Eine Bewertung: War der Schusswaffengebrauch in Bremen gerechtfertigt?

Der gewaltsame Tod durch den Schuss eines Polizisten in Bremen ist Anlass für Vorverurteilungen einer vermeintlich „gewaltbereiten“ und „rassistischen“ deutsche Polizei. Die nähere Betrachtung zeigt, dass das unangebracht ist.

© Getty Images
Symbolbild

In Bremen hat die Polizei auf einen Menschen schießen müssen. Der Mann, ein 54-jähriger Marokkaner, ist an den Folgen im Krankenhaus verstorben. Einmal mehr wird der Sound über eine „gewaltbereite“ und „rassistische“ deutsche Polizei ohrenbetäubend bis zum Anschlag aufgedreht. Ein vermeintliches Festival für Populisten, Ideologen und Polizistenhasser.

Für mich ein Grund, mir das im Internet kursierende Video einmal genauer anzuschauen und das Geschehen augenscheinlich zu bewerten.
Um es vorweg zu nehmen, einen ungerechtfertigten Schusswaffengebrauch, durch einen Polizeibeamten, konnte ich nicht erkennen. Was dabei nicht ersichtlich ist: aus welchen Gründen die Polizei zur Unterstützung/Absicherung bei der Wohnungsberäumung gerufen wurde. Die Bremer Polizei berichtet von einer „psychosozialen Krise“. Bei der Beurteilung der Gefahrenlage muss das für die Eigensicherung der eingesetzten Beamten eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Angriff oder Flucht?

Zeit zum Lesen
"Tichys Einblick" - so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen
Zum Einsatzgeschehen: Der wiederholten mündlichen Aufforderung, das Messer fallen zu lassen, kam die Person nicht nach, woraufhin ein Beamter Pfefferspray einsetzte. Als der Messermann schließlich mit Pfefferspray besprüht worden war, kam er plötzlich auf den Beamten zugestürmt. Der Polizist hat vergeblich versucht, die Zwischendistanz zu vergrößern, indem er rückwärts gelaufen ist. Jemand der vorwärts sprintet, ist jedoch immer schneller als ein rückwärts Ausweichender. Lebensgefahr! Die Polizeibeamten hatten deshalb nur wenige Sekunden Zeit zu entscheiden, ob die Schusswaffe eingesetzt wird oder nicht. War das Vorwärtsstürmen des Messermanns ein Angriff oder doch nur eine Flucht?

Ein Polizeibeamter ist nicht verpflichtet, erst zu „testen“, ob ein Messer in seinem Hals steckt oder vielleicht doch nur der Versuch einer Flucht vorlag. Damit lag für mich zweifellos eine unmittelbare Gefahr für dessen Leib und Leben vor, die nur noch durch den Einsatz der Schusswaffe abzuwehren war.

Ein Polizeibeamter bzw. eine Polizeibeamtin (wird ermittelt), hat daraufhin einen ungezielten Deutschuss zur Abwehr der unmittelbaren Lebensgefahr (steht kurz bevor bzw. ist schon eingetreten) abgegeben. Da schnelle Angriffe mit einem Messer unter sieben Meter Entfernung kaum noch mit einem gezielten Schuss abzuwehren sind, kann im Übrigen beim Schießen das Ziel nur noch „angedeutet“ werden, darin sind sich alle ernstzunehmenden Experten einig. In diesem Fall erfolgten Wirkungstreffer mit Mannstoppwirkung. Dadurch wurde die Handlung beendet. Der Getroffene kann dabei verbluten, wenn zum Beispiel eine Aorta getroffen wird.

Die Ordnungshüter mussten innerhalb einer sehr kurzen Zeit eine definitive Entscheidung herbeiführen, für die es keine zweite Chance gibt. Auch Polizisten haben ein Recht auf ihr Überleben. Für manche Journalisten und die „Antifa“ ist das „erstaunlich“. Deshalb wird gegen unsere Polizei eine Kampagne geführt, um diese zu entmenschlichen. Sie sind Familienväter und -mütter in Uniform und nicht verpflichtet, sich erst einmal ein Messer in den Körper rammen zu lassen, bevor sie ihre Waffe einsetzen.

