Lauterbach offenbart kontrafaktische Wahrnehmung in der BKK-Affäre zu Impfnebenwirkungen

Die BKK Pro Vita entließ ihren Vorstandschef, nachdem er Daten über Impfnebenwirkungen öffentlich gemacht hatte. Karl Lauterbach wäre für deren Prüfung verantwortlich. In einem Interview zeigt er, wie falsch er den Vorgang in Erinnerung hat – und lässt wieder einmal tief blicken.

IMAGO / Political-Moments
Ende Februar schlug eine Analyse der Krankenkasse BKK Pro Vita hohe Wellen. Diese war zu dem Schluss gekommen, dass die Nebenwirkungen der Corona-Impfungen um ein Vielfaches häufiger sind, als es offizielle Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts ausweisen. Nach einem Shitstorm und wutentbrannten Äußerungen mehrerer Ärztefunktionäre – der Chef des Virchowbundes sprach etwa von „Schwurbel-BKK” – feuerte der Verwaltungsrat der BKK Pro Vita ihren langjährigen Vorstand Andreas Schöfbeck, der die Analyse in Auftrag gab (TE berichtete). Man begründete dies unter anderem mit dessen angeblicher Nähe zu „Querdenkern“.

Das ursprünglich mit dem Paul-Ehrlich-Institut geplante Gespräch über die Daten sowie eine in Aussicht gestellte Studie fanden nicht statt, da die BKK Pro Vita das Thema schnell verschwinden ließ. Im Ergebnis blieb es dabei: Eine große deutsche Krankenkasse liefert auf breiter Datenbasis eine Analyse, die ihr Vorstand für ein „heftiges Alarmsignal“ hielt – aufgearbeitet wird das Ganze nicht, stattdessen wird der Verantwortliche aus dem Weg geräumt.

Zuständig für die genaue Prüfung solcher Daten wäre Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Dass der die Sache eher weniger ernst nimmt, zeigt schon seine Erinnerung an die Vorgänge. Im Interview mit Bild kam er nun nämlich noch einmal auf die Thematik zu sprechen. Er sagt: „Ich erinnere mich, dass da mal vor kurzem eine Krankenkasse der Meinung war, da wären Nebenwirkungen, die da nicht erfasst werden. So etwas kann vorgetragen werden. Es war einfach so, nach einer Überprüfung: das war alles nicht stichhaltig. Da war nichts dran. Der Vorsitzende der Kasse musste zurücktreten.“

Dass der Vorsitzende der Krankenkasse gefeuert wurde, bevor eine Aufarbeitung der Analyse stattgefunden haben konnte, verdreht Lauterbach zu einem freiwilligen Rücktritt – in seiner Ausführung ist dieser Rücktritt dann der finale Beweis, dass die Analyse „nicht stichhaltig“ war. Es klingt so, als habe der Verantwortliche es damit selbst eingestanden. Hat er aber nicht, er wurde ja erklärtermaßen aus politischen, nicht medizinisch-inhaltlichen Gründen geschasst.

So dreht sich die Argumentation in einem Zirkelschluss: Wenn jemand die Impfstrategie hinterfragt, wird er abgedrängt – und dass er abgedrängt wurde, gilt als Beweis dafür, dass die Impfstrategie richtig ist.

Lauterbach findet jedenfalls: „Wir sind da wirklich sauber und gehen präzise vor.“

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Kommentare ( 88 )

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Andreas Sewald
1 Monat her

Als Betriebsratsmitglied kann ich dem Herren nur raten, gegen die Kündigung gerichtlich vorzugehen. Da diese Bande der Realitätsverweigerer dies aus verständlichen Gründen nicht zulassen wird, dürfte eine hübsche Summe als Abfindung ausgehandelt werden.

Petra G
1 Monat her

Das hat etwas vom „Hexentest“ im Mittelalter. Der angeblichen Hexe wurde Arme und Beine eng an den Körper gefesselt und in ein Gewässer geworfen. Schwamm sie, war sie schuldig und wurde verbrannt, ging sie unter und ertrank, war sie unschuldig.

Last edited 1 Monat her by Petra G
andreas donath
1 Monat her

Nein, sorry, ich wehre mich entschieden dagegen, diesen verhaltensauffälligen Scharlatan zu verniedlichen. Mit „Ach, Karlchen“ ist es nicht getan. Dieser Kerl kann fröhlich grinsend die Biographien von Millionen Menschen verpfuschen – und damit begeht er schwerste Verbrechen. Mir zum Beispiel hat er bzw. haben Typen wie er mit diesem kontrafaktischen Corona-Irrsinn die berufliche Existenz zerstört. Und ich bin beileibe kein Einzelfall.

