München: Terroranschlag oder Amoklauf?

Terroranschläge oder Amokläufe sind von Menschen künstlich erzeugte Kategorien, zur kriminologischen Einordnung von Verbrechen, mehr nicht.

© Joerg Koch/Getty Images)

Immer wieder erreichen uns Nachrichten über Terroranschläge: In Frankreich tötete ein Polizeibediensteter vier seiner Pariser Kollegen; in Limburg raubte ein Syrer einen Lkw und rammte damit mehrere Pkws, dabei wurden neun Personen verletzt; in Halle werden nach einem gescheiterten Attentat auf eine Synagoge, zwei Personen getötet und zwei weitere verletzt.

In Deutschland meidet man die Bezeichnung „Terroranschlag“, wie der Teufel das Weihwasser, um es in „Amoklagen“ oder den Einzelfall eines verwirrten Täters umzudeuten. So wollte der Hessische Rundfunk schon wenige Stunden nach dem Anschlag in Limburg wissen, es könne sich nur „um eine nicht politisch motivierte Amokfahrt aus psychischen Motiven handeln“. Dabei war die Motivlage der Tat noch völlig unklar, da die Ermittlungen noch am Anfang standen. Auch in Halle rief die Stadt bereits kurze Zeit nach der Tat eine „Amoklage“ aus. Nachdem langsam klar wurde, dass der Anschlag von einem Rechtsextremisten begangen wurde, tat man sich mit der Bezeichnung „Terroranschlag“ deutlich leichter, um anschließend das zu tun, was man stets dem politischen Gegner vorwirft: die Tat wurde nach Ansicht der jüdischen Gemeinde zu Halle stark instrumentalisiert.

Gemeinsamkeit und Unterschiede

Zwar bestehen bei der Vorgehensweise der Tat starke Ähnlichkeiten – in kurzer Zeit möglichst viele Menschen ermorden – jedoch unterscheidet sich die Motivlage. Terroranschläge sind politisch-ideologisch motiviert, Amokläufe erfolgen dagegen vorwiegend (wenn auch nicht ausschließlich) durch einzelne Personen in einem psychischen Ausnahmezustand. Hier steht die persönliche Rache für die erfolgten oder vermeintlichen Kränkungen und weniger eine politische Agenda im Vordergrund. Die meisten Amokläufer setzen ihrem Leben selbst ein Ende oder sterben durch eine Polizeiwaffe „freiwillig“ (Suicide by cop).

Terroristen versuchen, durch Anschläge die Rechtsordnung eines Staates zu destabilisieren und das Zusammenleben von Bürgern in einer Gesellschaft durch Chaos und Ängste langfristig zu strapazieren.

Natürlich kann man immer in die Versuchung geraten, politische Anschläge durch religiöse oder ideologisch-militante Eiferer mit einer psychischen Erkrankung gleichzusetzen und damit einen „Amoklauf“ anstatt eines „Terroranschlags “ zu attestieren. Warum sollte ein psychisch erkrankter bzw. gestörter Zeitgenosse keinen Terroranschlag begehen? Gegen diese Annahme spricht in der Praxis gar nichts. Auch ein Terrorist kann demzufolge in die geschlossene Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses zur Beobachtung und Untersuchung eingeliefert werden. Die Verführung, dahingehend die Bevölkerung zu beruhigen, es wäre nur ein „Verwirrter“ gewesen, scheint für Politiker, Behörden und einige Medien übergroß zu sein. In anderen Ländern ist man da pragmatischer. Als ein Mann in Manchester fünf Menschen mit einem Messer verletzte (andere Quellen schreiben von vier verletzten Personen), gingen die Ermittler selbstverständlich von einer Terrortat aus. Das hinderte diese jedoch nicht daran, den mutmaßlichen Terrorristen in die Psychiatrie einzuliefern.

