Seien Sie gegrüßt zur Besprechung einer dieser TV-Abende, die die Welt nicht braucht, an dem sich Anne Will fragt: „Wie umgehen mit Putin?“
Screenprint: ARD/Anne Will
Gut, dass Annegret Kramp-Karrenbauer ein paar Claquere (aus dem Saarland?) mitgebracht hatte, sonst wäre es doch gar zu traurig geworden. Und überhaupt: Warum hat sie sich auf diesen Termin eingelassen? Merkel hat, ganz gleich was die Jubelpresse schreibt, nichts erreicht im Ukraine-Russland-Konflikt, wie sie auf ihre verklausulierte Art selber zugibt. Was soll da AKK richten? Jede klare Positionierung kann ihr wegen des Aufschreis der jeweils anderen Seite kurz vor der Wahl des CDU-Vorsitzenden nur schaden, jedes Drumherumreden ebenso.
Denn schwer vorstellbar, dass die Deutschen nochmal eine Dickköpfige im Kanzleramt haben wollen, die sich nicht mal richtig ausdrücken kann. Ja, so hoch hängte Anne Will die Latte gleich zu Beginn, als sie AKK darauf hinwies, dass wer CDU-Chef wird auch „Kanzler“ wollen müsse. Seitdem hatte AKK Angst, etwas Falsches zu sagen und verkrampfte sich in „Fakt ist auch“, „muss man zur Kenntnis nehmen“, „ich bleibe nochmal dabei“.
Selbst Herfried Münkler machte eine gute Figur, obwohl ihn die Berufsbezeichnung „Professor für Theorie der Politik am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin“ eindeutig als Begleitmusiker Merkelscher Weltbeglückungspolitik kennzeichnet. Münkler hatte es sogar mal geschafft, Merkels „Wir schaffen das“ in die Nähe eines „sinnstiftenden Narrativs“ zu rücken, anstatt es als kompletten Unsinn zu erkennen. Als Regierungsvertreter der Moralweltmeister sollte Katharina Barley Auskunft geben, leider vergaß Will zu fragen, wie lange Barley den Job noch macht, wo sie doch bald in Martins EU-Fußstapfen tritt.
Entsprechend wollte Barley „nicht vorschnell“, außerdem sei sie „Juristin, ich analysiere erst“. AKK analysierte so lange, dass selbst Anne Will nicht mehr verstand, wo AKK nun steht. Schade, dass keiner mehr in Geschichte Bescheid weiß. Annegret Kramp-Karrenbauer verglich die Krim irgendwie mit Elsass-Lothringen und dem Saarland, wo auch die einen meinten, es gehöre ihnen, die anderen genau andersrum. Dabei gab es im Saarland (wie auf der Krim) eine Abstimmung, das den Status quo bestimmt. Münkler hat in Russland die widerstandsfähige Bevölkerung persönlich besucht und leitet daraus ab: Sanktionen helfen nicht. Aber der Freiherr entrüstete sich, „Wollen wir Rechtsbruch zulassen?“ Das tun wir doch hier auch, Herr von. Bartsch fragte: Wem nützt es? Nämlich Poroschenko, der vor Wahlen steht. AKK warf ein, wie toll das ukrainische Parlament funktioniere, weil es Poroschenko nur 30 statt 60 Tage Kriegsrecht genehmigt habe.
Münkler verwies dann auf die „idiotische Strategie in Syrien“ und empfahl süffisant, „weniger moralisch und mehr strategisch“ zu operieren. Die Schuld-und-Täter-Debatte sei Wortgeklingel.





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