Welt-Schwimmverband schließt Transfrauen von Frauenwettbewerben aus

Noch 2019 trat Lia Thomas als Mann bei Schwimmwettbewerben an und erreichte mittelmäßige Ergebnisse. Dann unterzog sie sich einer Hormonbehandlung und nimmt seitdem als Transfrau am Frauensport teil. Der Welt-Schwimmverband schiebt dem nun einen Riegel vor.

IMAGO / Icon SMI
Lia Thomas am 19. Februar 2022

Sie hält den Rekord im 500-Meter-Freistil und ist Preisträgerin des National Collegiate Athletic Association (NCAA). Die 22-jährige Amerikanerin Lia Thomas schwimmt von Sieg zu Sieg. Doch nun möchte der Weltschwimmverband (Fina) den vermeintlichen neuen Stern am Schwimmhimmel von künftigen Wettbewerben ausschließen. Hintergrund ist das Geschlecht der jungen Sportlerin. Lia Thomas ist Transfrau und als solche habe sie einen unfairen körperlichen Vorteil gegenüber gleichgeschlechtlichen Frauen.

Der Fall Thomas sorgte schon mehrfach für Aufregung. Im Dezember trat die US-Schwimmbeauftragte Cynthia Millen von ihrem Posten zurück. In ihrem Rücktrittsschreiben erklärte sie, dass sie keinen Sport unterstützen kann, der es „biologischen Männern erlaubt, gegen Frauen anzutreten“. „Alles, was am Schwimmen fair ist, wird zerstört. Wenn Lia bei mir als Kampfrichterin antreten würde, würde ich ihren Trainer beiseite nehmen und sagen: ‚Lia kann schwimmen … bei einer Gala oder auf Zeit. Aber Lia kann keinesfalls gegen diese Frauen antreten. Das ist unfair.‘“

"Körper gegen Körper"
In der Tucker Carlson Tonight Show legte sie nach: „Tatsache ist, dass Schwimmen ein Sport ist, bei dem Körper gegen Körper antreten. Es geht nicht darum, dass eine Identität gegen eine andere kämpft.“ So hätten Männer ein größeres Lungenvolumen, ein größeres Herz, einen größeren Blutkreislauf, ein größeres Skelett, weniger Fett und dafür mehr Muskelmasse. Der Welt-Schwimmverband folgt nun dieser Auffassung. Beim Fina-Kongress votierten 71,5 Prozent der Teilnehmer für die neue Regelung, Transfrauen von Frauenwettkämpfen auszuschließen.

Eine Ausnahme gelte lediglich dann, wenn die Geschlechtsanpassung vor dem Eintritt in die Pubertät, also bis zum Alter von 12 Jahren, abgeschlossen sei. Dies solle aber nicht als Aufforderung zu einem noch früheren Geschlechtswandel missinterpretiert werden. Stattdessen soll nun eine offene Wettbewerbskategorie eingeführt werden. Verbandspräsident Al-Musallam erklärte: „Ich möchte nicht, dass einem Athleten gesagt wird, er kann nicht an einem Wettkampf auf höchstem Niveau teilnehmen.“ Und weiter: „Ich werde eine Arbeitsgruppe einsetzen, um eine offene Kategorie bei unseren Rennen einzurichten.“

Die Fina ist der erste Sportverband, der zur Transgender-Problematik spezielle Regelungen erlassen hat. Das Thema sorgt jedoch auch in anderen Disziplinen immer wieder für Aufreger. Die 20-jährige Madison Kenyon, Leichtathletin der Idaho State University, erklärte in einem Interview bei Fox News, dass sie bereits fünfmal gegen biologische Männer antreten musste. Sie fordert Athletinnen auf, sich öffentlich gegen diese Praxis aufzulehnen: „Die Tatsache, dass das immer noch passiert, dass Frauen in ihrem eigenen Sport immer noch gegen biologische Männer verlieren, zeigt, warum wir mehr Sportlerinnen brauchen, die öffentlich zu diesem Thema Haltung einnehmen.“

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Kommentare ( 29 )

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Silverager
8 Tage her

In den Bundestag ist ja auch Markus Ganserer durch die Frauenquote reingekommen, weil er sich ein Kleidchen angezogen und sich „Tessa“ genannt hat.
Straffällige Männer geben sich weibliche Vornamen und kommen ohne Probleme in die Frauenstrafanstalten und offenbar sogar in die Frauenhäuser.
Warum also sollte also nicht ein William Thomas statt einer Badehose einen Frauenbadeanzug anziehen, sich „Lia“ nennen und dann in der Frauenschaft schwimmen und Preise gewinnen?
Ihm jetzt dieses von allerhöchsten Stellen gewährte Recht zu entziehen, ist ja geradezu unerhört.
Transen, wehrt euch gegen derlei Zumutungen.

