Das preisgekrönte Gulag-Museum in Moskau ist Geschichte. Die Erinnerung an Stalins Verbrechen passt nicht mehr in Putins historisches Narrativ. Wer in Russland weiter an den kommunistischen Terror erinnert, lebt gefährlich.
picture alliance / TASS | Valery Sharifulin
Die Website des Moskauer Gulag-Museums besteht nur noch aus drei Sätzen: „In Moskau wird ein Museum der Erinnerung eröffnet. Es wird dem Gedenken an die Opfer des Völkermords am sowjetischen Volk gewidmet sein. Die Ausstellung wird alle Phasen der Kriegsverbrechen der Nazis während des Großen Vaterländischen Krieges umfassen.“
Vier Jahre nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verkündet die Stadt Moskau das Aus für eines der ambitioniertesten Museen des Landes. Auf seiner Website gab Bürgermeister Sergej Sobjanin im Februar bekannt, dass das Gulag-Museum aufgelöst werde. An seine Stelle solle ein neues Museum treten, in dem es nicht mehr um die 18 Millionen sowjetischen Lagerinsassen geht, sondern um die Opfer des Zweiten Weltkriegs. Eröffnet werden soll es am 22. Juni, dem Tag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion.
Die Schließung markiert den vorläufigen Höhepunkt einer grundlegenden Revision der russischen Geschichtspolitik. Noch 2007 besuchte Präsident Putin den stalinistischen Hinrichtungsort „Butowo-Polygon“ in Moskau. Am Rande der Massengräber erklärte er, der Terror sei die Folge von Versuchen gewesen, eine attraktive Idee über grundlegende menschliche Werte zu stellen. 2015 verabschiedete die russische Regierung dann eine ausführliche Konzeption für das Gedenken an Stalins Opfer. Darin hieß es: „Russland kann nicht vollständig ein rechtsstaatlich regierter Staat werden und eine führende Rolle in der Weltgemeinschaft übernehmen, ohne das Andenken an viele Millionen seiner Bürger zu bewahren, die Opfer politischer Repression wurden.“
Putin ordnete damals an, „zum Zweck der Verewigung der Erinnerung an die Opfer der politischen Repression“ in Moskau einen zentralen Gedenkort zu errichten. Als er die sechs Meter hohe und dreißig Meter lange „Mauer der Trauer“ 2017 einweihte, erklärte er, sie solle dazu dienen, dass „wir und unsere Nachfahren niemals die Tragödie der Repression vergessen und die Gründe, die zu ihr geführt haben“.
Ende der Aufarbeitung
Zehn Jahre später wirken diese Äußerungen wie Nachrichten aus einer versunkenen Welt. Von der Notwendigkeit, an die Opfer des stalinistischen Terrors zu erinnern, ist in Russland keine Rede mehr. Im Gegenteil: Wer sich heute für die Aufarbeitung der Massenverbrechen einsetzt, läuft selbst Gefahr, verfolgt zu werden.
Der Wandel vollzog sich anfangs nur in kleinen Schritten. 2014 wurde die Gedenkstätte im ehemaligen Lager Perm-36, rund 1500 Kilometer östlich von Moskau, klammheimlich verstaatlicht. Die Menschenrechtsorganisation Memorial hatte sich jahrelang dafür eingesetzt, das letzte noch erhaltene Sowjetlager für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der von ihr gegründete Trägerverein eröffnete dort 1995 ein Museum. Freiwillige stoppten den Verfall und stellten Teile der heruntergekommenen Anlage wieder her.
Doch 2012 strich die Regionalregierung dem Verein die Unterstützung. Zwei Jahre später wurde dem Museum der Strom abgeschaltet und die Gründungsdirektorin Tatjana Kursina entlassen. Der Verein musste sich als „ausländischer Agent“ registrieren lassen und wurde mit Gerichtsverfahren überzogen. Da Verhandlungen über einen gemeinsamen Betrieb mit dem Staat scheiterten, löste er sich 2016 auf. Heute widmen sich die Ausstellungen und Veranstaltungen auf dem Gelände vor allem dem Zweiten Weltkrieg und dem Beitrag der Häftlinge zum Aufbau der Sowjetunion.
