Bei Hart aber fair: Der „Fukushima-Moment der Fleischindustrie“

Ursprünglich sollten Trump und die Aufstände auf Amerikas Straßen besprochen werden, aber dann wurde kurzfristig auf die explodierenden Corona-Ansteckungen bei Fleisch-Tönnies umgeschaltet. Bei weitem nicht so interessant wie der Mob auf den Straßen der USA im Fokus der räuberischen Randale in Stuttgart – war das ein zu heißes Eisen?

Screenprint: ARD/hart aber fair

Dieser Themenwechsel kurz vor Sendebeginn bei Hart aber fair ist wahrscheinlich exemplarisch für Zustand und Situation in Deutschland: Ursprünglich sollten Trump und die Aufstände auf Amerikas Straßen besprochen werden, aber dann wurde kurzfristig auf die explodierenden Corona-Ansteckungen bei Fleisch-Tönnies umgeschaltet. Das ist aktuell sicher bei weitem nicht so interessant wie der Mob auf den Straßen der USA im Fokus der räuberischen Randale in Stuttgart – war das ein zu heißes Eisen?

Nun also Fleisch von Tönnies anstelle einer mutmaßlichen Zerfleischung von Trump bei Hart aber fair. Ist der Chef der Großschlachterei eingeladen, sich zu erklären? Zunächst einmal erleben wir erneut die unvermeidliche Dauerwahlkampfhilfe der Öffentlich-Rechtlichen für eine kommende schwarz-grüne Bundesregierung. Ja, man muss sich fragen, wer schamloser ist, die Sendungsmacher oder die eingeladene Katrin-Göring-Eckardt (Grüne). Und weil Tönnies und Corona in NRW kollidiert sind, soll Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann etwas dazu sagen, soll erklären, wie es dazu kommen konnte, dass jetzt über 1.500 Mitarbeiter eines Großbetriebes infiziert sind und sich weitere 6.000 in Quarantäne befinden.

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Wer könnte als Gast dazu noch interessant sein? Gibt es Vegetarier oder Veganer beim Oppositionsführer im Bundestag? Sollte man nach einer zünftigen Schweinshaxe bei Hart aber fair über preisgünstige Fleischpakete sprechen? Oder sollen hier wieder nur die politischen Entscheider mit jenen reden, mit denen sie die Regulierungen so besprechen am runden Tisch in den Ministerien, der jetzt mal wieder publikumswirksam zersägt werden soll? Was ist das eigentlich für ein GAU für die fleischverarbeitende Industrie? Da muss es doch wie in jedem anderen Industriezweig Unternehmensberater für Krisenfälle geben, also Cleaner, die den Schlammassel aufräumen, wenn der Eimer übergelaufen ist. Aber bei den Metzgern, den Fleischern, den Schlachtern und Wurstmachern offensichtlich Fehlanzeige.

Und während diese Zeilen hier getippt werden, schaut der Sohn des Autors über dessen Schulter auf zwei Leberwurstbrote mit Gurkenscheiben und verdreht gleich die Augen: „Das ist sowas von gestern.“ Und die Erkenntnis gleich hinten dran: „Leberwurst wird es nach Euch nicht mehr geben. Das stinkt ja schon richtig nach Tod.“ Klar, dafür gibt’s was zwischen die Rippen mit letzter Kraft. Aber danach schmeckt das Brot mit der feinen Wurst aus dem goldenen Kunstdarm für 0,99 Cent nur noch halb so gut. Also nur noch eine der beiden Scheiben: Die andere hatte sich während der kurzen interfamiliären Debatte schon der Hund geschnappt, nun liegt er satt, aber verschämt und mit eingezogenem Schwanz unter dem Sofa. Auf den unerlaubten Genuss folgt also auch beim Tier das schlechte Gewissen.