Nachdenklicher
8 Tage her

Die Woken haben beschlossen, dass unsere Sexualität nicht binär ist und behaupten gar, dass ein Penis nicht primär auf einen Mann hinweist – zumindest mental ist die Natur nicht mehr binär. Also back to the roots! In der biologischen Ausstattung ist die Natur eindeutig binär (mit Ausnahmefehler beides gleichzeitig). Wir sollten nun nicht mehr nach Mann und Frau klassifizieren, sondern nach Penismensch und Vulvamensch. Im Sport kämpfen dann körperlich schwächere Vulvamenschen gegeneinander, bzw nur Penismenschen. An den Klotüren entfällt das Icon für Mann. Frau und ggf. Trans, sondern es wird ein Penisicon und ein Vulvaicon angebracht. Auch im Gefängnis wird… Mehr

AlexR
8 Tage her

Auf den Shitstorm auf diese Entscheidung bin ich gespannt. Vermutlich sind alle rechtsextrem und weiß. Oder Querdenker. Es lässt sich sicher irgendwas zur Beschimpfung finden.

DeeJay
8 Tage her

Was ein unsinniger Aufwand. Das Chromosom testen und dann schwimmt Der / Die / Das in der Gruppe mit wo eben genetisch zugehört. Also männlich oder weiblich. Bis dato kann man da nämlich noch nichts verändern. Punkt, Aus, Ende.

TomEngel
9 Tage her

„Trans“Frauen sind aber KEINE Frauen….Oder ?

Wolfbert
9 Tage her

71,5 Prozent haben dafür gestimmt, Trans“frauen“ von Wettbewerben auszuschließen. Aber im Umkehrschluss glaubt mehr als ein Viertel der Fina-Funktionäre an diesen woken Bullshit.

Biskaborn
9 Tage her

Oh , oh, ganz böse,ö Rassismus gegen Transsexuelle, hat sich der Queerbeauftragte der Bundesregierung schon empört zu Wort gemeldet und die Transsexuellen zum Shitstorm aufgerufen?

Waldorf
9 Tage her

Die eifrigste Wokeria ist weiblich, weiß, mit Uniabschluss und vermutlich unter 40, single, erfolgreich berufstätig, kinderlos Es gibt in den USA genügend Wähleranalysen die belegen, dass eben diese Gruppe auch die treuesten Demokraten-Wählerinnen sind (neben der schwarzen Community, wobei allerdings auch diese vermehrt zu den Republikanern wechselt) Das Phänomen „Transfrauen“ betrifft demnach primär Frauen und wird politisch zu einem ganz erheblichen Teil von Frauen thematisiert, oft zugunsten der Transfrauen. Gleichzeitig werden Stimmen immer lauter, wie jetzt im Sport, daß sich Frauen eher unwohl dabei fühlen, wenn sie zb mit Transfrauen die Frauentoilette oder Umkleiden teilen sollen. Die FINA Entscheidung geht… Mehr

Luke
9 Tage her

Dass man über die Frage „Darf ein Mann bei Sportveranstaltungen für Frauen teilnehmen?“ heutzutage abstimmen muss, sagt eigentlich alles über den Zustand der Gesellschaft aus.

oHenri
9 Tage her

„Beim Fina-Kongress votierten 71,5 Prozent der Teilnehmer für die neue Regelung, Transfrauen von Frauenwettkämpfen auszuschließen.“
Nur 71% – das ist eigentlich sehr bedenklich angesichts der sehr klaren körperlichen Unterschiede zwischen Männrn und Frauen.
Da scheinen einige Trans-Aktivisten sich bereits auch in diesem Verband installiert zu haben.