Nord Stream 2 entlässt gesamtes Personal

Die Betreiberfirma der Ostsee-Pipeline in der Schweiz entlässt alle Angestellten. Auch die »Stiftung Klima- und Umweltschutz MV« des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird aufgelöst.

IMAGO / Pius Koller
Eingang zum Firmensitz von Nord Stream 2 in Zug in der Schweiz.

Die Betreiberfirma der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 entlässt alle Angestellten. Die hat der Wirtschaftsminister der Schweiz, Guy Parmelin, im Westschweizer Fernsehen gesagt. 140 Menschen seien betroffen. Wie der Sender weiter berichtete, habe das Unternehmen für diesen Dienstag um ein Treffen mit Vertretern der Kantonsbehörden gebeten.

Das Betreiberunternehmen sitzt im schweizerischen Zug und ist eine Tochtergesellschaft der russischen Gazprom. Gegen die Nord Stream 2 AG haben die Vereinigten Staaten Sanktionen verhängt. Gazprom hatte kürzlich eine deutsche Tochterfirma gegründet, die das Teilstück der Pipeline, das über deutschen Boden führt, betreiben soll. Dies hatte die Bundesnetzagentur als eine der Auflagen gemacht, die Voraussetzung dafür sind, damit die Pipeline zertifiziert und in Betrieb genommen werden kann.

Auch jene »Stiftung Klima- und Umweltschutz MV« des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird aufgelöst. Mit dieser Konstruktion sollte der Betrieb der Pipeline gefördert werden. Doch Ministerpräsidentin Schwesig musste jetzt einen Rückzieher machen, weil diese Stiftung wesentlich von Gazprom finanziert wurde.

Die Pipeline selbst ist fertig gebaut und mit Gas gefüllt. Nicht absehbar ist, was die Entlassung der Angestellten für den Betriebszustand der Gasleitung bedeutet. 

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Kommentare ( 14 )

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Hannibal Murkle
7 Monate her

Die sollten mit der Verwaltung sowieso nach Deutschland ziehen, war eine Bedingung für die Betriebsgenehmigung. Das heißt – Schweizer Mitarbeiter hätten die sowieso entlassen – mit dem Krieg und den Sanktionen haben die zusätzliche mediale Dramatik geschafft.

Robert Tiel
7 Monate her

Das von Russland gelieferte, preiswerte Gas wurde nach Polen geliefert. Zum handelsüblichen teuren Preis. Den Gewinn strich der Betreiber ein. Nun sind die deutschen Vorräte geschrumpft, die Regierung kauft neues, teures Gas. Der Preis dürfte in die Nähe des LNGases kommen. Damit ist LNG wettbewerbsfähig, eine Umstellung auf amerikanisches Gas möglich. Der Donbass ist voll mit Schiefergas, Exxon, Chevron, Shell sind bereits dort ansässig, Hunter Biden saß einst im Vorstand der Betreibergesellschaft Burisma. Die Ölfirmen fordern nun von Biden eine Erhöhung der Bohrrechte in den USA zu Land und zu Wasser wegen des Krieges und werfen damit die Klimapläne über… Mehr

ReneKall
7 Monate her

Deutsche Regierungen machen seit Jahren Politik gegen das eigene Volk, immer schneller und immer irrer.
Bislang liefert Russland immer noch Gas durch die Ukraine. Aber wie bezahlen wir die Russen zukünftig eigentlich, wenn die in SWIFT ausgeschlossen sind? Bitcoins, Bargeldtransporte? Und warum sollte Russland liefern wenn sie nicht mehr bezahlt werden? Krieg gegen Russland hat sich für niemanden in Westeuropa je bezahlt gemacht, auch diesmal wird es so sein. Mit einseitigen Waffenlieferungen in Kriegsgebiete, macht uns diese Regierung zur Kriegspartei. Also nicht jammern, wenn es eskaliert und auch bei uns demnächst rummelt.

Robert Tiel
7 Monate her
Antworten an  ReneKall

Ein nicht unwillkommener „Kollateralschaden“, wenn die Deutschen nun doch teures USamerikanischen LNG kaufen müssen.
Man nennt es „unabhängig sein“ und schließt die hemischen Kohlebergwerke.
Wenn Europa sich bekriegt, nutzt es den USA und China.
Daran sollte Europa überhaupt kein Interesse haben.

Contra Merkl
7 Monate her

Für was braucht es 140 Mitarbeiter bei einer Pipeline, wohlgemerkt an einem Ende ? Zumal in der Schweiz, wo die Pipeline doch in Lubmin ankommt ?
Das ist nichts weiter als eine Röhre, was man an einem Ende reinpumpt, kommt am anderen Ende wieder raus. Da die Pipeline unter Wasser liegt, gibt es bei Lecks Blasen. Bei einer Überlandleitung könnte ich das noch verstehen, dass da für Teilabschnitte Leute mit Gasdetektoren Prüfarbeiten etc. kontrollieren.

Contra Merkl
7 Monate her

Bei der Schwesig rappelt es richtig. Nordex macht sein Rotorblatt Werk dicht, da Energiekosten zu teuer. 600 Arbeitsplätze. Und die MVV Werft ist auch pleite, das Kreuzfahrtschiff fast fertig wird nicht weitergebaut.
3000 Arbeitsplätze. Der nächste Betrieb ist die Eisengießerei die die Naben für Windkraftwerke fertigt, die Energiekosten machen die fertig. Dem Habeck sollte man einen Karton Grabkerzen schenken, die er vor die Betriebe stellen kann. Aber wir retten das Klima, auch wenn wir dafür einen hohen wirtschaftlichen Preis zahlen. Ähh Verbaerbockt, dass kommt ja erst noch wegen den Sanktionen.