2014 wurde auch der Dachverband von Memorial gezwungen, sich als „ausländischer Agent“ zu registrieren. Nach wiederholten Durchsuchungen und Steuerverfahren verbot das Oberste Gericht 2021 schließlich die Aufarbeitungsorganisation. Zwei Jahre später löste das Moskauer Stadtgericht auch das Sacharow-Zentrum auf. Es hatte in der russischen Hauptstadt fast drei Jahrzehnte lang Ausstellungen und Veranstaltungen zu Menschenrechtsfragen durchgeführt. Unterstützer von Memorial konnten ihre Aktivitäten seitdem nur noch privat fortführen – etwa durch das Anbringen von Gedenktafeln an Wohngebäuden, die an die letzte Adresse von Opfern politischer Hinrichtungen erinnern.
Nach dem Einmarsch in die Ukraine 2022 verschärfte der russische Staat das Vorgehen gegen die noch zu Sowjetzeiten gegründete Bewegung. Während das Norwegische Nobelkomitee die Organisation mit dem Friedensnobelpreis auszeichnete, verließen führende Mitglieder wie Irina Scherbakowa Russland aus Angst vor Verfolgung. Ihr Plan war es, die Arbeit aus dem Exil fortzusetzen, weshalb sie 2023 die Internationale Vereinigung Memorial gründeten.

Angst vor Verfolgung – Ansprache des Vorsitzenden von Memorial International, Jan Rachinsky, 2022 in Oslo © Nobelpreis-Outreach, Foto: Geir Anders Rybakken Ørslien
Im Februar 2026 stufte die russische Generalstaatsanwaltschaft auch diesen Verband als „unerwünschte Organisation“ ein. Jede Form der Zusammenarbeit mit ihr, und sei es nur durch das Posten eines Links, kann seitdem bestraft werden. Am 9. April erklärte das Oberste Gericht die gesamte „Internationale Öffentliche Bewegung Memorial“ sogar für extremistisch. Nach Artikel 282.2 des russischen Strafgesetzbuches kann nun jede Beteiligung an ihren Aktivitäten mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden.
Aus „Brandschutzgründen“ geschlossen
Das Gulag-Museum blieb von dieser Welle der Repression lange Zeit unberührt. Immerhin hatte es die Stadt Moskau 2001 auf Initiative des Historikers und ehemaligen Lagerhäftlings Anton Antonow-Owsejenko selbst gegründet. 2015 bekam es ein historisches Backsteingebäude zur Verfügung gestellt, das dafür eigens aufwendig saniert worden war. Drei Jahre später eröffnete hier eine beeindruckende Dauerausstellung, die 2021 mit dem Museumspreis des Europarates ausgezeichnet wurde.
Wer das Museum besuchte, den ließen die Bilder so schnell nicht mehr los. Gleich zu Beginn versperrten sechzehn Zellentüren aus verschiedenen sowjetischen Gefängnissen den Weg. In den abgedunkelten Ausstellungsräumen setzten hell erleuchtete Vitrinen die traurigen Überbleibsel der Lager und kleine Erinnerungsstücke von Häftlingen in Szene. Vor riesigen Fotografien inhaftierter Kinder erhob sich eine weiße Stalin-Büste, die den Diktator väterlich mit einem Mädchen im Arm zeigt. An einer Stelle las eine Stimme die Namen der 3,5 Millionen namentlich bekannten Häftlinge vor, was jedes Mal mehr als zwei Jahre dauerte. Ein Dokumentationszentrum und eine mobile Ausstellung für Schulen komplettierten das Angebot.

