CDU gratuliert der Linken dafür, dass sie die CDU aus Deutschland vertreiben will

Im Namen der gesamten CDU Hessen gratulierte der hessische Generalsekretär Manfred Pentz der neugewählten Bundesvorsitzenden der LINKEN, Janine Wissler, einer Trotzkistin. Ihre ebenfalls neugewählte Kollegin Henning-Wellsow will die CDU "vertreiben". Geht mehr Selbstaufgabe?

picture alliance/dpa | Swen Pförtner

Im Namen der gesamten CDU Hessen gratulierte der hessische Generalsekretär Manfred Pentz der neugewählten Bundesvorsitzenden der LINKEN, Janine Wissler. Damit überging Pentz den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU, sich von der LINKEN abzugrenzen und nicht mit ihnen zusammenzuarbeiten. Er überschüttete Wissler sogar mit Komplimenten wie diesen: sie sei eine „geschliffene Rednerin“ und „charismatische Persönlichkeit“ mit „beachtlichen Ruf“. Nach den zahlreichen Komplimenten fügte Pentz hinzu, dass Wissler „Kommunistin und Trotzkistin“ sei, aber dass die CDU Hessen sie zur Wahl beglückwünsche.

Am Sonntag wurde die Pressemitteilung gelöscht.

LINKEN-Politikerin Janine Wissler hat vor kurzem erst in einem Tagesspiegel-Interview bejaht, dass sie das neoliberale kapitalistische System in der Bundesrepublik aus den Angeln heben wolle: „Wir haben als Linke immer deutlich gemacht, dass wir für jeden konkrete Verbesserung kämpfen, den Kapitalismus überwinden wollen, dass wir eine sozialistische Partei sind“, sagte Wissler zudem.

Gratulation an SED-Nachfolgepartei

Pentz gratulierte also einer LINKEN-Politikerin, die den Kapitalismus für eine sozialistische demokratische Gesellschaft, in der es keine ungerechten Eigentumsverhältnisse mehr gäbe, abschaffen will. Auch gratulierte er einer Politikerin, die womöglich linksextremes Gedankengut in sich trägt. Denn Janine Wissler gehörte noch vor kurzem dem vom Verfassungsschutz beobachteten linksextremen Netzwerk „Marx21“ an. Wissler stellte klar, dass sie ihre Mitgliedschaft beendet habe, weil dies „üblich“ sei, wenn man sich als Parteivorsitzende bewerbe.

Inhaltlich ist Wissler also nicht abgerückt. Marx21 ist eine trotzkistische Organisation und innerparteiliches Netzwerk, das laut Verfassungsschutz eine „Errichtung einer kommunistische Gesellschaftsordnung“ als Ziel hat. Das trotzkistische Netzwerk lehnt Regierungsbeteiligungen der LINKEN ausdrücklich ab und fordert stattdessen einen „Sozialismus von unten“. Marx21 wird als extremistische Struktur in der Partei beobachtet. Auch gehörte Wissler der „Bewegungslinken“ und der ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachteten „Sozialistischen Linken“ an. Letztere empfand die DDR als einen „legitimen Versuch, auf deutschen Boden eine Alternative zu Kapitalismus aufzubauen“, so der Verfassungsschutz.

Nach einer Auswertung von WELT AM SONNTAG unterstützen 20 Linke-Bundestagsabgeordnete Gruppen, die im Visier des Verfassungsschutz sind.

Wie kann ein CDU-Politiker überhaupt LINKEN-Politiker gratulieren und derart überschwängliche Komplimente machen? Im CDU Unvereinbarkeitsbeschluss steht fest geschrieben: „Wie kann man angesichts dieser Schicksale von der CDU verlangen, dass wir mit der SED- Nachfolgepartei zusammenarbeiten, die sich von diesem Unrecht mehr schlecht als recht distanziert?“ Es ist dort ausführlich formuliert, dass die Linkspartei die Rechtsnachfolgerin der SED ist, die für die totalitäre Diktatur in der DDR verantwortlich war.

Die Gratulationen von Pentz sind noch einmal umso bemerkenswerter, als Wisslers Vorsitzendenkollegin Henning-Wellsow am gleichen Tag damit wirbt, dass man die CDU/CSU „vertreiben“ wolle.

Entgleisungen von Manfred Pentz

Vor wenigen Wochen fiel der CDU-Generalsekretär Manfred Pentz bereits mit skandalösen Aussagen auf. Er bezeichnete in einer internen Video-Schalte Merz-Anhänger als „Merz-Dschihadisten“, darüber berichtete BILD.