Aber zurück zu Hart aber fair. Frank Plasberg hatte vor Wochen schon einmal das Fleischverarbeitungsthema auf der Tagesordnung, damals durfte sich der grüne Robert Habeck profilieren und beim Zuschauer bewerben als irgendwas in der kommenden Bundesregierung. Schauen wir mal rein, wer noch dabei ist in der so kurzfristig anberaumten Sendung anstatt des von der Migrantifa in Stuttgart kontaminierten Trump-Themas.

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Weil hier vorher noch Leberwurstbrote nicht nur geschmiert, sondern auch noch diskutiert wurden, erfolgt der Einstieg dieses Mal viel zu spät und erst mittenhinein in die laufende Sendung. Dafür aber mit einem großen Staunen über den christdemokratischen NRW-Minister, der gleich mal, etwas wurstig zwar, aber hörenswert der Sozialdemokratie die Butter vom Brot nimmt, das sogar der ebenfalls eingeladene, zwar wieder einmal vollkommen überflüssige, aber unvermeidbare Karl Lauterbach (inoffizieller Talkshowfachmann der SPD für Corona) den Mund nicht nur sprichwörtlich nicht mehr zubekommt, während ihn Karl-Josef Laumann ganz schön angeht in seiner irgendwie an soziale Marktwirtschaft, Tütenlampen und – ja – Leberwurtstbrote erinnernden Rede für Arbeitsschutz und Arbeitsrechte. Puh.

Aber hören sie ihn selbst im O-Ton, wenn er zunächst davon erzählt, dass die vorgeschriebene Zeiterfassung in den Betrieben „in einer solchen Sauklaue aufgeschrieben wurde“, dass er selbst dabei auf die geniale Idee kam: „Jetzt brauchen wir da eine digitale Zeiterfassung.“ Dass es zwischen Sauklaue und digitaler Erfassung früher die gute alte Stempelkarte gab: geschenkt.

„Also der Tönnies kann ihnen sagen,“ so Laumann weiter, „wie andere Schlachthöfe auch: Wenn sie eine Mettwurst kaufen, von welchem Schwein die Mettwurst kommt.“ Er könne aber keine digitale Zeiterfassung machen. Und würde man keine digitale Zeiterfassung machen, dann wäre das auch mit dem Arbeitschutz problematisch, „wie werden die Arbeitszeiten eingehalten? Dann kann der Zoll nicht gucken: Wird der Mindestlohn eingehalten.“

Aber der Minister verspricht: „Das kommt jetze“. Und weiter: „Das Verbot der Werkverträge muss in der Fleischindustrie kommen. Denn erst dann, wenn die Menschen fest angestellt sind, werden sie doch zum Beispiel irgendwann in eine Gewerkschaft gehen. Dann wird es mal irgendwann Tarifverträge geben. Dann werden sie mal irgendwann einen Betriebsrat wählen. Das kann doch nicht sein, dass eine Firma in Deutschland, wo 7.000 Menschen arbeiten, betriebsrats- und gewerkschaftfrei ist, weil man es so organisiert hat“, schimpft Laumann und hat damit natürlich vollkommen Recht. Aber warum bloß hat er die Jahre vor der Corona-Masseninfektion bei Tönnies still seine Mettwurststullen in der ministerialen Mittagspause gegessen und dieses ihm so wichtige Anliegen nicht schon damals einfach mal zu seinem gemacht? Offensichtlich waren auch Laumann die 7.000 Menschen bei Tönnies bisher vollkommen Wurst.

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Dann darf Christian von Boetticher, der ehemalige Abgeordnete der CDU im EU-Parlament und spätere Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, der nach seiner politischen Karriere Geschäftsführer bei Köllns Haferflocken wurde, und bei Hart aber fair nun als Verteter der Ernährungsindustrie ein paar strenge Wort sagen soll. Zuvor gab es eine Brandrede über Sklaverei und die ist ihm übel aufgestoßen:

„Dieser Sklavereivergleich, mittlerweile ist da ja typisch. Entweder kommt ein Nazivergleich oder ein Sklavereivergleich. In meiner Zeit, als ich groß geworden bin, war das verpönt. Warum? Weil man das als Verharmlosung der eigentlichen Taten von Nazis und Sklaventreibern genommen hat. Das geht so nicht. (…) Sklaven wurden früher entführt und unter Folter zur Arbeit gezwungen. Hier kommen Polen, kommen Rumänen, kommen Bulgaren, das ist alles EU-Ausland, die kommen im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit freiwillig her, um diese Arbeit zu verrichten.“

Das ginge ihm sowas von gegen den Strich mit solchen Vergleichen.

