Was Autoren 2017 wollen

Autoren von Tichys Einblick haben ihre politischen Wünsche für das neue Jahr in Kürzestform gebracht.

Die einen wünschen ganz Praktisches, der andere utopisch Ernstes, wieder ein anderer visionär scherzhaft Realistisches, der eine bleibt im System, andere verlassen es. Eben liberal bis konservativ.

Wolfgang Herles

Wenn´s denn ein richtiger Wunsch sein darf: Rückabwicklung der Weltgeschichte bis 89. Dann Neustart. Diesmal lassen wir es richtig krachen.

Ach so, realistisch. Mmmmmmh?

Ich hab´s: Bayern tritt aus der Bundesrepublik aus und Schottland bei (genealogisch korrekt). Die beiden bleiben in der EU, aber nicht in der Eurozone.

Wie, das geht nicht?

Also gut. Nach der Bundestagswahl geht die CSU in Opposition und zwingt damit Merkel zum Rücktritt. Es sieht nach Neuwahlen 2018 aus.

Hugo Müller-Vogg

Donald Trump wird hoffentlich den Unterschied zwischen Politik und einer TV-Show erkennen, Marine Le Pen gönne ich nach den Wahlen viel Freizeit, den Türken wünsche eine Rückkehr zur Demokratie, den Südeuropäern einen Schuss Realismus und den IS-Terroristen den erbitterten Widerstand wehrhafter Demokratien. Mögen uns ein Außenminister Trittin und eine Wirtschaftsministerin Wagenknecht erspart bleiben.

Hans-Peter Canibol

Wünsche mir mehr katholische Positionen und mehr katholische Soziallehre in der politischen Diskussion.

Stephan Paetow

Gibt es politische Gerechtigkeit, bleibt die SPD überall unter 20 Prozent, und die Grünen kämpfen mit der Fünf-Prozent-Hürde. Maas und Schwesig werden zur Rechenschaft gezogen für die Verschwendung von 100 Millionen Euro für die Kahanes dieser Welt. Die Union kommt auf 25 Prozent. Aber weil es keine politische Gerechtigkeit gibt, bleibe ich bin wunschlos unglücklich mit der Lage. Der Pessimist in mir sagt: Schlimmer geht’s nimmer. Der Optimist: Doch!

Tomas Spahn

Kurz-amerikanisch. Weltfrieden! Aber im Ernst: Ich hoffe, dass die Wahlen zum Deutschen Bundestag die Chance bieten, die linke Meinungsdiktatur zu überwinden und die bürgerlichen Kräfte sich endlich ihrer selbst besinnen, um dieses Land wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Jetzt bitte keine Reaktionen dazu, was realistischer ist – Weltfrieden oder meine Utopie.

Alexander Wallasch

Meine Wünsche richten sich an redliche und aufrechte Politiker der Regierungsparteien. An die Selbstheilungskäfte. An ein paar Aufrechte, die bereit sind, ihr Gewissen über den persönlichen Vorteil zu stellen. Daran glaube ich fest. Die Fakten liegen zu offen da, als dass sie sich länger in der Komfortzone der Verunglimpfung und Ausschaltung des politischen Gegenübers einreihen können.

Dushan Wegner

Ich wünsche mir für 2017, dass viele Mitglieder der »meinenden Klasse« ihr Rückgrat zurückgewinnen. ARD und ZDF habe ich aufgegeben, meine leise Hoffnung richtet sich aber auf die großen Privaten wie Welt und FAZ. Am Ende des Tages wird die Politik oft tun, was ihr »gute Presse« bringt. Das große Meinungsbusiness ist politisch wie nie – ich hoffe, es wird auch realistisch(er) und ehrlich(er).