München: nach drei Jahren anstatt Amoklauf ein Terroranschlag

Für Deutschland gilt: Hauptsache kein Terroranschlag, es sein denn, ein rechtsextremer. Eine Rolle rückwärts erleben wir stattdessen zum Tatvorgang vom Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum im München, bei dem ein junger Mann mit Migrationshintergrund neun Personen sowie sich selbst gerichtet und weitere verletzt hatte. Die Tat wurde als „Amoklauf“ klassifiziert und sorgte somit für einen Sturmlauf der Entrüstung bei den üblichen „Verdächtigungen“. Ganz vorn mit dabei die SPD und Grüne, aber selbstverständlich auch die Amadeu Antonio Stiftung. Dabei waren die psychischen Probleme des Täters unübersehbar. Probleme, die man anderen Attentätern nur zu gern zubilligt, wenn es darum geht, möglicherweise islamistisch-motivierte Anschläge in einen Amoklauf umzuschreiben.

Die Frage ist vielmehr, für welche Richtung man sich bei der Tatbewertung entscheidet, wenn beide Motivlagen in einer Mischform vorliegen. Auch sogenannte Beweise sind dann nichts anderes als Indizien, die man bewerten muss. Interpretationsspielräume sind immer möglich, vor allem wenn man abwägen muss, ob die psychische Störung/Erkrankung (z.B. narzisstische Kränkungen, Schizophrenie, Psychopathie und/oder Substanzmittelmissbrauch) oder der politische Wille zur Vernichtung das Primat haben. Böse Zungen behaupten dann nicht ohne Grund, dass sich die Waage zur erwünschten „politischen Korrektheit“ im ewig währenden „Kampf gegen Rechts“ neigen wird. So begradigt man politische Aufgeregtheit, aber nicht die eigentlichen Probleme.

Beruhigungspille „Risikoforscher“

Für den Fall des Falles, dass man nicht umhin kommt, einen Terroranschlag wie den von Anis Amri einräumen zu müssen, erklären uns bereitstehende „Risikoforscher“ eifrig einen Zusammenhang, der keiner ist: dass Autofahren viel gefährlicher ist, als das Risiko, Opfer eines Terroranschlags durch einen Islamisten zu werden. Die meisten Unfälle passieren sowieso im eigenen Haushalt, dort sterben auch die meisten Leute. Schließlich beschwert sich darüber auch keiner.

Den Opfern ist es egal, ob sie durch einen Amoktäter, Terroristen oder angeblich Traumatisierte sterben. Apropos posttraumatische Belastungsstörung (Post-Traumatic-Stress-Disorder, PTSD): Nicht jeder entwickelt dieses seelische Verletzungsbild nach belastenden Situationen, da angenommen wird, dass im westeuropäischen und US-amerikanischen Kulturkreis etwa 50 % aller Menschen in ihrem Leben mindestens ein Trauma erleben. Auch nicht jeder, der auf der Flucht war oder Kriegserlebnisse verarbeiten musste, leidet deshalb an einer PTSD. Eine Mär, die nach wie vor eine weite Verbreitung findet, um schwere Straftaten durch „Geflüchtete“ zu „begründen“.

Terroranschläge oder Amokläufe sind von Menschen künstlich erzeugte Kategorien, zur kriminologischen Einordnung von Verbrechen, mehr nicht. Bei einheimischen Tätern ist man medial deutlich schneller dabei, von einem Terrorverdacht zu berichten, als bei zugereisten Tätern aus fremden Kulturkreisen. Damit wird vor allem Politik gemacht, nicht ganz uneigennützig.


Steffen Meltzer, der Artikel enthält Auszüge aus seinem Buch „Ratgeber Gefahrenabwehr: So schützen Sie sich vor Kriminalität – Ein Polizeitrainer klärt auf“

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Kommentare ( 28 )

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28 Kommentare auf "München: Terroranschlag oder Amoklauf?"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Tut mir leid, aber die täglichen Ereignisse rund um „Migration“ ist nur noch schwer erträglich, der Alltag wird zum Nervtöter mit den Aussichten auf weitere schlechte Bedingungen. So macht sich, nicht das Land, sondern deren Anführer, schuldig an den Aggressionen einer zur Duldsamkeit verdammten Bevölkerung. „Grottenschlecht“ das gilt inzwischen für das „Bunte Deutschland.“

Vermeiden Sie bitte das nicht existente Wort „islamistisch“. „Islamisch ist richtig.