Butter bei die Fische: Den Sklavereivergleich hatte der zugeschaltete Pfarrer Peter Kossen gebracht, der nun erwidern darf. Kossen übrigens hatte sich schon weit vor Corona über die Zustände in den Betrieben empört. Eine Zeitung zitierte Kossen bereits im August 2018: „Schluss mit der Sklaventreiberei in der Fleischindustrie.“ Also zu einem Zeitpunkt, als von Boetticher wie auch Minister Laumann dafür noch gar nicht auf die Barrikaden gegangen sind.

Die grüne Ernährungsrevolution in Person von Göring-Eckardt schweigt derweil erstaunlich lange, sie holt wohl Luft und sammelt Zeit auf ihrem Redekonto, damit der Schwall anschließend umso größer ausfallen darf – ein Schweigen also, wie eine Bedrohung.

Grüne Klassenpolitik
Fleisch nur für Besserverdiener?
Nun darf aber der Mann der Kirche dem Lobbyisten auf die Finger klopfen, der sich gerade so über ihn empört hatte. Er beruft sich auf die Arbeiter, mit denen er persönlich viel gesprochen hätte. Und die hätten ihm gesagt, sie würden sich wie Sklaven fühlen. Der Haferflockenchef schüttelt derweil den Kopf, während Kossen einen der anonymen Arbeiter zitiert. Dass der in Deutschland hart arbeiten muss, das hätte er gewusst, „aber dass ich so gedemütigt werde, das habe ich nicht gewusst.“ Und dann lässt er kein gutes Haar an der Branche und zeigt damit, das ihn die Kritik von Christian von Boetticher eigentlich nur noch mehr angestachelt hat. Beflügelt und wohl auch beseelt von persönlichen Erfahrungen und den dazugehörigen Interpretationen schießt Kossen erst so richtig aus allen Rohren:

„Das hat fließende Grenzen eben auch zum Frauenhandel. Das ist ein Menschenhandel mit dem man mehr Geld verdient als mit dem Drogenhandel. Und ein ganz schäbiger Teil davon ist der Frauenhandel, der geht hin bis zur Zwangsprostitution, das sind nämlich auch Frauen und Mädchen aus Rumänien und Bulgarien in großer Zahl hier bei uns in Deutschland.“ Also moderne Sklaverei so: Männer in die Schlachterei und Frauen in die Bordelle?

Was das alles mit den Corona-Infektionen bei Tönnies zu tun hat, wird auch nicht klarer, wenn hier noch Kinderpornografie oder AfD-Bashings dazugekommen wären. Der Pfarrer echauffiert sich. Und er kommt damit durch. Unterstützt wird er noch von einem heimlich bei Tönnies-Fleisch aufgenommenen Video aus der Tönnies-Kantine, wo die Leute noch mitten im Lockdown dicht an dicht sitzen müssen, was man dem stinkreichen Betreiber tatsächlich um die Ohren hauen möchte, immerhin profitierte er davon, weiterarbeiten zu dürfen, weil seine Produkte systemrelevant sind. Wer sich nicht spätestens in so einer Situation für seine Mitarbeiter stark macht, der hat zurecht mindestens ein Quantaum Zorn des bei Hart aber fair zugeschalteten Gottesmannes verdient. Amen.

Karl Lauterbach erinnert daran, dass man schon vor den deutschen Corona-Ausbrüchen in den USA von solchen Ausbrüchen in Betrieben wusste und die in Deutschland eigentlich längst schließen oder als Hochrisikobereiche hätte einstufen müssen.

