Infektion durch Mücken tötet zwei Mitarbeiter am Flughafen Frankfurt

Mitten in Deutschland starben zwei Menschen an einer Tropenkrankheit: Die Beschäftigten des Frankfurter Flughafens sind an Malaria tropica gestorben. Insgesamt sechs Mitarbeiter infizierten sich in diesem Sommer bei der Arbeit am Airport – ohne je selbst in einem Malaria-Gebiet gewesen zu sein.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | James Gathany

630 Jets landen täglich am Flughafen Frankfurt, mehr als 230.000 im Jahr – in einem Flugzeug kamen offenbar auch Anopheles-Mücken nach Deutschland: Die Mücken sorgten am Airport für den Ausbruch der Tropenkrankheit, die sonst fast nur Fernreisende gefährdet. Der erste Todesfall ereignete sich bereits Anfang Juli, die Diagnose wurde erst nach dem Tod des Patienten gestellt.

Der zweite Mitarbeiter starb im August, er hatte in der Flugzeugabfertigung gearbeitet. Die übrigen vier Infizierten wurden stationär behandelt und sind inzwischen außer Lebensgefahr. Die infizierten sechs Männer arbeiteten in unterschiedlichen Berufen und Bereichen des Flughafens, Passagiere sollen nicht betroffen sein. Behördliche Blutanalysen sollen klären, ob eine einzelne Mücke oder mehrere Insekten die Erreger übertrugen, berichtet dazu die BBC.

Bereits Mitte Juli hatte das RKI im Epidemiologischen Bulletin vier Erkrankungen dokumentiert. Die Betroffenen erkrankten zwischen dem 4. und 6. Juli. Das Institut geht von einer importierten, infizierten Anopheles-Mücke aus, auch Sumpf- oder Fiebermücke genannt. Britische Medien berichten zudem von dem Verdacht auf Anopheles stephensi. Nachgewiesen wurde der Erreger Plasmodium falciparum. In Deutschland betrifft Malaria sonst „fast ausschließlich Fernreisende“, die sich in Übertragungsgebieten infiziert haben. Fälle von Flughafenmalaria sind selten: Der letzte dokumentierte Fall in Deutschland stammt ebenfalls vom Frankfurter Flughafen aus dem Jahr 2023. Genau diese Seltenheit kann tödlich enden: Fehlt eine Reiseanamnese, denken Ärzte oft zu spät an Malaria. Eine verspätete Diagnose erhöht das Risiko eines schweren Verlaufs.

Die Führung des Flughafens Frankfurt wird dazu von CNN zitiert: „Wir sind erschüttert und zutiefst betroffen über den Verlust unserer Kollegen. Unsere Gedanken sind bei ihren Familien und Freunden.“ Alle Beschäftigten seien umfassend informiert und aufgefordert worden, bei Fieber, Schüttelfrost oder Kopfschmerzen einen Arzt aufzusuchen und den Arbeitsplatz am Flughafen zu nennen. Auf dem Gelände stehen nun Mückenfallen, gefangene Exemplare sollen artbestimmt und genetisch untersucht werden. Teile der Analysen übernimmt das Institut für Tropenmedizin in Antwerpen. Ärzte in der Region wurden angewiesen, bei unklarem Fieber und Flughafentätigkeit an Airport-Malaria zu denken.

Importierte Anopheles-Mücke bereits tot

Obwohl die europäische Verkehrsdrehscheibe mehr als 200.000 Passagiere pro Tag abfertigt, sehen die Behörden für Reisende und auch für die Stadtbevölkerung von Frankfurt keine große Gefahr, die importierte Mücke mit einer Lebenszeit von zehn bis 14 Tagen sei wahrscheinlich schon tot, und eine Ausbreitung von Mensch zu Mensch ist nicht zu erwarten. Das Risiko für Frankfurt sei somit „vernachlässigbar“, meinen die Behörden.