Konsequenzen

Zu den Folgen einer Schussabgabe auf einen anderen Menschen kann für den Schützen eine Posttraumatische Belastungsstörung gehören. Außerdem müssen die Beamten ein Ermittlungsverfahren, eine vorverurteilende mediale Berichterstattung und Hass in den sozialen Netzwerken über sich ergehen lassen. Darüber hinaus werden sich die Antifa u.a. Extremisten für die Namen und Anschriften der Akteure interessieren. Die Bedrohungen können bis in den Familienkreis gehen, wodurch der persönliche Lebensbereich erheblich eingeschränkt sein kann.

Gefährliche Selbstzersetzung
Der Rechtsstaat steht unter Beschuss
Leider lässt der Dienstherr, allen Sonntagsreden zum Trotz, diese Beamten oftmals damit allein. Allerdings gibt es hierbei große regionale Unterschiede. Einige werden sogar nach dem Einsatz der Waffe frühpensioniert. Diese Folgen für die Beamten werden oftmals ausgeblendet. Wer nicht mehr funktioniert wird zwangspathologisiert und ausgetauscht. Außer „schöngeistiger“ und geduldiger Papierlagen gibt es diesbezüglich im Sinne der Betroffenen in den Behörden tatsächlich noch viel zu verbessern. Verbesserte und regelmäßigere Trainings in den Fortbildungszentren funktionieren nur mit mehr Personal. Dieses wurde jedoch durch die herrschende Politik jahrelang, allen Warnungen zum Trotz, stark abgebaut.

Mein Fazit: Nach meinen Beobachtungen haben die Beamten vor Ort weder schießwütig noch rassistisch oder anderweitig rechtswidrig gehandelt.

Nachtrag: Wir möchten Ihnen nicht vorenthalten was die linksradikale taz fordert, deren Meinung nach alle Polizisten auf den Müll gehören:

„Es fehlt ein Versuch, in eine andere Sprache zu wechseln, Arabisch wäre gut, aber oft reichen schon Englisch, Französisch oder Spanisch, um einen gemeinsamen Kanal zu finden. Sich auf das Gegenüber, das gerade eine psychische Krise erlebt, einstellen zu können, das ist in einem Einwanderungsland oft eine Frage um Leben und Tod; in diesem Fall war es eine. Benötigt wird dafür eine Polizei, die nicht im monolingualen Habitus gefangen bleibt.“

 


Steffen Meltzer, Autor von Ratgeber Gefahrenabwehr – So schützen Sie sich vor Kriminalität – Ein Polizeitrainer klärt auf, zur Gefahrenabwehr fordert:

Unterstützung
oder

Kommentare ( 72 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

72 Kommentare auf "Eine Bewertung: War der Schusswaffengebrauch in Bremen gerechtfertigt?"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Der Sicherheitsapparat hat die Aufgabe, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Wer die Sicherheit der Bevölkerung absichtlich gefährdet, gerät deshalb erwartungsgemäß in das Visier des Sicherheitsapparates. Das ist blanke Logik und rechtlich aus gutem Grund so abgesichert. Je nach Gefahrenlage, ist so eine vom Täter bewusst herbeigeführte Situation mal mit nicht-tödlichen, mal nur noch mit tödlichen Mitteln zu lösen. Ein Messer ist ein potentiell tödliches Werkzeug. Wer mit einem Messer auf jemand anderen losstürmt, der tut dies in Tötungsabsicht. Niemand, kein Polizist und auch kein Zivilist, muss dies einfach so über sich ergehen lassen. Niemand. Und auch das ist rechtlich… Mehr
Man braucht nicht unbedingt anzunehmen, daß die Forderung nach mehrsprachigen deutschen Polizisten auf einen Marokkaner, der von vorneherein bereit ist, ‚Ungläubige‘ abzustechen wie einst den Regisseur van Gogh in Holland, irgendeinen Eindruck machen würde. Ein frommer Moslem ist nach Allahs Koran schließlich mit ausdrücklicher göttlicher Beglaubigung ein Teil von Allahs Herrenrasse, und die ‚Ungläubigen‘ stehen für ihn noch unter den Tieren; die hat Allah nur als Brennmaterial für seine Feuerhölle vorgesehen, sofern sie sich nicht zu ihm bekehren. Im islamischen ‚Haus des Krieges‘ (Europa) wäre jegliche Zungenakrobatik deutscher Polizisten vergebliche Liebesmüh. Es ist vor allem dem archaischen deutschen Kollektiv-Schuldkult (mit… Mehr
Auf den Mörder von van Gogh hat übrigens der Sänger Muhabbet ein Loblied gesungen: „an Gogh habe Glück gehabt, dass er so schnell gestorben sei. Er, Muhabbet, hätte ihn zuvor in einen Keller sperren und foltern wollen, zitierte Schapira den Sänger. Auch Ayaan Hirsi Ali habe den Tod verdient. Van Gogh ist 2004 von einem islamischen Fundamentalisten ermordet worden, Hirsi Ali arbeitete mit van Gogh zusammen.“ Das wird von mehreren Zeugen bestätigt. Unser aller (Ironie off) BP Steinm macht mit diesem Subjekt gemeinsame Sache und nimmt einen Song mit ihm auf. Steinmeier sagte, er habe „keine Anhaltspunkte für das, was… Mehr

