Polizeieinsatz gegen Demonstranten: Mit dem Knie an den Kopf getreten

Die Polizei ist beim Einsatz gegen Teilnehmer einer verbotenen Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit großer Härte vorgegangen. Gegen einen Beamten wird ermittelt, weil er einen bereits festgenommenen Demonstranten gegen den Kopf trat. Von Mario Thurnes

Screenprint via twitter

An den Haaren weggezogen, mit dem Knie ins Gesicht getreten. So ging die Polizei am Sonntag in Berlin gegen einen mutmaßlichen Teilnehmer an der verbotenen Demonstration gegen die Corona-Politik der Stadt und des Bundes vor. Und das hat nun dienstrechtliche Konsequenzen, kündigt die Berliner Polizei an.

Es sind verstörende Bilder. Unter anderem der Twitter-Nutzer Manaf Hassan hat sie eingestellt: Ein mutmaßlicher Demonstrant wird abgeführt – „weggezerrt“ träfe es besser. An den Haaren wird der Mann von den Beamten gezogen. Ein halbes Dutzend Polizisten umringt ihn, traktiert ihn.

An der Spitze des Zuges zwei Männer. Die Köpfe kahl geschoren, der Gang breit. Der Polizist mit der Erkennungsnummer „BE 11100“ tritt den von Kollegen fixierten Mann – mit dem Knie ins Gesicht. Kurz darauf bricht der Film ab.

Die Polizei bestätigt mittlerweile diesen Vorfall: „Im Rahmen von B2908 hat eine Einsatzkraft der Polizei Berlin einen Kniestoß gegen den Kopf eines Festgenommenen ausgeführt“, heißt es in einem Tweet des autorisierten Accounts Polizei Berlin. Die Ermittler des für Amtsdelikte zuständigen LKA hätten die Arbeit bereits aufgenommen: „dienstrechtliche Konsequenzen knüpfen daran an“, schließt der Tweet, der von dem Mitarbeiter mit dem Kürzel „tsm“ verfasst wurde.

Der Dienstherr sieht das offensichtlich anders: Im Innenausschuss lobte Innensenator Andreas Geisel (SPD) den Einsatz. Die Polizei sei taktisch „sehr, sehr gut aufgestellt“ gewesen“, wie die Nachrichtenagentur DPA meldete. Es sei ein „Schutz der Versammlungsfreiheit“ gewesen. 2400 Kräfte seien bei knapp 120 Demonstrationen – auch zu anderen Themen – im Einsatz gewesen. Von den Übergriffen berichtet die Nachrichtenagentur nicht, dafür von 180 Festnahmen.

Zu den Einsätzen der Polizei kurieren auf Twitter mehrere Videos. Ihnen gemein ist die offensichtliche Bereitschaft der Polizei, auch mal das Knie einzusetzen, nach Observierten zu treten und sie noch am Boden hart anzugehen. Auch gegenüber Frauen zeigten sich die Einsatzkräfte nicht zimperlich. Eine Anfrage an den Senat zu dem Einsatz ist gestellt.

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Kommentare ( 119 )

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Micci
20 Tage her

Klingt kurios, ist es beim näheren Nachdenken aber nicht:
ein Ende des Länderfinanzausgleichs würde letztendlich auch solchen Wahnsinn enden lassen!

Denn bezüglich des „Reichshauptslums“ gilt wie sonst nirgends mit derartiger Passgenauigkeit:
wer den Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen!

Mausi
20 Tage her

Wäre der mit einem schwarz gekleideten und maskierten Antifa-Aktivisten auch so umgegangen? Hätte er mit einem Antifanten auch so umgehen dürfen, ohne deutschlandweit in die Medien zu kommen? Ohne Politikerforderungen gegen Nazi-Polizeigewalt?

Gehört der Polizist zum Nachwuchs? Der genau weiß, was gebilligt wird von seinem Minister? Wo er darf und wo nicht? Wenn dem so wäre, dann Prost Mahlzeit.

Last edited 20 Tage her by Mausi
Rolling_Stone
21 Tage her

Gegen Bürger, die gegen die Regierungspolitik demonstrieren, wird brutale Härte gezeigt. Motto: Bestrafe einen, erziehe viele. Wenn nicht nur am 1. Mai die Antifa (in Berlin auch Merkel-Jugend genannt) gegen die Polizei brutale Gewalt anwendet, Straßensperren errichtet und Autos anzündet, dann wird in Berlin artig de-eskaliert. Ich war mal stolz darauf Deutscher zu sein.

Last edited 21 Tage her by Rolling_Stone
Klarofix
21 Tage her

Ich kann nur resigniert festhalten, dass dies nicht mehr mein Land ist und wir ganz ehrlich und ernsthaft überlegen, hier wegzugehen. Leider ist das wohin noch nicht geklärt.

HansKarl70
20 Tage her
Antworten an  Klarofix

Wenn dies nicht mehr Ihr Land ist, dann ist wohl die Dame in Berlin so ziemlich am Ziel. Darüber würde ich noch mal nachdenken. Mein Land bleibt mein Land! Da bin ich wie die Taliban, nur ohne …. na Sie wissen schon.

