Jetzt über- und unterbieten sich die Bundesländer

Ein Schüler, der eigentlich in Mathe im Abitur 08 Punkte (= Note 3 glatt) bekommen hätte, wird nun auf 10 Punkte (= Note 2,33) geliftet. Und die Abiturgesamtnote (!) der Bremer Schüler fällt damit je nach Punkteintervall um eine Zehntelnote besser aus.

imago images / Reiner Zensen
Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD)
Vor wenigen Tagen haben wir hier bei TE darüber berichtet, dass Sachsen kultusministeriell die Noten der diesjährigen Abiturprüfung in Mathematik um 1 Punkt anhebt. Als Begründung wurde angegeben: Es seien den Schülern „ungewohnte Kompetenzen“ abverlangt worden. Und das in Sachsen, zusammen mit Bayern den beiden Bildungsvorzeigeländern in der Republik!

Nun vernehmen wir, dass Bremen den Freistaat Sachsen noch toppt – nach oben und nach unten. In Bremen werden die Noten im Mathe-Abitur sogar um 2 Punkte geliftet. Dabei ist Mathe in Bremen nicht einmal Pflichtprüfungsfach wie etwa in Bayern. Es hat offenbar ein Noten-Überbietungswettbewerb und zugleich ein Ansprüche-Unterbietungswettbewerb eingesetzt. Der Notendurchschnitt bei den Mathe-Prüfungen sei – so heißt es offiziell aus Bremen – schlechter als üblich ausgefallen. Deshalb hat Schulsenatorin Claudia Bogedan (SPD) persönlich eingegriffen. Vor allem, so sagt sie, seien die Aufgaben aus dem zentralen Abitur-Pool der Bundesländer offenbar wegen des Aufbaus und der Verständlichkeit der Texte sehr schwierig gewesen. Und wörtlich: „Wir gehen davon aus, dass es sich weniger um ein Corona-bedingtes Phänomen handelt als vielmehr um die Schwere der Aufgaben“, sagte die Bildungssenatorin, um fortzufahren: In vielen anderen Bundesländern seien diese Aufgaben entweder nicht ausgewählt oder sprachlich erheblich modifiziert worden. Die Maßgabe, vom kommenden Schuljahr an die Pool-Aufgaben des Berliner Instituts für Bildungswesen (IQB) nehmen zu müssen, werde ausgesetzt. Denn, so immer noch die Senatorin, schon im vergangenen Jahr seien die Noten angehoben worden, weil das IQB keine geeigneten Aufgaben zustande gebracht habe.

Aha! Die anderen sind schuld und tricksen, und nicht eine Bremer Schulpolitik, die sich ja (siehe PISA) immer dadurch auszeichnete, dass sie bei allen Leistungsvergleichen (PISA und Co.) unter den 16 deutschen Ländern einen Platz unter den hintersten Drei errang. Werder Bremen lässt grüßen!

Aber ernsthaft, was heißt das? Es heißt erstens nicht mehr und nicht weniger, als dass ein Schüler, der also eigentlich in Mathe im Abitur 08 Punkte (= Note 3 glatt) bekommen hätte, nun auf 10 Punkte (= Note 2,33) geliftet wird. Es heißt zweitens, dass die Abiturgesamtnote (!) der Bremer Schüler damit je nach Punkteintervall um eine Zehntelnote aufgebessert wird. Das ist dann durchaus eine Größenordnung, die im Ringen um Numerus-Clausus-Studienplätze eine Rolle spielt. Für Insider: Die Einzelnote in einem einzelnen Abiturfach wird fünffach gewertet. 02 Punkte sind also in der Gesamtwertung 10 Punkte. Damit „rutscht“ man auf der 900-Punkte-Skala mit großer Wahrscheinlichkeit ins nächstbessere Gesamt-Notenintervall. Siehe https://www.abi-rechner.com/abiturnote-tabelle/