Das Datum, an dem der Mordlauf* zu München zum „rechten Terror“ erklärt wurde, kam sicher nicht von ungefähr – es stand ja die Landtagswahl in Thüringen bevor. Auch heute vernahm ich im Staatsfunk wieder davon was, selbstredend als „rechter Terror“ bezeichnet. Nun gut – warum auch nicht „rechts“? Womöglich war der junge Iraner Anhänger des völkisch-persianischen Nationalismus, vielleicht sogar Hardcore-Monarchist, der rassistisch was gegen Turkvölker hatte. Das der wohl schwer unter seinen Mitschülern (pardon: MitschülerInnen) zu leiden hatte, er damit nicht umzugehen wußte, trieb ihn, wäre ja denkbar, an den Waffenschrank, aber egal, die Tat war ganz klar „rechts“, Klappe… Mehr

Zur quasi offiziellen Umdeutung eines Amoklaufes eines Menschen mit Migrationshintergrund zu Lasten anderer Menschen mit Migrationshintergrund in einen rechten Terroranschlag:
Absolut erbärmlicher Versuch, die Kollateralschäden der eigenen Multikulti Politik auf „rechts“ zu schieben. Es wird immer billiger und offensichtlicher.

Im Falle des Münchner Amok… – sorry – Terroranschlags haben die Extremismusexperten keine Ruhe gegeben, bis sie ihr Ziel endlich erreicht hatten, die Einstufung als rechter (ganz wichtig!) Terroranschlag. Klar, ein Ali mit iranischen Wurzeln ist ganz typisch für diese Art der Schwerkriminalität. Die Limburger Ausfahrt eines Syrers im kurzfristig geliehenen LKW war ganz schnell raus aus jeglicher Berichterstattung. Ich habe davon nur noch ein Mal etwas gehört. Nämlich dass es sich dabei nicht um einen Terroranschlag handelte (da keine Verbindungen zu entsprechenden Netzwerken nachweisbar), sondern um einen Amoklauf. Puuuuh, Glück gehabt, Schweiß von der Stirn wischen. Dann war da… Mehr
‚Hauptsache kein Terroranschlag, es sein denn, ein rechtsextremer.‘ Diese Aussage wie der gesamte Artikel, wie auch ohnehin für jeden der die Berichterstattung verfolgt selbst erfahre kann, geht es nur um eine Sache; Migranten Gewalt verharmlosen, Gewalt durch Deutsche zu übertreiben und übertrieben zu verurteilen. Übrigens wurde letzte Woche das deutsche Waffenrecht nochmals drastisch verschärft. Damit wurde der Besitz großkalibriger wirkungsstarker Waffen auch für den Sportschützen praktisch komplett verboten. Auch den rechtschaffenen deutschen Staatsbürger wird damit der letzte Rest an Wehrhaftigkeit entzogen. Dies in Zeiten zu denen jedes Wochenende bei Arabisch Muslimischen Hochzeitsfeiern völlig ungeniert auch mit scharfen Waffen um sich… Mehr
Zitat: „Übrigens wurde letzte Woche das deutsche Waffenrecht nochmals drastisch verschärft. Damit wurde der Besitz großkalibriger wirkungsstarker Waffen auch für den Sportschützen praktisch komplett verboten. Auch den rechtschaffenen deutschen Staatsbürger wird damit der letzte Rest an Wehrhaftigkeit entzogen. Dies in Zeiten zu denen jedes Wochenende bei Arabisch Muslimischen Hochzeitsfeiern völlig ungeniert auch mit scharfen Waffen um sich geschossen wird. In solchen Fällen ließt man häufig ‚Die Polizei hat den Verkehr geregelt‘ … Es ist unverkennbar, die deutschen ‚Eliten‘ haben sich gegen den Biodeutschen gerichtet. Der deutsche Selbsthass ist zu einem Ausgewachsenen antideutsche Rassismus herangewachsen.“ > JAWOHL, hier kann ich Ihnen… Mehr
Keine Propaganda ist den Linksgrünen primitiv genug, um nicht ihre auf zahlreichen eklatanten Lebenslügen beruhende Ideologie preisgeben zu müssen. Dem Kampf um die Macht, liegt der Kampf um die Deutungshoheit zugrunde. Spätestens seit 2015 haben die neosozialistischen Blockparteien einen starken Gegenpart. Im November 2016 kam der zweite Schlag in den Nacken – aus den USA. Das bis dahin einfache Aufrechterhalten der linksgrünen Lügenmatrix ist seitdem nicht mehr möglich. Deshalb feuern die weidwunden Internationalsozialisten aus allen Lügenrohren und schrecken vor keiner Einschränkung der Meinungsfreiheit zurück. Ob es „nur“ das ist, oder ob dieser undemokratische Bodensatz auch schon Wahlen fälschen? Die Sachsenwahl… Mehr

