In Deutschland wachsen nur noch die Schulden und der darauf fußende Staatsapparat. Die Politik ist dem süßen Gift des billigen Geldes verfallen wie Drogensüchtige dem weißen Pulver. Das kann kein gutes Ende mehr nehmen.
picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Vor vier Jahren drehte sich an den Anleihemärkten der Wind. Seither steigen die Renditen für Staatsanleihen in sich verstärkenden Wellen. Einiges deutet darauf hin, dass wir am Vorabend einer weiteren Staatsschuldenkrise stehen könnten. Denn es ist unbestritten: Niemand geht beim Schuldenmachen vom Gas.
In der Konsequenz steigt der Schuldenberg. In Deutschland ist er auf 2,72 Billionen Euro angeschwollen – bei einem Bruttoinlandsprodukt von 4,47 Billionen Euro. Für deutsche Verhältnisse ein kritischer Wert, der in diesem Jahr auf etwa zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts anschwellen wird.
Bei einer tatsächlichen Neuverschuldung von über fünf Prozent in der Endabrechnung des Jahres wird Bundeskanzler Merz in drei Jahren wohl mit einer Gesamtverschuldung von über 80 Prozent den Staffelstab an den nächsten Schuldenkönig weiterreichen.
Weltweit hat der Schuldenberg inzwischen die Höhe der globalen Wirtschaftsleistung erreicht. Auch ohne ökonomische Vorkenntnisse ist klar, dass dieses fragile Schuldengebilde zum gesellschaftlichen Problem wird, zumal die Privatwirtschaft nicht mehr die Kraft besitzt, Schuldendienst und gleichzeitig eigene Investitionen zu schultern.
Eine weitere Staatsschuldenkrise wäre der zweite Akt jenes Dramas, das vor anderthalb Jahrzehnten in Griechenland seinen Ausgang nahm und sich anschließend über der gesamten Eurozone entlud. Seither verbirgt die Politik den anwachsenden Schuldenberg und die von ihm ausgehenden Risiken mit fiskalischen Hütchenspielertricks, Schattenhaushalten und der Notenpresse der EZB notdürftig vor der Öffentlichkeit.
Allerdings werden Tricksereien und die Inflationierung der Schulden nicht genügen. Der Fiskus wird zum Jäger der Steuerzahler. Auf der Suche nach ökonomischer Substanz bricht er ungeschriebene Regeln, um die Sünden der Politik auszugleichen und die Staatshaushalte liquide zu halten.
Steuerzahlern weltweit weht nun ein kalter Wind ins Gesicht. Die Mechanik dahinter ist schnell durchschaut: Ohne den Steuerzahler geht es nicht mehr. Der Staat wird sich nicht am eigenen Schopfe aus dem Schuldensumpf ziehen. Steuern werden steigen. Und es ist ein wenig wie bei Hemingways Eisbergmodell: Wir sehen nur die Spitze der Probleme.
Im Verborgenen liegt der eigentliche Schuldenberg: ein Geflecht ungedeckter Zahlungsverpflichtungen des überdehnten Sozialstaats, gespeist aus Leistungsversprechen, die die Stiftung Marktwirtschaft auf rund 16,8 Billionen Euro kalkuliert.
Das entspricht beinahe dem Vierfachen des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Es ist der Preis für das Sedativum, das die Politik dem Steuerzahler abpresst, um sich Zeit und Ruhe zu erkaufen. Man kann es auch so lesen: Der sedierende Sozialstaat ist die Kehrseite des Aufbaus eines neuen Sozialismus, der eine Hyperbürokratie erfordert – mit inzwischen 5,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst und einer Staatsquote, die, korrekt berechnet, bei über 60 Prozent angekommen ist.
Sprechen wir es offen aus: Der Zugang zum Gelddrucker eröffnet staatlichen Akteuren das Theater der Illusionen. Friedrich Merz und Lars Klingbeil erwecken mit ihrem Sondervermögen den Eindruck, der Staat sei omnipotent, alles sei finanzierbar – unbegrenzte Armutsmigration oder der Umbau der deutschen Ökonomie in eine grüne Hölle. Wir sehen es im Alltag: Strömt der Kredit, lebt die Illusion der Transformation. Oder wie es der Ökonom Roland Baader einmal sagte: Öffentliche Verschuldung ist die eleganteste Form, Menschen zu berauben, die sich noch nicht einmal dagegen wehren können.
