Akteure Kapital und Ressourcen, um Lösungen für die drängenden gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit zu finden.

Was möglich ist, wenn man dem privaten Sektor nicht Abermilliarden zur Finanzierung eines weltumspannenden Sozialanspruchs über den deutschen Wohlfahrtsstaat, den Aufbau einer maßlosen Staatsbürokratie und die Umsteuerung Hunderter Milliarden in grüne Kunstökonomien entzieht, zeigt jüngst das Beispiel der Firma Tesla. Die Auto- und Tech-Schmiede von Elon Musk hat angekündigt, eine eigene Chipfertigung aus der Taufe heben zu wollen.

Lieferunsicherheiten und geopolitische Risiken lassen ein solches Milliardeninvestment inzwischen deutlich attraktiver erscheinen. Und wie es mit TSMC in Taiwan weitergeht, sollte der Konflikt mit China eines Tages in einen offenen militärischen Konflikt übergehen, vermag heute niemand vorherzusagen. Der Impuls dieses privatwirtschaftlichen Unternehmens sichert den Vereinigten Staaten langfristig wichtiges Know-how im Bereich der Chipproduktion.

Was Tesla ins Auge gefasst hat, ist ein Quantensprung für die Firma und ein wichtiger Impuls für die technologische Wettbewerbsfähigkeit der USA.

Der Launch erfolgt am 20. März unter dem Arbeitstitel Terafab. Bereits für das laufende Jahr ist die Produktion kleiner Chargen des AI5-Chips geplant, die im kommenden Jahr in die Serienproduktion überführt werden. Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre plant Tesla, etwa siebzig Prozent der TSMC-Gesamtkapazität zu erreichen. Das entspricht einer Monatsproduktion von 100.000 bis zu einer Million Wafern, also jährlich 100 bis 200 Milliarden Custom AI- und Memory-Chips.

Die Firma bewegt zu diesem Zweck 25 Milliarden Euro, mit dem Ergebnis, dass die Chipproduktion wesentlich effektiver erfolgen wird und bis zu dreißig Prozent Energie eingespart werden kann. Dies ist ein Beleg dafür, dass nur der freie Markt, nur privatwirtschaftliche Interessen in einem gut gestalteten politischen Rahmen technologischen und gesellschaftlichen Fortschritt garantieren. Das europäische Staatsmodell wirkt dagegen behäbig, träge und intellektuell anspruchslos – ein Extraktionsmechanismus zur Bereicherung einiger weniger. Die Gesellschaft leidet unter diesem Mechanismus.

Der Green Deal ist ein Verarmungsprogramm. Aus seinen scheinbar nicht versiegenden Quellen strömen Mittel für zerstörerische Projekte wie die eingangs erwähnten Dresdner Windräder.

Den eleganten Ausweg aus der selbstverschuldeten Energieknappheit weisen in diesen Monaten erneut die Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Um dem steigenden Energiebedarf, der aus den Bereichen der künstlichen Intelligenz, der Chipproduktion und anderer Hochtechnologiesektoren erwächst, gerecht zu werden, gehen Microsoft, Meta, Google und andere globale Player mit eigenen Investitionsmitteln in die energiepolitische Offensive.

Am Prometheus-Projekt der Firma Meta lässt sich studieren, wie der freie Markt Energieknappheit effizient bewältigen kann. In einem 1‑Gigawatt-AI-Supercluster in New Albany, Ohio, wird in diesem Jahr das Datacenter in Betrieb genommen, das bis zu 500.000 GPUs für KI-Training beherbergt. Meta finanziert dies über langfristige Stromabnahmeverträge mit Energiebetreibern wie Vistra, TerraPower und Oklo, die bis 2035 insgesamt bis zu 6,6 GW Atomstrom liefern. Vistra upgradet bestehende Werke um über 2,1 GW, TerraPower baut ab 2032 Natrium-Reaktoren mit 690 MW, und Oklo bringt ab 2030 SMRs mit 1,2 GW online.

Es ist bemerkenswert, wie aus physikalischer Knappheit Problemlösungen erwachsen, wenn man die Prozesse in die kompetenten Hände der Privatwirtschaft legt und ihnen ein wettbewerbsintensives, politisch gesichertes Umfeld ermöglicht. Die USA demonstrieren jeden Tag die Überlegenheit des Freiheitskonzepts über staatliche Zentralplanung und ideologieschwangeres Funktionärswesen.

