Haushaltsdefizit: Katastrophe mit Ansage

Der Umbau der deutschen Wirtschaft in eine grüne Transformationsökonomie ist gescheitert. Die Folgen der sozialistischen Kommandowirtschaft spiegeln sich in den sprunghaften Defiziten öffentlicher Haushalte. Es ist eine Katastrophe, die das ganze Ausmaß an Inkompetenz und ideologischer Verblendung der deutschen Politik offenbart.

IMAGO

Sie alle kennen sicherlich die in ewiger Schleife wiederholte Phrase: „Der Haushalt ist das Königsrecht des Parlaments“. Überhören wir einmal diesen leicht monarchistischen Anklang, der sich im Dunstkreis des Parteienkartells unserer Demokratie performativ in eine Herrschaftsattitüde übersetzt, und schauen, was uns unterm Strich in den kommenden Jahren erwartet.

Es wird Sie nicht überraschen: Das politische Menü, das uns das Transformationsduo Merz-Klingbeil servieren wird, kommt mit einer Rechnung, wie Sie sie sonst nur aus Fünf-Sterne-Restaurants kennen. Ihr Teller wird Ihnen weitestgehend unbenutzt serviert, aber Ihr Geldbeutel leert sich mit einem Schlag – und zwar um einen unerhört hohen Betrag.

Eckwerte des Bundeshaushalts hat er am Dienstag präsentiert, der Meister der Schulden, Lars Klingbeil. Im laufenden Jahr soll die Nettokreditaufnahme des Bundes bei 98 Milliarden Euro liegen, wesentlich höher als ursprünglich angesetzt. Klingbeils Haushalt bleibt damit marginal unter der magischen 100-Milliarden-Schuldenmarke – man will nicht zu viel Staub aufwirbeln im Superwahljahr 2026. Dass diese Zahl ein wenig herbeigeschummelt ist, wird sich in der Endabrechnung zeigen, nach den Wahlen, wenn die tatsächliche Kassenlage im Parlament diskutiert wird.

Was im laufenden Jahr noch nicht gelang, wird ganz sicher 2027 gelingen: Dann durchbricht Berlin die Schallmauer und fügt dem Schuldenberg von 2,7 Billionen Euro weitere 110 Milliarden innerhalb eines Jahres hinzu. Die Schuldenparty nimmt dann richtig Fahrt auf, die Tassen hoch, bis 2030 soll die jährliche Neuverschuldung dann bei mindestens 150 Milliarden Euro liegen. Das Schuldendesaster nimmt also Fahrt auf, doch war bislang ausschließlich vom Bundeshaushalt die Rede. Der Großteil der Presseberichterstattung kreist stets nur um den Schaden, den die oberste Funktionärsebene des Parteienstaates anrichtet. Allerdings verzehren auch die tragenden Säulen des Staatswesens, die Städte und Gemeinden, ihre Substanz und leben auf Pump.

Die kumulierten neuen Schulden von Ländern und Gemeinden lagen im vergangenen Jahr bei 38 Milliarden Euro – in der Provinz feiern sie ihre ganz eigene Schuldenparty. Dass Lars Klingbeil mit Hilfe seines Schulden-Sondervermögens einige bescheidene fiskalische Brosamen über die kommunalen Haushalte niederregnen lässt, wird angesichts der katastrophalen Lage in den Kassen dort nur noch mit einem Achselzucken zur Kenntnis genommen. Die Folgen des Migrationschaos und der Deindustrialisierung im Zuge des Degrowth-Wahns spüren sie vor allen anderen in ihren Kassen: In den ehemaligen großen Industriezentren lernen sie jetzt, was es heißt, Ideologie über Ratio zu stellen.

