Würde Trump eine Wahlniederlage nicht anerkennen?

Der Medientenor war wieder einmal einheitlich: Donald Trump habe gesagt oder angedeutet, er würde einen Wahlsieg von Joe Biden nicht anerkennen. Aber was sagte der US-Präsident im Fox-Interview wirklich?

imago Images/ZUMA Wire
Der Medientenor war wieder einmal einheitlich: Donald Trump habe gesagt oder angedeutet, er würde einen Wahlsieg von Joe Biden nicht anerkennen. Etliche Kommentare konstatierten das denn auch gleich als Trumps – notabene falsche – Haltung zur Demokratie

Quelle der Trump-Äußerungen ist ein Interview des Präsidenten und Kandidaten mit Chris Wallace auf Fox News Sunday. Wer sich dieses Gespräch anschaut, hat ein  Beispiel für den Unterschied zwischen dem Verhältnis von Medien und Politik in den USA und Westeuropa. Fox ist der einzige Sender, der Trump nicht bekämpft. Aber die Härte, mit der Wallace den interviewten Trump fragt, insistiert und nachhakt, widerfährt einer Angela Merkel in deutschen Medien nie.

Hier die von Fox selbst niedergeschriebene Fassung des Interview-Teils, um den es geht:

»Asked about the possibility of losing, however, Trump noted that he does not handle losing well, and may not handle it well if it happens in November.

“I’m not a good loser. I don’t like to lose,” he said. “I don’t lose too often. I don’t like to lose.”

When asked if he is gracious, Trump said, „You don’t know until you see. It depends.” He then claimed that mail-in voting, which Democrats have pushed as a response to the coronavirus pandemic, “is going to rig the election.”

Asked if this means that he will not accept the election results, Trump said, “No. I have to see.”

Asked again if he would accept the results, Trump said, “No, I’m not going to just say yes. I’m not going to say no, and I didn’t last time either.”«

Trump stellt in den Raum, was jeder Kenner in den USA wie in Deutschland weiß: mit Briefwahlen sind Wahlen leicht zu manipulieren.

Die folgenden Worte sind entscheidend:

Gefragt ob dies bedeutet, dass er das Wahlergebnis nicht anerkennen wird, sagte Trump: Nein, erst einmal muss ich es sehen.

Noch einmal gefragt: Nein, ich sage nicht einfach ja. Ich sage nicht nein, das habe ich letztes mal auch nicht getan.

Alles zusammen genommen: Die Wiedergabe der Antworten von Trump in den Zeitgeist-Medien ist falsch.

Unterstützung
oder

Kommentare ( 21 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

21 Kommentare auf "Würde Trump eine Wahlniederlage nicht anerkennen?"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Durch Weglassen und Lücken in den Übersetzungen oder Verkürzung des Gesagten werden die Worte von Donald Trump in deutschen Medien leider nicht real wieder gegeben. Wenn man Sätze aus einem Kontext reisst, dann ergeben die plötzlich einen anderen Sinn. So macht man es in Deutschland übrigens nicht nur bei Trump, sondern auch bei Putin. Ich verweise in dem Zusammenhang auch auf die Seite von Thomas Röper auf Youtube oder Telegram. Er ist ein deutscher Journalist, der seit über 20 Jahren in Russland lebt, die russische Sprache perfekt beherrscht und äusserst interessante Dinge zu berichten weiss, die man ansonsten aus den… Mehr
Ich habe schon mehrfach in diesem wie in anderen Foren darauf hingeweisen, dass Donald Trump nicht selten ganz bewusst falsch uebersetzt wird. Dennoch, es ist manchmal nicht einfach vom Gesagten auf die Deutsche Bedeutung zu schliessen. Dieses „…I have to see!“ ist in diesem Falle eine Phrase, die in mannigfacher Hinsicht uebersetzt werden kann. Nicht zu vergessen, dass die USA flaechenmaessig groesser als ganz Europa sind und von daher sicherlich mit sprachlich unterschiedlichen Bedeutungen derselben Phrase zu rechnen ist – erlebe ich oft. Ich persoenlich wuerde eher dahin tendieren dieses „No, I have to see“ mit der Bedeutung von „Nein,… Mehr
Würde Trump eine Wahlniederlage nicht anerkennen? Das ist schon im Interview von Chris Wallace die falsch gestellte Frage, denn seit November 2016 haben die DemokRats die Wahl Trumps nicht anerkannt. Er ist ein illegitimer Präsident, haben sie seitdem in endloser Klage von sich gegeben, weil er sich von der Obama Gang nicht des Verbrechens, das er nicht begangen hat, überführen hat lassen. Unverzeihlich… Und sie werden auch das Wahlergebnis vom 3. November 2020 nicht anerkennen, wenn Trump gewinnt, selbst dann nicht, wenn Trump die Wahl mit 400 Stimmen im Wahlmännerkollegium (538 Wahlmänner) und mit 75% der Stimmen aller Wahlberechtigten gewinnt.… Mehr

Zeitgeist-Medien ist eine relativierende Umschreibung für Propaganda-Medien. So nennt man im Klartext das, was in Deutschland „unverbrüchlich“ an der Seite der herrschenden Sozialisten und Kommunisten schreibt und sendet.