Plasberg fragt, wer eigentlich dieser Clemens Tönnies mit seinen sieben Milliarden Euro Umsatz wäre, der auch im Aufsichtsrat von Schalke 04 säße. Da fällt einem kurz der Ulli Hoeneß von Bayern ein, hatte der nicht auch mit Fleisch zu tun? Fußball und Fleisch, gibt es da eine bisher zu wenig beleuchtete Koalition? Plasberg will dazu wissen: „Stinkt der Fisch vom Kopf?“

Nein, danke
Autoscham, Flugscham, Fleischscham - Schämt euch!
Und er meint damit tatsächlich den Unternehmer, der gerade so in der Kritik steht. Das ist übrigens ein typischer Plasberg: Der Moderator trat in der Vergangenheit öfter mal da empfindlicher zu, wo schon einer am Boden lag, wo er also damit rechnen konnte, dafür nur noch Wohlwollen zu bekommen von der Empörungsgesellschaft. Jetzt ist dieser Clemens Tönnies schon ein echter Haudegen oder für andere ein ziemlich gigantischer Widerling. Seine Kommentare zur Entwicklungshilfe und dem Vermehrungsverhalten von Afrikanern beispielweise hätten jetzt sicher zum Sturz seiner Statue geführt, würde es schon eine öffentliche aufgestellte Statue geben. Aber Tönnies hat noch ganz andere Probleme.

Der Journalist in der Runde ist Michael Bröcker und der weiß um eine Freundschaft zwischen Hoeneß und dem Milliardär Tönnies. „Er spürt jetzt, dass alleine die Wirtschaftskraft und Menschen Jobs zu geben nicht mehr ausreichen, um von der Politik vielleicht nicht irgendwie adäquat kritisiert zu werden. Ich glaube das System Tönnies ist beendet. (…) Er steht beispielhaft für eine Branche, der es aus meiner Sicht zu Recht an die Kandare geht.“ Für Bröcker ist, was gerade passiert, der „Fukushima-Moment der Fleischindustrie“. Der Journalist weiß natürlich, dass seine Existenz in dieser Runde schon ein paar solcher Zuspitzungen als Legitimation bedarf.

Katrin-Göring Eckardt ist endlich mal dran und singt das schrille grüne Lied von Corona als Chance für Veränderungen, die nun endlich verwirklicht werden könnten. Wer hier eine Weile zuhört, der schaut in eine verschwommene zwar, aber in eine Glaskugel ins Jahr 2050: Überall in diesem Land, das einmal Deutschland war, stehen Denkmäler für Corona. Die Corona-Gläubigen beten zu einem vergoldeten Virusmodell in Kirchen, die einmal von Christen besucht wurden. Oder ähnlich Bescheuertes.

Und dann wieder – es muss leider so hart formuliert werden: – der Widerling in Plasberg, der Christian von Boetticher als Vertreter der Ernährungsindustrie das Wort erteilt, nur um diesen dann nach allen Regeln der Unterbrechungskunst einfach nicht zu Wort kommen zu lassen, während er dabei ein paar Schritte von seinem Tresen weg auf den Gast zugeht. Damit hat er zuletzt schon einmal einen Vertreter der Fleischbranche sprachlos zurückgelassen, als er ihm deutlich zu nahe kam – auch im physischen und in Zeiten von Corona tatsächlich gefährlichen Sinne. Eine anhaltende Übergriffigkeit und dann ist Plasbergs große schwielenfreie Hand auf dem Tresen des Gastes angekommen. Und wenn Plasberg seine Spitze gegen den Mann setzt, dann schaut er einmal sogar applausheischend zur Grünen rüber. Die Kamera fängt es ein: wirklich schwer unangenehm.