Die Welt lernt auf unsere Kosten: Der Green Deal mit seiner repressiven Transformationsagenda macht es nicht nur den deutschen Haushalten an der Zapfsäule schwer. Auch die Industrie hat ihren Wettbewerbsvorteil verloren, da die Kosten im Energiebereich explosionsartig gestiegen sind.

Es ist die grüne europäische Politik, die Ideologie über Mobilität stellt und damit politische Prioritäten über ökonomische Rationalität setzt. Pendlerhaushalte werden unter diesen Bedingungen vielfach an die Grenzen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gebracht. Die steigenden Preise wirken sich über die Logistik durch die gesamten Lieferketten bis in die Verbraucherpreise hinein aus.

Seit dem Russland-Embargo 2022 ist es zwar gelungen, die Gaseinkäufe zu diversifizieren und die Öllieferungen zu stabilisieren. Doch geschah dies zu wesentlich höheren Kosten, da Deutschland nach wie vor auf russische Energie angewiesen ist – nun jedoch zusätzlich Zwischenhändler bezahlen muss. Auch hier zeigt sich: Ideologie schlägt Ratio.

Der Russland-Konflikt hat die Kosten für den Ölimport nach Europa dauerhaft um bis zu fünfzehn Prozent steigen lassen, während die Logistikkosten auf breiter Front zwischen drei und fünf Prozent zulegten. Gleichzeitig verschärft die Brüsseler Politik die Lage: Die Ausweitung des CO₂-Zertifikatehandels betrifft nicht nur Chemie- und Automobilindustrie, sondern künftig auch Transportgewerbe und Wärmesektor und wirkt wie ein gnadenloser Preistreiber.

In Europa – besonders in Deutschland – fehlt nach wie vor die Bereitschaft, den ideologischen Vorhang beiseite zu ziehen und die eigenen Energiereserven realistisch zu nutzen. Es ist zwingend, das Fracking voranzubringen, rechtliche Hürden abzubauen und europaweit eigene Gasvorkommen zu erschließen. Offshore, Onshore, Fracking – alle Möglichkeiten sollten genutzt werden, um so schnell wie möglich an diese grundlastfähige Energiequelle zu gelangen und eine Trendwende bei den Kosten einzuleiten.

Der geopolitische Druck ist real, ebenso wie die politisch-ideologische Verkantung der Europäer. Sieger werden am Ende die freien Marktwirtschaften sein – das ist jetzt schon klar, und die Dresdner Windräder werden diese These ästhetisch auf fatale Weise untermauern.

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Kommentare ( 29 )

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Woldemar
20 Tage her

Man sollte sich nur als Gedankenexperiment mal die Aufregung im Dresdner Stadtrat vorstellen, wenn Bosch, Global Foundries, Infinion und ESMC (das sind die Halbleiterfirmen im Dresdner Norden) ein kleines Atomkraftwerk (z.B. ein SMR mit 150 MW) zur Deckung Ihres Strombedarfs an einem der jetzt ausgewiesenen Windkraftstandorte beantragt hätten. Auch auf die Reaktion der CDU-Ortschaftsbeiräte wäre ich da gespannt..

BKF
21 Tage her

Nachtrag zur Quelle:
https://archive.org/details/B-001-001-049
Was unterscheidet das dortige nationalsozialistische Programm vom Programm der Grünen? Es ist doch nur um Photovoltaik ergänzt, die damals noch keine Rolle spielte.

BKF
21 Tage her

Nur 300 m? Die Nationalsozialisten hatten für die Reichskrafttürme schon bis über 400 m projektiert. Da wird die Wasserstoffwirtschaft auch schon versuchen noch umzusetzen, welche die Nationalsozialisten schon in der Planung hatten (siehe Nationalsozialistische Blätter, Heft 38), werden wir doch wohl auch die Planungen bei den Reichskrafttürmen noch umsetzen. 😉

WGreuer
21 Tage her

„Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre plant Tesla, etwa siebzig Prozent der TSMC-Gesamtkapazität zu erreichen. „ Musks Enthusiasmus in allen Ehren, ich bewundere diesen Mann. Aber High-End-Chips Produktion funktioniert nur, wenn auch das Personal da ist. Und High-Tech-Chips benötigen höchst qualifiziertes Personal, Techniker und Ingenieure, das sich derzeit nur in China (die sind auf dem Weg dahin) und auf Taiwan findet. Diese Leute gibt es in den USA nicht, was da aus den Unis raus kommt, ist – wie bei uns – mittlerweile ziemlich woke abgedriftet. Auf einen US-Uniabschluss geben die Firmen in den USA nicht mehr viel. Aber es… Mehr

BKF
21 Tage her
Antworten an  WGreuer

In der Gegend um Dresden ist das notwendige Fachpersonal für fortgeschrittene Halbleiterproduktion vorhanden.

