Was unsere Leser sagen

Einer der ersten Leserkommentare zu den Beiträgen über die Kölner Gewalt-Übergriffe lautet: „Nach einer kurzen Phase der Betroffenheit dürfen wir vermutlich mit relativierenden und verharmlosenden Erklärungsversuchen für das Geschehene rechnen.“

Dienstag spät abends kommentierte ein Leser:

  • „Das interessierte Ausland sieht genau hin, und weiß jetzt schon, wie die deutschen Eliten mit diesem Skandal umgehen werden. Sie werden einige Tage stillhalten und dann werden RUNDE Tische gegen Rechts installiert. Und alle fügen sich!            Die Deutschen wirken auf uns Österreicher, wie ein Stier, der mit Blende und Nasenring durch den Ring geführt wird, und der zum Gaudium noch eine Narrenkappe übergestülpt bekam. Die neuen Deutschen Tugenden: Zahlen, schweigen und schlucken!“

Welches Bild von Staat und Politik sich politisch überdurchschnittlich Interessierte machen, zeigt dieser Beitrag:

„Ich verstehe die Aufregung über die Vorfälle von Köln nicht. Ähnliche Vorkommnisse geschehen in unserem Land seit Jahrzehnten, wenn auch nicht in derart konzentrierter Form, während sich unsere Gesellschaft eine Kultur des kollektiven Wegschauens angeeignet hat. In zwei Monaten wird der Vorfall vergessen sein und durch Berichte über Brandanschläge ersetzt werden. Die Helferindustrie samt ihrer Winkeladvokaten wird sich das Geschäft ihres Lebens nicht vermiesen lassen.
Die Politik wird zum eigenen Machterhalt weiterhin alle Register des ‚Teile und Herrsche‘ Spiels ziehen, bis die Staatsschuldenkrise dem Treiben ein natürliches Ende setzt. Wir haben die letzten Jahrzehnte in der Illusion einer immerwährenden Demokratie gedankenlos verschlafen und wollen jetzt augenreibend die Realität wegdiskutieren Bei näherem Hinsehen erweist sich jedoch, dass der Drops längst gelutscht ist. Der internationale Sozialismus hält die Macht über unsere finanzielle und gesellschaftliche Zukunft in seinen Händen, während wir uns weiterhin vehement vom nationalen Sozialismus distanzieren. Die Hoheit über unser Schicksal haben wir an Leute in Brüssel übergeben, die man nicht wählen kann, die uns aber jährlich mit tausenden von Gesetzen beglücken, welche unser Leben reglementieren und unsere Grenzen für die Welt geöffnet haben. Die Vorfälle in Köln sind nur eine logische Konsequenz. Wer redet schon noch von EFSF, ESM oder Bankenrettung? Wir haften für die EU Staaten, wir zahlen die Gasrechnung der Ukraine, geben der Türkei Milliardengeschenke und und und.. Der sozialistische Wohlfahrtsstaat hat sich lediglich der Globalisierung angeschlossen. Wer jahrzehntelang glaubt, man könne dauerhaft die Zinsen für Schulden mit neuen Schulden bezahlen, ohne eine Endabrechnung zu bekommen, der glaubt auch, dass die Sonne um die Erde kreist.“

Niemand hat die Absicht, Grenzen zu ziehen

Besonders nachdenklich gemacht haben mich zwei Antworten von 50-Jährigen auf die Leserumfrage, was für sie persönlich „Deutsch sein“ bedeute.

Der Erste war bei den Montagsdemonstrationen in Leipzig von Anfang an dabei, die mit dem Slogan begannen, „Wir sind das Volk“. Als später stattdessen gerufen wurde „Wir sind ein Volk“, seien das überwiegend ganz andere Gesichter gewesen als zu Beginn.

Die Zweite sagt, die Bundesrepublik hätte Deutschland nicht beitreten sollen. Nicht die DDR habe sich der Bonner Republik angeschlossen, sondern die alte Bundesrepublik habe ihre Weltoffenheit in der Berliner Republik an den DDR-Nationalismus verloren.

Die Mauer ist vor 25 Jahren gefallen, die mentale Mauer zwischen West und Ost hat sich allein schon durch Hin- und Herzüge weitgehend verflüchtigt. Nichts schätzen die Leute mehr als die Reisefreiheit durch Schengen. Genau dieses Schengen ist für die EU mehr als der Euro. Wenn ein Staat nach dem anderen von Schweden südwärts seine Grenzen wieder aktiviert, bleibt Schengen für Deutschland und Österreich. Beide sind jetzt schon umzingelt von europäischen Nachbarn, die nicht wollen wie sie.

Ich glaube inzwischen, dass die Öffnung der Grenzen für die Zuwanderung aus dem Süden durch die großen Koalitionen in Berlin und Wien einen einzigen wirklichen Grund hatte: die Kapitulation vor dem Faktischen. Erdogan für das Grenzregime der EU bezahlen, ist Teil dieser Kapitulation.

Dass der Staat Erscheinungsformen wie am Kölner Domplatz hilflos gegenübersteht und die Verantwortlichen keine Antworten haben, wie sie damit umgehen wollen, stellt uns vor die erschreckende Frage: Kapitulieren wir nach den Ereignissen von draußen auch vor denen im Inneren?

Was tun? Eigene Vorschläge von Engagierten und Katastrophen-Resistenten organisieren, die vorwärts weisen, denn einen Weg zurück gibt es nicht, auch wenn das Politiker von Warschau bis Athen und von Tallin bis Lissabon erst noch schmerzhaft lernen müssen.

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Kommentare ( 2 )

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