Die passenden Kulissen für Remigration

Während sich 97% der Medien weiterhin als Rechtsanwälte für mehr Masseneinwanderung abmühen, flutschen immer wieder einzelne Formate durch, die zeigen, dass an der großen Fluchtgrund-Märchenerzählung nichts stimmig ist. Es ist Zeit für Rückschiebungen im großen Umfang. Ob mit oder ohne CDU.

Screenprint: ARD, ZDF - Collage: TE

Das ZDF hat gerade unfreiwillig vorgeführt, wie schmal der Grat zwischen Berichterstattung und politischer Kulissenmalerei inzwischen geworden ist. Wenige Wochen nach dem Massenansturm auf Ceuta schickt der Sender seine Zuschauer nach Marokko. Die 43-minütige Reportage „Abenteuer Auswandern: Neuanfang in Marokko“ könnte streckenweise aus der Werbeabteilung des marokkanischen Fremdenverkehrsamtes stammen.

Der „Duft von Gewürzen“ zieht durch die Gassen der Souks. Der Atlantik lockt mit seinen Stränden. In Casablanca und Marrakesch führe man ein modernes Leben. Das ZDF erzählt in wunderschönsten Bildern von Menschen, die sich so sehr in Marokko verliebt haben, dass sie dort dauerhaft leben wollen. Eine Deutsche betreibt seit Jahrzehnten ein Hotel in Marrakesch. Der Fotograf Christian Mamoun schwärmt vom kreativen Casablanca. Janina Maurus hat bei Agadir mit ihrem marokkanischen Mann eine Existenz aufgebaut. Für sie ist Marokko zur „wahren Heimat“ geworden.
Das alles ist vollkommen legitim. Marokko ist ein großes Land mit modernen Städten und funktionierenden Wirtschaftsbereichen. Millionen Menschen führen dort ein ganz normales Leben. Gut, passt jetzt halt nicht ganz zu der sonstigen mühsam Potemkinschen Medienerzählung von Marokko als Shithole Fatal, aber kann ja mal passieren. Und wenn es um 0:45 Uhr gesendet wird, wer soll da schon was merken.

Marokko: Elendskulisse oder Traumausreiseland, je nach Bedarf

Ende Juli hatten mehr als 80.000 Menschen aus Marokko und anderen Staaten die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta in einem regelrechten Invasionsschwall überrannt. In den deutschen Medien begann sofort wieder die rührseligen Erklärbärstücke nach sozialen Verwerfungen für diesen Vorgang. Die Tagesschau veröffentlichte wenig später einen Beitrag mit der Überschrift „Marokkos Jugend sieht zu Hause keine Perspektive“. Ein 25-Jähriger erklärte dort seinen Traum von Europa. Er arbeite in einer Textilfabrik, verdiene jedoch zu wenig für seine Lebenspläne. Hah, man stelle sich vor, dass einfach mal 100.000 deutsche Jugendliche jetzt nach Marokko rüberschwimmen, nur, weil sie hier keine Perspektive sehen. Machen sie nicht? Nun, das könnte am dem Einzigen liegen, was in Deutschland noch funktioniert: Arbeitenden Bürgern Geld unter Zwang abnehmen und dem immer gierigeren, bald explodierenden Sozialstaat zuführen.

Das ZDF erklärte die Invasion ebenfalls mit dem starken Wunsch nach einem besseren Leben in Europa und berichtete ausführlich über mögliche soziale Ursachen.

Und ein paar Wochen später zeigt dann der gleiche Sender ein Land, das so dermaßen perspektivenlos ist, dass Deutsche freiwillig dorthin auswandern. Dort angekommen, eröffnen sie Unternehmen. Dort finden sie eine Heimat. Casablanca wird als kreative, blühende Metropole beschrieben. Marrakesch bietet deutschen Hoteliers seit Jahrzehnten eine wirtschaftliche Existenz. Ist schon seltsam, das alles. Entweder ist Marokko ein absolutes Horrorland, das so unsicher ist, dass man dahin niemanden zurückschieben kann (siehe Grüne und ihre angeschlossenen Medien) – oder aber man kann sich dort prima und wahrscheinlich mit 85% weniger strangulierender Bürokratie etwas aufbauen – wenn man denn willens und tüchtig genug ist.

Der Zuschauer bekommt jeweils diejenige Wirklichkeit präsentiert, die zum Thema der Sendung passt. Bei Massenmigration nach Europa stehen Chancenlosigkeit und der Wunsch nach einer besseren Zukunft im Zentrum. Alles in Marokko: dunkel, perspektivlos, fürchterlich. Beim Auswandern deutscher Fernsehzuschauer darf dasselbe Land plötzlich schön, dynamisch und lebenswert sein. Jetzt bekommen Sie diesen Kontrast mal auf die Reihe, ohne dass Ihnen ein paar Synapsen durchschmoren. Bei den Öffentlich-Rechtlichen offenbar längst passiert.