SekarDadu
21 Tage her

Mein Nachbar (Polizist) kam vor Wochen mir in voller Montur im Hausflur entgegen und meinte (es sollte wohl scherzhaft sein), ich wäre jetzt festgenommen. Darauf hin ich zu ihm, dass das, was heute noch ein Scherz sei in der Zukunft bittere Realität wird. Und zwar für mich. Auch seine Ausrede, dass nicht alle so wären und sie nur Befehle ausführen macht diese Unterstützer des Systems KEINEN DEUT besser. Seit dem Tag reden wir kein Wort mehr, kann meine Verachtung nur sehr schlecht verbergen.

MeHere
21 Tage her

Wie kann man nur so blöde sein und den eh schon außer Gefecht gesetzten „Demonstranten“ so übel und menschenverachtend behandeln. Und das auch noch vor laufender Kamera … Parallelen zu Nordamerika stellen sich mir dar … am Ender wird der Staatsanwalt wieder ein Auge zudrücken, wie er es auch heute in Sachen „überteuerte FFP2 Masken gemacht hat“ (weil Notlage war meint er in seiner Naivität).

j.heller
21 Tage her

Als Altlinker, der die woken Neolinken hasst, war ich schon drauf und dran die „Bullerei“ schätzen zu lernen und zu bedauern für ihren Einsatz an der inneren Migrationsfront. Aber das legt sich gerade. Zu viele sind wohl einfach brutale Schergen jedes beliebigen Systems.

Stef
21 Tage her
Antworten an  j.heller

Das ist nur common sense. Natürlich war man nicht damit einverstanden, dass Polizei, Armee und sogar Feuerwehr unter Nazi-Generalverdacht gestellt wurden. Dagegen stellt sich jeder mit gesundem Menschenverstand. Genauso dagegen ist man, dass friedliche Demonstranten zusammengetreten werden. Davon profitieren die Politiker, die einerseits „Defund the Police“ fordern, und andererseits die Zerschlagung der Querdenkerdemos. Zuerst ordnen sie letzteres an, und dadurch wiederum bekommen sie Unterstützung für ersteres. Das ist Zersetzung durch selbstsüchtige Politiker. Sie sind die Krankheit unserer Gesellschaft, und die Medien sind ihre Geschwüre.

Kraichgau
21 Tage her

@ Laura,
Sie haben null-komma-null Ahnung,was ein Patriot ist,sondern kauen hier nach,was die radikale linke,die Patriotismus hasst,von sich gibt…
Patrioten lieben und dienen Ihrem Land und der eigenen Bevölkerung,das, was dieser Geisel-Geselle gemacht hat,stellt das exakte Gegenteil davon dar

GWR
21 Tage her

Und nicht vergessen, der Dunkelhäutige in Amerika war hochkriminell. Hat bei einem bewaffneten Raubüberfall einer schwangeren Frau die Waffe gegen den Bauch gedrückt. Da muss man schon Mitleid haben mit dem armen Kerl. Bei uns geht es ja nur gegen die friedfertige einheimische Bevölkerung. In Berlin trauen sie sich nicht gegen die ganzen Clans, Drogendealer, Hausbesetzer etc. Da kneifen sie den Schwanz ein. Aber harmlose Bürger drangsalieren, da sind sie spitze.

Peter Pascht
21 Tage her

Wir müsen dann auch endlich mal über die Polizeischulungen und über die Rechtsprechung reden. Solche Polizeischulungen mit Filmvorführung werden aus taktischen (sic!) Gründen vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Ich habe mal so eine Schulungsveranstaltung gesehen. Es fiel da der Satz: „Wenn sie im Einsatz vor Ort sind müssen sie zeigen wer der Herr am Platze ist“ Es wurde dann auch der „Schwitzkasten-Griff“ an den Hals geschult, der eine Luxation der Halswirbelsäule wie auch der Absperrung der Blutzufuhr zum Kopfe impliziert. Die deutsche Rechtsprechung sieht diesen Griff als grundsetzlich zulässig, relativiert und verharmlost verbal diesen faktischen Totschlagversuch,  damit dass als… Mehr

Stef
21 Tage her
Antworten an  Peter Pascht

Habe es vorhin schon kommentiert, wurde wohl „abgeleht“ von den Moderatoren. Warum nur? Es ist ne Tatsache: der Choke ist die ungefährlichste Art jemanden K.O. gehen zu lassen. Keine Option ist ungefährlicher. Das machen wir 3x die Woche mehrmals im Jiu Jitsu Training. Es ist auch in der Defense, die sicherste Art, trotz Selbstverteidigung nicht verklagt werden zu können.

Last edited 21 Tage her by Stef
Britsch
21 Tage her
Antworten an  Stef

Meine Frage ist als Frage an die Experten gedacht,
da ich mich da nicht so genau auskenne
Ist der z.B. im Kampfsport übliche Choke, Choke Griff nicht anderst
als der Schwitzkastengriff / Jemand in den Schwitzkasten nehmen?
Nach meinem bisherigen Kenntnisstand gibt es da dochj Unterschiede.
Frage