Habeck ruft zum Energiesparen auf: „Zehn Prozent Einsparungen geht immer“

Deutschland ist abhängig von russischer Energie. Das sollen jetzt vor allem die Bürger ausbügeln - Wirtschaftsminister Habeck ruft zum Energiesparen auf. Unabhängiger von russischen Importen könne Deutschland nur werden, wenn „wir es als großes, gemeinsames Projekt ansehen“.

IMAGO / penofoto

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges will Bundeswirtschaftsminister Habeck die Bürger in die Pflicht nehmen. Die Abhängigkeit von russischen Energieträgern ist massiv – also müsste jeder einzelne einen Beitrag leisten, um diese zu senken. Habeck kündigte eine entsprechende Kampagne der Bundesregierung an. Arbeitgeber sollten freiwillig Home-Office anbieten, schlug der Minister vor. „Homeoffice haben wir auch in der Pandemie gemacht. Wo das geht, könnte man wieder ein oder zwei Tage in der Woche zu Hause arbeiten – alles erst einmal auf freiwilliger Basis.“ Auch Privatleute könnten helfen, beispielsweise über Ostern das Auto stehen lassen und stattdessen Bahn oder Fahrrad nutzen. „Das schont den Geldbeutel und ärgert Putin“, meinte der ehemalige Grünen-Chef. „Man kann ja jetzt schon so gut es geht das Auto stehen lassen – und das nicht nur am Sonntag. Jeder nicht gefahrene Kilometer ist ein Beitrag, um leichter von russischen Energien wegzukommen. Das Klima schützen wir obendrein“, so Habeck, der auch mit weiteren Vorschlägen aufwartete. „Wenn man die Wohnung heizt und abends die Gardinen zuzieht, spart man bis zu fünf Prozent Energie“, sagte er. Das senken der Raumtemperatur um einen Grad spare weitere sechs Prozent. „Das ist vielleicht nicht ganz so gemütlich, aber man friert noch nicht“.

Habeck warnte vor einer Situation, in der bundesweite Versorgungsengpässe etwa zu einem großflächigen Abschalten von Industrieanlagen führen könnten. Das wäre ein „wirtschaftspolitischer Albtraum“. Die Bundesregierung bereite sich auf alle möglichen Szenarien vor. „Wir reden dann nicht über ‚frieren für die Freiheit‘. Wir sprechen dann über massive Einbrüche in den deutschen Wirtschaftskreisläufen“. Auch deswegen ruft der Minister wohl die Bürger zum Energiesparen auf. Es ist auch ein Eingeständnis des politischen Versagens der letzten Jahre – eine verlässliche und stabile Energiepolitik würde dieses „große, gemeinsame Projekt“, wie Habeck seinen Aufruf umrahmte, vielleicht überflüssig gemacht haben. Dass zeitgleich die Grünen in Schleswig-Holstein, Habecks Heimatverband, nach wie vor mit der Negierung von LNG-Terminals in den Wahlkampf ziehen, unterstreicht das: Die Bürger sollen ausbügeln, was vor allem grüne Politik vermasselt hat.

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Kommentare ( 141 )

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Don Didi
26 Tage her

Die Grünen und der ADAC erklären mir jedes Jahr, wie ich 10% Energie sparen kann. Wenn ich mich seit der Ölkrise 1972 an deren Vorgaben halte, kriege ich seit 1982 jedes Jahr noch Energie raus. Wie bescheuert sind die eigentlich? Glauben die tatsächlich, die Leute hätten bis zur jeweiligen Energiesparrede der diversen Politiker permanent Energie verschwendet, weil sie Geld ohne Ende haben und von den Einsparmöglichkeiten noch nie gehört hatten? Könnte es sein, daß ein großer Teil der Bevölkerung aus eigenen Überlegungen, Anleitungen von vor 50 Jahren, oder (in der Masse wahrscheinlich) aus finanziellen Zwängen schon längst, seit Jahren oder… Mehr

Julius Schulze-Heggenbrecht
1 Monat her

Jedesmal, wenn ich Hbaeck oder einen der anderen grünen Politclowns reden höre, fällt mir automatisch das hier ein:

Ineptokratie – eine Herrschaftsfom, worin die Unfähigsten von den Unproduktivsten gewählt werden, wobei die Mitglieder der Gesellschaft, die sich selbst am wenigsten selber erhalten oder gar Erfolg haben können, mit Gütern und Dienstleistungen belohnt werden, die aus dem konfiszierten Wohlstand einer stetig schwindenden Anzahl der Werte Schaffenden bezahlt werden.