Afghanistan: Ferien im angeblichen Höllenloch

Dieses Verfahren begegnet einem inzwischen mit erstaunlicher Regelmäßigkeit. Am 4. August zeigte die ARD die Weltspiegel-Dokumentation „Ferien bei den Taliban“. Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Islamisten begleitet ARD-Korrespondent Markus Spieker eine internationale Reisegruppe durch Afghanistan. Die Urlauber besuchen Sehenswürdigkeiten und erleben nach Darstellung der ARD die große, wunderbare Gastfreundschaft der Menschen. Die Landschaft wird als beeindruckend beschrieben und ebenso präsentiert. Gut, gibt halt nur eine Trinkbrause, dafür in gefühlten 100 Geschmacksrichtungen und als Frau darf man diesdasjenes nicht, wie an manchen Tagen in gewisse Landschaftsparks, aber nun.

Spieker formuliert in der offiziellen ARD-Pressemitteilung einen bemerkenswerten Satz: Man könne „tatsächlich halbwegs sicher nach Afghanistan reisen“. Die Leute seien „gastfreundlich und herzlich“, die Sehenswürdigkeiten absolut spektakulär. Die Doku sollte man sich unbedingt zu Gemüte führen.

Für die deutsche Migrationsdebatte folgt daraus eine sehr viel unbequemere Frage. Wenn eine ARD-Reisegruppe unter Taliban-Herrschaft durch Afghanistan fahren und touristische Ziele besuchen kann (hierzu gibt es im Übrigen auch eine ganze Youtuber-Afghanistan-Reisekultur), muss über Rückkehr zwingend gesprochen werden. Eine pauschale Erzählung vom generell unbetretbaren Afghanistan wird durch die ARD selbst porös.

Rückführungen: Möglich, aber kaum gewollt

Die Bundesregierung weiß das inzwischen ebenfalls. Ende Juli wurden erneut vollziehbar ausreisepflichtige Afghanen nach Kabul abgeschoben. Die Bundesregierung hält Rückführungen nach Afghanistan ausdrücklich wieder für möglich und will zunächst Straftäter und Gefährder zurückbringen. Bei dem Flug vom 28. Juli befand sich nach Angaben des Innenministeriums erstmals auch ein Mann ohne strafrechtliche Verurteilung. Aber das ist nur der Tropfen eines Tropfens auf dem heißen Stein.

Im Fernsehprogramm kann der Deutsche also „Ferien bei den Taliban“ sehen. Sind ein wenig repressivere Ferien, aber dennoch ist Afghanistan kein völliges Shithole ohne Perspektive mehr, wenn wie in der ARD-Doku auch Frauen gezeigt werden, die durchaus wieder einer Arbeit nachgehen. Jedenfalls ist ein Leben in Afghanistan möglich. Aber kein Leben ohne süßes Bürgergeld wie in Deutschland. Und ohne die konkreten Gesellschaftsveränderungsbestrebungen der Grünen dahinter, die Afghanen in wahrscheinlich hunderttausenden Fällen unter dem Deckmäntelchen Ortskraft, Nachbar von Ortskraft, Schwippschwager vom Nachbaren von Ortskraft, Gemüseanbauer von Ortskraft etc. nach Deutschland eingeschleust haben.

In der politischen Debatte klingt Afghanistan über Jahre wie ein schwarzes Loch, dessen Grenze nur in einer Richtung überschritten werden kann: nach Germoney.

Ebenso deutlich lässt sich die Methode an Syrien beobachten.

Syrien: Die richtige Ruine für die richtige Botschaft

Als Außenminister Johann Wadephul am 30. Oktober 2025 Syrien besuchte, wurde er nach Harasta gebracht, einen schwer zerstörten Vorort von Damaskus. Dort erklärte er, hier könnten „kaum Menschen richtig würdig leben“. Später fiel in der Unionsfraktion nach übereinstimmenden Medienberichten der Satz, Syrien sehe schlimmer aus als Deutschland 1945.

