Über 100 Festnahmen in der Silvesternacht in Berlin

Die Berliner Polizei berichtet über "massive Angriffe" auf Einsatz- und Rettungskräfte im gesamten Stadtgebiet, die "in ihrer Intensität mit den Vorjahren nicht zu vergleichen" seien. Nach den bisherigen Erkenntnissen seien dabei 18 Polizisten verletzt worden, einer schwer.

dts Nachrichtenagentur
Berlin am 31.12.2022
Während der Silvesternacht sind allein in Berlin mehr als 100 Personen festgenommen worden. Es handele sich um 98 Männer und fünf Frauen, teilten die Behörden am Sonntag mit. Während des gesamten Einsatzes habe man zahlreiche Ermittlungsverfahren, überwiegend wegen Brandstiftungsdelikten, Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, Landfriedensbruchs sowie tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

Die Polizei zog insgesamt eine eher negative Bilanz. So seien „massive Angriffe“ auf Einsatz- und Rettungskräfte im gesamten Stadtgebiet zu verzeichnen gewesen, die „in ihrer Intensität mit den Vorjahren nicht zu vergleichen“ seien. Nach den bisherigen Erkenntnissen seien dabei 18 Polizeikräfte verletzt worden, davon ein Beamter schwer.

Zudem hätten Einsatzkräfte der Polizei mehrfach die Feuerwehr bei ihren Maßnahmen unterstützt. Positiver blicken die Behörden aber auf die eingerichteten Pyrotechnikverbotszonen. Diese hätten „Wirkung“ gezeigt.

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Innenpolitiker von SPD und Union haben die Angriffe in der Silvesternacht auf Polizisten und Rettungskräfte scharf verurteilt. „Die Chaoten sollten im Falle einer Verurteilung auch für die Kosten der Einsätze aufkommen“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Castellucci, der Bild (Montagsausgabe). Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Wiese sprach sich für ein Böllerverbot in bestimmten Stadtvierteln aus. „Die Angriffe auf diejenigen, die uns schützen, sind absolut inakzeptabel“, sagte er der Zeitung. „Täter ermitteln, umgehend klare und harte Strafen, nächstes Jahr dann Meldepflicht an Silvester. In einigen Stadtvierteln geht es wahrscheinlich nur noch mit einem kompletten Böllerverbot.“

Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, warf dem Berliner Senat Versagen vor. „Ich halte es für eine unglaubliche Eskalation“, sagte er. „Es zeigt auch die komplette Respektlosigkeit gegenüber unseren Rettungskräften, Sicherheitskräfte und besonders Polizisten. Das erfordert die volle Härte des Gesetzes.“ Es mache „erneut deutlich, dass offensichtlich die Alles-Durchlass-Kultur der rot-grün-roten Landesregierung zu einer solchen Respektlosigkeit führt“. Der Senat habe „offensichtlich die Sicherheit unserer Hauptstadt nicht mehr in Griff“, sagte Throm der „Bild“.

In anderen Regionen Deutschlands verlief die Silvesternacht unterschiedlich.

So meldeten zum Beispiel die Behörden in Hamburg und Stuttgart nur wenige Vorkommnisse. Die Hamburger Polizei sprach von einer „im Vergleich ruhigen Silvesternacht“, aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt hieß es, dass man eine „vorläufige positive Bilanz“ ziehen könne. Mehrere Vorfälle gab es unterdessen in NRW. Dort wurden nach Polizeiangaben 42 Beamte verletzt, im Vorjahr waren es 23. Bei einigen Einsätzen, wie beispielsweise in Bonn, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen, sei es zu einem „missbräuchlichen Einsatz von Pyrotechnik“ gekommen, teils seien Einsatzkräfte gezielt mit Feuerwerkskörpern beworfen worden.

Insgesamt wurden in NRW in der Silvesternacht 1.320 Platzverweise erteilt (Vorjahr 1099). 233 Personen (Vorjahr 163) wurden in Gewahrsam und 25 Personen (Vorjahr 15) vorläufig festgenommen. Bei den bisher registrierten Straftaten habe man in vielen Bereichen Zunahmen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet, so die NRW-Polizei.

