Es gibt Bücher, die bestätigen die eigene Meinung. Und es gibt Bücher, die fordern sie heraus. Das neue Buch von Prof. Dr. Susanne Schröter, "Links, rechts, islamistisch. Die wahren Feinde der Demokratie", gehört zur zweiten Kategorie.
Bevor man über dieses Buch spricht, lohnt sich ein Blick auf seine Autorin.
Prof. Dr. Susanne Schröter ist Ethnologin und Professorin und war lange Zeit an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie studierte Ethnologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Pädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, promovierte und habilitierte sich im Fach Ethnologie und leitete bis 2025 das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam. Sie gilt als eine der bekanntesten deutschen Ethnologinnen mit den Forschungsschwerpunkten Religion, Migration, Islam und Islamismus.
Der ethnologische Blick
Wer Susanne Schröters Bücher kennt, erkennt schnell eine Konstante: Sie interessiert sich weniger für die Schlagzeile als für die gesellschaftlichen Prozesse dahinter. Ihre Arbeiten kreisen seit Jahren um Religion, kulturelle Identität, Migration und die Frage, wie sich Gesellschaften verändern. „Links, rechts, islamistisch“ fügt sich nahtlos in dieses wissenschaftliche Werk ein.
Schröter ist Ethnologin. Das ist weit mehr als eine akademische Berufsbezeichnung. Ethnologen suchen selten nach einfachen Erklärungen oder eindeutigen Schuldigen. Sie beobachten, vergleichen und versuchen, Muster zu erkennen. Feldforschung bedeutet, sich auf andere Lebenswelten einzulassen, zuzuhören, Widersprüche auszuhalten und Entwicklungen über lange Zeit zu begleiten – nicht, um vorschnell zu urteilen, sondern um zu verstehen. Wer keine aufrichtige Neugier auf Menschen und ihre Lebenswelten mitbringt, wird diesem Fach kaum gerecht. Gerade deshalb ist Schröters wissenschaftlicher Ansatz bemerkenswert. Sie verbindet ethnologische Empathie mit der Bereitschaft, auch unbequeme Beobachtungen auszusprechen. Verstehen bedeutet für sie nicht automatisch Zustimmung. Ethnologie beschreibt nicht nur kulturelle Vielfalt, sondern fragt ebenso nach ihren Spannungen, Widersprüchen und den Folgen gesellschaftlicher Entwicklungen.
Fünfzehn Jahre Feldforschung verändern den Blick
Der Titel „Links, rechts, islamistisch“ wirkt zunächst provokant. Tatsächlich verfolgt Schröter ein analytisches Anliegen. Sie fragt, was mit einer liberalen Demokratie geschieht, wenn unterschiedliche autoritäre Strömungen – ob von links, rechts oder aus dem islamistischen Spektrum – Freiheitsrechte, offene Debatten und den Rechtsstaat zunehmend unter Druck setzen.
Schröters Blick gilt dabei nicht den Frontlinien, sondern den Räumen, die zwischen ihnen entstehen. Dort, wo säkulare Kräfte ihre Energie im Kampf gegeneinander aufreiben und tiefe Gräben hinterlassen, öffnen sich politische Zwischenräume. Diese, so Schröters These, werden von autoritären Akteuren genutzt – nicht aus gemeinsamer Überzeugung, sondern aus strategischem Kalkül. Es ist einer der stärksten und originellsten Gedanken des Buches, den politischen Blick auf jene oft übersehenen Zwischenräume zu lenken, in denen gesellschaftlicher Einfluss wächst, lange bevor er für alle sichtbar wird.
Die Macht wächst in den Zwischenräumen
Gerade dieser Perspektivwechsel macht das Buch interessant. Während sich ein großer Teil der politischen Debatten an den Gegensätzen zwischen links und rechts abarbeitet, richtet Schröter den Blick auf die Mechanismen, die hinter diesen Konflikten wirken. Sie interessiert sich weniger für moralische Bewertungen als für die Frage, wie gesellschaftlicher Einfluss entsteht und weshalb liberale Demokratien schleichende Veränderungen häufig erst dann wahrnehmen, wenn sie längst begonnen haben.
Besonders deutlich wird das in ihrer Analyse des legalistischen Islamismus. Im Mittelpunkt stehen nicht spektakuläre Gewalttaten, sondern langfristige Strategien: Vereine, Bildungsangebote, Netzwerke und gesellschaftliche Bündnisse, über die religiös-politischen Akteure Schritt für Schritt Einfluss gewinnen. Schröter beschreibt diese Prozesse mit der Nüchternheit einer Wissenschaftlerin, nicht mit der Empörung einer politischen Aktivistin. Gerade darin liegt die Stärke ihrer Analyse.
Einfluss ohne Schlagzeilen
Wer ihre früheren Bücher kennt, erkennt auch hier ihre Handschrift wieder. Schröter argumentiert nicht aus dem Moment heraus, sondern aus jahrzehntelanger Forschung. Auf nahezu jeder Seite spürt man den ethnologischen Blick – den Versuch, Entwicklungen nicht vorschnell zu bewerten, sondern zunächst zu verstehen. Gute Ethnologie sucht nicht nach Feindbildern. Sie sucht nach Mustern.