Eine Klatsche für Spitzenschüler und Lehrer

Es ist dies nicht nur ein Zeugnis für die desaströse Schulpolitik Bremens. Sondern es ist dies auch eine Frechheit gegenüber Spitzenschülern und gegenüber Lehrern. Sicher gibt es auch in Bremen Mathe-Asse, die ohne diese Trickserei 15 Punkte (= 1 plus) erzielten. Bekommen die auch 2 Punkte gutgeschrieben? Oder ist das die sozialistisch sattsam bekannte Methode „Egalisierung“ und „Umverteilung.“ Diese Maßnahme ist zudem eine Klatsche für die Bremer Mathe-Lehrer. Es wird ihnen nämlich amtlich attestiert, dass sie angeblich einen schlechten Unterricht gehalten und ungerecht (als ehrlich) benotet hätten.

Und eine boshafte Perspektive zum Schluss. In Zeiten eines hysterisch um sich greifenden, aufgesetzten Anti-Rassismus ist es ohnehin eine Frage der Zeit, wann die Mathematik abgeschafft wird. Denn für Rochelle Gutierrez, Professorin an der Universität Illinois, ist die Mathematik rassistisch, weil Mathematik von den toten weißen antiken Griechen abstamme. Dies sei der Grund, warum Menschen mit Migrationshintergrund hier schwach seien.

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Kommentare ( 132 )

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Del. Delos
3 Monate her

Diese von Ihnen beschriebene Welt mit zurecht gebogenen Zensuren IST gar nicht die echte Welt. Es ist eine Welt von gegenwärtigen Idioten für künftige Idioten. Ich träume sicher bloß. Sowas kann ja gar nicht sein. Ihr Artikel ist gar nicht wirklich da, er ist nur von mir erträumt. In der echten Welt habe ich mich mühsam über den 2. Bildungsweg ins Studium gekämpft, musste pauken, Dinge verstehen, von denen ich dachte, dass ich sie nie kapiere… und ich war umgeben von Leuten, denen es ganz genauso erging. Wir LERNTEN. Und das war gut so. Hoffentlich wache ich gleich auf und… Mehr

egp
3 Monate her

Nein, nein, nein. Das kann nicht sein, dass die Bremer Politik sich so frei und ungehemmt für die Verdummung der Bevölkerung einsetzen kann. Wer wählt die denn?

Contra Merkl
3 Monate her

Gibt es eigendlich was, was hier im Land nicht verschleudert wird ? Abitur, Staatsbürgerschaft, Führerscheine, Kindergeld, Neubauten für Flüchtlinge.
Geld für Ausreisepflichtige. Geldgeschenke für Club Med, Afrika, Indien. Entwicklungshilfe für China. Noch mehr Geld für die EU. Noch mehr Geld für die Türkei.
Ich hab sicher noch was vergessen.

bfwied
3 Monate her

Dümmer geht immer, und noch dümmer auch immer, und so weiter und so fort, denn die menschliche Dummheit ist vermutlich laut Einstein, dem ich voll zustimme, ja grenzenlos, und dass dem so ist, kann man jeden Tag aufs Neue sehen! Im Grunde ist die Schulbildung auf dem Weg in ein neues Klassensystem, denn Unterschiede gibt es, niemand lässt sich entsprechend dem Grundprinzip der Natur, des Überlebenskampfes, die Unterschiede wegnehmen, weshalb auch der Kommunismus nicht funktioniert. Wir bekommen eben mehr private Schulen und schlechte staatliche. Wenn die Firmen, so sie noch hier in ausreichendem Maße vorhanden sind, gezwungen werden, nach Quoten… Mehr

doncorleone46
3 Monate her

Ich bleibe dabei, auch wenn es mich selbst schmerzt: Je mehr Frauen in den Schaltzentralen sitzen, desto unheimlicher wird es.

T. Ruebsal
3 Monate her

Also werden zukünftig noch mehr Firmen auf eigene Einstellungstests zurückgreifen, um Bewerber mit eben solchen geschönten Abschlüssen auszusieben. Nicht jede Firma kann es sich finanziell leisten, aus Zeitgeistgründen und um der Politik zu gefallen, Frauen und Dumme reinzuquoten. Die können dann nur hoffen, in der Politik oder deren NGO-Versorgungswerken unterzukommen. Gute Bildung ist die beste Waffe fürs Leben. Heute haben viele eher eine „Missbildung“.