Pentz setze damit einen Großteil der CDU-Basis mit islamistischen Terroristen gleich, die Morde begehen, darunter gezielt an Christen, den „Ungläubigen“.

Manfred Pentz entfernt die CDU mit seiner Beschimpfung sowie Gratulation an die SED-Nachfolgepartei immer weiter davon, eine christdemokratische Partei zu sein, die in der politischen Mitte steht. „Dschihadist“ kann eindeutig als ein Mittel gedeutet werden, Personen des Merz-Lagers zu diskreditieren, deren Meinungen als minderwertig zu brandmarken. Wie tragbar ist der Generalsekretär noch? Bei der „Dschihadisten“-Beschimpfung nahm der hessische Landesvorsitzende Volker Bouffier seinen Generalsekretär noch in Schutz, indem Bouffier den Vorfall wegen Pentz’ Entschuldigung öffentlich für erledigt erklärt hatte. Rücktrittsforderungen und die zahlreiche Kritik von Mitgliedern wurden ignoriert.

Kann Bouffier diesen gravierenden Fehler nun auch wieder unter den Unions-Teppich kehren? Dieser erneute Schnitzer beweist Manfred Pentz’ Entgleisung. Er gilt als ein Politiker, der sich fest im linken Flügel der CDU befindet – doch wie viel Sympathie zu Linken, gar Linksextremen und zu Kommunismus besitzt er wirklich? Bleibt es nur bei einem Löschen der Pressemitteilung, schweigen Pentz und Bouffier das Vorkommnis aus? Bisher haben sich weder Manfred Pentz noch Volker Bouffier öffentlich dazu geäußert.

Dafür haben sich einige Politiker der Linkspartei sich über die Gratulation gefreut. So kritisierte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow auf Twitter die Löschung der Pressemitteilung und vermutete, dahinter würde die Thüringer CDU stecken sowie ein „Wettbewerb um den antikommunistischen Ausfall“. Klar, dass Politiker der Linken sich zuerst freuten und nun empören, denn die SED-Nachfolgepartei wird durch CDU-Politiker wie Manfred Pentz in ein positives Licht gerückt. Nicht zu vergessen: Niemand anderes als die CDU war es, die letztes Jahr den Linken-Politiker Bodo Ramelow erst zum Ministerpräsidenten verholfen hat.

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Kommentare ( 121 )

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noToNWO
1 Monat her

Sie sind alle gleichgeschaltet, wie in Zeiten DDR. Die tatsächlichen Regierenden sind Unternehmen aus aller Welt, ca. 8000 Unternehmerpersönlichkeiten aus 2000 Großfirmen geben aktuell Weltweit den Ton an, alles gelenkt, und COVID ist der Vorwand für den Great Reset, Merkel und Söder hatten Ende 20 noch eine WEF-Tagung für den Great Reset in Davos, CH. Menschen werden mit sehr gut mit Angst gelenkt. Menschen werden mit Autokratie verängstigt und besser gelenkt Menschen die Angst haben tun alles was man od. Unternehmen wollen. Angst verblendet vor der Realität und verblendet die tatsächliche Wahrheit allen übels, das auf uns noch kommen wird.… Mehr

Werner.K
1 Monat her

Das gibt es nicht! Sind denn inzwischen auch die Landespolitiker/Innen auf dem linken Merkelkurs unterwegs? Nimmt das überhaupt noch jemand wahr in dieser Partei was da vor sich geht? Wer trägt neben dem CDU Generalsekretär Pentz für dieses unsägliche Ereignis die Hauptverantwortung? Natürlich der hessische Ministerpräsident Bouffier. Unter dem ehemaligen MP Koch wäre so etwas niemals passiert. Bouffier hätte seinen Generalsekretär erstens nicht mit dieser politischen Aufgabe vertrauen dürfen und zweitens hätte er Pentz sofort seines Amtes entheben müssen. Aber Bouffier hat wohl nicht den Mut dazu, weil er ein Feigling ist und die Kanzlerin ihm kein grünes Licht dazu… Mehr

hassoxyz
1 Monat her

Dieser merkwürdige Pentz steht stellvertretend für den massiven Linksruck der Union in den letzten 10 Jahren. Ich hätte mir damals nie vorstellen können, daß Bürgerliche offen mit Linksextremen und ihren kruden Ideen sympathisieren würden. Das ganze wäre nicht so schlimm, wenn Pentz nur ein Einzelfall innerhalb der CDU wäre, ist er aber nicht. Es gibt mittlerweile sehr viele Pentz in der CDU, die am linken Rand stehen, nur um einige zu nennen: Ruprecht Polenz, der schon offen Sympathie für die Antifa gezeigt hat, Daniel Günther, der für enge Kooperation mit den Kommunisten plädiert, Tobias Hans, der die WerteUnion massiv beleidigte,… Mehr