Roland Engl
1 Monat her

Talkshowschwurbler…. Ich mag gar nicht mehr lesen, was er gesagt oder nicht gesagt, gemeint oder nicht gemeint hat. Absolute Verschwendung von Lebenszeit, sich damit zu befassen. Leider hat er immer noch großen Einfluss auf Tagesablauf und Riten von mir, meiner Frau und meinen Kindern. Gilt aber genauso für unseren einzig und allein an seiner persönlichen Macht orientierten Ministerpräsidenten. Ich mag nicht mehr… Wenn ich keine schulpflichtigen Kinder hier hätte, wäre ich schon längst weg… Diesen Haufen mit meinen Steuergeldern fürstlich zu alimentieren, ist echt das allerletzte

Last edited 1 Monat her by Roland Engl
HDieckmann
1 Monat her

Wie nach ’45: Keiner will genauer wissen, was da fürchterlich schief gelaufen ist. Daraus ziehe ich den Schluss, dass durch staatliche Corona-Maßnahmen, Falschbehandlung von Corona-Patienten und die nur bedingt zugelassenen Impfmittel mehr Menschen getötet worden sind, als durch Corona-Viren. Aufgrund der Fülle von vorliegenden Indizien sind jetzt Politiker, Ärzte und Wissenschaftler in der Verpflichtung zu beweisen, dass sie unschuldig an den Corona-Verbrechen sind.

Helfen.heilen.80
1 Monat her

Bemerkenswert in diesem Kontext, dass Zeitgenossen die Zuverlässigkeit der Impfung mit der milliardenfachen Anzahl der Verabreichung begründen(!). Man könnte feuchte Augen bekommen bei derart kindlicher Naivität. Die Gründe waren Druck, Gruppenzwang und Angst. Wem nichts dämmert, wenn er beim Boostern mit bedingter Zulassung weiter einen Zettel unterschreiben muss, der ist echt nicht zu retten.

kasimir
1 Monat her
Antworten an  Helfen.heilen.80

Außerdem melden sich ja doch immer mehr Ärzte und Kliniken (ja, bisher noch nicht so viele, aber immerhin), die die Zahlen nicht mehr unter dem Deckel halten können. Was Lauterbach da betreibt, ist schlicht Vertuschung, und das mag im Moment noch funktionieren. Was ihm aber egal zu sein scheint: es wird bei so vielen und schweren NW auch Langzeitwirkungen geben, wir werden es in 5-10 Jahren erleben, wenn es vermehrt zu Autoimmunerkrankungen (Krebs), Schlaganfällen und Unfruchtbarkeit kommt…Damit werden dann die Krankenkassen finanziell so richtig belastet. Ich weiß nicht, wie man derart alarmierende Zahlen lange unter dem Tisch lassen will, das… Mehr

gast
1 Monat her

Die staatliche Brutalität und Entmündigung erleben wir jetzt seit zwei Jahren. Ich staune nur noch, wielange so ein Typ das noch weiter treiben kann. Und die Höhe seiner Provisionen wüsste ich mal gerne. Dem Spahn genügte immerhin eine kleine Villa. Lauterbach kauft sich demnächst ganz Berlin, so scheint es.

Last edited 1 Monat her by gast
merlin999
1 Monat her

Somit entfällt der Grund einer Annahme, dass bei K.>L. das Oberstübchen nicht mehr ganz sauber ist. Man kann hier schon zu einer Feststellung der erwähnten Verunreinigung kommen.
Jetzt verarsc… er nicht nur das deutsche Volk sondern auch schon deren vielgeliebten und wahrheitsgetreuen Medien.

DerVoluntaer
1 Monat her

Hörte gerade im Deutschlandfunk, dass Lauterbach alles richtig macht, ein vorausschauender Denker und Lenker ist, und man der „Wissenschaft“ folgen sollte, die Masken für sinnvoll hält.
Jetzt bin ich endlich überzeugt und lasse mir den Stich setzten, denn es gibt nur einen Ausweg aus der Coronapandemie. Impfen bis der Arzt kommt und „Maske“ tragen forever !
Bitte pöbelt nicht gegen die „Wissenschaft“ und dessen brillianten Sprössling namens Lauterbach. Ich habe alles aus seriösen Medien erfahren.
Punkt, Ende der Diskussion und Ironie aus.

zweisteinke
1 Monat her
Antworten an  DerVoluntaer

Es gab vor nicht so langer Zeit auch einen, der der verblödeten Masse der „Volksgenossen“ weiß machen konnte, daß ER der auserwählte Retter sei.
Einige, die auch am Freitag in der Schule und nicht auf der Straße rumrannten, erinnern sich noch daran.

JamesBond
1 Monat her

Gebt dem Lauterknall seine tägliche Spritze und den SPD- Wählern an der Saar bitte auch. Wer so bettelt sollt täglich sein Doping bekommen.
Freiheit auf Badenwürttembergisch sieht so aus: „ Baden-Württemberg: Die Maskenpflicht im öffentlichen Leben soll bis Ende April bleiben. Es gilt dann 3G (geimpft, genesen oder getestet) bei öffentlichen Veranstaltungen, im Kino, Theater, in Kultur- und Freizeiteinrichtungen, bei Messen und Ausstellungen, bei Angeboten außerschulischer und beruflicher Bildung, in der Gastronomie und in Hotels sowie bei körpernahen Dienstleistungen.“