Liefers reagiert auf Diffamierungen und Kritik an #allesdichtmachen

Jan Josef Liefers trat in zwei Fernsehsendungen auf, um zur Kritik an der Aktion "allesdichtmachen" Stellung zu beziehen. Überraschende Unterstützung erfährt er von Armin Laschet.

Screenshot Radiobremen: "3 nach 9"

Jan Josef Liefers ist das Gesicht von „allesdichtmachen“ – in zwei Fernsehsendungen wehrte er sich am Freitag gegen Vorwürfe und Attacken. Während ihm in der Talksendung „3 nach 9“ von Radio Bremen eine verständnisvollere Atmosphäre erwartete, begrüßte ihn der Moderator von WDR aktuell gleich mit den Worten: „Wir haben uns über sie geärgert“. Mit Fragen wie „Herr Liefers, wie kommen Sie dazu, die Medien als gleichgeschaltet zu werten?“ oder warum er denn hart arbeitende Menschen verhöhnen würde, möchte der Moderator die Daumenschrauben wohl besonders hart angelegen – dabei unterstellt er Liefers permanent Dinge, die der nicht gesagt hat.

Dann platzt dem Schauspieler der Kragen, als Moderator Martin von Mauschwitz fragt: „Mit dem Video bedienen Sie ja auch exakt das Narrativ, die Erzählung der Corona-Leugner und dieser rechtsextremen Lügenpresse-Schreihälse. Und die feiern Sie im Netz heute richtig ab. Davon haben Sie sich distanziert heute Nachmittag. Sind Sie wirklich so naiv?“ Liefers antwortet: „Wissen Sie, wann das letzte Mal jemand zu mir gesagt hat: ‚Sind Sie so naiv?‘ Das war ein Mitarbeiter des Zentralkomitees in der DDR auf der Schauspielschule.“

Mauschwitz entgegnet, dass wir davon weit entfernt seien. Woraufhin Liefers nachlegt: „Ich weiß. Aber so war’s halt. Die Frage klingt genau so. Ich wollt’s Ihnen nur einfach mal sagen.“

Viel weiter darf Liefers nicht aussprechen, er wird permanent unterbrochen. Mehr Gelegenheit bekommt er später am gleichen Tag, dieses Mal zugeschaltet in der Talkshow „3 nach 9“. Hier nimmt Liefers zunächst die breite Kritik an, räum ein, dass Ironie vielleicht ein ungeeignetes Mittel gewesen sei und distanziert sich abermals von Querdenkern & Co. – das ist wohl auch für ihn obligatorisch. Zur Aktion allgemein macht er aber klar: „Ich stehe dazu“. Es sei den Schauspielern darum gegangen, denen, die unter den Maßnahmen leiden und verzweifeln, eine Stimme zu geben. „Die sehe ich nicht so wirklich vertreten“.

Überraschenden Zuspruch erhält der sichtlich übernächtigte Liefers vom CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Der nennt die Forderung des WDR-Rundfunkrats Garrelt Duin, die an der Aktion teilnehmenden Schauspieler von weiteren Projekten auszuschließen, eine „unglaubliche Aussage“. Er appelliert: „Man darf das sagen in einem freien Land. Man muss es nicht teilen. Man kann sagen, es ist geschmacklos, das mache ich nicht.“ Laschet: „Von diesen 50 ist keiner AfD, ist keiner rechts. Die haben eine andere Meinung als die Mehrheit“. Auch andere Teilnehmer in der Runde bemerken, wie schnell dieser Mechanismus, alles nach rechts zu diffamieren um Kritik zu delegitimieren, heutzutage ausufert.

