Erst waren die Städte froh über die „bunte Bereicherung“, protestierten jedenfalls nicht hörbar dagegen. Nun werden ihnen die Kosten für die Terrorabwehr zu hoch. Das ist eine weitere Bestätigung dafür, dass sich die „hässlichen Bilder“ am Ende nicht vermeiden lassen. Sie stellen sich ungefragt ein.
picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack
Es gibt da diese sinnige Erklärung in Sachen Polizei und Bundesliga-Fußball. Wer anschafft, soll auch zahlen. Und in diesem Fall sind es die oft millionenschweren Fußballvereine, die ihre Fans teils marodierend in die verschiedenen Austragungsstädte locken und an deren Interesse insgesamt recht gut verdienen. Insofern sei an dieser Stelle auch eine staatliche Gebühr für verrichtete Polizeiarbeiten in Anschlag zu bringen, wird argumentiert. Die Vereine könnten es verschmerzen, die erste Bundesliga ohnehin.
Wie aber ist das nun mit der Terrorgefahr bei deutschen Stadtfesten, bei Karneval und Weihnachtsmarkt? Wer hat die angeschafft und wer darf die Folgekosten bezahlen? Das ist eine Frage, die sich nun stellt. Lieber wäre es allen Beteiligten ohne Frage, wenn die Terrorgefahr nicht bestünde. Aber das ist nun einmal evident nicht mehr so, weil die hohe Politik vor allem seit 2015 schwere Fehler begangen hat, die aber zugleich von vielen Kommunalfürsten frenetisch begrüßt wurden. Die deindustrialiserten Ruhrpott-Städte wollte man doch wieder voll kriegen und zugleich Arbeitskräfte, Konsumenten, Rentenzahler gewinnen. Es wurde ein Wolkenkuckucksheim sonders gleichen an die Wand gemalt. An die Kosten dachte keiner. Und nun sind sie halt mal da. Und man muss es so festhalten: Die Terrorgefahr hat nichts mit autonomen Entwicklungen in Deutschland zu tun, als ob irgendeine Sitte „eingerissen“ wäre. Es ist eine importierte Gefahr, die zudem zuallermeist aus einer bestimmten Richtung droht, der islamischen.
Ausgerechnet, aber auch verständlicherweise die finanziell klammen NRW-Städte haben sich nun in ihrem Städtetag zusammengefunden und teilen mit, dass sie vom Land Nordrhein-Westfalen erwarten, dass es die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen gegen Terroranschläge bei Stadtfesten übernehme. Mit dem Merkelianer Wüst träfe es keinen falschen. Aber auch der Bund sei „mitverantwortlich“, beteilige sich aber nicht finanziell. Und immerhin, so Städtetagschef Christian Schuchardt gegenüber der Rheinischen Post: „Terrorabwehr ist keine Aufgabe der Städte.“
Man schlägt sich um das Geld, das man nicht hat
Deutsche Städte sind seit einigen Jahrhunderten von der Errichtung physischer Barrieren (Burgen, Mauern) im Grunde entlastet. Doch die regierende Politik hat in den letzten Jahren, die Unsicherheit sozusagen von den deutschen Grenze weggewedelt und sie in die Städte hinengepustet. Man wollte keine „hässlichen Bilder“ an den Grenzen. Aber am Ende lassen die sich nicht vermeiden. Sie stellen sich ungefragt ein. Nun hat man sie in den Städten, mit riesigen Betonpollern, „Bigpacks“, mobilen Zufahrtssperren mit Autos und albernen Straßenbahn-Choreographien, die angeblich für Sicherheit sogen sollen. Alles für den „friedlichen Besuch“ auf dem Weihnachtsmarkt. Frieden im Reservat, möchte man da fast spotten.
Und dieses Ballett der Poller und Hinkelsteine, die alljährlich in die „guten Stuben“ der Städte gesetzt werden, bezahlen derzeit die Städte, was natürlich insofern grob ungerecht ist, als sie schon an sich am Hungertuch nagen und oft kaum ihren originären Aufgaben nachkommen können. Eine Mitverantwortung tragen die Städte und Kommunen dennoch, wo sie zehn Jahre lang nicht klar und deutlich aufbegehrt haben und sagten, dass die Sache so nicht funktionieren kann. Stattdessen immer nur Durchhalteparolen und ruchloser Optimismus. Und Bezahlen.