Staatsschulden führen unbestritten à la longue zu höheren Steuern. Werden sie durch eine Notenbank monetarisiert, folgt Inflation. Diese verfluchte, versteckte Abgabe, die stets einen monetären Hintergrund hat, allerdings selten staatlicher Verantwortungslosigkeit zugeschrieben wird. Der mediale cordon sanitaire hält Kritik konsequent von der Politik fern.
Politik macht es sich leicht und schiebt die Schuld auf andere, in der Regel auf die Unternehmer. Die Erzählung lautet: Sie erhöhen gierig die Preise auf der Jagd nach immer mehr Gewinn. Fragen Sie Bärbel Bas und ihre sozialistischen Klassenkämpfer. Die werden Ihnen mit Pathos erklären, dass ausschließlich die Unternehmer Schuld am Staatsschulden- und Inflationsdebakel tragen. Nie sind es die ethisch und intellektuell entgleisten Sozialstaatsingenieure in Berlin.
Bereits im 19. Jahrhundert warnte der Philosoph Alexis de Tocqueville vor einer regelrechten Verwilderung der Demokratie. Diese zeigt sich in unserer Gegenwart als Rekrutierungsproblem: Die Untalentierten, viele im wahren Leben gescheiterte Existenzen, drängt es an die Fleischtöpfe des Parteienstaates. Ihr Karrierehorizont beschränkt sich dabei regelmäßig auf Wahlperioden und Pensionserwartungen. Es bleibt daher nicht aus, dass das intellektuell-ethische Vakuum der politischen Repräsentanz in ein fiskalisches Fiasko führen muss.
Was wir beobachten können, ist die Praxis des Buddenbrook-Syndroms. Auf erfolgreiche Generationen folgt der Niedergang. Aus Sparsamkeit und Fleiß wird neureiches Prahlertum, meritokratische Werte werden von pöbelhafter Attitüde verdrängt.
Ohne den Schleier der Machbarkeit, den eine staatlich kontrollierte Notenbank erzeugt, wäre es niemals zu Schuldenexzessen, dem Aufstieg des Ökosozialismus oder immer wiederkehrender Militarisierung durch die Politik gekommen. Der Kapitalmarkt hätte rechtzeitig den Daumen gesenkt, bevor der Schuldenexzess Fahrt aufgenommen hätte. Gerät der Gelddrucker in die Hände einer politischen Kaste machtgieriger Karrieristen, wird er fraglos in die politische Maschine integriert. Finanzmarktkrisen sind dann vorprogrammiert.
Die Millionen, die in jeder dieser Krisen ihre Existenz verlieren, gehen daher genauso auf das Konto dieses fundamentalen Strukturfehlers im Design der Macht wie die zahlreichen Opfer militärischer Konflikte, die mit dem Gelddrucker ermöglicht werden.




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Entschuldiegung, aber die Überschrift ist irrefpührend daß Schulden langsam wachsen, zumindest die Staatschulden in Deutschland stimmt nicht
Die Schulden wachsen derzeit rasant
Ich Gründe eine Bank die nur Kredite vergibt.
Wenn der Staat Geld braucht?
1 Billion für 1 %
2 Billionen für 0,88 oder weniger %
Laufzeit unendlich und ohne Rückzahlungspflicht.
Damit kann der Staat dann, mit dem Umweg über Staatsfirmen, in etwa so wie es die Chinesen machen, auf der ganzen Welt Konkurrenzfirmen aufkaufen.
Wie lange dieses Geschäftsmodell von der Welt toleriert wird, hängt im wesentlichen von korrupten Politikern in d er Welt ab.
In korrupten Staaten vergibt man Schürfrechte zu „Sonderpreisen“, hier macht man Wettbewerbsfähige Firmen mit unsinnigen Gesetzen Platt, welche dann mit „Rabatt“ von Konkurrenten aufgekauft werden.
Im letzten Satz hat er dann doch noch seine pazifistische Kurve bekriegt. Hatte mich schon gewundert, dass er das diesmal ausspart.
Zum Top-Foto:
Je mehr Klingbeil, ein offensichtlicher Deutschen- und Deutschlandhasser, grinst, desto übler steht es um das Land.
Die Schulden sind nicht langsam gewachsen sondern sie explodieren seit 2020.
Die Bürger deren Eltern etwas erarbeitet und erspart haben, die Boomer die seit Jahrzehnten die höchsten Steuern und Abgaben entrichtet haben, die Unternehmer deren Geld in Firmen steckt, die bislang noch Arbeitsplätze haben, werden für den Sozialluxus und die Phantasieideologien der politischen Elite sowie deren persönlicher finanzieller Ausstattung haften und enteignet werden.