Er sagt, er finde es berechtigt, die anderen Opfer der Krise zu benennen, als Beispiele nennt er selbst Kinder, die seit Monaten nicht mehr zur Schule gehen dürfen, Menschen, die Suizid begehen, und Menschen, die in Altersheimen allein sterben, weil es keine Besucher mehr geben darf. Es folgt zwar eine obligatorisch Bekräftigung, dass die Maßnahmen richtig seien – dennoch ist es ein bemerkenswertes Plädoyer. Selten hat ein deutscher Spitzenpolitiker die Folgen des Lockdowns so vergleichsweise deutlich und konkret benannt – auch eine Aktion so klar zu verteidigen, ist schon ein absolutes Novum in diesen Zeiten.

Der Druck auf die Initiative wächst und wächst, mehrere Rundfunkräte sprachen öffentlich über Konsequenzen für die Schauspieler. Von ehemals 53 Videos sind nur noch 38 übrig geblieben, mehrere Schauspieler mussten zurückziehen, viele nicht ohne lange schriftliche Erklärungen oder in Form eines neuen erklärenden Clips. Einige scheinen aber entschlossen zu sein, an der Initiative festzuhalten. Außerhalb des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks scheint die Stimmung ohnehin weiterhin klar auf Seiten der Schauspieler zu sein. Bei über 1,1 Mio. Aufrufen allein auf YouTube kommt das Video von Jan Josef Liefers auf rund 5.800 negative Bewertungen und über 42.000 Daumen nach oben.

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Kommentare ( 201 )

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elrosu
4 Monate her

Der Aktuelle – Stunde – Moderator von „Mauswitz“ fühlt sich und seine Zunft kritisiert. Wahrscheinlich liegt es daran, dass er und seine KollegInnen beim WDR sich ständig für von ihnen verbreitetes Framing und Halbwahrheiten rechtfertigen müssen. Normalerweise wird die Kritik in unbeachteten Mails geäußert. Doch nun sehen sie sich von prominenten und beliebten Persönlichkeiten „veräppelt“ (Mauswitz). Mauswitz’s einzige instinktive Reaktion auf die ironisch, humorvollen Videoclips ist die Anklage, dass rechte Positionen bedient würden. Genau damit hat sich der Moderator entlarvt.

H. Meier
4 Monate her

Wehe es kommt jetzt auch noch in aller Deutlichkeit heraus in welchen Stadt-Teilen die positiven Testergebnisse am höchsten sind und diese Bevölkerungsanteile die Krankenhausbetten überwiegend belegen.
Dann geht aber die emotionale Stimmung der Scheinheiligen auf die Brüll-Barikaden.
Der konsequente Weg, sich um die Betroffenen zu kümmern, wäre zwar der logische praktische Schritt, nur damit würde man Vernunft ins Spiel bringen. Von Vertrauen in diese Abkanzlerin existiert Null,nix.

G Koerner
4 Monate her
Antworten an  H. Meier

Ach, das kann ich Ihnen am Beispiel von Köln (Durchschnitt 250,1) mitteilen. In den bürgerlichen Stadtteilen (Braunsfeld, Lindenthal, Klettenberg) und den durchgrünten Szenevierteln (Ehrenfeld, Nippes) liegt die Inzidenz zwischen 35 – 150. In den Migrantenvierteln (Chorweiler, Mülheim, Vingst, Gremberghoven, am Kölnberg) liegen die Inzidenzen zwischen 320 – 714 .
https://stadt-koeln.maps.arcgis.com/apps/webappviewer/index.html?id=515374f75b2f4c08bbf73e05ae1239e8

ReneKall
4 Monate her

War Herr Liefers nicht auch rechts, als er in der DDR aufbegehrte. Hat er sich also jetzt von sich selbst distanziert? Was soll heute schlimm sein rechts zu sein?

Ich bin Konservativer und damit rechts.

Waehler 21
4 Monate her

Herr Martin von Mauschwitz bekämpft beruflich die Leute, an dessen Tisch er täglich diniert.