So klagen Herford medienwirksam über stark gestiegene Kosten. Der Weihnachtsmarkt in Essener Stadtteil Seele schlägt mittlerweile mit 100.000 Euro Anti-Terror-Kosten zu Buche. Der Organisator des ganz abgesagten Overather Markts sagte schon im November laut tagesschau.de: „Wenn man uns beim Thema Sicherheit entlasten würde, dann wäre das schon eine ganz andere Basis.“ Genau das. Und dafür soll jetzt laut NRW-Städtetag der Bundessäckel blechen, also natürlich am Ende der Steuerzahler. Man schlägt sich um das Geld, das man nicht hat.
Über kurz oder lang kommt die Finanzspritze
Ähnlich geht es aber auch Kommunen in anderen Bundesländern. In Sachsen-Anhalt sprechen Städte und Gemeinden von einer Steigerung der Ausgaben auf das Fünffache. Der Anti-Terror-Kampf rund um den Dresdner Striezelmarkt kostete heuer zwei Millionen Euro, und noch mal so viel waren es in Leipzig.
In Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) flüchtete man vor Mehrkosten von 50.000 Euro an einen anderen Ort, weil man sonst 200 Bigpacks statt 50 gebraucht hätte, plus Fahrzeuge und Betonblöcke. Personalkosten kommen auch noch dazu. Teils verzichten die Städte zudem auf Nutzungsgebühren von privaten Veranstaltern, um die zu entlasten, weiß der NDR, zieht aber keine inhaltlichen Konsequenzen daraus.
Doch nur NRW hat unter den Bundesländern die grenzenlose Vollkasko-Mentalität. Und so bleibt Städtetags-Geschäftsführer Schuchardt dabei: „Die vorbeugende Bekämpfung von Straftaten liegt eindeutig bei den staatlichen Polizeibehörden.“ Also vor allem beim Land. Zudem sei aber der Bund „mitverantwortlich, da er für die Abwehr von ‚Gefahren des internationalen Terrorismus‘ zuständig ist“. Kurzum: Sollen Land und Bund sich doch einig werden, wer die Trümmer in deutschen Städten nun bezahlen soll. Die NRW-Städte wollen es jedenfalls nicht. Und man mache sich nichts vor: Über kurz oder lang wäre der Bund ohnehin mit einer Finanzspritze gekommen, weil er die Kommunen ja nicht vollkommen austrocknen lassen kann. Der Rest sind Verteilungskämpfe zwischen den an den Schalthebeln der Macht Anwesenden.

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Das wirklich ironische an den Sicherheitskonzepten der Kommunen ist, daß der Weihnachtsmarkt von privaten Sicherheitsfirmen bewacht wird: Ali, Hassan und Igor beschützen uns dann vor Mohamed und Ahmed.
Endlich Frei # – Es heißt immer noch deutscher Weihnachtsmarkt.
Viele deutsche kennen noch die wunderbaren deutschen Weihnachtsmärkt aus der Zeit vor der alten Merkel. Ohne Merkelbetonklötze und ohne die ekelhaften Polizeisperren.
Wer die wunderbare alte Zeit wieder erleben möchte, das muss die AFD wählen, sonst kommen die wunderbaren alten Zeiten niemals wieder zurück
„NRW-Städte erwarten Erstattung von Land oder Bund.“
Nun, erwarten dürfen sie das.
Was sie bekommen, ist eine ganz andere Frage.
Da die Abzocke des Merz mit dem Geld der Russen nicht geklappt hat, gibt es gar nichts. Die Kassen sind leer, Merz am Ende. Es wird für 2026 nur einen Flatterhaushalt geben. Das einzige Konstante in diesem Land wird die weitere Massenmigration nach dem schönen Deutschland sein.