Aber Rettung naht: Es steht ein großer Raubzug auf dem Programm. Neue Steuern, höhere Tabak-, Alkohol- und Zuckersteuern, so der Finanzminister, stehen genauso auf der Agenda wie die Anhebung der Erbschaftssteuer und eine saftige Vermögenssteuerdebatte. Denn es darf wirklich alles geschehen im Land der großen Transformation, solange nur eines sichergestellt ist: Der Jahr für Jahr teurere, kostspielige Aufbau des Staatsapparates muss unter allen Umständen abgesichert sein, koste es, was es wolle. Wie gesagt: Haushaltspolitik ist Königsrecht – und der König langt uns jetzt immer tiefer in die zunehmend leeren Taschen.

Mir ist bewusst, dass es Ihnen schwerfallen wird, sich Lars Klingbeil als den vorläufigen Schlusspunkt einer royalen Linie vorzustellen. Doch sein Ausgabenverhalten – das bis zum Jahr 2030 mindestens 800 Milliarden Euro neuer Schulden aufladen wird – erinnert an cäsarischen Größenwahn: Was kostet schon die Welt, wenn ich mich wahlweise bei der Mittelschicht oder am Anleihenmarkt mithilfe der Europäischen Zentralbank als Rückversicherung bedienen kann?

Übrigens wird die Staatsschuldenquote Deutschlands bis 2030 von derzeit 63 auf mindestens 85 Prozent gemessen am BIP ansteigen. Dabei finden die Zahlungsverpflichtungen, die der Staat im Rahmen seiner Pensions- und Rentensysteme eingegangen ist und die beileibe nicht mehr ökonomisch abgesichert sind, bei der Berichterstattung und Kalkulation keinerlei Beachtung. Ebenfalls nicht mit eingerechnet sind die etwa 600 Milliarden Euro zusätzlicher Schulden, die sich in den über 20 sogenannten Sondervermögen – also in schwarzen Kassen Berlins – verbergen und so gleichermaßen aus der öffentlichen Debatte herausgehalten werden.

Die beiden Schuldenkönige Friedrich Merz und Lars Klingbeil stünden im Prinzip nackt da, wäre da nicht der apathische deutsche Steuerzahler. Ihm wird die gesamte Last des gesellschaftlichen Umbaus, des Ökologismus und der Multikulti-Katastrophe auf die Schultern gehoben – noch immer zahlen zu viele Mitbürger diesen moralischen Ablass gedankenlos und ohne die Stimme zu erheben. Es geht immerhin ums Ganze. Mal steht die Rettung des Weltklimas auf dem Programm. Mal geht es um den Schutz unserer Demokratie vor dem zersetzenden patriotischen Konservatismus: diesem Partykiller der Berliner Hippie-Politik, dessen Forderung nach einer Rückkehr zur bürgerlichen Gesellschaft im schrillen Sound eines hysterisch überdrehten Medienapparats verhallt.

Es ist beinahe unmöglich, durch diesen eisernen Vorhang ideologischer Medienarbeit durchzudringen und auf die wahre Dramatik der deutschen Haushaltslage hinzuweisen. Doch es sei ein wichtiger Hinweis erlaubt: Die Ausgabendynamik ist außer Kontrolle geraten. Wuchsen die Ausgaben des Bundes in der letzten Dekade im Durchschnitt noch um 2 bis maximal 3 Prozent im Jahr, so beobachten wir nun einen Anstieg von 6 Prozent im vergangenen Jahr und wahrscheinlich 7 bis 8 Prozent im Jahr 2027. Halten wir ein Auge auf die Anleihenmärkte und beobachten, wie lange es der Europäischen Zentralbank gelingen kann, die Illusion grenzenloser Schuldenfinanzierung aufrechtzuerhalten, ohne dass der Markt den Daumen senkt. Mario Draghis berühmte Phrase „Whatever it takes“ sollten Sie sich, liebe Leser, in den kommenden Monaten regelmäßig ins Bewusstsein rufen: Sie ist die unmissverständliche Aufforderung, die fiskalischen Probleme zu inflationieren.