Die zwei einzigen Ursachen für Inflation sind goverment spending and goverment printing. Alles andere ist inflation reporting.
Man sollte mal mit den Professoren ihres ehemaligen Studenten reden. Er hat nicht einmal den Zusammenhang von Schuldner und Gläubigern verstanden. Jeder Euro, jeder Dollar oder Yen, den der Staat oder ein Unternehmen leiht, leiht er von einem Gläubiger. Ein Nullsummenspiel per Definition. Weiterhin entsteht Wirtschaftswachstum durch Verschuldung. Ohne Verschuldung entweder der privaten Seite oder der öffentlichen Hand gibt es kein Wachstum. Auch das ist Grundlagenwissen. Auch die Behauptung Schulden führen zu höheren Steuern ist in der Pauschalität schlicht Unsinn. Genauso gilt, dass nicht eingenommene Steuern zu Schulden führen. Das Problem liegt nicht in den Schulden. Sondern darin, dass die… Mehr
Wieviele „von Ihren Superreichen“ gibt es in Deutschland? Glauben Sie im Ernst, das Geld von denen reichte, die Aberbillionen an Schulden zu kompensieren? Nun verraten Sie mal, was die mit der verwahrlosten Politik eines Ökosozialismus und der unverschämt frechen und dreisten Masseneinwanderung von lebenslangen Kostgängern zutun haben! Auch wenn die „Superreichen“ ihr ganzes Geld euch Linksrotgrünen auf dem Silbertablett servieren würden, dann wäre diese Geld wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Glauben Sie im Ernst, dass diese fürchterlich zerstörende Wirkung einer Subventionswirtschaft, aka Planwirtschaft, die Sie ja offensichtlich zu begrüßen scheinen, dass das die echten Investitionen sind, nach den… Mehr
Das ist keine Frage des Glaubens, sondern eine des Wissens. Damit scheint es bei Ihnen eher nicht so prächtig bestellt zu sein. Deshalb verrate ich Ihnen ein Geheimnis. Die Geldvermögen reichen exakt und auf den Cent genau aus, um sämliche Schulden zu tilgen. Ohne die Schulden gäbe es nämlich diese Vermögen überhaupt nicht.
Na dann.
@Punti:
Ohne Zinsen und in einem Realgeldsystem träfe das zu.
Das weiss der vernutlich schon, aber hier wird neoliberale Hardcore-Ideologie gepredigt, und da sind solch grundlegende, logische Zusammenhänge einfach furchtbar im Weg. Hier wird Umverteilung propagiert, nicht um Erkenntnis gerungen.
Kindergarten! War mal in der Führungsebene eines Münchner DAX-Konzerns. Wir haben damals im Mrd.-Bereich Körperschaftssteuer p.a. bezahlt. Was aber eigentlich zählt: wir haben nahezu das zehnfache (sic!) an Sozialabgaben und Einkommenssteuern, die anteilig durch uns und indirekt durch unsere Mitarbeiter gezahlt wurden, an den Staat geleistet. Indirekt übrigens deshalb, weil wir als Konzern natürlich die Einkommensteuern unserer Mitarbeiter abgeführt haben, das macht der Arbeitnehmer nämlich nie. All dies, weil unsere Konzerngesellschaften wirtschaftlich erfolgreich waren, gut geführt wurden und selbst beim Auftreten von steuerlichen Verlusten auf der Ebene einer Konzerntochter die Summe der dort abgeführten Sozialleistungen und Einkommenssteuern für die Beschäftigten… Mehr
Grosse volkswirtschaftliche Töne muss man gar nicht spucken. Das Fachliche besagt schlocht, dass die Höhe der Verschuldung und die der Vermögen sowohl national als auch international in Summe immer genau null ergibt. (Nettogeldvermögen) Wenn man das in der Führungsebene unserer Dax-Konzerne nicht weiss, erklärt sich natürlich so manches.
Dass ein geliehener Euro formal gesehen irgendwem anders gehört und insofern beides zusammen scheinbar null ergibt bewegt sich auch auf Kindergartenniveau.
Spannender wird es bei der Frage der Geldtheorie: woher kommt das Geld, wer hat es geschöpft und was repräsentiert es. Lernt man auch im Grundstudium Wirtschaftswissenschaften. Auch noch mal bitte nachschlagen.