3,5 Millionen namentlich bekannte Häftlinge – Stalin-Büste im ehemaligen Gulag-Museum in Moskau
Im November 2024 wurde die Ausstellung überraschend geschlossen. Zur Begründung hieß es, bei einer Inspektion seien Verstöße gegen den Brandschutz festgestellt worden. Die Kulturabteilung versicherte aber, es handele sich lediglich um eine vorübergehende Maßnahme. Doch wenig später, im Januar 2025, wurde dem langjährigen Museumsdirektor Roman Romanow gekündigt.
Über die Gründe kursierten in Moskau verschiedene Vermutungen. Auslöser soll ein „Gedenkgebet“ gewesen sein, das das Museum am 30. Oktober 2024 – dem Tag des politischen Gefangenen in Russland – in seinem Garten organisiert hatte. Öffentliche Veranstaltungen zu diesem Anlass gelten unter Putin inzwischen als unerwünscht und werden massiv erschwert.
Im Dezember soll es zu einem weiteren Konflikt gekommen sein: Für die Dauerausstellung des Moskauer Stadtmuseums hatte Romanow den Abschnitt über die Verfolgungen der 1930er-Jahre erarbeitet. Eine Woche vor der Eröffnung sei plötzlich verlangt worden, nicht mehr darauf hinzuweisen, dass Moskau das Entscheidungszentrum für den stalinistischen Terror gewesen sei. Da Romanow dies ablehnte, wurde am Ende der gesamte Text entfernt.
Im Auftrag der Moskauer Kulturabteilung übernahm die Chefin des Stadtmuseums, Anna Trapkova, die Leitung des Gulag-Museums. Bekanntheit hatte sie vor allem dadurch erlangt, dass sie nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Innenhof ihres Museums ein Rekrutierungsbüro der Armee eröffnen ließ. Für die Arbeit ihres Vorgängers fand sie gleichwohl lobende Worte: „Dies ist eines der besten historischen Museen der Stadt, das sich all die Zeit erfolgreich entwickelt hat.“
Umso überraschender kam im Februar 2026 die Mitteilung des Bürgermeisters, dass das Gulag-Museum ersatzlos aufgelöst wird. Stattdessen soll nun in seinen Räumen eine Ausstellung über die Opfer deutscher und japanischer Kriegsverbrechen eröffnen. Von angeblichen Verstößen gegen den Brandschutz war plötzlich keine Rede mehr.
Die Entscheidung war offensichtlich von langer Hand vorbereitet worden. Bürgermeister Sobjanin konnte bereits die wichtigsten Exponate nennen, darunter ein Eisenbahnwaggon, mit dem Menschen in nationalsozialistische Vernichtungslager transportiert worden waren. Zur Direktorin berief die Stadt Natalja Kalaschnikowa – „Kriegsveteranin“ und Trägerin der Medaille „Teilnehmerin an einer militärischen Spezialoperation“, wie es in der Mitteilung hieß.
Gefängnisstrafen für Historiker
Mit der Auflösung des Gulag-Museums hat Russland die letzte funktionierende Institution verloren, die Stalins blutige Diktatur zum Thema machte. Um den staatlich verordneten Patriotismus zu stärken, darf es beim Rückblick auf die Geschichte nur noch Helden oder Opfer geben – aber keine Täter. Insbesondere Armee und Geheimdienst sollen von historischer Schuld reingewaschen werden.

Von historischer Schuld reingewaschen – Vereidigung von Heranwachsenden im Moskauer Streitkräftemuseum
Wer sich dennoch weiter mit Stalins Terror beschäftigt, steht mittlerweile mit einem Bein im Gefängnis – selbst wenn er dies rein akademisch tut. Die „Verbreitung wissentlich falscher Informationen über die Tätigkeit der UdSSR während des Zweiten Weltkriegs“ kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Dasselbe gilt für „Informationen, die eine offensichtliche Respektlosigkeit gegenüber der Gesellschaft über die Tage des militärischen Ruhms“ zum Ausdruck bringen. Sogar die „Erniedrigung der Würde einer Person“ aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe – zum Beispiel der Geheimpolizei – steht unter Strafe. Zudem ist jede Gleichsetzung der Handlungen der Sowjetführung mit denen des Dritten Reiches strafrechtlich untersagt.