Nicht jede Leserin und jeder Leser wird allen Schlussfolgerungen zustimmen. An manchen Stellen formuliert Schröter bewusst pointiert und fordert den Widerspruch heraus. Doch Wissenschaft lebt gerade davon, überprüfbar und diskutierbar zu sein. In diesem Sinne versteht sich auch dieses Buch weniger als Schlusswort denn als Einladung zur Debatte.
„Links, rechts, islamistisch“ ist deshalb weit mehr als ein aktuelles Debattenbuch. Es ist die Fortsetzung eines wissenschaftlichen Werkes, das seit Jahren danach fragt, wie sich Gesellschaften verändern – langsam, oft unbemerkt und selten entlang der politischen Schlagzeilen.
Man muss Susanne Schröter nicht in jedem Punkt zustimmen. Aber man sollte sie lesen. Denn gerade in einer Zeit, in der Urteile immer schneller gefällt werden, erinnert sie daran, was Wissenschaft im besten Sinne leisten kann: beobachten, unterscheiden und erklären. Und manchmal bedeutet das vor allem eines: länger hinzusehen.
Susanne Schröter. Links, rechts, islamistisch. Die wahren Feinde der Demokratie. Herder Verlag, Klappbroschur, 240 Seiten, 22,00 €




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Susanne Schröter ist Ethnologin, und das ist das Problem ihrer Arbeit. Sie spricht anscheinend kein Arabisch und ist nicht sehr mit dem Islam vertraut geschweige denn hat sie ihn in einem islamischen Land studiert. Da sind einige Exmuslime um Welten besser qualifiziert. Sie sieht ja manche Probleme richtig, aber führt sie oft nicht auf die Ursache zurück, den Islam. Ich weiß daher auch nicht, warum sie den falschen Begriff Islamismus benutzt, wo es um authentischen Islam geht. Macht sie das, um nicht zersetzt zu werden, oder ist es schlicht Unwissen über den Islam? Wenn man Probleme schon nicht richtig benennt,… Mehr
Ich hatte einen indonesischen Kollegen. Ein pfiffiger Kerl, Atheist, Maschinenbau-Student und überhaupt mit der feinen Intelligenz, der Umgänglichkeit und dem klugen Witz der Asiaten (nicht zu verwechseln mit „West-Asiaten“) gut ausgestattet. Er erzählte mir schon vor über 20 Jahren von seiner Heimat und den Gefahren des Islam, von haram, halal und Dschihad. Für mich war das damals alles noch weit weg und nicht recht vorstellbar. Heute bekomme ich täglich vor der eigenen Haustür eine Ahnung davon, was er meinte.
Das neue Buch von Susanne Schröter: Unbedingt, für mich eine Pflichtlektüre! Der Islam bzw. politische Islam oder Islamismus – wie immer man es nennen möchte – wird hierzulande leider immer noch eklatant unterschätzt, was seinen Machtwillen und sein Gefahrenpotenzial betrifft. Viele fallen auch auf die ausgeklügelte Propaganda der Islamverbände sowie der Mainstreammedien herein. Das führt dann leider sogar bei vielen im Zuge von Corona aufgewachten Mitbürgern dazu, den Islam geradezu zu verniedlichen und ausgerechnet das seit der Staatsgründung 1948 ständig von den Todfeinden in seiner Nachbarschaft attackierte Israel zum „Weltbösen“ schlechthin zu erklären. Und sich in Bezug auf Gaza ausgerechnet… Mehr
Kulturelle Vielfalt ist immer erlaubt, wenn man unter sich bleibt, denn wer versucht es anderen überstülpen zu wollen, stößt bei Übermaß nicht immer auf Gegenliebe, siehe gewaltsame Einwanderung der Weißen in die amerikanischen Kontinente und das ist das heutige Problem, was sich vielseitig auswirkt, bis hin zu Mord, Totschlag und Vergewaltigungen, was die Spitze einer mißverstandenen kulturellen Bereicherung darstellt, von der Stadtbildveränderung einmal ganz abgesehen und der überbordenden Alimentierung die uns finanziell in den Abgrund führt, auch zu den deutschen Konditionen, was in der Heimat nur einen Bruchteil ausmachen würde. Was in der Heimat schon nicht klappt, wenn Eigenheiten an… Mehr
Es geht #unseren Weltverbesserern# nicht darum, die Welt zu verbessern (auch wenn etliche das wirklich glauben); es geht darum, den Selbsthass auszuleben und das Eigene zu zerstören. Deutschland, die Nationalstaaten sollen verschwinden, damit eine weltweite Diktatur ausgreifen kann. Nichts anderes steht hinter der ‚Großen Transformation‘. Von Elend wird da nicht gesprochen.
Naja, das hört sich eher nach weiblicher Cowshit-Wissenschaft an.