„Keine Propaganda ist den Linksgrünen primitiv genug, (…)“ – na ja, für deren Klientel langt das eben. Wer so dumm ist denen Stimme zu geben, der schluckt auch primitivste Hetzpropaganda. Warum mehr Mühe geben? Verschwendung. Alle anderen Leute wählend die „grünen“ Politikenden doch eh nicht und geben auch nichts auf deren Journalistenden.

Stimmt Stefan. Der Grund dafür: Die Linken sind die Anwälte der Schwachen, die ihr suboptimal an ihre Umwelt angepasstes Klientel auf Augenhöhe mit den Starken bringen, oder es gar als die Überlegeneren in der Gesellschaft definieren wollen. Das kann logischerweise nur über Lebenslügen funktionieren, indem man bsw. aus einem wenig intelligenten einen „anders begabten“ Menschen und aus einem hässlichen einen „exotisch schönen“ Menschen macht.

„David S.“, oder wie man sich aus dem iranisch-stämmigen Flüchtlingssohn (Ali Daud Sonboly) einen deutschen Neonazi bastelt.
Wer bis dahin noch die gleichgeschaltete Lügenpresse für einen Mythos hielt, wurde spätestens mit dem Fall eines Besseren belehrt.

Neonazis im bunten Deutschland 2019:

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Einfach mal Bilder von Täter und Opfern Googlen, da weiß man Bescheid, dass die Einordnung eine reine Framing-Aktion ist. Man braucht so viel Hebel wie möglich, um unsinnige freiheitsbeschränkende Gesetze und Maßnahmen „Gegen rechts“ durchzusetzen.
Der Täter hieß mit Vornamen übrigens Ali Davoud und nannte sich nach Erreichen der Volljährigkeit in David um, soweit was ich gelesen habe.

In der Angelegenheit sollte dieser Vorfall kenntlich gemacht werden. Das ein Migrant, der durch andere Migranten gemobbt wurde, deswegen Amok läuft, als Nazi oder Rechtsradikaler verbucht wird.

So wird Migrantenkriminalität unter sich als Rechtsradikalismus verbreitet.
Das erklärt auch den Stotterminister, so ein Unfug kann man nicht schlüssig erklären.
Aktuell sucht man in Hessen einen Afghanen, wegen Familienangelegenheiten. Vorsicht bei einfahrenden Zügen. Person wird noch gesucht.

Dessen Eltern haben in Deutschland Asyl bewilligt bekommen weil sie angeblich im Iran politisch verfolgt wurden… fliegen dann aber regelmäßig in den Iran Schießbahnen für Schießübungen zu besuchen. Soooo deutsch !

Die politische Auslegung der Kriminalität ist genauso bekannt, wie die „Lückenpresse“. Die meisten Menschen wissen mittlerweile, dass gerne „beschönigt“ wird.

Selbst das links-grüne Milieu, dass sich aber damit rausredet, dasss es „für den guten Zweck“ ist.