Der Historiker Juri Dmitrijew, der die sowjetischen Massengräber im karelischen Sandarmoch entdeckte, sitzt bereits seit 2016 im Gefängnis. Er wurde unter dubiosen Vorwänden verurteilt. Die Russische Militärhistorische Gesellschaft verbreitete zudem die Falschmeldung, unter den fast 10 000 Toten befänden sich auch von Finnen erschossene Rotarmisten. Die Behörden ließen daraufhin auf den von Bäumen überwucherten Massengräbern ein Denkmal für die „Opfer der finnischen Besatzer“ errichten.
Auch der Mitbegründer von Memorial, Oleg Orlow, wurde 2024 vor Gericht gestellt. Er erhielt zweieinhalb Jahre Lagerhaft für einen in Frankreich erschienenen Artikel, in dem er den russischen Krieg gegen die Ukraine als „Massenmord“ bezeichnet hatte. Ein halbes Jahr später wurde er, zusammen mit anderen Kritikern, gegen den sogenannten Tiergarten-Mörder ausgetauscht – einen russischen Agenten, der in Berlin hinterrücks einen Tschetschenen erschossen hatte.

Zweieinhalb Jahren Lagerhaft für einen Artikel – Memorial-Mitbegründer Oleg Orlow 2024
Wer sich weiter um die Aufarbeitung der Sowjetverbrechen bemüht, gerät nicht nur ins Visier der Justiz. Die einseitige Staatspropaganda hat dazu geführt, dass denjenigen, die sich mit Stalins Terror befassen, inzwischen auch aus der Gesellschaft Widerstand entgegenschlägt. Im russischen Portal „Zen“ begrüßten etliche Nutzer die Abwicklung des Gulag-Museums. Auch die Prozesse gegen Memorial und Orlow gingen auf Beschwerden der kremltreuen Bewegung „Veteranen Russlands“ zurück.
Warum Putin von einer Aufarbeitung der stalinistischen Verbrechen nichts mehr wissen will, wurde bereits 2021 im Verbotsverfahren gegen Memorial deutlich. Der Verband, so Staatsanwalt Aleksei Schafjarow, „schaffe ein falsches Bild von der UdSSR als Terrorstaat“. Ziel seiner Aktivitäten sei es, „das Bewusstsein der Bevölkerung schrittweise von der Erinnerung an die Sieger zur Notwendigkeit der Reue für die sowjetische Vergangenheit umzugestalten.“ Mit der Beseitigung des Gulag-Museums in Moskau wurde dem nun endgültig ein Riegel vorgeschoben.






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Oh, Oh, Herr Knabe, mit diesem Artikel machen Sie sich aber keine Freunde bei den zahlreichen Putin-Fans hier. Das gibt Haue von Haba Orwell und seinen Freunden, die nichts auf ihren geliebten Menschenfreund Wladimir kommen lassen.
Wer bitte will hier allen Ernstes behaupten genau zu wissen was wahr ,was Propaganda und was Lüge ist .
Sowohl gilt das für journalistische Publikationen als auch für Verlautbarungen interessierter Kreise.
Das Russland unterPutin Alles ,aber Alles richtig macht glaubt kein Mensch . Das er Alles falsch machen kann ebenso wenig .
Warten wir es ab was aus dem Gedenken an Gulag wird ,verschwinden wird es und kann es nicht ,dazu ist es zu sehr in die mehr als geplagten Seelen er Russen und Ukrainer eingebrannt .
Nun, das sind die inneren Angelegenheiten Russlands. Ich werde die roten Verbrecher so wenig wie die braunen vergessen.
Aber im Grunde wäre es an der Zeit, eine Erinnerungskultur für die Opfer des Islamismus in Deutschland zu etablieren.
Guter Artikel!