Die Zahl der gemeldeten Straftaten liege dennoch unter dem Niveau der Silvesternächte vor der Corona-Pandemie.

(dts)

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Kommentare ( 106 )

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Oblongfitzoblong
1 Monat her

Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Aber wenn ich die Einsätze der Polizei gegen völlig harmlose Bürger bei Demonstrationen, insbesondere in Berlin, erinnere, die nur für die Beibehaltung der Grundrechte auf die Straße gegangen sind, hält sich mein Mitleid mit den Polizisten in Grenzen. Jetzt geht es eben andersherum. Das Ansehen ist dahin.

Querdenker73
1 Monat her

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier Probleme politisch missbraucht werden, um zukünftige geplante weitere Einschränkungen der Freiheit der Bürger zu rechtfertigen. Je nach Erfordernis kann dann die Innenministerin Schuldzuweisungen in jede Himmelsrichtung schicken, natürlich besonders gegen rechts und alle hier durch sie verorteten Bürger und Organisationen. Wichtig ist nur, dass stets auf genügend Gründe zurückgegriffen werden kann. Und wenn der vom ÖRR „verwöhnte“ und vergessliche Souverän dann zur Tagesordnung übergegangen ist, lassen sich bei Bedarf (Siehe Chemnitz!) im Nachgang immer Schuldige finden, selbst dann, wenn der Inlandsgeheimdienst es anders beobachtet hat! Aber das wird ja unter Herrn… Mehr

Andy Malinski
1 Monat her

Na und? Bin mal gespannt, wie viele davon am Ende des Rechtsweges zu Strafen geführt haben, die diesen Namen verdienen und (wenn überhaupt) einen Signal- und Lerneffekt haben.

abel
1 Monat her

Nicht nur die Polizisten und die Rettungskräfte werden von der Politik im Stich gelassen. Vor allem die Bürger werden von der Politik im Stich gelassen. Inzwischen kann man jeden Tag schlechte Erfahrungen machen wenn man zu später Stunde noch unterwegs ist oder den ÖPNV benutzen muß. Im Grunde hat man bei solchen Begegnungen nur die Wahl als Opfer das Weite zu suchen oder entschlossen genug zu sein eben kein Opfer darzustellen.

Moses2
1 Monat her
Antworten an  abel

Die Bürger lassen sich doch selbst im Stich. Wenn man so blöd ist und die gleichen Leute in Berlin wählt und wieder wählt, dann soll man bitte die Konsequenzen tragen.

Mikmi
1 Monat her

Unsere Innenministerin meldet sich nur, wenn es gegen rechts geht, kaum wird einer unserer Bürger abgestochen, ist Schweigen im Walde.

Klaus Weber
1 Monat her

Das Problem ist nicht die Neujahrsböllerei, sondern das Lumpenpack, das sich in Berlin und anderen Großstädten sammelt. Das jetzt wieder diskutierte Böllerverbot geht am Problem wieder mal gezielt vorbei….

TomSchwarzenbek
1 Monat her
Antworten an  Klaus Weber

Herr Weber, die sollen sich bitte alle in den Großstädten tummeln, ich finde das prima. Hauptsache, die kommen nicht nach und nach zu uns aufs Land. Nachteil: Die verträumten Landeier bekommen sowas überhaupt nicht mit und leben in einer Fern-ab-Blase und finden weiterhin Grün, Gelb, Rot, Schwarz super, denn man muß ja auf der richtigen Seite sein. Gute Nacht Deutschland…..