Cethegus
1 Monat her

Die CDU von heute ist im Grunde auch nichts anderes mehr als es die Ost-CDU zu DDR Zeiten war: Ein reines Feigenblatt, welches suggerieren soll, daß hier noch Konservative mitmischen, dabei wird hier seit Jahren bereits strammer Linkskurs gesteuert!
Wer das nicht erkennt und diesen Verein trotzdem noch wählt macht bewusst die Augen zu und sollte sich eben nicht wundern, daß dieser Staat von Tag zu Tag mehr in eine DDR 2.0 umgebaut wird!

StefanSch
1 Monat her

Die ganze Union ist völlig nach links gedriftet und macht mittlerweile mit Linken gemeinsame Sache. Selbst die CSU wanzt sich an Grüne heran, einst Erzfeind. Die Bundesrepublik verwandelt sich in großen Schritten in ein kommunistisch-sozialistisches Shithole. Die AfD, deren Programm dem der CDU von 2000 entspricht, gilt mittlerweile als rechtsextrem. Der Kompass in Deutschland ist völlig nach links geschwenkt. Es wird täglich schlimmer.

liudger klein
1 Monat her

ja, so ist das halt bei den blockparteien, die gratulieren sich gegenseitig und verteilen ergebenheitsadressen! genau so war es in der ddr!

Grenz Gaenger
1 Monat her

Gratulation an SED-Nachfolgepartei „„… dass die Linkspartei die Rechtsnachfolgerin der SED ist, ….“
“ … denn die SED-Nachfolgepartei wird …“
Sehr geehrte Frau Riffler,
es sollte nach über 30 Jahren seit der Wende allgemein bekannt sein, dass es keine SED-Nachfolgepartei gibt. Es ist nach wie vor die SED (wie sie selbst betont), da sich die SED aus bekannten Gründen nie aufgelöst, sondern nur mehrmals in derzeit DieLinke umbenannt hat. Keine Auflösung – keine (Rechts-)Nachfolger.
Wäre schön, wenn das zumindest hier bei Tichy sprachlich & historisch korrekt wiedergegeben wird.

Sani58
1 Monat her

Konservative CDUler werden sich entscheiden müssen. Entweder, weil die Grünen ja clever – und wenn es reicht mit GrünRotRot in den neuen Ökosozialismus zu kommen, unter GrünSchwarz in eine ähnliche Zukunft zu schlittern, oder sich von Ihrer Partei abzuwenden. Denn auf eine logische konservative Zusammenarbeit zwischen Schwarz und Blau werden die, so wie wir Alle, lange warten können.

Juergen Schmidt
1 Monat her

Die CDU hat vollkommen die Orientierung verloren.
Für Leute, die da Mitglied sind oder sowas wählen, habe ich nicht das geringste Verständnis.

Ralf Poehling
1 Monat her

Was ist da in Hessen los?! Diese Frage geht mir schon seit Jahren durch den Kopf. Der VS Hessen hat eine direkte Verbindung zum NSU nebst Umfeld in Sachsen und Thüringen über den V-Mann Führer Temme. Temme ist bei einem NSU Attentat sogar vor Ort. Der Lübcke Mörder Stephan E. hat ebenfalls eine Verbindung zu Temme. Im April 2020 begehen zwei Mitarbeiter des hessischen Finanzministeriums ganz zufällig nahezu zeitgleich „Selbstmord“. Dass die rechtsradikale Szene in Ostdeutschland schon zu Zeiten der DDR existierte, ist bekannt und wird auch nicht mehr geleugnet. Dass die die Linken politisch davon leben, überall Nazis zu… Mehr

Ralf Poehling
1 Monat her
Antworten an  Ralf Poehling

Und zur Krönung des ganzen noch einen hinterher:
Die Stadt Hanau liegt ebenso in Hessen und der Amoklauf eines mittlerweile durch Gutachten bestätigten Geistesgestörten, wird andauernd und wahrheitswidrig auf „rechts“ geschoben, während Zeugen des Attentates vor Ort aussagten, dass der oder die Täter anders ausgesehen hätten, als der der Öffentlichkeit präsentierte Täter Tobias R..

Eigentlich darf das alles gar nicht wahr sein…