Faschisten ,gleich welcher Couleur , werden halt nicht gerne an die Gräueltaten ihrer geistigen Vorväter erinnert.
Ich weiß ja nicht, ob Sie die Briten auch unter Faschisten einordnen, aber recherchieren Sie doch bitte auch nach den Opfern des britischen Imperiums. Dieses bewirkte allein in Indien eine Übersterblichkeit von 165 Millionen Menschen. Millionen sind einfach verhungert. Nach Ende der Kolonialzeit gab es vergleichbare Hungersnöte nicht mehr. Auch Kopfprämien für den Abschuss Indigener gehören zur britischen Geschichte. Und die Briten waren mit ihren Kolonien fast überall. Im kollektiven Gedächtnis des Westens sind aber eher die Opfer Stalins oder Maos oder Hitlers. Warum wohl?
Faschismus ist eine nach Innen gerichtete Politik. Imperialismus und Kolonialismus waren nach Außen gerichtete Politik.
Insofern würde ich diese nicht in einen Topf schmeißen.
Das ändert jedoch nichts an den Abscheulichkeiten die die Briten ,Franzosen ,Niederländer ,Spanier ,Portugiesen aber auch wir Deutschen in den Kolonien angerichtet haben.
Und dieser geschichtliche Hintergrund wurde über Jahrzehnte mehr oder minder totgeschwiegen. Da hat sich in den letzten Jahrzehnten jedoch schon einiges geändert.
Nicht vergessen sollte man hier allerdings auch die russischen imperialistischen Gräueltaten der letzten Jahrhunderte. Das heutige Russland und vormalige Sowjetunion ,sind nicht ohne Millionen Tote entstanden.
Persönlicher Hass , Ärger und Niedertracht tröpfelt aus BRD “ Historikern “ wie diesem Hubertus Knabe nicht mehr nur heraus , sondern es beginnt alles , was schon seit langem in seinem schlammig , stinkenden Seelenkeller lagert , ungebremst hochzusprudeln . Nun leben solche Typen ihren blinden Hass gegen Russen, Trump und u.a. uns Bürger der Deutschen Demokratischen Republik ungebremst verbal offen aus. Was für ein ekelhaft übler revanchistischer Menschenschlag . Was ist das nur ? Was stimmt mit denen nicht ? Lasst Euch bloß mal behandeln oder gleich einweisen !
Aus welcher Irrenanstalt sind Sie denn abgehauen, Sie „Bürger der Deuschenmokraschenreplik“?
Nur zur Erinnerung: Ihr wolltet herüber, nicht wir hinüber.
Hüben wie drüben wird die Propaganda gepflegt. Bei uns wird man bestraft, wenn man den Krieg in der Ukraine nicht als russischen „Massenmord“ bezeichnet. Dort, weil man ihn so bezeichnet. Hier wird dem „puritanischen Säuberungsfuror“ (nach TE-Autor Josef Kraus) in deutscher Gründlichkeit gefrönt und dort einer anderen Form von Geschichtsrevision. „Ikonoklasmus als politisch und/oder religiös motivierten Bildersturm und Denkmalsturz sowie Umbenennungen gab es zu allen Zeiten……In George Orwells 1984er „Wahrheitsministerium“ hat der Archivar Winston Smith die Aufgabe, Geschichte ständig umzuschreiben, damit sie sich den jeweils aktuellen politischen Wünschen fügt. Geschichtspolitik nennt man so etwas. In Deutschland sind solche Winston Smith‘… Mehr
> In George Orwells 1984er „Wahrheitsministerium“ hat der Archivar Winston Smith die Aufgabe, Geschichte ständig umzuschreiben, damit sie sich den jeweils aktuellen politischen Wünschen fügt.
Digitalisierung vereinfacht es massiv – bloß ein Update und alles umgeschrieben. Wenn man in Westeuropa Stepan Bandera samt Kiewer Fans anhimmelt, wundert mich, dass dessen Chefs nicht auch noch.