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Kommentare ( 23 )

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23 Comments
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rainer erich
55 Minuten her

Ein “ schönes“ Bild…. Die Frage aller Fragen wurde bereits gestellt. Wie kann es sein, dass derartige Figuren in diese Funktionen gelangen ? Was sagt es über eine Gesellschaft aus ? Genau das. Zumal diese Gesellschaft auch nicht zur Korrektur willens und fähig ist, egal was da noch kommt. Eine historische Konstante.

Guzzi_Cali_2
1 Stunde her

Ich muß jetzt mal Wählerbeschimpfung machen: „IHR Wähler der Kartellparteien, tragt die Verantwortung dafür, daß EURE Kinder den MIST, den Ihr zusammengewählt habt, ausbaden dürfen. Es ist nur und NUR EUCH zu verdanken, daß eine derartig trübe Tasse und Antifa(= Terroristen-)freund Larsi jetzt Finanzminister und ein selbstsüchtiger Egomane Kanzlerdarsteller spielen darf. Selbst wenn man davon ausgeht, daß der Anteil der Grünlinkswähler hier auf TE vermutlich relativ gering sein dürfte, so verbleiben immer noch 50%, die in Nibelungentreue (wie Wolfgang Herles z.B.) CDU/CSU oder die verlorene FDP gewählt haben dürften. JA GENAU: EUCH meine ich! Fasst Euch an die eigene Nase,… Mehr

Dundee
40 Minuten her
Antworten an  Guzzi_Cali_2

Und was wenn die Wahlen gefälscht werden?
Glauben Sie nicht?
Nichts einfacher als das!
Gerade weil Sie es nicht glauben !

Raul Gutmann
15 Minuten her

Der Autor ist ökonomisch versiert, das Thema zweifellos höchst bedeutsam, dennoch reicht es, den Text nur ansatzweise zu rezipieren. Warum?
Die Entwicklung ist seit Jahren absehbar und… und… -genau: die Menschen haben jene Volksschädiger nicht nur gewählt, sie wählen sie auch weiterhin.
Bis…, ja bis das eintritt, was der Volksmund in das Sprichwort kleidet: Wer nicht hören will, muß fühlen.
Und sie werden fühlen. Es ist nicht mehr weit, bis ein nahezu biblisches „Heulen und Zähneklappern“ einsetzen wird.

Ich bin RECHTS
18 Minuten her

Bei allem Unvermögen der Ampel dieser Koalition:

Man darf nie vergessen, dass es MERKEL war, die diesen Staat mit ihrer irren Energie- und Migrationspolitik irreversibel zerstört hat.

Bernd Simonis
20 Minuten her

Auch wenn es abgedroschen klingt: Die Mehrzahl der Wähler wollte die grüne Gutmenschen – Transformation . Wir haben gewarnt. Freilich gilt Mitgefangen Mitgehangen.

Werner Meier
23 Minuten her

Der Wählerbeschimpfung ist die Einrede des Wahlbetrugs entgegen zu halten, der sich in endlosem Lügen nicht erschöpft. Wahlbetrug setzt voraus, dass dem Wähler etwas anderes versprochen, als geliefert wurde. Versprochen wurde, links ist vorbei, keine neuen Schulden und Zurückweisung von Glücksrittern an der Grenze ab dem ersten Tag. Der Wähler wurde von Merz und seiner CDU belogen und betrogen, von den Propagandamedien und den NGOs hinter die Fichte geführt, vom Verfassungsschutz bedroht und getäuscht und vom Bundesverfassungsgericht im Stich gelassen. Das Kernproblem ist der korrupte Parteienstaat mit seinen Tentakeln, voran ein Kanzler, der den Betrug an den Wählern und den… Mehr

Privat
25 Minuten her

Wir haben am 28.4.2026 in unserem Urlaubsland eine ältere Frau aus Niedersachsen kurz kennengelernt.
Diese Frau wollte uns weismachen, das Deutschland zur Zeit durch erstklassige Politiker aus CDU/CSU und SPD regiert wird.
Die AFD hat nur ein großes Mundwerk, meinte sie, die AFD kann nichts !
Solche dummen Alten befeuern das Kartell bis zu unserem sicheren Untergang.
Wir verstehen dieses dumme Land und seine dämlichen Wähler nicht mehr !

