Kaum vier Jahre nach Relotius: „Spiegel“ nimmt wieder zweifelhafte Artikel vom Netz

Hat der „Spiegel“ seinen nächsten Relotius-Skandal? In vier Artikeln erzählte das Magazin die Geschichte eines Flüchtlingsmädchens, das an der EU-Außengrenze gestorben sein soll. Jetzt wurden die Berichte gelöscht. Griechenlands Migrationsminister behauptet, dass es das Mädchen nie gegeben hat.

imago images / Jürgen Ritter

Vier Artikel widmete der Spiegel der Geschichte. Unter dem Titel „Todesfalle EU-Grenze“ findet sich aber nicht mehr die traurige Geschichte einer kleinen Flüchtlingsgruppe, sondern mittlerweile nur noch ein Statement der Redaktion.

„An dieser Stelle befand sich ein Beitrag über das Schicksal einer Flüchtlingsgruppe am griechisch-türkischen Grenzfluss Evros im Sommer 2022. Mittlerweile gibt es Zweifel an der bisherigen Schilderung der damaligen Geschehnisse. Wir haben daher mehrere Beiträge zu diesem Thema vorläufig von unserer Website entfernt. Wir überprüfen unsere Berichterstattung und entscheiden nach Abschluss der Recherchen, ob die Beiträge gegebenenfalls in korrigierter und aktualisierter Form erneut veröffentlicht werden.“

Screenprint: „Spiegel“

Nicht nur am Tod des Mädchens gibt es Zweifel. Es sei sogar unklar, ob es überhaupt existierte. In einem der fraglichen Artikel schrieb der Spiegel-Reporter laut der Seite Medieninsider anklagend: „Nun ist Maria tot. Sie ist Anfang August an Europas Außengrenze gestorben, weil ihr griechische Behörden jede Hilfe versagten. Sie wurde gerade einmal fünf Jahre alt.“

Spiegel-Reporter hält an seiner Geschichte fest

Der griechische Migrationsminister Notis Mitarachi meldete Zweifel an, die er auch Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann in einem Brief im September mitteilte. Darin warf Mitarachi dem Reporter des Hamburger Nachrichtenmagazins vor, dass er die Angaben zu dem Fall ungefiltert von NGOs übernommen habe. Der brisante Vorwurf: „Aus den Fakten und allen fotografischen Beweisen geht hervor, dass es kein vermisstes Kind gibt, geschweige denn ein totes Kind.“

Spiegel-Reporter Giorgos Christides, der die Geschichte in Griechenland recherchierte, hat sich laut Medieninsider zu den Zweifeln bereits Ende August geäußert. In einem Twitter-Thread habe er angegeben, mit den Eltern und den Geschwistern des Mädchens gesprochen zu haben. Er wolle „anders als die Politik“ deren Aussagen nicht bezweifeln. Auch weitere Menschen hätten ihm die Existenz des Mädchens bestätigt, darüber hinaus habe es auch eidesstattliche Versicherungen gegenüber der ermittelnden Staatsanwaltschaft gegeben.

Mit Material von Exxpress.at.

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Kommentare ( 34 )

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Aljoschu
7 Tage her

Warum so verschämt, warum so zaghaft, Spiegel-Fechter? Es ist doch euer Markenzeichen, der Welt eure „geframeten Narrative“ vorzu-Spiegel-n! Es geht doch nicht darum der Welt zu zeigen, wie sie ist, sondern darum, wie ihr bzw. eure Geldgeber sie haben wollen. Also frisch auf, liebe Spiegel-Gesellen steht zu eurem Handwerk der Fake News und der Des-Information!

Kassandra
10 Tage her

Hetzjagden in Chemnitz – gab es nicht.
Rechte, die Brände in Groß Strömkendorf legten – gab es nicht.
Eine Maria, die auf dem Treck an der EU-Außengrenze gestorben sein soll – gab es auch nicht.
Was gab es noch alles nicht, was uns über die Zeit erzählt wurde – und was gab und gibt es, was uns jedoch nicht erzählt wird?
Und weshalb trauen sich hier welche politisch-medial, uns, dem Souverän, die Märchentante oder den Märchenonkel zu geben?