Herr Tipi: Bringen Sie bitte Ihre Chefinnenetage (Merkel, VDL, AKK etc.) zu dem folgenden vollkommen klaren und gesetzeskonformen politischen Statement:
„Ein Angriff auf Staatsdiener in Uniform stellt einen Angriff auf die gesamte Bundesrepublik dar.“
Bevor dies nicht geschehen ist, ordne ich Ihre Aussagen unter Werbesprech ein („Microsoft Windows™ – das zuverlässige Betriebssystem für Profi-Anwendungen“) und kann es keinem Polizisten verüblen, wenn bei Meldung von Ausbrüchen von Migrantifa-Gewalt gerade mal wieder das Funkgerät defekt oder der Reifen platt ist.

Da höre ich die Antwort von Merkel & Co. schon jetzt: „Ihr Wort in Gottes Ohr.“
Unsere Achtundsechziger Derivate in Amt und Würden leben seit dem totalitären Gleichschaltungs-‚Marsch durch die Institutionen‘ von ihrer durchkonstruierten Informationskontolle (Hirnwäsche von der Kita bis zur Bahre), die jede Lüge und jeden Schwachsinn in den Köpfen ihrer helotisierten Untertanen,zur alternativlosen Wahrheit erhebt, getreu der von Churchill als Alternative zu ‚Versailles‘ erhobenen Forderung:
„Make the Germans fat but impotent“.

Frage an R-R-G und GroKo: Warum erlaubt eigentlich die Politik der Polizei „scharfe Waffen“ zu tragen?? Man kann doch zur Abschreckung die Polizei ausstatten mit Wasserpistolen, oder Schreck schusspistolen, plus Leuchtpatschen wie es das Publikum der Klatschhasen bei Schlagershows benutzt! Vielleicht lachen sich die polizeibekannten Intensivtäter tot, wenn sie sehen, wie der/ die Polizist*in mit einer Wasserpistole schiesst, wenn es aus der Pistole es „pitsch, pitsch“ macht! Was tragen eigentlich Polizisten*innen in Afrika, in arabischen Ländern, und anderen Armuts- u. Elends- Regionen des gesamten Planeten ? Wie würde ein*e afrikanische(r), arabische(r) Polizist*in reagieren, wenn ein(e) polizeibekannter Intensivtäter u./o. geistesgestörter Europäer*in… Mehr

Man muß due Polizei einfach besser schulen,
daß Sie immer Bitte Bitte zu sagen hat und Gewalt, oder z.B. Gewaltanwendung bei Festnahmen nicht mehr statthaft sind.
Wenn dir jemand auf die eine Wange schlägt, dann halte auch die andere hin.
Hat das FW der derzeitige Bundespräsident noch nicht „verordnet“?