Trumps Wahl 2016 war für die von Hintergrund-Machthabern wie Gates, Zukerberg, Soros und Konsorten und deren politisch-medialen Mietlingen in den vermeintlich linksgerichteten Eliten der GAU. (Erklärung: Wer der breiten Allgemeinheit im Dienste des Großkapitals extreme Bürden auflastet und sich von diesen Herrschaften finanzieren lässt, ist einfach nur korrupt.) Seither tobt ein erbitterter Krieg gegen die Wahrheit. Interessanterweise ist Deutschland wie im kalten Krieg DAS zentrale Battlefield. Trumps Wiederwahl wäre für diese Spekulanten der Super-GAU. Ihr Mantra: DAS MUSS UNTER ALLEN UMSTÄNDEN VERHINDERT WERDEN!!!

In diesem Fall macht Merkel die Wahl rückgängig 🤣🤣🤣🤣

Nicht alle Journalisten bei Fox sind pro Trump. Chris Wallace ist so einer.

Ein Journalist sollte möglichst weder pro noch contra sein, oder anders gesagt: gegenüber der Macht immer contra.
Daß Trump sich dem „unangenehmen“ Journalisten stellt und der bei Fox angestellt ist, spricht sowohl für den US-Präsidenten als auch für den Sender.
In regierungsamtlich betreuten BRD-Medien völlig undenkbar.

Wenn die Wahl knapp ausfällt und zB der Anteil der Briefwähler den Ausschlag geben könnte, sollte es jedem Kandidaten, also auch dem Demokratischen, zugestanden werden, sich die Sache ganz genau anzuschauen.
Sollte Biden klar siegen, wird auch Trump dies sicherlich ohne Zögern anerkennen.

Die Vorbereitungen bei den Demokraten zur Manipulation der November-Wahl scheinen schon sehr weit fortgeschritten zu sein, dass die sich so weit aus dem Fenster lehnen. Und wenn Donald Trump den vermeintlichen Sieg der Demokraten anzweifeln würde, ist das bei den kriminellen Handlungen von Linken durchaus nachvollziehbar. Es wird auch sicher einiges zu überprüfen geben bei der diesjährigen US-Wahl.

Der weiße Elefant im Raum, der in der linksliberalen Presse tabuisiert wird, ist doch die Frage, was Biden tun wird, wenn er verliert, insbesondere knapp. Er war es schließlich, der vor ein paar Wochen Trump zu unterstellen begann, der wolle die Wahl im November ausfallen lassen, oder eine Niederlage nicht anerkennen – von Trump war da kein Wort gekommen. Wir haben gestern Nancy Pelosis hassgetränkte Ausfälle gehört, nach denen sie Trump im Weißen Haus „ausräuchern“ wolle, Trump habe dort schlicht raus zu müssen. Wahl? Unerheblich. Biden habe schließlich schon so gut wie gewonnen. Die Dems bauen also vor. Wir können… Mehr

@ Berlindisel

„Wahl? Unerheblich. Biden habe schließlich schon so gut wie gewonnen.“

In den Augen von Pelosi ist es schon eine Frechheit von Trump, dass er sich überhaupt an der Wahl 2020 noch beteiligt, schließlich hat ja eigentlich Hillary 2016 gewonnen und außerdem haben die bösen Republikaner nicht ihre vaterländische Pflicht getan und Trump für ein Verbrechen, das er gar nicht begangen hat, nicht des Amtes enthoben…

Ich gehe davon aus, dass Biden nicht gegen Trump antreten wird.
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Democrats nach den Vorwahlen einen nicht gewählten Kandidaten aus dem Hut zaubern werden, der es bei den Vorwahlen nicht geschafft hätte.

Biden ist vorgeschoben, es kommt auf den/die Vize an.

SHE will Be the Nominee!

Das ist seit den 70er jahren in Kalifornien so. Sonst hätte Carter nie gewählt werden können.

Die Berichterstattung in Deutschland über Donald Trump ist einfach nur absurd. Es ist Lügenpresse in reinster Form.

Die Schlagseite ist grotesk, bei Ö-R genau wie bei regierungstreuer Privatpresse.

Da mag man sich fragen, was das überhaupt soll – denn die Zielgruppe solcher Medien dürften mehrheitlich kaum in den USA wahlberechtigt sein.
Es geht wohl darum auf alles einzudreschen, was nicht ganz eindeutig „links“ ist. Deshalb auch die Dauerhetze gegen Putin, Orban, Salvini usw.
Die Linksjournaille hofft wohl, daß das irgendwie auf BRD abfärbt und Merkelgrün hilft. Hinzu kommt sicher auch deren krankhaft zu nennender Hass auf Trump.