Malaria wird durch den Stich infizierter Anopheles-Weibchen übertragen, nicht durch Tröpfchen. Nach WHO-Angaben reichen die Symptome von Fieber und Kopfschmerz bis zu Verwirrtheit, Krampfanfällen und Atemnot. Unbehandelt kann die Krankheit tödlich verlaufen.

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Kommentare ( 17 )

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Lesterkwelle
13 Tage her

Ich halte mich regelmäßig 6 Monate des Jahres in Ostafrika auf und infiziere mich fast jedemal mit Malaria..Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht, trotz Netz und Autan. Aber ich kenne die Symptome sehr gut und beim ersten Auftreten lasse ich fuer 1,50€ im Dorf Lab mein Blut untersuchen. Kosten. Bei positivem Ergebnis beim Chemist fur ca 4 € ein chinesisches Artemisin Mittel. Nach ca. vier Tagen wieder fit. Es ist voellig unverstaendlich, dass so etwas hier in Deutschland Tote fordern kann und dann noch bei FRA Mitarbeitern!

PulsarOperator
13 Tage her

Ich weiß nicht ob mein Post durchkommt. Ich trete hier aber auch keinem persönlich ans Bein. Bin bestimmt kein Freund von unkontrollierter Immigration. Was aber ein paar hier an Geschmacklosigkeiten ablassen, erinnert mich sorry an Männergespräche vor der Pinkelwand.

Last edited 13 Tage her by PulsarOperator
Werner Brunner
13 Tage her

Ich sehe da mehr ein Versagen der Ärzte !

humerd
13 Tage her

das verstehe ich nicht. Mein Vater, Jahrgang 1930, war beruflich viel im Ausland tätig und hatte sich mit Malaria infiziert. Er bekam regelmäßig Malaria Schübe, die damals mit Chinin behandelt wurden. Gestorben ist er am hohen Alter, nicht an Malaria. Wir haben das teuerste Gesundheitssystem und können Malaria Infizierte nicht behandeln???!!!

Waldschrat
13 Tage her
Antworten an  humerd

Vielleicht litt ihr vater nicht an Malaria tropica. Es gibt ja zwei weitere Arten, die meist nicht tödlich enden, während M. tropica meist tödlich endet ohne Behandlung.
Wenn es wirklich nur eine Mücke war, war die irgendwann mal satt, dann beginnt die Eiablage, was sie vermutlich nicht geschafft hat. Übrigens gab es früher in Deutschland auch Malaria, z.B. in Leipzig.

Dire
13 Tage her
Antworten an  humerd

Es geht nicht darum, dass wir die Krankheit nicht behandeln können, sondern dass sie einfach nicht erkannt wird. Steht auch im Artikel übrigens. Wer in Deutschland mit diesen Symptomen zum Arzt geht, dem wird Bettruhe und vllt. ein bisschen „Medizin“ verschrieben. Der Zusammenhang zu einer Tropenkrankheit erschließt sich höchstens, wenn man sich in so einem Gebiet aufgehalten hat und das auch von sich aus erwähnt.

joly
13 Tage her
Antworten an  humerd

Ich kenne mehrere Malariainfizierte. Die waren ständig unter ärztlicher Kontrolle und leben mit Medikamenten seit Jahrzehnten mit dieser Krankheit. Die zuständigen Ärzte sind wohl völlig auf 0815 – Versorgung programmiert, ohne Ahnung von Malaria aber dafür voll informiert über Corona und Burn Out .

Kassandra
13 Tage her
Antworten an  joly

Seit Corona symptomlos diagnostiziert wurde traue ich vielen alles zu.