Diese Gleichsetzung von Putins Diktatur und den EU-Regierungen ist bösartig und falsch. Putin entwickelt sich immer mehr zu einem lupenreinen Diktator, der etwa Regimekritiker aus dem Fenster werfen lässt. Auch wenn die EU und Deutschland immer mehr der Zensur frönt – wofür ich sie heftigst kritisiere – darf man hier die Ukraine kritisieren, die deutsche Unterstützung der Ukraine und vieles mehr. Richtig, die Zensur weitet sich aus. Aber eine gerichtliche Gegenwehr ist möglich, und oft auch ERFOLGREICH.
Fazit: Ja, Westeuropa hat Probleme mit der Redefreiheit. Aber eine Gleichsetzung mit Putins Russland ist nicht nur falsch, sie ist bösartig und kontraproduktiv.
Schade, dass es zu diesem Thema gar keine Kommentre gibt. Zu „giftig“, weil man Russland lieber als einen reinen Rohstofflieferanten sieht, dessen korrupte und verbrecherische Regierung uns gar nichts angeht?
Doch das oben Geschriebene gehört ja eben zu der Wahrheit, dass dieses Land keine „lupenreine Demokratie“ ist. Es nie war.
Gibt es denn einen Unterschied zwischen einer Diktatur und „unsereDemokratie“?
Diktaturen sind für gewöhnlich nichtwestliche Länder, während UnsereDemokratien im Westen zu suchen sind…
Ferner gibt es prowestliche Partisanen/Freiheitskämpfer und antiwestliche Terroristen. Mit gleichem Verhalten kann man je nach aktueller Geopolitik wie AlJolani in Syrien schnell von einer Kategorie in die andere wechseln.
Sie und Ihre Genossen haben doch Ihre schöne rote Mauer, hinter der es sich „of Orbeit“ einst so gemütlich anließ und wo man jedes Jahr nen Orden für Systemanbiederung bekommen konnte, abgerissen, nicht wir!
Hätten Sie halt früher überlegen sollen, was Sie da machen.
Ja, natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Putins Diktatur und „unsererDemokratie“.
Natürlich muss man vor dem forstschreitenden Abgleiten Deutschlands und der EU in einen immer autoritäreren Staat warnen. Aber ein simples Schwarz-Weiß-Denken ist dabei destruktiv. Schwarz-Weiß-Denken hilft der Wiedergewinnung einer wirklichen Demokratie nicht. Denn dazu braucht es einen klaren Verstand, nicht Schaum vor dem Mund.
Nun ja, man könnte irgendeinen Schmarrn schreiben, was nichts bringt. Hier wird wieder mal ein Symptom beschrieben, wie beim Ukrainekrieg auch. Ursachen und Hintergründe werden unter den Tisch gefegt. Deutschland hat sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert als es um die Aufnahme der Heimkehrer ging. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Aber wer sich auf Putin als ewiger Feind eingeschossen hat, dem ist jedes Mittel recht,um schmutzige Wäsche zu waschen.
Probieren Sie es doch mal aus. Machen Sie ein Experiment.
Stellen Sie sich in Berlin vors Kanzleramt und rufen Sie ganz laut, dass Friedrich Merz ein Lump, Lügner und Verbrecher ist.
Und danach fahren Sie mal nach Moskau und machen das selbe auf dem Roten Platz. Nur mit dem Unterschied, dass Sie den Namen Friedrich Merz gegen Wladimir Putin austauschen.
Bitte machen Sie es nicht umgekehrt (also zuerst Moskau und dann Berlin), denn dann werden Sie es wohl leider nicht mehr nach Berlin schaffen.
Danach werden Sie wissen, was der Unterschied zwischen einer echten Diktatur und „UnsereDemokratie“ ist.
Ich wüsste nicht, warum ich Herrn Putin so betiteln sollte.
Genau. Laut Gerhard Schröder ist Herr Putin schließlich ein „lupenreiner Demokrat“. Und es gibt ja nicht den geringsten Grund, daran zu zweifeln.