Peterson82
19 Tage her
Antworten an  WGreuer

das Know How bzw. auch die Leute dürften vorhanden oder einstellbar sein. Viele Chips der in den Tesla verbauten AI-Hardware sind eigenentwickelt. Auch die Chips für den Supercomputer Dojo. Vermutlich auch etliche Chips aus dem Schwesterunternehmen SpaceX. Diese wurden zwar bislang von TSMC und Samsung gebaut, aber das Know How des Designs kam von Tesla.
Und letztlich ist jeder käuflich. Wenn z.B. Stellen mit sehr gutem Gehalt ausgeschrieben werden, dann kann man auch sicher ein paar Samsung Mitarbeiter abwerben.

humerd
21 Tage her

Der Russland-Konflikt hat die Kosten für den Ölimport nach Europa dauerhaft um bis zu fünfzehn Prozent steigen lassen,“
nicht der „Russland Konflikt“ sondern Herrn Selenskyis Diktat war und ist es.

BKF
21 Tage her
Antworten an  humerd

Der Autor ist einer der vielen Transatlantiker bei TE, die pflegen weiter ihre Narrative und Propaganda hier, auch wenn das überhaupt nichts mit der Sachlage und nationalen Interessen Deutschlands zu tun hat.

RandolfderZweite
21 Tage her

Ich weiß nicht, ob ich es noch erleben werde, aber für mich steht bei einem weiteren Ausbau fest: Die Windenergie mit ihren Gigaleistungen werden das Klima (Thermodynamik) mehr beeinflussen, als es die Warm- oder Kaltzeit vermag! Die abrupte Energieentnahme und die Freisetzung der Energie an anderer Stelle wird die Natur in dieser Schnelle nicht verkraften – die Auswirkungen werden verheerend sein, siehe Golfstrom und damit unsere Lebensader! Was bereits im Mikroklimabereich zu sehen ist, wird sich potenzieren – der menschengemachte Klimawandel!

AM
21 Tage her

„In der Dresdner Heide, nahe der S95 am Triebenberg im Schönfelder Hochland, könnte schon bald etwas entstehen,…“

Man sollte hier präsize sein. Es gibt die S95 durch die Dresdner Heide und den Triebenberg im Schönfelder Hochland. Beides sind laut Lokalpresse mögliche Standorte, aber 2 gänzlich verschiedene, ca. 10 km voneinander entfernt. Beide sind übrigens ein gutes Stück vom Dresdner Zentrum entfernt, es ist also nicht schlimmer, als Windräder anderswo im Land.

Manfred_Hbg
21 Tage her

Auch wenn ich hier als eigentlich begeisteter Technik- und IT-Freak von diesen ganzen „KI-Krams“ und den momentanen Ablauf dann doch nicht nur in Begeisterung ausbrechen kann weil ich hier auch staatlichen Mißbrauch und (z.B. Überwachungs-) Gefahren am sehen bin, so sehe ich hier dann aber vor allem auch noch die technologische Vorgehensweise und Verdummung der deutschen und brüsseler Altpartei- und Reg.-Luschen als ein absolutes geistiges Armutszeugnis. DENN während sie z.Bsp. in den USA innerhalb kürzester Zeit und mit zig Milliardenaufwand „zeppelinhallen- und basballstadiengroße“ KI-Rechenzentren und Entwicklungshallen für neueste Micro- und Speicherchips (z.B. HBM4) aus dem Boden am stampfen sind (inkl… Mehr

gmccar
21 Tage her

Laut älteren Meldungen haben wir im Großraum Hannover Clence, Oldenburg Frakinggas für 30 Jahre, Nur, Merkel hat diese Förderungsart verboten, um den Grünen Müsli-Terroristen zu gefallen.

Paul Brusselmans
21 Tage her

Und der begnadete ex-Minister Philippe de Villiers fürchtet Deutschland, seine Wirtschaftskraft und sein grösste Armee auf dem Kontinent. Ich kann ihn beruhigen.