Elki
7 Monate her

Da dürften Einige schon erhebliche Magenbeschwerden haben, die Industrie ohnehin. Es sind Entscheidungen in Vorstandsetagen, die keine Sekunde an die Bevölkerungen denken, nur „Geld regiert die Welt“, wieder einmal zeigt sich die Unvergänglichkeit und Wahrheit dieses Spruch und ändern können das nur Bevölkerungen, die auch für sich selbst ein Recht auf bezahlbare Energie sehen, denn es gibt nicht nur die angeblichen Rechte der Ukraine auf „sofortige Aufnahme“ in die EU.

Michaelis
7 Monate her

Damit ist eines der wesentlichen Ziele von US-Administration und grünen Extremisten erreicht. War schon lange klar, dass die Pipeline zu Fall gebracht werden soll. Und dem deutschen Volltrottel muss man nur mit „kriegslüsternen Bösewichten“ daherkommen, um ihm die Dinge „schmackhaft“ zu machen. Wie der Stier in der Manege.

Janno
7 Monate her
Antworten an  Michaelis

Ihnen fällt schon auf, dass die „heiligen Kühe“ der Grünen Klima, Kohle und Atom gerade zur Disposition stehen?

Und wenn das perfide Ziel der USA und Grünen es wäre, uns von Russland zu trennen, warum tut Russland dann nichts dagegen?
Russland könnte sich ja einfach zur Rechtsstaatlichkeit, zu freien und geheimen Wahlen, zur Zivilgesellschaft und zur Demokratie aufraffen. Dann gäbe es auch keinen Grund gegen NS2.
Nur sind Bomben auf Kyiv sicherlich kein guter Grund FÜR die Pipeline.

Hannibal Murkle
7 Monate her
Antworten an  Janno

@“Ihnen fällt schon auf, dass die „heiligen Kühe“ der Grünen Klima, Kohle und Atom gerade zur Disposition stehen?“

Das glaube ich, wenn Tabus gefallen sind – erst mal heisst die Parole eher, die Große Transformation noch zu beschleunigen:

„„Freiheitsenergie“ um jeden Preis – das ist brachiale Planwirtschaft“

https://www.welt.de/wirtschaft/plus237243055/Freiheitsenergie-um-jeden-Preis-das-ist-brachiale-Planwirtschaft.html

„… Habecks Ministerium plant ein Erneuerbare-Energien-Gesetz, das die Energiewende erneut beschleunigen soll. Unsere Abhängigkeit von Russland tilgt alle Bedenken zu Finanzierbarkeit und Risikoabwägung reiner Ökostrom-Versorgung. Das neue Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht …“

Contra Merkl
7 Monate her
Antworten an  Hannibal Murkle

Freiheitsenergie, wenn ich das schon höre. Das wird enden wie die V2 Raketen, die bei Bromskirchen im Eisenbahntunnel rumstanden als die Amis kamen. Sogar die Bedienungsanleitungen waren dabei. Der gleiche Glaube wird hier in Windmühlen gesetzt.
Raketen kann man aber starten wenn man will, während man bei Windmühlen vom Wind abhängig ist. Das ist noch bescheuerter, etwa wie wenn man Drachen steigen lässt um damit dann Bomben abzuwerfen.

Wolfram_von_Wolkenkuckucksheim
7 Monate her
Antworten an  Michaelis

Sie tun ja gerade so, als hätte diese Pipeline die US-Wirtschaft ins Verderben gestürzt. Und die grünen Schwachmaten haben auch nicht gewonnen, denn aus ihrer Perspektive müssen wir jetzt auf die viel bösere Kohle setzen und sogar über Verlängerungen der KKW-Laufzeiten wurde nachgedacht. Die Pipeline war von Anfang an problematisch und nicht, weil wir amerikanisches Frackinggas nicht kaufen. Die paar Peanuts… deswegen macht ein amerikanischer Präsident nicht Aufhebens. Der Grund ist der, den Präsident Trump ganz klar benannte: Wir können uns nicht in eine so starke Abhängigkeit begeben, denn dann sieht’s militärisch ganz, ganz schlecht aus. Nun ist genau der… Mehr

Andreas aus E.
7 Monate her

Als die ganze Diskussion um die Pipeline aufkam plädierte ich dafür, die einfach zu eröffnen und parallel LNGs zu bauen. Der Markt möge dann entscheiden.
Wobei der Löwenanteil des benötigten Brennstoffs natürlich über die Röhre zu kommen hätte, langfristige Verträge sind kalkulierbarer alsBörsen, aber da hätte sich gewiß ein Mittelweg finden lassen.
Man vergesse nicht: Der angeblich so böse Russe lieferte immer zuverlässig und unterm Strich preisgünstig.
Aber ich trink auch lieber Wodka als Whiskey, mag daran liegen.

bkkopp
7 Monate her

Wir wissen ja nicht was noch passiert, und wie lange die Gaslieferungen über die Ukraine, und auch über NS-1, laufen, oder sich vermindern, oder ganz eingestellt werden. Vielleicht sind wir noch in diesem Jahren froh, wenn noch die eine oder andere Röhre, auch NS-2, in Betrieb genommen werden könnte, um dann für den nächsten Winter, die Gasspeicher auf 80-90% aufzufüllen. Das Zuger Korruptionsrelais von Gazprom, und teilweise auch von Ukrainern, mit 140 Angestellten, sollte uns am wenigsten berühren. In der EU sollten wir auch die strukturell ähnlichen Relaistationen zur Oligarchen-Bereicherung, u.a. auch Burisma, austrocknen.