Yani
15 Minuten her
Antworten an  Privat

Die ältere Dame war bestimmt Pensionärin. Wahrscheinlich vormals Lehrerin oder ähnliches Kaliber.

na sowas
31 Minuten her

Wäre unser Finanzjongleur, anständig, nicht anmaßend, würde er von sich aus zurücktreten

roffmann
38 Minuten her

Immerhin sieht man dem Herrn Klingbeil an , dass er aus dem Gröbsten raus ist und keine Not mehr leidet.

Last edited 36 Minuten her by roffmann
Privat
19 Minuten her
Antworten an  roffmann

Angeblich bekommt der grinsende aber berufslose SPD Mann monatliche Zuwendungen in Höhe von 54.000 Euro zuzüglich diverse angenehme Vergünstigungen
Davon kann die schwer arbeitende steuerzahlende Bevölkerung nur träumen.
Seine SPD Vorgängerin wurde damals mit 47.000 Euro bezahlt.
Wofür, darüber kann man streiten

Dundee
43 Minuten her

„Es wird Sie nicht überraschen: Das politische Menü, das uns das Transformationsduo Merz-Klingbeil servieren wird, kommt mit einer Rechnung, wie Sie sie sonst nur aus Fünf-Sterne-Restaurants kennen. Ihr Teller wird Ihnen weitestgehend unbenutzt serviert, aber Ihr Geldbeutel leert sich mit einem Schlag – und zwar um einen unerhört hohen Betrag.“

In der Küche dieses Fünf-Sterne-Restaurants sitzt Merkel. Das ist die Fünf-Sterne-Adresse: Platz der Republik 1, 11011 Berlin.

So lange die da sitzt wo sie sitzt, geht es weiter mit dem Eingekochten Einerlei ihrer Stasisuppe. „Es muß wie Demokratie aussehen“ – ist aber Diktatur einer Hardcoresozialistin mit nachrichtendienstlichen Suppenlöffeln.

Last edited 34 Minuten her by Dundee
Privat
14 Minuten her
Antworten an  Dundee

Das alles bezahlt der dämliche Steuerzahler, bezahlt auch noch eine Exclusive Stylistin für die angebliche Haarpracht der Alten.
Das Hauptstadtbüro mit 8 ! Angestellten bezahlt auch der dämliche Steuerzahler obwohl die Alte längst in Rente steht.
Solche Frechheiten werden von der sogenannten Regierung genehmigt !

alter weisser Mann
47 Minuten her

Das bei Klingbeil allein abzuladen ist etwas kurz gedacht. Wer war doch gleich Kanzler? Sparen etwa die CDU-Ressorts und nur die Sozen knallen die Kohle raus?

Deutsche
51 Minuten her

Die tatsächlichen Schulden von Deutschland sollen sowieso wesentlich höher sein. Z.B die zukünftigen Pensionen des Beamtenheers.
Die Welt nennt 2025 die Summe von 19 BILLIONEN.
Absolut fahrlässig was hier läuft. Im Grunde Billanzfälschung und Abwälzung der Schuldenorgie auf die Bürger.

Privat
10 Minuten her
Antworten an  Deutsche

Das alles bewirkt einen kommenden Lastenausgleich den alle Immobilienbesitzer bezahlen müssen. So, wie es nach dem WK 2 alle deutschen Hausbesitzer getroffen hat.Eine Zwangshypothek gibt es dann durch den zahlungsunfähigen Staat obendrauf.