„Wir haben viele Menschen wieder in Arbeit gebracht auch über Werkverträge“, verteidigt von Boetticher ein Modell der Branche und Lauterbach antwortet ihm exemplarisch für diese religiöse Bewegung der Corona-Verehrer: „Aber der Punkt ist jetzt, wir brauchen das nicht mehr.“

Grüne privilegieren Reiche
Fleisch, Flugreisen und Vertragskonfetti
Aber warum bloß brauchen wir keine Arbeitsplätze mehr? Na klar, weil das Geld ja von Angela Merkel kommt. Die muss es ja haben, so wie sie die Billionen gerade in die Welt gießt wie aus einem Zwitterwesen aus Füllhorn und dem Märchen vom Brei. Lauterbach ist jetzt schon die Personifizierung des Bauchschmerzes, der nach dem großen Geldverschlingen kommt.

Göring-Eckardt betont zum Schluss noch einmal den Schaden am Gesamtsystem: Die Discounter würden den Preisdruck machen und alibimäßig ein bisschen Bio-Fleisch mit ins Regal schmeißen. Es müsse endlich politisch reguliert werden und das sei doch auch möglich über einen Mindestpreis für Fleisch. Es soll nicht mehr dieses „Raushauen vom Billigsten“ sein, dass will Göring-Eckardt nicht mehr im Sinne der Arbeiter und auch der Tiere, die darunter leiden würden.

Überlassen wir der Grünen ausnahmsweise einmal das letzte Wort: „Man muss das System jetzt von verschiedenen Seiten anpacken, weil es einfach so ne Grütze ist.“ Ja, so klingt politische Kompetenz 2020. So klingt die Zukunft dieses Landes ohne diese widerlichen Arbeitsplätze, ohne diesen doch nur zum Fleischkonsum verführenden Wohlstand, aber mit aller Dankbarkeit an dieses Virus, das die Welt schon jetzt soviel besser gemacht hat – wir wissen es nur noch nicht. Aber immerhin ist heute schon eine App nach ihm benannt worden.

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Kommentare ( 57 )

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57 Kommentare auf "Bei Hart aber fair: Der „Fukushima-Moment der Fleischindustrie“"

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Plasbergs Frage, wie man denn von 1200 Euro leben kann, sollte man vielleicht mal ganz wörtlich nehmen. Wie lebt man in Osteuropa mit diesen dahingestellten 1200 Euro? Vielleicht sollte mal jemand zu einem deutschen Bauernhof fahren, zehn polnische und rumänische Erntehelfer, die gerade das Bio-Gemüse für die WDR-Belegschaft ernten, nach ihren Einkommen fragen, fragen, wie die denn an- und abreisen (Business-Class?) und dann Wochen später mal nach Polen und Rumänien fahren, schauen, wie die dort mit dem Geld leben. Ich glaube, viele haben dort einen vergleichsweise hohen Lebensstandard. Mit einem Hartz-IV-Haushalt wird das kaum vergleichbar sein. Die wollen sich hier… Mehr

“ Plasbergs Frage, wie man denn von 1200 Euro leben kann“
diese Frage kann ich als Rentner mit kleiner Rente gerne beantworten. Man muß nur mit offenen Augen durch die Ortschaften gehen, da sieht man die Rentner im Müllcontainer nach leeren Flaschen suchen. Am 30. des Monats kommt die Rente, am 1. des Monats werden dann Miete, Strom, Telefon, Versicherung,GEZ etc.etc. fällig. Was glauben Sie was da noch bis zum nächsten 30. übrig bleibt ?

Ja, Seemann. Das will ich gar nicht bestreiten. Sie WOHNEN ja auch im Land mit der höchsten Staatsquote, den höchsten Strompreisen, mit dem geringsten Wohneigentum und mit teuren Mieten. Ich bestreite nur, dass die Erntehelfer aus Osteuropa das gleiche Problem haben. Die kommen hierher um zu arbeiten, nicht um das Geld beim Staat abzuliefern.