Man sollte sich vielleicht fragen, wieso nur in Deutschland der Schandtaten der Vorfahren so innig gedacht wird. Weder die USA, noch die Türkei, noch China oder Kambodscha und auch nicht Russland und nicht die Ukraine zelebrieren regelmäßig ihre historische Schuld.
Ob hiermit ein bestimmter Zweck verfolgt werden soll?
> Man sollte sich vielleicht fragen, wieso nur in Deutschland der Schandtaten der Vorfahren so innig gedacht wird.
Wenn es um die Schandtat geht, gegen Slawen Richtung Osten in einen Feldzug zu ziehen, sehe ich kein besonderes Nachdenken oder den Willen, es künftig zu vermeiden.
Ich sehe nur Slawen, die Richtung Westen ziehen, nämlich solche, die unter Befehl ihres Diktators Putin einen Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen die Ukraine führt und der jetzt, wo ihm der Sieg zu entgehen scheint, mit Atombomben droht.
Die Verschwörungstheoretiker insinuieren, die USA, die UNO oder „die Juden“ wollten mit der „Erinnerungskultur“ Deutschland klein halten. Die Wahrheit ist, dass hier deutsche Bußprediger am Werk sind. Deutsche Bußprediger haben seelische und politische Vorteile davon, wenn sie ihr deutsches Publikum mit Schuld und Scham überziehen. Viele Deutsche denken, sie hätten das verdient, wie Kinder, die von den Eltern in die Schamecke gestellt werden. Für sie ist es eine Übung in Selbstverachtung.
Es ist allerdings falsch, die Vergangenheit zu leugnen, wie Putin es jetzt tut. Falsch ist der deutsche Schuldkult, der die Form religiöser Rituale angenommen hat.
> Wer in Russland weiter an den kommunistischen Terror erinnert, lebt gefährlich.
Aha. Besonders gefährlich lebt man aber als Zivilist unweit der Front – unzählige banderistische Terrorangriffe auf Zivilisten werden im Westen verschwiegen. Ob Geschichten über irgend ein Museum davon ablenken können?
Uiii, jetzt haben Sie es dem Westen aber wieder gegeben! Der Euro ist Ihnen trotzdem lieber als der Rubel. Komisch.
Wenn ich mir derartige denkbar sinnbefreite Sprüche durchlesen muss, ist vielleicht Umma die letzte Hoffnung für etwas Vernunft in West-Schlandien. Aus eigenem Antrieb wird es nichts mehr.
In Osteuropa kommt hingegen gerade Bulgarien zur Vernunft: >>>Bulgarien stoppt Waffenlieferungen an die Ukraine<<<
Bei Ihnen ist die Umma sowieso die ultima ratio. Wer aus lauter Hass gegen den Westen schon den Islamismus anfängt zu lieben, wird hoffentlich gleich mit abgeschoben, wenn Weidel Kanzlerin werden sollte. Bin sicher, dass Sie sich in Gaza oder Kabul zufriedener fühlen werden.
Schade Wladimir Putin! Sie hätten wahrhaftige Größe einer international anerkannten Nation gezeigt, dessen Präsidenten Sie sind!! Sie haben sich mit der „Annullierung“ der Vergangenheit der einstigen Sowjetunion die Chance zu einer Demokratie selbst verbaut. Eine selbstherrliche Autokratie zerstört auf Dauer eine Gesellschaft, wenn Machtbesessenheit eine Nation infiziert wie ein Virus. Macht ist immer nur Macht auf Zeit! Nur mit massiver Drohung und Einschüchterung der großartigen Bevölkerung in der Russischen Föderation werden Sie an der Macht bleiben können, mit der Rückendeckung derer, die geschichtsvergessen hinter Ihnen stehen. Eine gesellschaftliche Spaltung, wie Deutschland und Europa sie derzeit erlebt. Und da nehme ich… Mehr