Die Bilder dazu waren perfekt ausgewählt. Wadephul stand vor zerbombten Häuserzeilen. Betontrümmer füllten den Hintergrund. Für die deutsche Öffentlichkeit entstand das optische Argument: Hierher soll ein Flüchtling zurückkehren? Wir bei TE haben gezeigt, wie viel Politik bereits in der Auswahl einer solchen Kulisse steckt. Der italienische Außenminister Antonio Tajani war bei seinem Syrien-Besuch wenige Monate zuvor zu Fuß durch Damaskus gegangen und hatte die Umayyaden-Moschee besucht. Seine Bilder zeigten den städtischen Alltag. Wadephul wurde in ein massiv zerstörtes Gebiet außerhalb des Zentrums gefahren.

Auch Annalena Baerbock hatte sich bei Syrienreisen vor Kulissen der stark zerstörten Vororte fotografieren lassen. Klar, diese Ruinen existieren. Die Manipulation liegt in ihrer Aufladung zum Gesamtbild eines Landes mit mehr als 20 Millionen Einwohnern.

Vom Trümmerland zum Reiseland

Am 7. Dezember 2025 sendete der ARD-„Weltspiegel“ den Beitrag „Syrien: Die Rückkehr der Araber-Pferde“. Der Sender sprach von einem „Neuanfang“: Der jahrzehntelang unter Assad verfolgte Jockey Adnan Kassar war wieder frei. Er ritt erneut und trainierte junge Syrer auf Vollblutarabern. Plötzlich gab es Syrien wieder jenseits der Ruinenkulisse. Menschen bauten ihr Leben neu auf. Junge Leute trainierten, Sport findet wieder statt. Der gesellschaftliche Alltag kehrte zurück.

Im März 2026 präsentierte sich Syrien sogar auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin als aufstrebendes Reiseland. Der syrische Vize-Tourismusminister erklärte, deutsche Touristen seien willkommen. Reiseveranstalter warben für historische Stätten und neue touristische Angebote. Zugleich galt in Deutschlands Medien weiterhin die große politische Frage, wie vielen der rund eine Million aufgenommenen Syrer eine Rückkehr überhaupt zugemutet werden könne – darunter Hunderttausende Landsleute, die erst Assads Sturz auf deutschen Straßen mit syrischen Fahnen feierten und wenige Monate später den neuen IS-Schlächter und Machthaber al-Scharaa bei seinem Berlin-Besuch Fahnenschwenkend wie einen Staatshelden begrüßten und mit ‚Allahu Akbar‘-Rufen hochleben ließen.

Aber diese Menschengeschenke kann man doch nicht zurückgeben. Nein, nein.

Damals wurden die Deutschen ganz konkret damit verarscht, dass diese Menschen nach dem Krieg schon wieder nach Hause zurückkehren würden. In der Zwischenzeit wird mit manipulativen Erzählungen und kuratierten Fotokulissen die eigene Bevölkerung gesucked. Das alles, während man am Fließband einbürgert.

Die Journalisten Liv von Boetticher berichtet immer wieder, dass die Bilder und Erzählungen in deutschen Medien NICHT mit denen zusammenpassen, die man in der Realität vor Ort vorfindet. Anhand von Marokko kann ich ihr da nur beipflichten.

Wenn die Recherche das gewünschte Narrativ nicht liefert

Die Investigativjournalistin verbrachte 2022 mehrere Wochen in Afghanistan und recherchierte dort zur Lage ehemaliger Ortskräfte von Bundeswehr, GIZ und Auswärtigem Amt. Trotz zahlreicher Interviews habe sie kaum Personen gefunden, die eine akute Lebensgefahr durch die Taliban konkret und glaubwürdig belegen konnten. Manche angeblichen Ortskräfte hätten bei näherem Nachfragen lediglich lose Kontakte zu deutschen Einrichtungen vorweisen können; häufig sei schließlich der Wunsch geblieben, Afghanistan wegen der desolaten wirtschaftlichen Lage zu verlassen. In ihrer deutschen Redaktion sei dagegen ausdrücklich die Geschichte der „verzweifelten, von Deutschland im Stich gelassenen Ortskraft“ erwartet worden. Als ihre Recherche diese Erzählung nicht bestätigte, habe man ihr sinngemäß mangelnde Recherche vorgeworfen. Bei einem anderen Sender sei nach einer vergleichbaren Erfahrung sogar ein anderer Journalist geschickt worden, um die gewünschte Geschichte doch noch zu finden. Jahre später hätten Verantwortliche der GIZ nach von Boettichers Darstellung selbst eingeräumt, dass es keine systematische Verfolgung ehemaliger Ortskräfte gegeben habe.