Andy Malinski
1 Monat her
Antworten an  Klaus Weber

Im heutigen Nachmittags-Kommentar von hr1 gab man wenigstens zu, dass ein Böllerverbot nur Symbol ist. Den rosa Elefanten hat man erwartungsgemäß weiträumig umschifft…

Siggi
1 Monat her

Die extreme Zunahme der Gewalt und Verweigerung Gesetze auch nur ansatzweise zu beachten zeigt, dass diese Importierten immer weiter die Grenzen des Machbaren ausweiten. Sie wissen, dass es keine Konsequenzen geben wird, da man dann ja das eigene Versagen zugeben und die eigenen Aussagen widerrufen müsste. Dass das nicht geht, versteht sich von selbst. Und so werden diese Migranten die Gewaltspirale weiterdrehen. Die Einsatzkräfte stehen allein da, ohne Rückendeckung und in der Gewissheit, dass die Täter schon morgen wieder aktiv sein werden. Diese Regierung muss weg!

abel
1 Monat her
Antworten an  Siggi

Vor allem wird die anerzogene Hemmschwelle, sich zu wehren, bei den Bio-Deutschen ausgenutzt. Man fürchtet zu oft die Konsequenzen und das ist der größte Fehler den man bei diesem Pack machen kann.

Thorsten
1 Monat her
Antworten an  Siggi

Es gibt reichlich Videos wo die mit Pistolen rumfuchteln und ballern. Und ich würde wetten, dass diese Typen eine Schreckschußpistole nicht von einer echten unterscheiden können.

humerd
1 Monat her

Neben Polizei Gewerkschafte, jetzt auch „Berlins Kultursenator fordert ein bundesweites Böllerverkaufsverbot.“
Berlin hats nicht im griff, weiterhin werden die Ursachen weder genannt noch kuriert. Dafür Kollektivstrafen für die gesamte Bevölkerung.
Faeser eiert auch um die wahren Ursachen herum und sagte, dass die Strafvorschriften zum Schutz von Polizei- und Rettungskräften in den vergangenen Jahren erheblich verschärft worden seien. Jetzt müssten diese „gegen Chaoten und Gewalttäter mit aller Konsequenz angewandt und durchgesetzt werden“. Empfindliche Freiheitsstrafen könnten damit verhängt werden. Mit unerer Kuscheljustiz und überfüllten Gefängnissen wir das nichts.

Positivsteuerung
1 Monat her
Antworten an  humerd

Gefängnisse? Klebt sie einfach für die vorgesehene Strafdauer in den öffentlichen Raum dieser Bezirke und Quartiere. Ohne weitere Serviceangebote (Essen, Trinken, WC). Ich denke, dass wird auf kostengünstige Weise Erkenntnisprozesse beschleunigen.

Thorsten
1 Monat her
Antworten an  humerd

Auf Twitter bekommt IM Faeser heftig Keile und auch Gewaltvideos mit Waffen geschickt. Die sitzt in ihrer eigenen politischen Falle, da sie bei Corona und Reichsbürgern die geballte Staatsmacht eingesetzt hat.

K. Sander
1 Monat her

In was für eine Zeit sind wir gekommen? Ich bin zum Jahreswechsel fast immer aus Berlin raus. Diesmal ging es nicht, damit ich mich bei Verwandten nicht anstecke. Bei denen war es wahrscheinlich nur eine übliche Grippe. Also bin ich hier geblieben und habe etwas erlebt, was es noch nie so etxrem gab. In diesem Gebiet sind die Straßen relativ schmal, aber es gibt extrem viele Gaststätten. Und hier ging es am 31.12.22 extrem los. Es hat die ganze Zeit extrem geknallt. Die Feuerwerkskörper wurden nicht nur Richtung Himmel sondern auch entlang der Straße geschossen. Wenn es hier fast direkt… Mehr

Alrik
1 Monat her

Die Angriffe auf Feuerwehr und Rettungsdienst zeigt vor allem das diese als Feind wahr genommen werden. Man sollte die Wehrpflicht wieder für alle Geschlechter einsetzen und als Alternative den Dienst bei Feuerwehr und Rettungsdienst anbieten.
Ich bin mir sicher wenn Malte-Sören seinen Dienst in der Feuerwehr an Silvester absolviert statt mit seinen Freunden auf Ibiza dürfte das den gesellschaftlichen zusammenhalt deutlich stärken 😉