Engelbogen
4 Monate her

Die Gesellschaft wurde von den Medien belogen und mit falschen Zahlen und Experten betrogen. Aufklärer wurden verfolgt und sozial diffamiert. Anderen zerstört man sogar ihre berufliche Existenz. Die Wirtschaft wurde zerstört, Arbeitsplätze vernichtet, alte Menschen in die Einsamkeit getrieben und der Pharma Milliardengewinne beschert. Nur wird sinnlos mit Probesubstanzen geimpft im Wissen das die Menschen auch nach der Impfung ansteckend sind und vor einer B Mutatiin ungeschützt. Unser Geld wird entwertet werden und wir werden bis ins Grab arbeiten müssen, um diesen Schaden zu finanzieren. Das Alles weil die Regierung unfähig ist ihre eigenen Fehler einzugestehen und es Schweden oder… Mehr

Last edited 4 Monate her by Engelbogen
G. J.
4 Monate her

Moderne Inquisition: Aus dem WDR-Journalisten spricht nicht nur diese altbekannte verdammte Arroganz und Überheblichkeit, sondern bereits Menschenverachtung und Niedertracht, wenn er über die AFD, die Corona-Leugner und rechtsextremen Lügenpresse-Schreihälse spricht.
Mit diesen Leuten kann man keinen Staat mehr machen!

HGV
4 Monate her

Von Mauschwitz ist einer der übelsten Hetzer des WDR und Hauptgrund, warum wir keine „Aktuelle Stunde“ mehr ansehen. Die mangelnde Reflexion dessen, was Herr Liefers gesagt hat – von Mauschwitz hat das wohl schon verstanden – zeigt, in welcher Hybris und Verblendung die Journalisten heute sind. Gefräßig und fett sind sie im Geiste geworden und träge folgen sie dem Mainstream.

Sennekind
4 Monate her

Moin.
Ach was wünscht man sich in der heutigen Zeit als Vorbild die Dachlatte mit Manfred Krug an der Hand zurück…
Was ist aus nur aus unseren Kulturschaffenden geworden ?
Wenn der Magen leer ist , das merkt man, beim Gehirn wird die Leere auf lange Zeit leider nicht bemerkt, bzw. nie wahr genommen.
.

Albert Pflueger
4 Monate her

Natürlich muß man sehr bedauern, daß die perfide Methode, jede von der Linie abweichende Meinung als „nazi“ zu diffamieren, nicht hinterfragt wird. In diesem Punkt hat die Propaganda der Herrschenden offenbar gut verfangen. Dennoch, es geht um die Freiheit, und es ist wichtig, nicht zuzulassen, daß eine freiheitsfeindliche politische Strömung, die es vermocht hat, die Bürger vollständig, bis ins Allerpersönlichste hinein, zu entrechten, die Deutungshoheit behält!
Die Künstlerinitiative sollte eine Auffangposition bereithalten. Mein Vorschlag: Jeder Einzelne veröffentlicht ein ironisches Distanzierungsvideo, um so zu zeigen, welcher Druck auf ihn ausgeübt wird!

oHenri
4 Monate her
Antworten an  Albert Pflueger

Ironische Distanzierung: Dazu haben wir hier in der Schweiz einen alten Witz vom Dällenbach Kari, welcher sagte: „die Hälfte der Polizisten sind Idioten“.
Der Richter dann: „das müssen Sie sofort zurücknehmen, sonst gibts Busse.“
Dällenbach Kari: „Gut, ich widerrufe: die Hälfte der Polizisten sind keine Idioten“.

kdm
4 Monate her

„Bei über 1,1 Mio. Aufrufen allein auf YouTube“
Kurz darauf waren’s knapp zehn Millionen !
Da hat Youtube die Reißleine gezogen.

Waehler 21
4 Monate her
Antworten an  kdm

Wer ist YouTube? Für diese Sperrung sind Menschen verantwortlich, die wir nicht kennen, wir haben noch nicht einmal ein Gesicht zu dieser Entscheidung. Wissen wir von wem sie gegängelt werden? Haben sie das alleine entschieden, oder hat die Regierung nachgeholfen? Bei dem Demokratieverständnis unserer Regierung glaube ich letzteres.