Die dümmste Äußerung in der Runde kam ausgerechnet von einem Journalisten (Michael Bröcker, Handelsblatt/Media Pioneer): „Fukushima-Moment der Fleischindustrie“. Ein Tsunami in Japan hat zur vorzeitigen Stilllegung der Kernkraftwerke in Deutschland geführt. Was ist die richtige Parallele zum Fleisch: „Die Corona-Wintergrippe 2020 führt zur Beendigung der Fleischverarbeitung in Deutschland“. Es gibt Missstände, aber die sind nur zum Teil Tönnies anzulasten. Werkverträge sind häufig für alle Beteiligten wirtschaftlich sinnvoll und daher in Deutschland rechtlich zulässig. Die Osteuropäer können hier aufgrund der EU-Freizügigkeitsregeln arbeiten! Das Fleischessen an sich, Massentierhaltung, Nitrat im Grundwasser, Wohnverhältnisse von Werkvertrags-Mitarbeitern und Fließbandarbeit generell sind aber keine Themen, für… Mehr

Die ganzen Bauunternehmen wären pleite, wenn sie anders vorgingen.
Zudem sind da teilweise welche, gänzlich ohne Vertrag.

Die „Politik“ weiß doch seit Jahrzehnten, was hier läuft.
Weshalb blasen sie also gerade jetzt ihre Backen auf?

Und von dem Verwandten eines türkischen Restaurantbesitzers, der unangemeldet fast Tag und Nacht arbeitet und dann auch noch in einer Ecke des Lagers einen Schlafplatz hat, wurde jetzt noch gar nicht geredet.
Weil das auch hier von jedweder „Aufsicht“ keiner durchblickt und so was nur durch Zufall ans Tageslicht kommt.

Glauben die eigentlich, dass die Erntehelfer auf den Feldern in größeren Wohnungen leben? Was glauben die eigentlich, wie oftmals deutsche Facharbeiter auf Montage ebenfalls wohnen? Die Sache ist eigentlich ganz einfach: 1.) Irgendwann ist es nicht mehr bezahlbar. 2.) Der Vergleich mit deutschen Einkommen hinkt gewaltig (Plasberg: „Wie soll man von 1200 Euro leben?“) – Ganz einfach: Wenn man in Rumänien eben nicht zur Miete wohnt, sondern fast jeder Wohneigentum hat, selbst wenn, die Miete ein 10tel der in Deutschland ist, wenn man in Rumänien kaum Abgaben zu zahlen hat oder zahlt, wenn der Lohn praktisch Brutto = Netto ist,… Mehr

Vielleicht ist ja auch zudem Kost und Logis frei – aber so was recherchiert Plasberg sicher nicht, denn es würde ja auf der Waagschale zu Gunsten der hiesigen Arbeitgeber verbucht werden müssen.

Zudem: Millionen eingereister passloser immer noch „Gäste“ Merkels auf unsere Kosten warten händeringend, endlich die Arbeitsplätze zu ergattern, die ihnen die Südosteuropäer nehmen.
Und da haben wir noch gar nicht über die Pflegerinnenheere unserer Alten und Kranken gesprochen, die seit Jahrzehnten ebenso „prekär“ und auf sich gestellt hier arbeiten müssen.

Der Widerling bei hart aber fair ist und bleibt Plasberg, was bei Leuten wie Lauterbach und KGE schon was heißen soll! Ich fürchte, Herr Wallasch, das übelriechende Leberwurstbrote noch das mit Abstand geringste Übel Ihres Nachwuchses sein werden, wenn Habeck und Konsorten das Land, was mal Deutschland war, komplett an die Wand gefahren haben. Mahlzeit!

Sie würden sich die Finger danach lecken – wenn es sie denn gäbe…
Aber wie sollen hier aufgewachsene Menschen solche Sprüche noch kennen – von der Empfindung Hungers ganz zu schweigen:
„Altes Brot ist nicht hart. Kein Brot, das ist hart!“

Wir sind wahrlich das einzige Land, dass darum bettelt mehr Steuern zu zahlen und sich darüber freut, dass Arbeitsplätze und bezahlbare Lebensmittel flöten gehen und sogar überwacht werden will.