Ich finde, man sollte Weihnachten komplett abschaffen. Diese Hektik, die Anfang Dezember beginnt, um ein Fest zu feiern, um das niemand herum kommt und alle mitmachen müssen, wirkt wie eine Strafe. Ebenso dieses unangenehme Brauchtum, sich in Dunkelheit und Kälte auf den Weihnachtsmarkt zu stellen. Bratwurst und Glühwein sind nun wirklich keine Delikatessen, die dieses Vorgehen rechtfertigen. In diesem Sinne, frohe Weihnachten.
Also früher hab ich mich gerne mit Freunden auf‘n Weihnachtsmarkt getroffen, ein/zwei Glühwein o. Ä. geschlürft, ’ne Bratwurst, ’nen Hähnchenschenkel, oder‘n Winzersteakbrötchen gefuttert, gequatscht, geklönt, Neuigkeiten ausgetauscht. Also früher, wo der Weihnachtsmarkt noch nicht komplett mit Merkellego eingepollert war, mit Einlasskontrollen, patrouilliert von einer schwerbewaffneten Exekutive, wo „Ungeimpfte bitte draußen bleiben“ sollen, wo nicht die Vielfalt regelmäßig Amok läuft, bzw. fährt. Also früher, wo die Preise zwar noch nie billig, aber doch irgendwie fair waren, wo die Stände nicht noch all die happigen Sicherheitskosten plus die ruinösen Standkosten auf all ihre Waren aufschlagen mussten. Also früher, vor gefühlt, bzw. ziemlich… Mehr
Zieht es doch Merkel von ihrem Ex-Kanzler-„Ruhegehalt“ ab. Vielleicht hört sie dann endlich auf, wieder in der Öffentlichkeit zu erscheinen und zu schwurbeln, wie toll die 16 Jahre ihrer Herrschaft als Staatsratsvorsitzende waren.
Ihr seid sowas von durch in Deutschland. Die meisten wissen es nur noch nicht. Dass das mit islamischer Immigration eine brandgefährliche Sache ist, haben euch viele Menschen gesagt, die sich mit sowas auskennen. Libanesen zB, die sowas schon mal erlebt haben. Brigitte Gabriel ist eine davon. Es war grausam, ungerecht und traumatisch, was sie erleben musste. Schuldlos. Der Libanon wollte nur helfen. Nahm massenhaft Muslime auf. Die bedankten sich auf ihre gewohnte Weise. Indem sie in dem Moment einen Bürgerkrieg anzettelten, als sie sich stark genug fühlten. Für viele Libanesen war das gleichbedeutend mit dem Verlust ihrer Heimat. Viele verloren… Mehr
Ich zitiere da nur Peter Scholl-Latour und seinen Vergleich zu Kalkutta.
Leider kann ich nur jeden Satz ihres Komentars doppelt und als absolut zutreffend unterstreichen! Es ist so was von bitter, was in D seit 2015 passiert! Die Aussagen und Erfahrungsberichte von Brigitte Gabriel sind mir bekannt bzw.: „Jeder hofft, dass, wenn er das Krokodil genug füttert, das Krokodil ihn zuletzt frisst“ (Churchill)
Wir sind aus unseren alten Verhältnissen, Kaisertum und Fürstenstand nie heraus gekommen, im Gegenteil, waren es früher noch sieben Kurfürsten an der Zahl, die den Herrscher aller Reußen wählten um darunter auch die Politik wesentlich mit zu gestalten, so haben wir heute den ganzen Laden noch mehr aufgebläht mit einer überbordenden Hofhaltung in Berlin und 16 Landesfürsten mit ihrer gesamten Entourage, was uns Unsummen kostet und die Bettelei zum Standard gehört, was man selbst behalten sollte und jeder sehen müßte wie weit er damit kommt und wer der Wilhelminischen Zeit was vorwerfen will, sollte sich bescheiden geben, wenn er das… Mehr
Keine Erstattung! Was sollen diese Umverteilungen, die am Ende trotzdem die Bürger bezahlen. Der Druck muss auf den Kessel und der ist am besten in der Kommune aufge, denn da trifft es den Bürger direkt. Geht endlich auf die Straße, verdammt!