Eine ähnliche Erfahrung schildert von Boetticher auch über Syrien. Schon 2024 berichtete sie, die autonome Verwaltung Nordostsyriens habe Deutschland angeboten, syrische Rückkehrer aus allen Landesteilen aufzunehmen. Im September 2025 reiste sie selbst nach Syrien, ausdrücklich privat und nach eigener Aussage als Urlauberin, um sich unabhängig von ihrer journalistischen Arbeit ein Bild über den Zustand vor Ort zu machen. Sie erlebte ein von den deutschen Vorstellungen des permanenten Ausnahmezustands massiv abweichendes Land: Filmfestivals in Damaskus, Partys in Homs und Sushi-Restaurants in Aleppo. Zugleich traf sie in Deutschland lebende Syrer, die dort Urlaub machten. Die Eindrücke hätten sie „sprachlos“ zurückgelassen; die späteren Aussagen von Außenminister Johann Wadephul über die kaum vorhandenen Möglichkeiten einer Rückkehr könne sie „in keiner Weise nachvollziehen“.

Wie konkret die damals von Boetticher recherchierte Rückkehroption war, ging in der deutschen Debatte weitgehend unter. Nordostsyriens Außenpolitikerin Elham Ahmed erklärte ihr, kleinere Kontingente könnten sofort aufgenommen werden; für größere Zahlen lasse sich die notwendige Infrastruktur innerhalb eines Jahres schaffen, verbunden mit Wiederaufbauhilfe. Die autonome Verwaltung nahm zu diesem Zeitpunkt bereits rund 20.000 Syrer auf, die vor den israelischen Angriffen aus dem Libanon zurückkehrten. Sie verfügte nach eigenen Angaben über mehr als 4.500 Schulen und einen eigenen Verwaltungsapparat; etwa 100.000 Kräfte gehörten zum inneren und äußeren Sicherheitsapparat. Kurz zuvor hatte zudem das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden, dass Zivilpersonen in Syrien nicht mehr generell einer ernsthaften individuellen Bedrohung durch willkürliche Bürgerkriegsgewalt ausgesetzt seien. Ahmeds Regierung hatte Berlin ihr Rücknahmeangebot nach diesem Urteil offiziell unterbreitet. Eine Antwort der Bundesregierung lag zum Zeitpunkt von Boettichers Bericht nicht vor.

Heimaturlaub im angeblich unbetretbaren Land

Ganz so unbetretbar können viele Herkunftsländer definitiv nicht sein, wenn Asylbewerber immer wieder zu Zigtausenden freiwillig für Urlaub, Familienbesuche oder Geschäfte dorthin reisen, meist auf Kosten der Steuerzahler. Wer seine angebliche Fluchtheimat gefahrlos besuchen und anschließend nach Deutschland zurückkehren kann, führt die Erzählung von der dauerhaft unzumutbaren Rückkehr selbst ad absurdum.

Deutschland wird seit nunmehr elf Jahren politmedial in einem gigantischen Ausmaß verarscht und hinter die Fichte geführt – mit einer der größten, massivsten Propagandaaktionen der Nachkriegszeit, deren Anzahl an Beteiligten und Profiteuren quasi endlos ist. Hierunter wird den Deutschen das eigene Land unter ihrem bräsigen Hintern weggezogen. Sie werden dafür aber nicht bezahlt. Nein, nein. Sie werden hundertfach dafür ausgenommen, und es ist immer noch nicht genug, denn die Sozialkassen stehen vor dem Kollaps. Ihre Städte und vertraute Orte kennen sie kaum noch wieder und dürfen sich von dafür verantwortlichen fettfeisten Politikern und Medien anhören: Pech gehabt, ist jetzt halt so. Steuern zahlen, Fresse halten, CDU und SPD wählen. Nein.

Konsequenz: Remigration in großem Umfang

Die unmißverständliche Konsequenz kann nur lauten: Das individuelle Asylrecht muss enden. Diese Ansicht wird mittlerweile auch von „Migrationsforschern“ geteilt. Wer seine Grenzen behalten will, muss dieses dysfunktionale System abschalten. Und wie wir an Bildern der Öffentlich-Rechtlichen sehen: eine Rückkehr und ein Leben im Heimatland ist absolut möglich und definitiv kein Todesurteil, wie man den Deutschen immer wieder einhämmern will.

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Kommentare ( 1 )

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Haeretiker
19 Minuten her

Warum sträuben sich die Machthaber gegen jeglichen Gedanken der Remigration? Kann es sein, dass Pistorius hier seine Personalreserven sieht? Gerade aus Syrien und Afghanistan kommen vor allem durchaus kampferfahrene junge Männer. Waren die „Orstkräfte“ die ersten Rekrutierten? Das verbissene Festhalten, vor allem des AA, an den Versprechen das man den Ortskräften gab, ist recht verdächtig.