Del. Delos
3 Monate her
Antworten an  T. Ruebsal

Auf jeden Fall ist auf lange Sicht gute Bildung DIE Waffe schlechthin. Kurzfristig läuft es leider erst einmal anders herum: Intelligenz ist eindeutig hinderlich beim Geldverdienen. Aber längerfristig kommen die Firmen vor allem in ihren Spitzenpositionen nicht um echte, qualitatv hochwertig ausgebildete Mitarbeiter herum. Allerdings sind es nicht nur die Frauenquote und die Bildungsgeschädigten (Sie nennen sie zurecht „Dumme“), sondern auch noch jede Menge Studienabgänger aus Fächern, in denen gute Leistung niemals wirklich nachgewiesen werden kann, wie z.B. bei den Soziologen. Die können von früh bis spät „labern“ über Nix und wieder Nix, ohne dass es jemandem auffällt, dass hinten… Mehr

Peter Pascht
3 Monate her

Rochelle Gutierrez ist *Professorin für Pädagogik* an der Universität von Illinois am Urbana-Champaign. Sie befürchtet, dass die Bewertung von mathematischen Fähigkeiten die Diskriminierung von Minderheiten aufrechterhalten kann, insbesondere dann, wenn sie schlechter abschneiden als ihre weißen Kollegen. Was lernen wir daraus? Wenn also „Minderheiten“ schlechter Abschneiden in Mathematik als „die Weißen“ dann ist das Diskriminierung. Warum wundert es mich nicht, dass so eine Meinung von einer Frau kommt? Könnte so auch von Annalena stammen. So auch die Erwähnung und das Hervorheben von Begriffen wie dem „Satz von Pythagora“ und „pi“ den Eindruck erweckt, dass Mathematik „größtenteils von Griechen und anderen… Mehr

Peter Pascht
3 Monate her

“ Mathematik rassistisch, weil Mathematik von den toten weißen antiken Griechen abstamme.“
Wusste ich’s doch, „die alten weißen Männer“, die sind schuld dass Afrika seit Menschengedenken keine angestammte Zivilisation zustande bringt.

„Dies sei der Grund, warum Menschen mit Migrationshintergrund hier schwach seien.“
Da bietet es sich doch an, diesen Menschen beim Abitur diesen rassistischen Nachteil auszugleichen und deren Noten mindestens um ein Drittel anzuheben.
Das ist offenbar die Errungenschaft des 21. Jhd. „Schwachsinn mit System und Methode“.

doncorleone46
3 Monate her
Antworten an  Peter Pascht

In der neuen DDR bekommen alle mit Migrationshintergrund eine 2.

Peter Pascht
3 Monate her

„Ein Schüler, der eigentlich in Mathe im Abitur 08 Punkte (= Note 3 glatt) bekommen hätte, wird nun auf 10 Punkte (= Note 2,33) geliftet. Und die Abiturgesamtnote (!) der Bremer Schüler fällt damit je nach Punkteintervall um eine Zehntelnote besser aus. “

Hauptsache gute Note, gute Mathematik braucht es in Merkel-Deutschland nicht, denn es zählt eh nur noch der verlogene Augenschein.
Zu den „guten Abiturnoten“ dann noch ein „Studium der Theologie“, dazu noch ein erschwindelter Dr-Titel und ab geht es in die Politik.
Wehe sie wagen es dann solchen „EspertInnen“ zu widersprechen.

Karl Napf
3 Monate her

Mein Abi liegt ein wenig zurueck aber ich wuerde gerne meinen Notenschnitt schoenen.
Welche Behoerde ist fuer solche Anfragen jetzt genau zustaendig?

Ist da noch irgendjemand, der die Grundrechenarten drauf hat um mir einen besseren Schnitt zu errechnen und nicht nur zu raten?