Aljoschu
7 Tage her
Antworten an  Kassandra

Ein „Vakzin“, das vor Ansteckung schützt, gab es auch nicht, noch eines, das die anderen, die Vulnerablen (dieser Begriff wurde extra für sie geschaffen) schützt! Ja, nicht einmal eines, das einen „milderen Verlauf“ garantiert, gab es! Und bei den Lügen, den Täuschungsmanövern der Merkels, Spahns der Scholz‘ und Lauterbachs, der gackernden Hühner der ÖRRen, … der Spiegel immer mit dabei, als der „Gral der Wahrheit und der Wissenschaft“, mit seinen „Experten“ und „Faktencheckern“! – Wer – außer Bill Gates und Konsorten – zahlt noch für dieses Blatt?

Schon gemerkt? Spiegel vertauschen nicht oben und unten, sondern links und rechts!

ceterum censeo
10 Tage her

 Auch weitere Menschen hätten ihm die Existenz des Mädchens bestätigt, darüber hinaus habe es auch eidesstattliche Versicherungen gegenüber der ermittelnden Staatsanwaltschaft gegeben.“ Scheint so, als bekäme der ach so investigative Journalist kalte Füsse und bereitet einen „Plan B“ vor nach dem Motto: er trüge keine Schuld an den falschen Berichten, da ja alles auf Aussagen beruhe. Soviel zur journalistischen Recherche…

Lackyeric
10 Tage her

Einer meiner Freunde arbeitet bei einer Berliner Filmproduktion, welche das Trash-Futter, vor allem für die privaten Fernsehsender, liefert . Er muss einfach Geld verdienen, allerdings schämt er sich öfters wenn er sich im Spiegel sieht. Seine Aussage: „Dieser Laden und dessen Führung verfügt über keinerlei ethisches oder moralisches Verständnis. Die von der Firma angewandten Methoden sind durch und durch verwerflich. Das Leid und die Probleme der Menschen, die vorgeführt und verheizt werden, werden schamlos für die Quote ausgenutzt. Der größte Teil des Journalismus dient schon lange nicht mehr der Wahrheitsfindung, sondern nur noch der Verbreitung vorgefasster Wahrheiten. (und wie in… Mehr

Wolfgang Schuckmann
10 Tage her

Lieber Spiegel, ich persl. Habe ein ganz spezifisches Verhältnis zu dem gleichnamigen Magazin ihrer Prominienz.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er gleich die Wahrheit spricht. Beim zweiten Lügen dann erwischt, was die Seele nicht erfrischt, und jetzt auch noch zum dritten Mal,
Das ist für Leser eine Qual.

Schon vor 40 Jahren (!) Haben Sie falsch oder nicht korrekt berichtet, in einem Fall, den ich etwas besser als Sie beurteilen konnte. Damals kündigte ich mein Abonnement bei Ihnen.
Ich habe mich offensichtlich nicht getäuscht.

Protestwaehler
10 Tage her

Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist die größte Märchenjournaille im ganzen Land… der Spiegel, der Spiegel, das preisgekrönte Märchenblatt 🙂

elly
10 Tage her

derartige Schreiberlinge beschmutzen den Journalismus immer mehr und immer stärker.

frechdachs
10 Tage her

Wenn es dem grün lackierten Neosozialismus nützt, dann wird halt gelogen das sich die Balken biegen. Ist ja für eine „gute Sache“. Pfui Teufel! Wie moralisch verkommen ist man eigentlich noch.

Klaus Kabel
10 Tage her

Wer noch DER SPIEGEL liest, hat das reale Leben aufgegeben. Das Sturmgeschütz der Transformation, von Gates alimentiert, ist ein reines Propagandablatt der sogenannten Regierung, ein Märchenblatt in dem es von Münchhausen…nein, Relotius heißen die ja heute…nur so wimmelt.

hassoxyz
10 Tage her

Die linksgrüne Haltungspresse wird sich niemals ändern. Sie weiß genau, daß ihre Leserschaft, die überwiegend dem linksgrünen Spektrum angehört, das gut findet. Deswegen wird sie auch weiterhin Relotius-Geschichten von ehrlichen, fleißigen und ertrunkenen Flüchtlingen verbreiten.