Und warum?

Weil dem Michel wieder mal wichtiger „für die richtige Sache und dem GUTEN Gefühl“ der nächsten Hirn verbrannten Ideologie hinterherzumarschieren. Und wenn dann das Böse Erwachen kommt, will es keiner gewesen sein.

Als die Schweine noch beim Metzger Ihres Vertrauens geschlachtet wurden… Da haben die Mitarbeiter genügend verdient, Da waren die Wege vom Bauern zum Metzger noch kurz, Aber dann wurde von Seiten der Politik das Schlachten in den Metzgereien untersagt. In den, im vergleich zu heute, kleinen Schlachthöfen haben die Schlachter guten Akkordlohn erhalten, aber die Anfahrtswege für die Tiere war schon länger. Aber auch die Schlachthöfe wurden zu klein und mussten im Konkurrenzkampf mit importierten Fleischerzeugnissen, günstiger werden. Größere Schlachthöfe, weitere Anfahrtswege, mehr Personal und idealerweise kein Personalausfall. Demzufolge entweder Zeitarbeit oder Werkverträge. Da die Politik die Zeitarbeiter genauso teuer,… Mehr
Ich bin sicher, die anderen Progagandashows (Illner, Will, Maischberger) werden sich noch um das Thema kümmern. Schließlich, es gibt jede Menge zu relativieren, zu beschönigen, abzulenken, was Stuttgart anbelangt. Schon erscheinen jede Menge Artikel bis hin zum „Essay“ (ZON) über die Belastung der „Partyszene“, die wg. Corona eben nicht Party machen konnte, über die spießige Atmosphäre in Stuttgart, über die totale Rätselhaftigkeit des „Geschehens“… . Die Randalen in den USA, die sich ursprünglich an einem tatsächlich skandalösen Ereignis entzündeten (dann allerdings hemmungslos instrumentalisiert wurden) haben drei Wochen lang eine tsunamiartige Berichterstattung ausgelöst; jetzt, wo es vor der Haustür passiert, hält… Mehr
Die Grünen brauchen wieder mehr Aufmerksamkeit – und ihre (nicht unsere) Dienstleister im vereinnahmten Pflichtfunk liefern: Wir dürfen in ihren Augen ja kein Fleisch (und Zucker) mehr essen. Da ist jede geschlachtete Kuh ein Opfer, jeder Betrieb, bei dem die Qualität gerade zu wünschen übrig lässt – anders als bei den in der Vergangenheit nicht selten verkeimten Bioprodukten – eine Riesennummer. Man stelle sich vor: Lebensmittel können bei der Verarbeitung und Lagerung schlecht werden. Nun könnte man meinen, solange das auffällt beweist das System seine Funktionsfähigkeit. Solange es kein dauerhaftes, flächendeckendes Problem darstellt, zeigt sich der enorme Fortschritt, den wir… Mehr

Ablenenken und nochmals ablenken lautet es wohl bei den Medien. Bis sie von den Zuständen und von dem Mob den sie leugnen selber eingeholt werden.

KGE – eine Art moderne Marie Antoinette? Weit gefehlt. Sie ist ein waschechter Tyrann und will bestimmen, was Leute sagen, essen, trinken und denken. Die Mehrzahl der hier schreibenden Leser dürfte kaum Probleme haben, auf Billigfleisch zu verzichten. Ich kaufe Fleisch nicht im Supermarkt oder beim Metzger um die Ecke sondern beim Bauern mit eigener Schlachtung und zwar entweder von einem Hof aus der Rhön oder vom Vogelsberg, manchmal auch aus Südhessen. Ein Bauernmarkt macht es möglich. Man kann sich auch Sachen bestellen, die es woanders nicht gibt, z.B. Kachelfleisch zu Grillen (auf Hessisch „s`Fledermäussche“). Manches kostet doppelt so viel… Mehr