Was Sie so alles spannend finden, bleibt selbstverständlich vollkommen Ihrer Neigung überlassen. Für den Zusammenhang von Geldvermögen und Verschuldung ist es aber vollkommen unerheblich, wo das Geld herkommt, da es sich dabei schlicht um makroökonomische Buchhaltung handelt. Im Übrigen ist das Verhältnis (im Kindergarten offenbar noch nicht vollständig verstanden) genau andersherum. Ein ersparter Euro braucht zwingend einen, der ihn leiht, und beides gehört auch nicht nur scheinbar zusammen, sondern immanent. Vielleicht wird das ja dann in der Grundschule nochmal ausführlich erklärt.
Geben Sie’s auf. Die Mehrheit hier glaubt auch fest daran, dass die Welt insgesamt verschuldet ist.
Einen Zusammenhang zwischen Schulden und Vermögen gibt es nicht und wenn alle ganz doll sparen, dann gibt’s ein Wirtschaftswunder ohnegleichen.
Ach die Deutschen wieder: im Herzen tiefrote Sozialisten, im Kopf geldgierig und dumm wie Stroh und überzeugt, dass die Reichen schuld sind am eigenen Unvermögen zu allem – seien es die Verspätungen dre DB, die teuere Enerige, das Versagen des Staates – eine explosive Mischung, welche gerade wieder Hochsaison hat.
Und warum hat sie Hochsaison? Weil die dummen deutschen Wähler zwar weiterhin über ihre Verhältnisse und Leistungsfähigkeit leben wollen (mehr Lohn für weniger, dafür unzuverlässigere Arbeit) und darum dringend Geldgruben suchen, welche man plündern kann ….
Wenn jemand Schulden macht, sind Sicherheiten Voraussetzung. Wenn Deutschland diese Sicherheiten nicht mehr liefert, kommt es zum Vertrauensverlust der Gläubiger und zum Zinsanstieg der Anleihen. Dann gibt es niemand mehr, der in Deutschland investiert. Die USA hat schon das Problem. Länder wie China und Indien z.B. kaufen keine Staatssanleihen mehr. Wenn die Schulden nicht erwirtschaftet werden gibt es den Bankrott, weil dann auch nicht mehr die hohen Zinsen gezahlt werden können. Selbst die Superreichen können Deutschland nicht vir dem Absturz retten.
Widerspruch, es gibt keinen echten medialen „cordon sanitaire“, der ist nur eingebildet. Jeder, der sich auch nur ein Fitzelchen für das Thema interessiert, findet von der Hayek-Gesellschaft über die EU-Verträge bis zur Österreichischen Schule der Nationalökonomie, von Professor Sinn bis Professor Raffelhüschen, von den Republikanern in den USA bis zu den Geldpolitikern der AFD, von den Edelmetallhändlern bis zu den konservativen Publizisten wie Dr. Markus Krall, von Youtube bis X, vom früheren Bundesbankpräsidenten Schlesinger bis zum Bundespräsidentenkandidaten Max Otte unzählige Warner, von der mannigfaltigen Geschichtsliteratur gar nicht zu reden. Selbst die regierungsnahen Gesundbeter von Wirtschaftswoche bis Handelsblatt weisen darauf gelegentlich… Mehr
Westerwelle hatte es eigentlich sehr früh erkannt, war aber nicht stark genug Merkel entsprechende Forderungen entgegen zu setzen. Genauso wenig wie Lindner in der Ampel gegenüber stark auftreten konnte oder es jetzt Kubicki schaffen wird die letzten liberalen Kräfte hinter sich zu bringen mit einer Parteifreindin wie Strack-Zimmermann.
Kommen wir doch zum Kernproblem. Eines zunehmend verblödetem, eigenen Wahlvolk. Wohlstandsverseucht, Social-Media abhängig, Leistungsscheu und schwer depressiv. Zunehmend unfähig für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Betreutes Leben ist gewünscht und wird 1:1 angenommen. Von linken Vorturner und waschechten Sozialisten/Kommunisten. Bloß nicht selber Denken. Lieber einfach der Herde folgen. Die Hochmoral ist ja gleich mit dabei. In der „Bubble“ ist man wer. Außerhalb ist alles echt so anstrengend! Armes Deutschland. Mit diesem dummen Wahlvieh sind wir leider verloren!
Bei der Berechnung der deutschen Schulden sollte man die auch Garantien im europäischen Stabilitätsmechanismus von 800 Milliarden und die deutsche Quote in den Target 2 Walden von üver 1000 Milliarden Euro nicht vergessen. Damit ist es Deutschland unmöglich, den Euro zu verlassen. Und der Euro hängt am Triple Aaa Rating von Deutschland.