Julius Schulze-Heggenbrecht
1 Monat her

Der Chef der Bundesnetzagentur, ein gewisser Klaus Müller, übertrifft in seinen Verbotsforderungen den Habeck bei weitem.

Auf die Frage, ob Saunen und große Singlewohnungen künftig noch ständig beheizt werden könnten, sagte er: »Nein, ich glaube, dass das in einer Gasnotlage auf gar keinen Fall mehr zu rechtfertigen wäre.«

Müller bezweifelte, dass man „jeden Tag duschen müsse“ …
Da sind sie wieder, die Forderungen, dass der Pöbel sich gefälligst einschränken möge.
Für jene, die solche Forderungen erheben, sind derlei Einschränkungen selbstverständlich nicht vorgesehen.
Wie lange wollen wir uns diesen ganze Schwachsinn eigentlich noch gefallen lassen?!

Chrisamar
1 Monat her

Frieren für den Frieden! Hungern für den Frieden! Fahrrad fahren für den Frieden! Obdachlos für den Frieden! Wir Deutschen Mindestlöhner finanzieren mit den weltweit teuersten Energiekosten die Kriege des Herrn Putin. Wir finanzieren auch noch dessen vermeintliche Flüchtlinge / „subsidär Schutzberechtigte“, welche hier unbegrenzt, sofort und dauerhaft angesiedelt werden. Wir deutschen Mindestlöhner finanzieren mit den weltweit teuersten Energiekosten die Ukraine anteilig. Wir finanzieren auch die Renten der Ukrainer, welcher hier angesiedelt werden. Gerade hat der Herr Scholz mal wieder 2 Mrd an die Ukraine überwiesen. Damit davon Waffen oder was auch immer gekauft werden können. Anteilig finanzieren wir mit der… Mehr

Rabida
1 Monat her

Die Bürger sollen ausbügeln, was vor allem grüne Politik vermasselt hat.
Volles d accord. Herr Habeck sollte sich einmal hinterfragen, wer für den Schlamassel verantwortlich ist? Das sind wohl er und seine Parteigänger. Fast jeder wusste, mit Ideologie kann man die Physk nicht widerlegen. Die von den Grünen verachteten und wo es geht gegängelten Bio-Deutschen sollen es ausbaden? Da erwarte ich aber eine Entschuldigung.

Melante
1 Monat her

„Zehn Prozent gehen immer“ sagt er. Da saß ich nur noch sprachlos auf dem Stuhl. Vom ganz sachlichen Ärger mal abgesehen, dass mein Vermieter mich dauernd mit Legionellentests belästigt, da ich seiner Meinung nach zu wenig Wasser verbrauche und mein Stromanbieter die Beträge erhöht, rutsche ich unter eine „Mindestabnahme“. Warum sind es immer die, die unser aller Suernen verprassen, die uns zum Sparen auffordern statt einfach mal „Fresse halten“ um bei sich selbst und ihresgleichen zu beginnen?!?

Aqvamare
1 Monat her

Man muss die Aussagen eines Parteipolitikers immer im Bezug auf das Zielpublikum setzen, und Haback als Grüner belehrt eben die Grünewählerschaft wie man Energie spart.

Wenn man sich seine drei Ratschläge anschaut, stellt man fest, dass die meisten Bürger diese Ratschläge eh bereits seit Jahren anwenden, und so Energie sparen.

abel
1 Monat her

Soviel Energie können wir gar nicht sparen. Taschenrechner mal rausholen was uns der Krieg in der Ukraine (ohne Energiekosten) jetzt schon kostet. Vielleicht sollten die monatlichen Steuereinnahmen direkt auf das Konto der Ukrainischen Nationalbank überwiesen werden und nicht über den Umweg „Berlin-Brüssel“.

abel
1 Monat her

Beitrag vieler Wähler der Grünen: Die Wohnung wird noch mehr gedämmt. An den Urlaubsflügen wird sicherlich nicht gespart.

G
1 Monat her

Es wäre ganz einfach: Kernkraftwerke weiter betreiben und wieder in Betrieb nehmen, Braunkohlekraftwerken z. B. Sondergenehmigungen wg. Grundwasser erteilen und weiterlaufen lassen und ganz einfach grüne Ideologie über Bord werfen. Ich jedenfalls habe fertig mit diesem Staat. Nix wird gespart.