Wilhelm Rommel
13 Tage her

Ein paar prophylaktisch aufgestellte Mückenfallen – eine kaum zu stemmende Investition für eine schwerst ’notleidene‘ Institution wie die Fraport GmbH! Aber ganz gewiss reichlich fließende Mittel für ein gutes Dutzend Antidiskriminierungsbeauftragte (m/w/d+x) mit allen erdenklichen Hinter- und Vordergründen…

Kassandra
13 Tage her
Antworten an  Wilhelm Rommel

Die rechnen mit so was gar nicht. Wiewohl Herr Deriu bei TE schon 2019 so aus einer Erstaufnahme in Italien beschrieb – und besser ist das keinesfalls geworden: „Die Ärztin bestätigt dies, richtig, Krätze, aber dann natürlich auch die verschiedenen Arten von Tuberkulose. Die Ärztin redet zwar offen, aber man merkt doch, dass ihr das Thema unangenehm (oder sehr heikel?) ist. Jedenfalls klärt Doktor Mariarosaria Ferrante gut auf. Ja, Arten von Tuberkulosen, die man seit „Jahrzehnten“ in Italien nicht mehr gesehen habe, mit denen man einfach nicht mehr konfrontiert wurde. Eine Tuberkulose, die sich in den Knochen festsetze, aber auch diffus… Mehr

joly
13 Tage her
Antworten an  Kassandra

Man muss nicht immer Migranten verantwortlich machen. Jeder Inländer der ad-hoc in die Tropen fliegt ,riskiert die Ansteckung mit Tropenkrankheiten. Wir hatten mal einen Außenminister der unbedingt schnell und deshalb unbehandelt nach Afrika flog, sich dort mit Malaria ansteckte und fast daran gestorben ist. Genscher oder sein Nachfolger. Die Malaria war 10.000 Jahre lang in Deutschland heimisch vor allem an den großen Flüssen. Erst die Begradigung der Flüsse mit der Trockenlegung der Sümpfe hat diese Krankheit beendet. Jetzt werden wieder Sümpfe und Niederungen unter Wasser gesetzt….und die Mücke kommt zurück. Wie doof muss man sein.

Uferlos
13 Tage her
Antworten an  joly

Günter Rexrodt war das, er war Bundeswirtschaftsminister in den späten Kohl Jahren.

Wilhelm Rommel
13 Tage her
Antworten an  joly

Weniger ‚doof‘, aber zum Schreien ignorant! Dabei gibt es inzwischen zum Thema eine lesenswerte Fachliteratur – u.a. Margot Kathrin Dalitz, Autochthone Malaria im mitteldeutschen Raum. Diss. Halle-Wittenberg 2005.
Wenn man die zahlreichen schriftlich und im Druck überlieferten Krankheitsverläufe nachliest, wie sie z.B. in den sogenannten ‚Leichenpredigten‘ der protestantischen Kultur aus dem 16. und frühen 17. Jh. vorliegen, da ‚Mutter Natur‘ die Temperaturen ganz ohne menschliches Zutun schon mal phasenweise lustig ansteigen liess, wird man angesichts typischer, damals allenfalls unter ‚Wechselfieber‘ subsumierter Phänomene rasch klüger…

h.milde
13 Tage her

Dieses ist schon länger Thema in der universitären Medizinerausbildung,Fach: Infektionskrankheiten & nmE. gab es in den 1980-90er ein paar Fälle beim Fraport.

fatherted
13 Tage her

Irgendwie kommt mir das unglaubwürdig vor. Im Frachtraum eines Fliegers kann so ein Mückenvieh natürlich auch überleben…trotz Kälte und Druckabfall…aber eigentlich wäre es wahrscheinlicher in der Kabine….und da hätten doch auch Passagiere und Crew gestochen werden können….ich weiß nicht…kommt mir komisch vor.

Dire
13 Tage her
Antworten an  fatherted

Was Ihnen immer alles komisch vorkommt. Jeden 2. Tag landen bei uns irgendwelche invasiven Spezies mit Maschinen aus aller Welt. Ob Spinnen, Mücken oder sonstiges Getier. Selten ist das nicht. Und die fliegen sicher nicht „im Cockpit“ mit. Das können ausgewachsene Tiere sein, aber auch Larven, Eier, sonst was. Es gibt einen Grund, warum Australien und Neuseeland da so harte Bestimmungen haben … bis zur Vergasung und Quarantäne von Frachtcontainern usw.

joly
13 Tage her
Antworten an  fatherted

Diese Mitarbeiter waren Migranten? Oder urlaubten in den Tropen ohne Vorkehrungen zu treffen?