In solchen Fällen ist es doch „rechtlich“ wie z.B. bei Verkehrsunfällen. Nachher wird Stundenlan debattiert von leuten die nicht dabei waren, oder auf jeden Fall nicht in der gleichen Lage waren ob richtig gehandelt wurde, oder ob anderes handeln besser gewesen wäre. Nur im Augenblick des Geschehens müssen sich Betroffene oft in Sekundenbruchteilen entscheiden. Das gleiche ist ja z.B. wenn man einen Einbrecher ertappt oder Überrfallen wird, da soll man sich dann zuerst Niederschlagen oder Umbringen lassen, damit bewiesen ist, daß täter so etwas vor hatten und das Wehren gerechtfertigt / begründet war. Es sollte rechtlich von vorne rein klar… Mehr

Meiner Meinung nach, muss da gar nicht drüber diskutiert werden. Die Polizisten haben vollkommen richtig gehandelt.

Im August 1989 zögerten in Stuttgart vier Polizeibeamte beim Schusswaffengebrauch bei einem Messer- bzw. Bajonettangriff. Dieses Zögern kostete zwei Beamte das Leben, die beiden anderen Beamten wurden z.T. schwerverletzt.
Der Täter kam übrigens aus Liberia, war abgelehnter Asylbewerber, aber mit Duldung.

Ich frage mich schon lange, wer sich unter solchen Umständen überhaupt noch für den Polizeidienst bewirbt. In Berlin herrscht offensichtlich schon lange Mangel an vernünftigen Bewerbern. Vor ca. 1 1/2 Jahren gingen kurzzeitig Berichte durch die Medien, daß ausländische Clans dort inzwischen die Polizei unterwandern und nach Aussage des Berliner Polizeisprechers auch die deutschen Bewerber in der Ausbildung erst „sozialisiert“ (erzogen) werden müssen. Mit anderen Worten: Man rekrutiert schon in der „Gosse“. Es gab sogar schon Schießereien unter Polizisten. Das wird aber nicht gerne veröffentlicht. Türken, Kurden und Araber in der Polizei sind sich z.T. „spinnefeind“ und gehen offensichtlich gelegentlich… Mehr

In Berlin werden durch die Politik auch gezielt Migranten gefördert. Das dabei Clan-Mirglieder in den Polizeidienst kommen ist unausweichlich.

Es sollte bekannt sein, dass in diesen Familien es bestimmte Leute gibt, die eine „weiße Weste“ haben MÜSSEN und auch bei schmutzigen Geschäften NICHT mitmachen dürfen.

Na ja, auch unsere Polizei wird eben besonders bunt. Weltoffenheit bis in unsere Justiz u. Behörden hinein (Zynismus off)

Zur Zeit baden die Polizistenhasser und Feinde der Staatsorgane und Institutionen, gemeinsam mit ihren Sympathisanten aus der Medienwelt und der Politik, im Blutrausch ihrer verqueren Ansichten, wobei der eine oder andere in den Chor miteinstimmt, den vor einiger Zeit Henriette Reker eröffnete: „Sie sollen zu Fremden „eine Armlänge“ Abstand halten.“ Also, Herr Polizist, wenn Sie lebensbedrohlich angegriffen werden, dann halten Sie gefälligst eine Armlänge Abstand. Wenn schon jeder Waffeneinsatz eines Polizisten in Frage gestellt und ohne nähere Prüfung sogar von Politikern hauptsächlich aus der Kommunistischen, Linken Ecke als unverhältnismäßig angeprangert wird, warum nimmt man dann der Polizei nicht die Waffen… Mehr

Unseren Polizisten bleibt eigentlich nur noch ziviler Ungehorsam und Wegschauen. Anfangen würde ich schon mal bei den vielen Demos. Einfach kurz vorher Rücken , Bauchweh, Kopfweh bekommen. Die Piloten bekamen das doch 2017 auch einmal hin und 250 Piloten von Air Berlin meldeten sich zur gleichen Zeit krank.
Politiker wollen das so, aber auch das Volk will es so. Nur noch den ruhenden Verkehr noch überwachen und gut ists.

In Germoney’s Absurdisthan muss der/die Polizist*in den/die Messerstecher*in ansprechen in Tuerkisch, Arabisch, Farsi, Franzoesisch, Spanisch, Russisch, Polnisch, Serbisch, Kroatisch, und vor Schussabgabe einen Dolmetscher anfordern.