Peter Heller

Fracking bis New Nuclear, fliegende Autos bis New Space, neue Gentechniken bis synthetische Biologie werfen als globales Innovationsfeuerwerk Blitzlichter auf die Welt von Morgen – weitgehend ohne Deutschland. Weil unsere Politiker Technologien moralisch in „gut“ und „böse“ teilen: verantwortungslos und schädlich für die deutsche Wirtschaft in Hoch- und Spitzentechnologien, das Fundament unseres Wohlstandes. Mein Wunsch für 2017: Technophobie darf in Deutschland keine Haltung mehr sein, die Politiker einnehmen und schüren können, um erfolgreich Wähler zu mobilisieren.

Gerd Held

Am 19. Dezember 2017 zusammen mit meiner Frau hinübergehen zum Berliner Breitscheidplatz und im Gedenken an die Terroropfer vermelden können: Die Regentschaft Merkel, die die Verantwortung dafür trägt, dass Deutschland zum offenen Land für diese monströsen Taten wurde, ist Vergangenheit.

Holger Douglas

Die »Energiewende« entpuppt sich als Fakenews. Der Bundestag beschließt die vollständige Kehrtwende von diesem größten, noch nie gekannten Experiment an einem Staat – vielleicht gerade noch rechtzeitig, um den vollständigen Zusammenbruch der Energieversorgung zu verhindern.

Andreas Backhaus

Mein persönlicher politischer Wunsch für 2017 lautet, dass wir Politik wieder als eine Möglichkeit begreifen und nutzen, uns auf Augenhöhe über Lösungen für drängende Probleme zu streiten. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass es so kommen wird, aber wenn es selbstverständlich wäre, müsste ich es mir ja schließlich nicht wünschen.

Klemens Volkmann

Die Kanzlerin würde auf einer Pfarrstelle in MeckPomm sehen, Kanzleramtschef Altmeyer in Väterzeit, Siegmar Gabriel als Model für Übergangsgrößen, Heiko Maas als Filmparkleiter Babelsberg, Ralf Stegner als Wattführer auf Hallig Hooge und Margot Käßmann als Bibelexegetin für Mufls.

Ingrid Ansari

Viel Bürgermut und Zivilcourage! Dass immer mehr Mitmenschen die Politik der Regierung gründlichst hinterfragen, sich nicht mehr mit dreisten Lügen, leeren Beschwichtigungen, Relativierungen und unverschämten Drohungen abspeisen lassen, sondern ihre Empörung klar und unmissverständlich vorbringen und ihren Forderungen – auch auf der Straße – Nachdruck verleihen. Sofortige Einrichtung von Transitzonen, die viel Unheil verhindern.

Frank Hennig

Sunniten, Schiiten, Aleviten, Wahabiten und andere -iten erfahren durch neueste Koranforschung, dass alkoholisch vergorene Kamelmilch erlaubt ist und feiern drei Tage mit solcher. Sie beschließen, in ihre angestammten Gebiete zurückzukehren und andere Koraninterpretationen zuzulassen. Plötzlich und unerwartet bricht Frieden über Nah- und Mittelost herein. Amis, Russen und Europäer bleiben verstört zurück. Griechenland und Italien führen nach einer Rekordweinernte eine parallele Binnenwährung ein, die die Wirtschaft ankurbelt, so wird der Euro gerettet.

Sebastian Antrak

2017 soll bunter werden. Nicht in der ursprünglichen, von der politischen Elite vorgegebenen Sinndeutung. Sondern vielfältiger in der Meinungsäußerung, toleranter gegenüber anderen Denkweisen, die sich nicht dem Duktus eines verdrehten moralischen Imperativs unterwerfen wollen. Großzügiger in der Behandlung des politischen Gegners. Und endlich ohne Scheu mehr vor vermeintlich unbequemen Wahrheiten und Lösungen, um Deutschland und Europa ein Stück weit sicherer zu machen.

Fritz Goergen

Im April wird die verschollene Urfassung des Grundgesetzes entdeckt, in ihr der vergessene Satz der Präambel: Gemeinden und Bundesländer haben das Recht auf Austritt.

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