Vorläufiges Ergebnis im Saarland: Grüne verpassen Einzug in den Landtag – um 23 Stimmen

Das vorläufige Endergebnis im Saarland ist da: Corona-Hardliner Tobias Hans ist der klare Verlierer der Wahl. Linke, FDP und Grüne sind nicht im Landtag vertreten. Für die SPD dürfte es zur Alleinregierung reichen.

Grafik: TE mit IMAGO / Ralph Peters

Das vorläufiges Endergebnis der Landtagswahl im Saarland liegt nun vor. Nach Auszählung aller Wahlbüros sind sowohl die Linkspartei, als auch die FDP und die Grünen nicht im Landtag vertreten. Die Grünen scheitern demnach besonders knapp um 23 Stimmen bei 4,995 Prozent der Wählerstimmen an der 5-Prozent-Hürde. Das Ergebnis kann sich allerdings in den nächsten Tagen noch verändern.

Die SPD würde damit eine absolute Mehrheit erreichen. CDU und AfD würden dann die einzige Opposition bilden.

CDU-Kandidat Tobias Hans hatte das Amt des Ministerpräsidenten 2018 in der laufenden Legislaturperiode von Annegret Kramp-Karrenbauer übernommen – und sich seitdem insbesondere als Corona-Hardliner profiliert. Ungeimpften sagte er, diese seien jetzt „raus aus dem gesellschaftlichen Leben“.

SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger, die 2017 bereits antrat, dürfte damit mit hoher Wahrscheinlichkeit die neue Ministerpräsidentin werden. Nach 23 Jahren würde das Amt damit nicht von der CDU gestellt werden.

Saarland-Wahl: SPD-Triumph, CDU-Desaster
Die Ampel-Parteien Grüne und FDP haben zwar im Vergleich zur letzten Wahl leicht gewonnen, im Vergleich zu Umfragen noch von vor einem halben Jahr aber erheblich verloren. Die AfD musste Verluste hinnehmen.

Klarer Verlierer der Wahl ist neben Tobias Hans die zerstrittene Linkspartei. Bei der vergangenen Landtagswahl konnte Spitzenkandidat Oskar Lafontaine noch ein starkes Ergebnis von 12,8 Prozent holen. Jetzt hat die Partei den Einzug in den Landtag klar verpasst – nach einem intensiven Richtungsstreit, bei dem sich die Gegner Lafontaines durchsetzten, der daraufhin aus der Partei austrat.

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Kommentare ( 43 )

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N. Niklas
1 Monat her

Da geht noch was, Wahlleiter. Immerhin wurde der Rausschmiss dramatisch wie der „Abwehrkampf der Ukrainer“ inszeniert. Gefühlt sind die Saarland- Grünen damit die George Floyds des Wahlrechts. Ich sehe schon die Banner „GLM – Green Lives Matter“. Und hungernde Grüne ohne Beruf und Schulabschluss aber mit Smartphone jammern auf Twitter: #nofuture metoo. Aber keine Sorge: Das (bisherige) volle Programm wurde von der SPD und CDU sowieso übernommen.

Sabine K.
1 Monat her

Im Prinzip bleibt alles beim Alten, nur mit anderen Vorzeichen. Interessant, dass nirgendwo näher darauf eingegangen wird, dass die einzige verbleibende wirkliche Oppositionspartei es doch geschafft hat, über die 5 %-Hürde zu kommen, obwohl sie heillos zerstritten ist.
Das geht in den großen Blättern unter, wird meist nur mit einem Satz erwähnt. Ist vielleicht zu peinlich.

Ein Mensch
1 Monat her

Das einzige was mich an dieser Wahl wirklich interessiert, ist die Erklärung dafür wie der ,,grüne Mist“ es doch noch schaffen konnte. Denn ich glaube fest es wird so kommen, gaaanz plötzlich werden noch 24 Stimmen auftauchen. Entweder irgendwo übersehen oder ,,falsch“ gezählt oder mal was richtig kreatives, wie die Anzahl der Wahlberechtigten nach unten korrigieren.

evaundadam
1 Monat her

Wahlbeteiligung? Zitat Welt: „Es zeichnet sich eine niedrigere Wahlbeteiligung ab als bei der Landtagswahl 2017. Laut der Landeswahlleitung haben bis 14 Uhr 28,5 Prozent der Wahlberechtigten – ohne Briefwähler – ihre Stimme abgegeben. Vor fünf Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt 32,6 Prozent gewesen.“ Sollte das unter 50% bleiben haben ganz klar die Nichtwähler die Mehrheit. Ob diese alle der Meinung sind, man könne keine der gegenwärtigen Parteien wählen? Träumen wird man ja noch dürfen. Auf jeden Fall gilt immer mehr: Bei so geringer Wahlbeteiligung ist das eine Scheindemokratie und die Mehrheiten sind Scheinmehrheiten.

Andreas
1 Monat her

Schön zu sehen, dass 23 Vernünftige das Saarland vor grünen Abgeordneten schützen. Bei einer Nachschau dürften es wohl eher 230 sein.

Olaf W1
1 Monat her

Was sagt uns diese Wahl? Man lernt es in Deutschland einfach nicht! Die Wähler haben immer noch nicht kapiert, was die Stunde geschlagen hat…. Und daher weiß man, es ist immer noch nicht schlimm und hart genug und es muss noch ganz viel mehr passieren und das Kind erst in den Brunnen gefallen sein bevor vor „der Deutsche“ die richtigen Konsequenzen zieht…. Deshalb: Gute Nacht Deutschland!

Evelyn Beatrice Hall
1 Monat her

In der Graphik ist das Ergebnis der Grünen falsch angegeben. Mit 4,995 Prozent ergeben sich gerundet 5,0 Prozent und nicht 4,9 Prozent. Die falsche Zahl ist gut gemeint, man will schließlich dem oberflächlichen Betrachter zeigen: nicht drin. Sie bleibt dennoch falsch. Besser wäre es, man würde das Scheitern an der Fünfprozenthürde mit anderen graphischen Mitteln darstellen.

Georg J
1 Monat her

„Ungeimpften sagte er, diese seien jetzt „raus aus dem gesellschaftlichen Leben“.“

  • Bereits deswegen hätte ich ihn nicht gewählt, egal ob ich selbst geimpft wäre oder nicht. Mit diesem Satz hat er klar gemacht, dass er charakterlich für das Amt nicht geeignet ist.
Gottfried
1 Monat her

23 Stimmen. Die werden sich doch noch irgendwo finden lassen. Ich bin da guter Dinge.

Protestwaehler
1 Monat her

23 Stimmen, schaun wir mal ob die über Nacht nicht noch plötzlich irgendwo auftauchen. Eines steht jedenfalls auch fest, der Einfluss der Medien schwindet immer mehr, trotz grüner Dauerbeschallung an der 5% Hürde gescheitert.