Michael M.
1 Monat her
Antworten an  Alrik

Dumm nur, dass Malte-Sören bei den Krawallmachern gar nicht dabei war. Jeder der noch halbwegs bis 3 zählen kann und Augen im Kopf hat weiß ganz genau aus welchen Milieus die Krawallmacher kommen.
Die Wiedereinführung der Wehrpflicht würde ich auch begrüßen.

poctichy
1 Monat her
Antworten an  Michael M.

Also bei mir in der Straße (Westberlin) haben Gruppen von eindeutig deutschen Jugendlichen mit Raketen auf Balkone gezielt gefeuert… wie passt das zu deinem Narrativ? Wo in Berlin hast du gefeiert und deine Beobachtungen gemacht?

Julischka
1 Monat her
Antworten an  poctichy

WAS ist denn „eindeutig deutsch“? Die weiße Hautfarbe? Die deutsche Sprache, die auch die sprechen, die hier geboren sind und trotzdem einer anderen Kultur angehören? Es gibt auch jugendliche Terrorgruppen, die schwarz vermummt sind und sich „Antifa“ nennen, die sind tatsächlich „eindeutig deutsch“!

Michael M.
1 Monat her
Antworten an  poctichy

Zunächst einmal wundere ich mich wie Sie darauf kommen mich zu Dutzen, das geht schon mal gar nicht. Zu ihrer Frage, ich komme aus Oberbayern und da gab es keinerlei Probleme, woran das wohl liegt? Zu den Feiernden in Berlin reicht es sich auf den diversen Medien die Videos und Bilder anzuschauen (das habe ich gemacht) und dann kann jeder, der es wirklich sehen will, erkennen wer da beteiligt ist. Das schließt natürlich nicht aus, dass es nicht auch Deutsche gibt die offensichtlich nicht alle Latten am Zaun haben (die Antifa läßt Grüßen), der Großteil kommt trotzdem eindeutig aus einem… Mehr

Last edited 1 Monat her by Michael M.
Schwabenwilli
1 Monat her
Antworten an  Michael M.

„Die Wiedereinführung der Wehrpflicht würde ich auch begrüßen“

Also ich würde das ganz bestimmt nicht begrüßen. Wie viele von diesen ganz offensichtlich migrantischen aussehenden Personen haben denn inzwischen einen deutschen Pass in den A. Geschoben bekommen? Und diese Leute will man bei der Bundeswehr haben?

Michael M.
1 Monat her
Antworten an  Schwabenwilli

Bitte nicht alles in einen Topf werfen. Die allgemeine Wehr-/Ersatzdienstpflicht (für Alle, Männlein wie Weiblein) hätte meines Erachtens sehr viele Vorteile, u.a. dass auch innerhalb der Bundeswehr wieder der Querschnitt der Bevölkerung abgebildet wäre. Weiterhin würde es vielen aus der Generation „Schneeflöckchen“ nicht schaden Wehr- oder Ersatzdienst zu leisten und besser als ein Jahr planlos herumzureisen wäre es auch. Das sehe ich so und dazu stehe ich auch. Das Thema wer kriegt wann einen deutschen Pass und soll/muß dann zur Bundeswehr ist ein ganz anderes Thema und da wird es bei neu hinzugekommen sicher schwierig. Bei denjenigen, die in Deutschland… Mehr

Last edited 1 Monat her by Michael M.
Alrik
1 Monat her
Antworten an  Michael M.

Naja, wenn Malte-Sören seinen Ersatzdienst bei Feuerwehr und Rettungsdienst ableistet und in der Silvesternacht (und anderen Gelegenheiten) die Krawallmacher näher kennen lernt ändert sich seine Einstellung zum Thema „Einwanderungsgesellschaft“ & „liberaler Rechtsstaat“ eventuell 😉