Der Buchtitel ist schon als „westlich irrational“ falsch gewählt: Richtig müßte es heißen „Rechts. Links, Islamisch“. Zur Erklärung zB das Interview eines Herrn Erdogan Herbst 2016, Monate nach dem verneintlichen „Putsch“ in der Türkei, durch den BR anhören, in dem selbige auf Frage klar sagt, daß es nur den Islam gibt, dies dann auch entsprechend kurz und knapp begründet. Dies nur ein Bispiel von vielen Äußerungen führender Vertreter dieser Religion, incl. der Bedeutung für Politik und Sozialem Miteinander.
Ich denke, das ist Frau Professor Schröter auch bewusst. Sie hatte an der Uni Frankfurt 17 Jahre lang einen ganz schweren Stand, weil sie Klartext gesprochen und es gewagt hat, den Islam/politischen Islam im akademischen Raum glasklar, kritisch und ohne diese irre, allen Linken eigene Affenliebe – der Moslem als der „edle Wilde“ per se – zu analysieren und vor dem, was auf uns zukommt, zu warnen. Ich denke, das „Islamistisch“ im Titel – in der Sache haben Sie vollkommen Recht, Wolfgang Richter – ist eine Konzession, um nicht vollends als „Rechte“ stigmatisiert zu werden, was den totalen Ausschluss aus… Mehr
> Im Mittelpunkt stehen nicht spektakuläre Gewalttaten, sondern langfristige Strategien: Vereine, Bildungsangebote, Netzwerke und gesellschaftliche Bündnisse, über die religiös-politischen Akteure Schritt für Schritt Einfluss gewinnen.
Christliche, jüdische oder auch buddhistische Vereine gibt es genauso. Ich sehe kein Problem, würden alle Religionen nur friedlich um neue Mitglieder und Einfluss werben. Ich meine – ohne Politiker zu bestechen wie AIPAC in den USA. Wieso selbst friedliche Wege nur bei einer einzigen hysterisch machen sollten? Wenn kritisch schauen, dann bitte auf die anderen genauso.
Ganz fest zumachen, beide Augen in diese Richtung. Ganz fest.
Laura Loomer über das „great replacement“: https://x.com/LauraLoomer/status/2085531298337042621
Da ich das Buch ( noch) nicht kenne, kann und werde ich mich zum Inhalt, im sicher nicht einzigen Unterschied zu Merkel, nicht äussern. Eine allgemeine Anmerkung sei erlaubt. Man muss keine Ethnologin sein, um ein spezifisches. ethnokulturelles Verhalten zu erkennen. Allerdings kommt man mit Hinweisen darauf nicht an. Aber Frau Schröter geht es vermutlich ähnlich. Noch interessanter wird es, wenn man sich mit Machtstrukturen, Ideologien und Prozessen auskennt, was über die Ethnologie hinausreicht. Dass und warum die Etiketten links und rechts bei den laufenden Prozessen nicht weiterhelfen bzw eher in die Irre führen, ist seit Jahren offensichtlich. Sie, die… Mehr
Was haben wir die letzten Jahrzehnte alle diskutiert, analysiert, gelesen, kommentiert. Und was hat es real verändert? NICHTS!
Vielleicht wäre es mal an der Zeit sich der zentralen Frage, der System-Frage, zu zuwenden, und nach tragfähigen Antworten für einen gesellschafts-politischen Neuanfang zu suchen!?
Anders wählen?
Uninteressant!! Ich brauche kein weiteres Pamphlet gegen nichtchristliche Religionen (allein der Titel ist abschreckend), sondern unvoreingenommene und sachlich-tiefgehende Analysen über den ideologischen Wahnsinn (durchaus auch im Plural gedacht), der die Welt in dieser unseren Epoche regiert. Ich vermute, der Frau Schröter geht’s da vor allem um die Verkaufszahlen, ähnlich Ihrem schreibenden Kollegen in Ösiland.
Ihr Kommentar zeigt, wie uninformiert Sie sind! Jeder, der sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzt, kennt die fundierten Schriften und Vorträge von Frau Prof. Schröter, einer Frau, die den außerordentlichen Mut hatte, 17 Jahre an der roten, islamophilen Frankfurter Uni gegen alle Widerstände das in klarer Sprache zu beschreiben, was ihre Forschungen ergeben haben, genau das, was man dort nicht hören wollte und will. Die Frau hat sich dort immer wieder in die Nesseln gesetzt und wurde diskreditiert und stigmatisiert, weil das, was sie zu sagen hat, politisch nicht erwünscht war. Solchen Menschen geht es um Aufklärung, nicht um Verkaufszahlen,… Mehr
In der Tat, ich werde dieses Buch nicht lesen, und ich weiß auch nicht viel über die Frau Schröter. Jedoch der Titel verrät bereits eine ganze Menge über ihre Ansichten. Es ist einfach extrem unredlich, den linksgrünen Terror (ideologisch und realpolitisch), der seit dem Aufkommen des Feminismus und der political Correctness die westliche Welt beherrscht, durch Bezugnahme auf den physischen Terror von verirrten Islamisten verharmlosen zu wollen – SOWAS GEHT GAR NICHT!!!